Kleine Foto-Love-Story aus der Normandie

warum waren wir eigentlich nicht schon früher mal dort? diese frage haben wir uns vergangene woche, während unseres 1-wöchigen trips in die normandie, öfters gestellt. ist doch eigentlich „um die Ecke“ (für uns südwestler jedenfalls), ist doch eigentlich ganz nah und ist soooo schön.

normandie, geburtsland so weltbewegender dinge wie des camembert, des calvados, cidre und des süchtigmachenden apéritifs pommeau; wiege musischer seelen wie eric satie und ort der inspiration berühmter impressionisten wie claude monet, eugene boudin und schriftsteller wie marguerite duras. man kann auf ihren spuren wandeln, in ihren cafés von damals sitzen und die welt ein wenig durch ihre augen sehen. spannend. hier passierte große geschichte. ca. 50 v. chr. wurde die normandie von cäsar für rom erobert und danach wurde hier gemetzelt, was das zeug hielt. die normannen (wikinger) verbreiteten im 9. jhd. angst und schrecken, 1027 kam wilhelm der bastard oder auch wilhelm der eroberer zur welt und eroberte von hier aus 1086 england. es folgte eine lange, blutige liaison zwischen england und der normandie, mit wechselnden herrschern und zugehörigkeiten (unter anderem richard löwenherz), sozusagen ein normandie-england-bäumchen-wechsel-dich-spiel, das 1337 im Hundertjährigen Krieg zwischen england und frankreich gipfelte. es war die berühmte jeanne d´arc, die 1428 die loire-stadt orléans von den engländern befreite. das gemetzel ging jedoch munter weiter: 1562/63 hugenottenkriege, 1692 versenkte flotten vor der küste der normandie und 1789 schließlich die französische revolution, die ihre arme auch nach der normandie ausstreckte. auch hier spielte die normandie eine wichtige rolle, denn in einem winzigen dörfchen wurde 1768 charlotte corday geboren, die im zarten alter von 25 jahren mit einem mörderischen plan im herzen nach paris aufbrach, ihren plan in die tat umsetzte und so als die mörderin von marat (revolutionsführer) berühmtheit erlangte. im 20 jhd. erlebte die normandie die wunderbare belle époque, die berühmte strandpromenade (les planches) von deauville wurde 1923 angelegt, ab 1935 verband das größte passagierschiff der welt, der luxusdampfer normandie le havre und new yorck. es folgte eine zeit, in der sich unsere nation extrem unbeliebt machte und ab 1940 mit ihrer besetzung der normandie zeigen wollte, wo der hammer hängt. diesem wilden drohgebahren wurde am 6.6. 1944 mit dem D-Day, der landung der alliierten an der küste der unteren normandie, einhalt geboten.

all das sieht man der normandie heute nicht an. ein wenig verschlafen, wildromantisch, mit unbändiger natur liegt sie da und scheint zu träumen. jedenfalls in der nebensaison, in der wir dort waren. die unzähligen cafés und kleinen restauarants lassen erahnen, wie geschäftig und trubelig es im sommer zugehen mag! was kann man in der normandie machen? ganz schön viel. am liebsten:  an kilometerlangen, wilden naturstränden spazieren gehen; durch verträumte, romantische dörfchen, in denen die zeit still zu stehen scheint, bummeln; von spektakulären steilküsten aus übers meer schauen; wilde küstenwanderwege erwandern und sich den wind um die ohren blasen lasen; geschichte erforschen an jeder ecke; die normandie ist ein paradies für pferdefreunde, folglich: reiten (und sich möglichst nicht, so wie ich, den rücken dabei zerren); am hafen sitzen, boote schauen, menschen schauen und das französische savoir vivre genießen; cidre trinken, pommeau trinken, calvados trinken, in dieser reihenfolge; moules et frites essen, fisch essen, der so frisch ist, dass er nach meer riecht, ente essen, lamm essen, lauwarmen schokoladenkuchen essen, camembert essen und überhaupt: essen. denn man isst hier wie gott in frankreich! es sich gut gehen lassen, das klappt ganz schön gut in der normandie.

