überlebensplan

nach einem 1-wöchigen mega-loch habe ich gestern beschlossen, dass es jetzt erstmal reicht mit schwarzen löchern. nach einer brustkrebsdiagnose kann man nur AKTIV wieder aus dem finstertal auf die sonnenalm gelangen.will ich im finstertal leben? nein. will ich auf der sonnenalm leben? ja. mit heidi, almöhi, ziegenpeter und allem drum und dran.

hier also mein überlebensplan:

1. alles nicht mehr so negativ sehen, vor allem nicht negativer, als es ist. darin bin ich nämlich eine weltmeisterin (war ich schon immer)

2. positiv denken

3. negative denkstrukturen erkennen und aktiv dagegen angehen

4. hierzu gibt es konkrete übungen

5. diese übungen muss man auch machen, nur wissen, wie sie aussehen und dass es sie gibt, reicht nicht

6. die übungen sind:

entspannungsübungen mit mentalen positiven leitsätzen:

ich habe das schlimmste erstmal überstanden (ok, an dem erstmal muss ich noch arbeiten)

ich habe alles in allem glück gehabt

es hätte viel schlimmer kommen können

ich habe eine gute prognose

es geht ab jetzt aufwärts und ich kann aktiv daran mitarbeiten

ich werde es auch tun, ab jetzt

ich bin stärker als der krebs

mein immunsystem ist stärker als der krebs

ich werde wieder gesund

der krebs wird nicht wiederkommen

ich glaube daran

7. ich höre auf, auf mein immunsystem sauer zu sein, weil es in der krebszellenabwehr versagt hat. stattdessen stärke ich es jetzt, damit es unterstützung hat und künftig NICHT mehr versagt. so werde ich es unterstützen:

konsequent gute ernährung als basis (kleine sünden ausdrücklich erlaubt!)

immunstärkendes bewegungsprogramm: yoga, nordic walking, schwimmen

versorgung des immunsystems mit unterstützenden vitaminen, enzymen, etc.

viel bewegung an der frischen luft – jeden tag, egal, was für ein wetter ist

positiv denken

8. stress aus dem weg gehen

9. jeden tag etwas tun, was ich wirklich gerne mache

10. jeden tag etwas schönes mit meinem mann machen

11. eine liste mit dingen erstellen, die ich gerne mache

12. jeden tag etwas auf mein lebenskonto packen

hört sich gut an, mein überlebensplan. es stehen nur dinge darin, die ich auch durchführen kann. einige dinge davon mache ich auch schon. ich bin also schon auf einem guten weg. einige dinge muss ich noch tun.

was ich schon davon mache:

ich gehe jeden tag mit meinem hundi an die frische luft, egal was für ein wetter ist

ich habe meine ernährung umgestellt und das klappt schon sehr gut

ich habe einen termin für eine einweisung ins nordic walking gemacht

ich habe meinen hausarzt angerufen, damit er mir ein vitamin-enzym-mineralien-cocktail zur immunstärkung und krebsabwehr zusammenstellt

ich habe am montag einen termin bei einer psychoonkologin

ich mache entspannungsübungen mit positiven leitsätzen, aber nur unregelmäßig

und das sollte ich noch tun:

täglich entspannungsübungen mit positiven leitsätzen machen

nach der bestrahlung, also ab mai, mit schwimmen anfangen

an meiner positiven einstellung arbeiten

einen unerschütterlichen glauben daran entwickeln, dass ich wieder gesund werde und bleibe. daran arbeiten

täglich dinge tun, die ich wirklich gerne mache

täglich etwas schönes mit meinem man tun

eine liste mit dingen erstellen, die ich gerne mache

11. es nicht tragisch nehmen, wenn es mal mit all den vorsätzen NICHT klappt

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4 Gedanken zu „überlebensplan

  1. WOW! Deine Liste ist toll! Die hätte ich vor 4 Jahren gebraucht! Ganz besonders gefällt mir der Punkt „kleine Sünden ausdrücklich erlaubt!“ 😆
    Eine Kleinigkeit noch. Frag Deinen Arzt, ob Du direkt nach der Strahlentherapie schon ins Schwimmbad darfst. Ich meine mich zu erinnern, dass man mir gesagt hat, ich solle noch ein paar Wochen warten, u. a. wegen des Chlors. Alles in allem hängt das aber auch davon ab, wie Deine Haut auf die Strahlentherapie reagiert.
    Ach ja, und ich würde noch diesen Punkt hinzufügen (nur wenn Du magst 😉 ):
    – Es nicht tragisch nehmen, wenn ich mich einmal oder zweimal nicht an meinen Überlebensplan halten konnte.
    🙂

    Übrigens: Ich hab’s schon vor Tagen gelesen, aber noch nicht kommentiert: Ich finde es SUPER, dass Du zu einer Psychoonkologin gehst und dass Du so schnell einen Termin bekommen hast. Ich habe leider zu lange damit gewartet, war der (blödsinnigen) Meinung, 8 Monate lang, dass ich mich aus eigener Kraft aus dem Finstertal ziehen könnte, bzw. das es „irgendwie“ ja weitergehen wird. Und als ich es endlich eingesehen habe, musste ich dann noch 3 Monate auf einen Termin warten 🙄
    Ach ja: es ist sehr wichtig, dass das „feeling“ zwischen Dir und der Psychologin stimmt. Wenn Du merkst, dass es nicht „passt“, dann such Dir eine andere Psychologin, aber quäle dich weder bei der ersten weiter, noch solltest Du alles abbrechen. Nur Mut!
    Ich war/bin übrigens bei keiner Psychoonkologin, sondern bei der Psychologin vom hiesigen Frauenzentrum. Sie ist zugleich Se*ualtherapeutin. Im Frauenzentrum sind Gynäkologen, Hebammen, Psychologinnen… Hier wird viel im Team gemacht, von Ehekrisen, Familienplanung, Se*ualerziehung, Misshandlungen, Schwangerschaften, und eben so Fälle wie unserer. Ich bin sehr froh, dass ich zu meiner Psychologin gekommen bin. Sie hat mir und JR bis heute sehr geholfen.

    Liebe Grüße und ich drück für morgen (morgen ist doch der Termin, oder?) die Daumen!
    Masca

    • liebe masca,

      danke für deine so liebe unterstützung! deinen ergänzungsvorschlag in meinem überlebensplan habe ich schon ergänzt, soll ja schließlich kein bootcamp werden, oder 😆

      leider ist mein psychotermin heute kurzfristig wegen krankheit abgesagt und auf nächsten montag verschoben. da ich seit gestern aber wieder besser drauf bin, werde ich bis nächsten montag auch noch durchhalten.

      herzlichen gruß und auch dir alles liebe erstmal, katerwolf

  2. würdest du mir erklären, was du mit 12. [lebenskonto] meinst :)? schöne dinge oder ’sachen, die ich schon immer machen wollte‘ oder einfach etwas für ‚die anderen‘ tun? *neugierig

    und ich denke, daß der letzte satz beinahe der wichtigste ist – das mache ich oft falsch und lasse mich dann entmutigen….

    • ja, das mache ich gerne: eigentlich ist es eher ein egoistisches vorhaben mit dem lebenskonto und bedeutet: jeden tag etwas machen, was mir ausdrücklich gut tut und mich stärkt. manchmal sind dies aber auch dinge, die ich anderen „guttue“. meist jedoch sind es dinge nur für mich. ein bisschen egoismus ist gesund. ich musste das erst lernen 😉

      alles liebe, katerwolf

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