Nervensäge

neben uns wohnt eine junge familie mit 2 kleinen töchtern. die eltern sind immer freundlich aber zurückhaltend, die beiden mädchen sind etwa 4 und 2. wir halten ab und an ein schwätzchen über den gartenzaun, zumal die beiden mädels sehr an unseren haustieren interessiert sind:

„papa, schau mal, die haben 2 schildkröten UND 1 hund. und wir haben nix. keine maus. nix.“

ich mag kinder, egal wie alt sie sind. ich mag sie wirklich. es gibt aber auch nervensägen. so wie die jüngere der beiden nachbarsmädchen. sie heißt maja. nein, eigentlich heißt sie nicht maja, denn von ihrer familie wird sie nur gerufen:

„maaaaaaaahhhhhhjaaaaahhhhh!“

schätzungsweise 5 millionen mal am tag. wenn maja nicht gerufen wird, schreit sie wegen irgendetwas. meist passiert beides zeitgleich.

gestern saß sie vor unserem fenster auf dem gartenmäuerchen und rief, sagen wir mal 5.000 mal, mit nölender stimme:

„maaaaaaamaaaaaaa!“

immer schön hintereinander weg.

diese antwortete aus dem geöffneten küchenfenster:

„jaaa, maaaahhhjaaahhh, was ist denn?“

antwort:

„maaaamaaaa!“

mama:

„ich kann jetzt nicht maaaahhhhjaaaahhh. ich backe kuchen. willst du mir heeeeeelfen? sonst musst du noch ein bisschen waaaaaarten.“

antwort:

„maaaaamaaaa!“

uff.

als das nicht fruchtete (nach etwa 1 stunde) beschloss maja stattdessen ihre größere schwester zu terrorisieren. nele. ein name, der sich hervorragend eignet, ihn nölend und vorwurfsvoll zu rufen:

„neeeeeeeeeelääääääähhhhh!“

auch hier entspann sich ein länger anhaltetendes frage und antwort-wechselspiel zwischen „neeeeeeeeeelääääääähhhhh!“ und „jaaahaaa?“

klappte auch nicht. also schnappte sich maja ihr bobby-car und schrammelte ein wenig den bürgersteig rauf und runter. nur den abschnitt vor unserem fenster:

„quiiiieeeetsch schrammelschrammel. quiiiieeeetsch schrammelschrammel“

danach kam das fahrrad mit den stützrädern an die reihe, das auch dringend mal geölt werden müsste.

und all das, während ich versuchte meinen etwa 5m hohen berg an antragsformularen und sonstigen bescheinigungen für den arbeitgeber, krankenversicherung, reha-einrichtung, klinik, hausarzt, andere ärzte, besoldungsstelle, bfa, nasa, nato, eu und was weiß ich noch alles, abzuarbeiten. was ich echt hasse.

ich wurde daraufhin etwas unwirsch in unseren 4 wänden und murmelte etwas von: „nervensägen, namensänderungen, ungeölten fahrrädern und kinderfreizeit in sibirien.“

mein mann fand mich intolerant. also, ich weiß nicht, ich mag kinder wirklich gern, aber es gibt auch nervensägen. eine davon wohnt neben uns.

21 Gedanken zu „Nervensäge

  1. Ich hoffe du hast deinen Papierkram trotzdem erledigt bekommen! 🙂

    Ich mag Kinder auch, aber du hast Recht, es gibt auch Nervensägen und Maaaaaajaaaaaah erinnerte mich jetzt sehr stark an meine eigene Nervensäge 🙂 Meine jüngere Tochter (mittlerweile 15) war im Kleinkindalter echt total schlimm! Ich glaube wenn ich sie als erstes bekommen hätte, ich hätte bestimmt kein zweites Kind mehr bekommen! 🙂
    Bin aber trotzdem froh, das ich beide habe!
    L.G. Anja

    • von unseren 3 kids (mittlerweile fast alle flügge: 1 auf dem abflug, 1 am nestrand, 1 noch drin) war und ist 1 auch eine ober-nervensäge 😉

      wir haben sie trotzdem alle lieb 😆

      liebe grüße, katerwolf

      ps: ne, sitze jetzt nochmal davor. heute schaffe ich das, ich muss, CHAKA!

    • IHR seid das???? kannst du deinem mann mal sagen, er soll majas fahrrad ölen?

      😆

      ich muss aber grad ruhig sein. ich bin mir sicher, unsere nachbarn beidseitig haben in der vergangenheit bei der einen oder anderen party unserer pubertierenden söhne auch schon mal über archipel gulag nachgedacht 😉

      liebe grüße, katerwolf

  2. 😳 Meine Enkeltöchter LISAAAAAAAAA (fast 2) und JAAAAAAAAANA (fast 4)
    sind manchmal kleine Biester, aber Nervensägen – nööööööö !!!

