5 dinge, die du einem krebskranken NICHT sagen solltest

seit meiner brustkrebsdiagnose vor 2 monaten habe ich sehr hilfreiche, menschliche, herzliche, kluge und auch lustige dinge zu hören bekommen. unweigerlich aber auch ein paar völlig unnötige runterzieher.

daher: wenn ihr mit jemandem konfrontiert werdet, der krebs hat und nicht wisst, was ihr sagen sollt, hier ein kleiner leitfaden. sagt einfach herzlich: “ na, wie gehts? ich wünsche dir, dass du wieder ganz gesund wirst.“  oder geht der sache aus dem weg. auch nichts sagen ist manchmal nicht schlecht. zur sicherheit hier meine liste der TOP 5 Dinge, die man einem krebskranken auf keinen fall sagen sollte:

1. ich kenne auch jemanden, der gerade daran gestorben ist. hallo, gehts noch? die verwendung von AUCH und GESTORBEN in einem satz geht GAR nicht. dem ist nur eine vernünftige antwort entgegenzusetzen: „ich habe mir auch schon meinen grabstein gekauft“.

2. wenn es für etwas gut war, dann dafür, dass ich jetzt zur vorsorge gegangen bin. herzlos und egoistisch, pfui!

3. ich frage lieber erst gar nicht, wie es dir geht. dann lass es bitte auch und halt einfach die klappe!

4. du arme! wie schrecklich! ganz schlimm, man fühlt sich sofort 100 % todgeweiht.

5. ich wollte mich schon die ganze zeit melden, dachte aber, ich warte, bis es dir wieder gut geht. aha, in 1 jahr also etwa.

ergänzungen dieser liste sind herzlich willkommen!

und hier sind schon ein paar nette ergänzungen:

masca schlägt vor:

“Sei doch froh, dass du so eine super Prognose hast, und genieße das Leben! Andere hatten nicht so viel Glück wie du!”
wahlweise auch:
“Jetzt sind schon ein paar Monate vergangen, was regst du dich noch so auf, dir geht’s doch einigermaßen gut.”
Und im Gespräch übers Kinderkriegen:
“Also ich würde mir von meinem Arzt nicht vorschreiben lassen, ob ich noch ein Kind kriegen darf.”
oder
“Du wirst schon noch sehen, ICH WEIß [ha ha, woher denn?] dass Du irgendwann noch Kinder bekommen wirst/kannst!”
:evil:

dazu sagt emily ganz recht:

“Schick’ Hirn vom Himmel!” ;-)

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11 Gedanken zu „5 dinge, die du einem krebskranken NICHT sagen solltest

  1. „Sei doch froh, dass du so eine super Prognose hast, und genieße das Leben! Andere hatten nicht so viel Glück wie du!“
    wahlweise auch:
    „Jetzt sind schon ein paar Monate vergangen, was regst du dich noch so auf, dir geht’s doch einigermaßen gut.“
    Und im Gespräch übers Kinderkriegen:
    „Also ich würde mir von meinem Arzt nicht vorschreiben lassen, ob ich noch ein Kind kriegen darf.“
    oder
    „Du wirst schon noch sehen, ICH WEIß [ha ha, woher denn?] dass Du irgendwann noch Kinder bekommen wirst/kannst!“
    👿

  2. liebe masca,

    oh ja, das mit der prognose ist auch immer sehr beliebt 😆

    auch die guten ratschläge zur kinderplanung haben dich sicher weitergebracht 😉

    liebe grüße, katerwolf

  3. Sei nicht so hart mit deinem Urteil.
    Die meisten gehen doch unter dem Motto durchs Leben“Es trifft immer nur die anderen“, das hat leider zur Folge, dass sie sich mit solchen Situationen überhaupt nicht auseinandersetzen und plötzlich da stehen, wie ein kleines Kind vor dem Lehrer, wenn es nicht gelernt hat.
    Ich weiß, dass es schwierig ist für dich, aber für die anderen ist es auch nicht einfach. Und manch einer von ihnen denkt vielleicht auch noch“Ein Glück mich hat es nicht erwischt“ und hat nun (zu recht?) ein schlechtes Gewissen dir gegenüber.
    Verzeih ihnen ihre Dummheit, sie werden sicherlich an deinem Gesichtsausdruck sehen können, das sie im Fetteimer landeten und das nächste Mal besser nachdenken
    Liebe Grüsse
    Blubberball