so, genug der worte. ich habe nämlich einige schöne fotos gemacht und die will ich euch nicht vorenthalten. wenn ihr mal große langeweile und viel zeit habt, ich hätte da eine reiseempfehlung:

honfleur, unsere basis:

hier kann man stunden verbummeln, cidre schlürfen, rumsitzen, boote schauen, leute schauen,frz. savoir vivre genießen

und hier haben wir gewohnt, 3 schritte vom strand entfernt:

wer sich schon immer gefragt hat, wo die schlümpfe wohnen? ihr könnt beruhigt sein, wir haben ihr haus gefunden. sie wohnen in honfleur, im stadtteil vasouy, in der rue du littoral:

beaumont-en-auge, eins der schönsten dörfer frankreichs, man hört förmlich, wie hier die zeit still steht:

omaha-beach, welcome to D-Day! wenn man an diesem strand steht, vor sich das unendliche meer, hinter sich unendliche bunker, läuft es einem schon ganz schön kalt den rücken runter:

wenn ich einem freund das erste mal das meer zeigen würde, würde ich etretat wählen„, notierte der romancier alphonse karr. er hat recht, der gute alphonse. etretat, atemberaubend schön, wild, windig und wahrlich spektakulär! das badestädtchen machte übrigens krimigeschichte, seit der autor maurice leblanc seinen lieblingsganoven arsène lupin nach etretat schickte:

deauville, wunderschön, mondän, strahlt immer noch den geist der belle époque aus. auf der berühmten strandpromenade sieht man im geiste all die berühmtheiten der vergangenheit und der gegenwart über die holzplanken flanieren. hier stehen umkleidekabinen aus holz, die nach ihnen benannt sind, hat was!

und wo wohnen die berühmtheiten, wenn sie in deauville sind? na, hier natürlich:

und hier einfach noch ein paar impressionen dieses schönen landstrichs:

und joschi? wo ist  joschi? war er etwa nicht dabei? natürlich war joschi dabei, und wie! das ist aber eine geschichte für sich und für morgen 🙂

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19 Gedanken zu „Kleine Foto-Love-Story aus der Normandie

  1. Oh, wie schön du die Normandie beschrieben hast 🙂 Und die Bilder sind ja atemberaubend – solche Küstenabstriche lieben wir ja, wildromantisch und auch tolle Strände, grün… da würde es uns auch gefallen! Mal sehen, das muss ich JR mal für nächstes Jahr vorschlagen… 😉
    Bin schon gespannt auf Joschis Urlaubserfahrungen, hi hi…

  2. liebe masca,
    es ist wirklich wunderschön, würde euch sicher gefallen. weißt du auch, weswegen vor allem: super hundefreundlich dort. hunde dürfen überall mit, auch ins restaurant und werden sogar gelobt, wenn sie brav sind 😆

    liebe grüße, katerwolf

    • liebe ellen,
      hast recht, LOVE passt tatsächlich sehr gut. ich habe mich in diese rauhe schönheit wirklich verliebt. ist richtig was fürs herz und tut der seele gut.
      liebe grüße, katerwolf

  3. Ohhhh … so ein toller und ausführlicher Bericht.Da kann man sich ja glatt drin verlieren.Sehr schöne Bilder!Da habt ihr eine wirklich sehr schöne Woche gehabt 🙂

    • hab ich auch 2 stunden dran geschafft 😛
      ich fand es wirklich so schön dort und wollte es daher gerne etwas ausführlicher machen, damit ihr auch was von habt!!!
      liebe grüße, katerwolf

  4. das ist ja eine romantische Ecke. Ich denke, da hat die Erholung pur nicht lange auf sich warten lassen 😉
    Aber noch schöner ist, dass du wieder hier bist 🙂

    Liebe Grüsse
    blubberball

    • liebe blubberball, das stimmt, es ist wirklich sehr romantisch, sozusagen TOTAL romantisch. wir waren sicher nicht das letzte mal dort.
      und danke dir fürs liebe willkommenheißen!

      liebe grüße, katerwolf

  5. Wunderbarer Bericht, traumschöne Fotos!!!
    Wir waren bisher unentschlossen, was wir während unserer Ferien machen. Die Normandie stand aber auch auf der Liste – nach Deinem Bericht habe ich erst Recht Lust bekommen. Vielen lieben Dank dafür!!!

