Selbsthilfe und Selbstmotivation

das gute an den schlechten tagen (wie gestern zum Beispiel) ist, dass man den hintern hochbekommen muss, damit es wieder weitergeht. jetzt ist also ärmel hochkrempeln angesagt. ich sehe das übrigens bildlich vor mir, wie ich mit hochgekrempelten hemdsärmeln energiegeladen und kampfbereit stehe. visualisierung ist eine tolle sache. kann ich nur empfehlen!

nachdem ich es den kindern versprochen hatte, habe ich mich gestern nachmittag noch aufgerafft und bin mit der familie ins kino gegangen. shutter island. von martin scorsese, mit leo di caprio. ich weiß nicht, was scorsese seit seinem letzten film so getrieben hat, aber gesund scheint das nicht gewesen zu sein. mein fazit: ein film von irren über irre, der einen irre macht. di caprio spielt den irren aber so überzeugend, dass ich bis zum schluss geglaubt habe, er sei tatsächlich nicht irre, sondern opfer einer intrige. kurz: ich habs nicht verstanden. als einzige. ob das am tamoxifen liegt? aber abgelenkt hat mich der film perfekt. und das klaustrophobische szenario des films entspricht in etwa dem seelenbefinden eines krebskranken an einem schlechten tag. nicht schlecht also.

wieder zu hause habe ich gestern beschlossen, etwas gegen meine schlaflosigkeit zu unternehmen, bevor ich ende wie der arme leo. ich hatte mir vor 2 wochen übers internet eine cd mit yoga-entspannungsübungen gekauft. yoga nidra. ich kenne das noch aus meinen früheren yoga-zeiten. warum habe ich, die ich selbst jahrelang yoga unterrichtet habe, vor fast 20 jahren damit aufgehört? ich habe jetzt wieder einen grund, damit anzufangen. ich habe die cd im bett gehört, vor dem einschlafen. das war wirklich sehr gut. es ist mir gelungen, völlig abzuschalten und mich zu entspannen. die aufforderung den geist zurückzunehmen und nur betrachter zu sein, ist ein guter ansatz. auf einmal hatte ich für den bruchteil eines augenblickes distanz zu meinem zustand. zu meiner krankheit, meinen ängsten, wirrungen. für einen moment war alles gut. ich habe eine der übungen auch ausprobiert, als ich nachts mehrfach aufgewacht bin. jedesmal überkam mich ruhe und trost. heute morgen spüre ich mehr kraft und auch willen. vielleicht helfen diese übungen nicht immer, aber es erscheint mir als ein guter weg.

es ist zwar mühsam, sich immer wieder selbst aufzurappeln, zu motivieren, aktiv zu werden, wenn man sich körperlich, geistig und seelisch so erschöpft und oftmals hoffnungslos fühlt. ich spüre auch, wie sehr ich meiner kraft hinterher bin, dennoch fühle ich, dass sie da ist. ich glaube, wenn man sich nicht aufrafft, kann man sich gleich in die kiste legen. deckel zu, affe tot. so schnell wollen wir uns doch nicht unterkriegen lassen mädels, oder? NIEMALS!

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3 Gedanken zu „Selbsthilfe und Selbstmotivation

  1. Nein, so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen! 😛 😆
    Richtig so!
    Ich freue mich, dass Du in den Yoga-Übungen einen guten Weg gefunden hast, zur Ruhe zu kommen. Das ist so wichtig. Mach weiter so. Du bist eine starke Frau, der kann der Krebs nichts anhaben! 🙂

  2. Liebe Masca,

    dich hat der Himmel geschickt :-))))

    Kennst du eigentlich das Buch „jetzt ist heute“ von Kora Decker? Ein Erfahrungsbericht, richtig klasse geschrieben. Lese es gerade.

    Liebe Grüße, Katerina

  3. Liebe Katerina,
    jetzt haste es aber geschafft, dass ich rot werde 😳
    Weißt du, als ich 2007 anfing zu bloggen (das war schon 1,5 Jahre nach der Diagnosestellung) hab ich auch einige ganz tolle Frauen hier im Internet „kennen gelernt“. Zum Beispiel Andrea http://abenus.blogger.de/ , und noch andere. Der Austausch mit ihnen hat mir so unheimlich geholfen. Und der Sinn meines Blogs ist ja, zu versuchen, es ebenso zu tun: anderen Frauen irgendwie mit meiner Erfahrung zu helfen, ihnen einen Ort des Austausches zu bieten, den viele Krebsforen, die es im Internet gibt, so nicht haben. Letztere haben mich persönlich nämlich eher verwirrt, man liest so viel und auch -leider- so viel Schreckliches. Natürlich gehört das alles auch zur Krebs-Realität. Aber das möchte man doch in so einem Moment nicht hören (also ich jedenfalls nicht). Das hilft uns/mir nicht wirklich, denn es bewirkt nur, dass es uns/mich noch mehr ängstigt und runterzieht (niht nur diese vielen schlechten Nachrichten, sondern auch das Sich-gegenseitig-ständig-Sorgen-machen, das Sich-untereinander-vergleichen usw.). Blogs hingegen sind privater, individueller. Eine kollektive Gefühlsmanipulation ist hier eigentlich nicht möglich. Und man kann sich die Blogs aussuchen, die einem liegen (mir haben einige eben nicht gelegen, die ich so gefunden habe).
    Das Buch kenne ich übrigens nicht. Ich habe, ehrlich gestanden, wenig Erfahrungsberichte, Bücher, Ratgeber etc. gelesen.
    LG Masca

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