joschi in der hundeschule Teil 1

wie schon gesagt, joschi ist ein mittelgroßer hund, also fast kniehoch. das weiß jeder, der ihn kennt und sieht. nur einer weiß es nicht: joschi. joschi selbst hat eine etwas verzerrte wahrnehmung seiner körpergröße und hält sich für einen dobermann, schäferhund, bulldogge, egal, hauptsache groß und gefährlich. er fühlt sich nicht nur so, er benimmt sich auch so. mein sohn würde sagen: voll assi. konkret sieht das so aus, dass er jeden männlichen hund, der größer ist als er (und das sind viele), mörderisch so lange beknurrt und ihn am weitergehen hindert, bis der andere entweder weicht oder ihm den frack verhaut. er hat da immer wieder seine erfolgserlebnisse und schafft es, doppelt so große rüden wegzuknurren. danach kann er vor geballter manneskraft kaum weiterlaufen. manchmal klappt es auch nicht. dann gibt es den frack voll. mal mehr mal weniger. bei einer gelegenheit hat er einem belgischen, nicht angeleinten 😉 schäferhund auf der anderen straßenseite solange „arschloch, arschloch, memme, mamasöhnchen, fang mich doch du eierloch“ zugerufen, bis das eierloch mit einem satz bei uns war und joschi am hals packte. das ergebnis war eine 10 cm lange wunde an joschis kopf und eine 70 € teure tierarztrechnung auf eierloch-seite.

die tierärztin kennt uns. während sie einem sehr gedemütigten und demoralisierten joschi seine wunde versorgte, meinte sie, joschi solle doch mal in die hundeschule, damit er sozialer wird. eine ihrer helferinnen sei hundetrainerin und mache das sehr gut. gesagt, getan. das mit dem sitz und fuß, vom hierher gar nicht zu sprechen, war ohnehin ausbaufähig. karin, so hieß die trainerin, hörte sich das problem an und empfahl eine erste privatstunde mit einem übungshund. rocky war ein großer, älterer, sehr souveräner husky-rüde. eine art charles bronson der huskys. er wartete bereits auf dem hundeplatz und lief friedlich schnüffelnd umher. ich sollte joschi alleine auf den platz schicken um zu beobachten, wie er sich verhält. ok, dafür musste man kein hellseher sein. joschi schoss auf rocky zu, baute sich vor ihm auf und knurrte was das zeug hält. und rocky bewies, was einen souveränen rüden ausmacht: völlig gelassen schaute er joschi an, blickte ihm tief in die auge und legte ihm eine große hundetatze auf den rücken. mehr nicht, das genügte. joschi hielt augenblicklich die schnauze und war brav. dann ging rocky seelenruhig seinen weiteren schnüffelgeschäften nach. und joschi? trabte ihm wie ein sklave hinterher. fehlte nur noch der schnuller und ein babymützchen. rocky hat joschi so nachhaltig beeindruckt, dass er bis heute einen mordsrespekt vor huskys hat, an denen er leichtfüßig vorbeitrabt, als sei er unsichtbar. war da etwa ein husky? och nö. leider funktioniert das nur bei huskys.

nach diesem erfolgs-einstieg kam die hundetruppe auf den platz: hexe, eine schwarze dogge, don, ein großer, weißer hirtenhund, atze, ein kampfhund und emma, eine große englische bulldogge. und nun also joschi. alle angeleint gott-sei-dank. ben und fuego signalisierten joschi sofort: warte bis es dunkel wird. die beiden wirkten wie zwei böse brüder aus einem ganz üblen stadtbezirk. fehlten nur noch die baseballkappen und diese kniekehl-hänger-hosen. ich nannte sie für mich heimlich erkan und stefan. das traf übrigens auch auf die beiden besitzer zu. hexe war irgendwie nicht so schlau und kam nur zur hundeschule, weil es dort leckerlis gab, der rest interessierte sie weniger. das mag aber auch an ihrem dauerbekifften herrchen gelegen haben, der jedesmal völlig gechillt auf dem platz umherschlappte und eine leckerli schmatzende dogge hinter sich her schleifte. meist saß er aber einfach nur auf der wiese und schaute sich die gänseblümchen an. hexe schlief. emma, die bulldogge, war immer läufig. ihr frauchen kam allen ernstes in absatzschuhen zum hundetraining und stöckelte völlig schmerzfrei durch den schlamm. joschi war völlig überfordert. er wusste nicht, ob er zuerst emma bespringen oder sich mit don und atze prügeln sollte. vor hexe hatte er todesschiss. aber wie gesagt, alle waren angeleint gott-sei-dank.

dann begann die erste trainingseinheit. laufen an der kurzen leine. lief gut, joschi ist ganz ein schlauer hund. als nächstes slalomlaufen an der leine. joschi ist ein überwiegend schlauer hund. bei-fuß-training. joschi ist ein überwiegend beleidigter hund.

2ten teil gibts morgen 😆

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5 Gedanken zu „joschi in der hundeschule Teil 1

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