    • hallochen frau palmenstrand 😉

      mit der normandie könnt ihr nicht viel verkehrt machen. von dumont gibt es einen schönen, überschaubaren reiseführer zur orientierung. und so hundelieb, wie die normannen sind, sind sie sicher auch genauso kinderlieb.

      liebe grüße

  6. Ein Frankreich-Fan war ich nie, aber bei gelegentlichen beruflichen Stippvisiten dort fand ich den Norden auch ganz nett, in der Tat kleine, alte Städtchen, erinnert mich immer an Belgien und manche Teile der Niederlande.
    Deine Fotos machen nun schon Lust. Der einzige Hinderungsgrund:die Sprache. Ich fand’s einfach ätzend, dass die Franzosen sich weigern, auf Englisch zu kommunikieren, Deutsch erwarte ich garnicht erst. Diese Sturheit der Franzosen ist einfach mühsam. Wieviel angenehmer ist es dann doch in Belgien oder sogar den Niederlanden. Wer ein bischen Plattdeutsch von zuhause mitbekommen hat oder Schwyzerdeutsch, versteht eh das Meiste und was man nicht versteht, da kommen einem die Belgier oder Niederländer mit Englisch oder Deutsch entgegen. Das nenne ich Kommunikationsbereitschaft und Offenheit, fühlt sich willkommen, etwas, was ich bei den Franzosen leider nie feststellen konnte.

    • hallochen! hm, das mit der sprache stimmt, die franzosen sprechen am liebsten französisch. ich kam mit meinen schulfranzösisch-resten, die ich aus den versteckten ecken meiner erinnerung rausgekramt habe, ganz gut klar. allerdings habe ich diesmal aber auch den einen oder anderen franzosen getroffen, der sich bemüht hat, englisch zu sprechen. stimmt wirklich 🙂

      na, vielleicht inspirieren dich meine fotos ja doch zu einem neuen versuch?

      und ich muss mal nach belgien, das ich so gar nicht kenne!

      liebe grüße und danke fürs reinschauen bei mir, katerwolf

  7. Wundervolle Impressionen!! Ich war leider noch nie dort. Wie Frau Palmenstrand sagt, dein Bericht macht lust darauf dringend einmal hin zu fahren!

    Liebe Grüße

  8. Hallo Katerwolf
    Traumhaft schöne Bilder! Ich war auch noch nie dort, hätte aber nach deinen Berichten und auch den Berichten über die Hundefreundlichkeit echt mal Lust dort Urlaub zu machen.
    Lieben Gruß
    Anja

  9. Hach, ist das malerisch! Ich glaub, da müssen wir auch mal hin. Mein Mann ist da an der Geschichte vom 2. Weltkrieg sehr interessiert und wollte da eh schon immer mal hin.

    • liebe sanni,

      es IST malerisch dort. wir hatten eine tolle zeit. ich kann es euch nur empfehlen. wenn man in der nebensaison hin fährt, ist es nicht so überlaufen und preiswert. und für geschichts-freaks wie deinen mann ein leckerbissen. wenn du noch tipps brauchst, sag bescheid!

      liebe grüße, katerwolf

  10. So, nachdem ich jetzt schon – fast – stundenlang in deinem Archiv lese, hier mal ein Kommentar und ein ‚danke‘ für diesen wunderbaren Reisebericht.

    Ein bisschen habe ich mit dir gelitten, mich mit dir gefreut und herzhaft über Joschi gelacht (den mittelgroßen Pupser ;-))

    Und ich bin sicher – vorausgesetzt du findest die Zeit dafür – du kannst ein Buch schreiben.

    Liebe Grüße
    Ingrid

    die jetzt weiter liest …

    • oh ingrid, wie lieb von dir, dass du dich durch meinen blog liest *snüff* bin jetzt ganz gerührt. ich danke dir und freue mich, dass du mich hier grad ein stück meines lebens begleitest. bist ne süße!

      ich schicke dir ganz viele liebe grüße, deine katerwolf (die gerade den mittelgroßen pupser wie einen brutkasten auf den beinen liegen hat) 😆

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