    GLG Marianne 🙂

      • Oooch, das ist schon ok 😆 ich denke nur, daß du momentan sehr empfindlich reagierst – das kann ich verstehen 😉

  3. Na Holla die Waldfee.Papiere für die Nasa? Alle Achtung 😆

    Sobald sich hier die Sonne zeigt,stürmen die Kinder auf die Straße.Ich mag das sehr gerne.Kinderlachen ist Musik in den Ohren.ABER: wenn besagte Kinder dann Geräusche von sich geben die fies sind,macht mich dann auch kirre.

    In unserer Straße wohnen 2 Jungs.Ich schätze die beiden mal auf 7 und 9 Jahre.Wenn die beiden mit ihren Freunden anfangen,bleibt mir nichts anderes übrig als die Fenster zu schließen,denn auf 2 Stunden (man nehme hier die Melodie der Polizei) ÄäääÖööööö ÄäääÖöööö kann ich gut verzichten 😆

  4. *Hihihi!* 😀
    Ich fühle mit dir. In meiner Nachbarschaft gibt es zwar weder Maaaajjjaaaaah oder Neeeeeellläääääh, aber eine In-Kneipe. Dank unseres Nichtraucherschutzgesetzes halten sich auch zu später Stunde etliche – viel zu viele! – Gäste vor dem Schuppen auf, um zu qualmen und zu plaudern. Und da gibt es zwei weibliche Stammgäste, die über eine ausgesprochen weit reichende, unfreundlich ausgedrückt, keifende Stimme und ein sehr intensiv gackerndes Gelächter verfügen. Manchmal, wenn ich mich zu später Nachtstunde wieder mal ruhelos im Bett hin und her werfe und die Decke über die Ohren ziehe, um endlich trotz Gekeife und Gegackere einschlafe zu können, bin ich fast schon so weit, mir allen Ernstes eine Kalaschnikoff herbei zu sehnen. Oder aber ein Schläferschutzgesetz…
    Liebe Grüße!

    • oh, das erinnert mich an einen aufenthalt in rom, als wir ein kleines hotelzimmer direkt über einer art nachtbäckerei hatten. hier trafen sich mitten in der nacht allerlei nachtschwärmer und zwitscherten fröhlich vor der bäckerei herum. an schlaf war dann nicht mehr zu denken 😉

      liebe grüße, katerwolf

  5. OJ, ja, ähnliches kenne ich auch. Ich mag Kinder, hatte lange Zeit einen Kinderspielplatz direkt vor dem Fenster, an dem mein Schreibtisch stand. Überhaupt kein Problem, wenn im Sommer bei mir das Fenster offen war und die Zwerge draußen am Toben und Lachen waren, mochte ich gerne.

    Etwas seltsam wurde es dann allerdings, als irgendwo in der Umgebung eine neue Familie mit Töchterchen einzog und dieses Mädchen (etwa drei? Ich bin fürchterlich schlecht im Schätzen) eines Tages auf dem Spielplatz stand und aus Leibes Kräften plärrte. Es war kein Schmerzgeheul, das kann ich sogar ohne eigene Kinder erkennen, es war offenbar purer Trotz. Ich gebe zu, nach einer halben Stunde habe ich das Fenster zugeknallt, weil’s mich dermaßen genervt hat – weder kam jemand noch machte das Kind mal Anstalten, nach Hause zu laufen… Muss ich sowas verstehen?

  6. ich denke ja auch schon manchmal, das der ein oder andere hausbewohner von meinem kleinen racker genervt sein könnte. wobei er gegen das – was du hier beschreibst – wirklich unauffällig und super super leise ist.

    liebe grüße
    anna

    • liebe anna, ich glaube, alle kinder nerven, sie sind schrecklich lieb und nerven auch, inklusive unserer 3. 1 nervt immer. ich erinnere mich daran, als sie noch kleiner waren und wie sie sich benommen haben, wenn wir pizza essen gegangen sind. *schäm*. trotzdem war es auch süß. fanden wir. die anderen sicher nicht 😉

      und dein süßer ist nach allem, was ich so über ihn lese, ein schatzi.

      aber glaub mir, die kleine von nebenan, das ist echt mal ne nervbeule;-)

      liebe grüße, katerwolf

  7. Also bei uns um die Ecke ist ja ein Kindergarten. Dieser ist nicht gerade reichbestückt mit Parkplätzen und die Strasse davor lädt nur solange zum Parken ein, bis entweder
    1. einer im Morgenverkehr gegen den letzten Parker schlittert, oder
    2. die Rennleitung die meist hausfräulichen Mütter darauf hinweist, das Parken um diese Uhrzeit auf dieser Strasse nicht erwünscht ist (erlaubt ist es -glaube ich – sowieso nicht.
    Dann parken die Mamis bei uns vorm Haus 😉
    und der Spass beginnt.
    Am schärfsten ist es, wenn die neuen Kiga-Kids in die Saison starten, meist widerwillig. Du hörst Namen, welche du nie vergisst.
    Wie wäre es mit einem Rasensprenger, der auf Maaaaaaajjjjjjjjaaaa geeicht ist? Sie ist beschäftigt und du hast Ruhe

  8. Pingback: Nervensäge feiert Geburtstag « Linker Mops

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