joschi und die mörderischen stubenfliegen

es gibt menschen, die nach außen mächtig einen auf dicke hose machen, an sich aber schisshasen sind. es gibt auch solche hunde: unseren zum beispiel. joschi ist ein riesen-schisshase. trifft er einen gleichgeschlechtlichen artgenossen, so lässt er godzilla raushängen, aber wehe er sieht eine umherflatternde leere plastiktüte. oder eine mülltonne, die plötzlich anders steht als an den tagen zuvor. oder einen gefährlichen baumstamm im wald. das sind alles dinge, die ihm nach dem leben trachten. seine schiss zeigt er aber nicht etwa durch flucht sondern frei nach dem motto: angriff ist die beste verteidigung.

habt ihr draußen schon mal einen hund gesehen, der versucht, eine mülltüte zu töten, oder wie ein verrückter eine mülltonne und einen baumstamm ankläfft? und zwar so ankläfft, dass er dabei mit allen vieren in die luft springt? nein? ich habe so einen hund. und da ich nicht nachts spazierten gehe, gibt es zeugen dafür. mehrmals die woche. sehr peinlich. joschi hatte diesen winter einen besonders hartnäckigen und bösen feind: den schneemann aus nachbars garten. jedesmal, wenn joschi das haus verließ, knurrte und kläffte er den schneemann an wie ein irrer. er umkreiste ihn und bedrohte ihn von allen seiten. und der winter war lang. erst ganz zum schluss, als der schneemann langsam anfing zu schmelzen, hat er ihn schließlich bezwungen, indem er ihn zunächst mörderisch knurrend umkreiste und ihn dann – triumphierenden blickes – anpinkelte. da hat er ihm dann endlich gezeigt, wo der hammer hängt und wer hier chef ist.

joschi fürchtet auch diverse haushaltsgegenstände: staubsauger, besen, aber auch solche dinge wie kleine, aufziehbare plastikenten, oder neue garten-dekos. 1 ganzen sommer lang bekämpfte er vor 2 jahren einen großen steinbuddha, den wir in den garten gestellt haben. als er auch hier versuchte, das bein zu heben, hat er einen schwall aus der gießkanne abgekriegt. seitdem hat er angst vor gießkannen. die hollywoodschaukel war auch lange nicht sein ding. erst als er begann, unter ihr beharrlich ein loch zu buddeln, vermutlich in der hoffnung, dass sie in demselben irgendwann verschwinden würde, hat er sich beruhigt. das mit dem loch führte zu einem dauer-konflikt mit meinem mann, der ihm wiederum auflauerte um ihn vom buddeln abzuhalten. wie dick und doof die beiden. irgendwann löste ein freund mit mediatorischen fähigkeiten diesen konflikt durch die klugen worte: „ich weiß gar nicht, was ihr habt. er ist doch schließlich ein tibet terrier. er macht hier nur seinen job: free tibet!

und dann ist da noch die geschichte mit den stubenfliegen, die uns nie jemand glaubt, bis er es selbst erlebt hat: joschi hat todes-schiss vor stubenfliegen. vor diesen großen, puscheligen, die jedes jahr von frühling bis herbst zum fenster reinflattern und dann nervtötend 24 stunden lang umherbrummen. sie kommen nur, um joschi zu ermorden. in dieser zeit verbringt unser hund etwa 23 stunden hinter dem sofa, unter dem sofa oder unter dem esstisch, starr vor angst, paranoiden blickes. wahlweise sehen wir ihn flach auf den boden gedrückt von einem zimmer ins andere robben. wir wissen nicht, wo das herkommt, er sagt es uns nicht. ich habe einmal beobachtet, dass ihn so eine stubenfliege direkt anflog, wie ein todesschwadron im tiefflug und wie joschi sich daraufhin panisch hinter dem sofa verschanzte und dort blieb. aber das ist ja eigentlich nicht das, was stubenfliegen so den ganzen, lieben tag lang machen. die saison beginnt langsam und uns wird auch dieses jahr nichts anderes übrig bleiben als in den vergangenen jahren: mit küchentüchern bewaffnet stubenfliegen jagen, erlegen und die leichen joschi zu zeigen, mit den worten: „schau mal, hier ist die böse stubenfliege. sie ist tot, tot, tot. du kannst wieder rauskommen.“

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8 Gedanken zu „joschi und die mörderischen stubenfliegen

  1. so einen kenne ich auch. er wohnt bei meinen eltern. hört auf den namen mauzi und denkt, er ist der chef im haus. das denkt aber nur er. gerne faucht er mal unbeteiligte an oder macht einen auf obermacker, wenn eine andere katze am gartenzaun langschleicht. wehe aber, ein tropfen wasser verirrt sich auf sein fell oder die balkontür schließt sich, wenn er noch im garten ist. dann würd er am liebsten unter den rasen krabbeln und sich dort verstecken. so ein toller hecht ist er dann. lach.

    liebe grüße
    anna

    ach ja, und ein gewitter ist auch immer sehr willkommen, um den jungen mann mal wieder auf den teppich der tatsachen zurück zu holen. in seinem falle eher unter den teppich, denn da verkricht er sich dann immer.

  2. ha ha ha!! 😆 Timmy ist auch so ein Kandidat: vor größeren Hunden den Obermacker spielen und provozieren – sobald er aber auf dem Hundeplatz nicht mehr angeleint ist, traut er sich nicht mehr zu ihnen hin und bleibt zwischen meinen Beinen (zum Glück ist er aber nicht *immer* so) 😉 Vor dem Staubsauger hat er auch einen Heidenrespekt 😉

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