truppenverstärkung

ich hatte heute vormittag meine erste Zometa-Infusion und bin jetzt der plattfisch des tages. liege leicht bedröhnt auf dem sofa, habe keine lust aufzustehen, zu essen oder sonstwas, alles plätschert an mir vorbei und kann es getrost auch. immer noch alles besser als der gestrige tag (das war das finstertal). heute sprießt wieder der samen der hoffnung. ich habe nach dem gestrigen komplettabsturz beschlossen, dass ich mir nun doch jemanden suche, der mir hilft, dass meine seele das alles packt. mayday mayday, ich brauche truppenverstärkung! alleine ist mir das zu viel und solche tage wie gestern werden wiederkommen, ich weiß das! besser, ich bau da vor. habe mir also gleich heute morgen einen termin bei einer psychoonkologin gemacht – nächsten montag, bin mal gespannt. und meinen hausarzt habe ich heute auch angerufen und ihn gebeten, mir einen immunstärkenden, krebszellenabwehrenden vitamin-, mineralien- und enzymcocktail zusammenzustellen. möglicherweise lassen sich so auch die echt bemerkenswerten nebenwirkungen des tamoxifen etwas ausgleichen (mein lieber scholly, die haben es in sich!).

gestern war nur ein kampf verloren, nicht die schlacht. zieh dich nur warm an, du krebs, jetzt rüste ich auf, du hast keine chance, merk dir das und nimm dies, CHAK! jetzt kommt catwoman!

mein erster aufenthalt in einer onkologischen tagesklinik heute war im übrigen nicht so schlimm, wie ich dachte. ein nicht zu großer, von der athmosphäre her eher warmer raum mit einer art gemütlicher sitzliegen. die schwester, die alle anwesenden mit „meine liebe“ ansprach, war, wie alle schwestern der klinik, die ich bisher getroffen habe, ein engel. wir waren 7 frauen, 7 schicksale. das ist schon so eine sache, wenn man da sitzt mit seiner infusion am arm. ich habe mich gefragt, was die frauen wohl für ein leben hatten vorher und wie es wohl jetzt so ist? haben sie kinder, einen mann oder sind sie alleine? wie schlimm ist ihr brustkrebs? ich wurde freundlich beäugt, denn mit meinen 47 jahren war ich heute das superküken. neben mir superküken gab es noch 2 muffhasen, 1 giggelmaus, 1 ganz armen schwarzen kater und 1 frau, die so tat, als sei sie nicht da. kann ich gut verstehen, gibt 1000000 orte, wo man lieber wär.

meine mama hat mich heute gefahren. arme mama, sie sah dabei so elend aus, weil es sie so traurig macht. mein vater war auch schon bei einem termin mit. armer papa, sah auch so traurig aus. na TOLL, jetzt muss ich heulen, weil mir beide leid tun. ich hole mir jetzt einen schönen roman zur hand und werde den GANZEN tag NICHTS mehr über krebs lesen.

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