bestrahlung

so, nun hat also der 3. wichtige (aber nicht letzte) baustein meiner therapie angefangen: die bestrahlung. ehrlich gesagt, schlaucht mich das wesentlich mehr, als ich vorher dachte, denn die therapie ist zeitaufwändig und anstrengend. vor 14 tagen fand ein 1. vorgespräch bei chefarzt dr. s, einem grundsätzlich verbindlichen, kompetenten und menschlichen mann, statt. glaubt mir, wenn man den schrecken einer brustkrebserkrankung durchmacht, lernt man ärzte, die verbindlich, menschlich und kompetent sind, SEHR schätzen. sie vermitteln einem das in dieser zeit überlebensnotwendige gefühl der sicherheit und des vertrauens.

nach dem ausführlichen vorgespräch schloss sich ca. 10 tage später das planungs-ct, bei dem ich milimetergenau vermessen und zur lebenden zielscheibe wurde, da der oberkörper an allen zu bestrahlenden stellen mit einem schwarzen textmarker angemalt wird. es ist ein seltsames gefühl, als zielscheibe rumzulaufen, sich nicht richtig duschen zu können und aufzupassen, dass die markierungen nicht abgehen. wieder ca. 8-10 tage später begann dann die eigentliche bestrahlung, was bedeutet, dass man in der regel 4-6 wochen lang jeden tag außer am wochendende zu einer festen uhrzeit zur bestrahlung in die klinik fährt. ich war heute morgen das dritte mal dort und bin jetzt schon völlig groggy. anstrengend ist das, obwohl die bestrahlung selbst nur ca. 1 minute dauert. ich meine, heute hätte es bisschen verbrannt gerochen, war das etwa meine haut? vermutlich schon. auch die tatsache, dass man während der bestrahlung vom rest der menschheit durch eine ca. 1 m (gefühlt 10 m) dicke strahlenschutztür getrennt ist, ist nicht sooo vertrauenseregend. jedenfalls bin ich bislang immer froh, wenn ich wieder zu hause bin und mich aufs sofa fallen lassen kann. und das 6 wochen lang? uff. scheint aber jeder anders zu empfinden. ich kenne sogar jemanden, der nach der bestrahlung zum sport geht, RESPEKT, ich bin dann wohl eher der nach-der-bestrahlung-weichei-sofa-typ. ist auch ok so, denn seit meiner op muss ich mir grundsätzlich erstmal nichts anderes beweisen, außer gesund zu werden und zu bleiben!!!

und außerdem: die bestrahlung ist super, ich bin glücklich, dass es sie gibt, denn nun werden jeden tag fiese böse mikroskopisch kleine tumorzellen, die man tochtergeschwülste nennt, zerstört. nach der bösen mutter, dem haupttumor, wird nun der rest der mörderischen brut gekillt, jawoll, nieder mit ihnen, rom soll brennen!

2 Gedanken zu „bestrahlung

  1. Ich war auch ein nach-der-bestrahlung-weichei-sofa-typ, mach Dir nichts draus. Ich finde es im Übrigen gut für den Körper und die Seele, wenn man sich danach einfach mal ausruhen darf. Ich hatte das Glück, am frühen Nachmittag immer Termin zu haben, gleich nach dem Mittagessen. So fiel die Ruhezeit immer zeitlich passend auf ein Mittagsschläfchen. Und am Abend war ich dann eigentlich immer fit (in der Zeit hab ich abends meine Hochzeit organisiert…).
    Der verbrannte Geruch – ich glaube kaum, dass das Deine Haut war! Ansonsten hättest du jetzt auf der Haut aber eine riesige Brandwunde 😀

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