    • liebe blubberball,
      danke für deine meinung, finde ich gut, dass du das geschrieben hast. vielleicht erscheine ich dir ein wenig ungerecht, ich kann das gut verstehen. ich WEISS doch, dass es für die anderen auch schwierig ist und sie oft nicht wissen, was sie tun und sagen sollen. ist ja auch sehr schwer. ich kenne das von früher selbst nur zu gut 🙂

      ich habe dafür auch verständnis und bin nicht sauer, wenn jemand so etwas sagt. aber manchmal stehst du da und denkst: „uff, musste das jetzt sein?“. es musste einfach mal raus 😉

      liebe grüße, katerwolf

    • Liebe(r?) Blubberball,
      die Kommentare, die ich zitiert habe, (also ich kann nur für mich sprechen), kamen von Familienmitgliedern (!) und von einer Kollegin, die schon zweimal mit Verdacht auf Unterleibskrebs operiert worden war.
      ich würde nicht behaupten, dass diese Personen dumm oder unwissend waren, sie haben bewusst diese Kommentare abgegeben, in der (irrtümlichen) Meinung, mich damit aufrichten zu können. Sicherlich lieb gemeint. Wenn man es aber schafft, mich vor versammelter Kollegschaft in der Arbeits-Cafeteria zum weinen zu bringen und selbst dann noch nicht aufhört, dann hab ich mit so einer Person kein Mitleid mehr, da bin ich mit meiner Erkrankung egoistisch.
      LG von Masca

  4. Ich füge noch ein Zitat besagter Kollegin hinzu, aus dem gleichen Gespräch (Kinder-Brustkrebs- in der Cafeteria in der Arbeit – ich stehe mit kullernden Tränen an der Bar): „Du hast einen tollen Mann, bist verheiratet, hast eine tolle Prognose, bist quasi gesund, was willst du noch? Ich hab auch keine Kinder und werde auch keine mehr haben können, im Gegensatz zu Dir [zumindest meinte sie das zu wissen], und ich schau nicht so schwarz in die Zukunft wie du (ich schaute nicht schwarz in die Zukunft, ich war nur in dem Moment geknickt). Aber ich hab noch nicht mal einen Mann, im Gegensatz zu Dir. Also schau doch positiv in die Zukunft.“

  5. Pingback: 15 Dinge… - Die Chaoskatze …

  6. … aber immer mal überlegen: Die anderen sind auch nur überfordert und wissen eigentlich evtl. nicht, was sie den RICHTIGES tun könnten! Fakt ist doch: Ich hatte meine Diagnose schon, die anderen denken noch, es passiert ihnen nicht bzw. sie wissen nicht wann. Immer schön selbstgerecht. Ihr selber wüsstet vielleicht auch nicht, ob Ihr richtig reagiert – z. B. auf einen Menschen, der krank ist, o h n e dass Ihr es wisst. Niemand ist fehlerfrei; und daran, dass es mich erwischt hat, sind auch nicht Freunde oder Kollegen schuld. Was uns oft passiert: Wir lassen die eigene Unsicherheit, die eigene Angst an Freunden aus und „rächen“ uns für jedes Wort, von dem wir meinen, es sei grundfalsch. Bedenkt, dass die „Noch-Gesunden“ (???) auch hilflos sind – zumal die Medien immer so tun, als bedeute Krebs = unweigerlich TOD. Immer mal ein bisschen nachsichtig, Euch selbst u n d den anderen gegenüber; das hilft beiden Seiten.

    • Oh, sorry, hab deinen Kommentar eben erst entdeckt. Heute, fast 5 Jahre nach diesem Beitrag, denke ich auch anders über das Verhalten der Menschen damals, milder. Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, warum es mich damals so getroffen hat. Es ist einfach schwer, für beide Seiten!

      LG, Katerwolf

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