Qigong im Park oder: Amazonen proben den Ernstfall

qigong im park. ein kostenloses angebot für alle, die einmal hineinschnuppern möchten.

stand vor einigen tagen in unserer zeitung. auja, habe ich mir gedacht und hatte dabei die tolle qigong-erfahrung aus der reha im kopf und streichelte schon mal in vorfreude mental schäfchenwolken und trug regenbogen umher. als ich im park ankam, bot sich mir an besagtem treffpunkt ein bild des grauens. eine stattliche gruppe stattlicher frauen bevölkerte den übungsplatz und blickte mir kämpferisch entgegen. mir war sofort unwohl. too much frauenbewegte frauenpower, dachte ich mir so insgeheim. man nennt sowas auch wuchtbrummen, was nicht unbedingt mit dem körpergewicht zu tun hat sondern vielmehr mit einer gewissen physischen und psychischen ausstrahlung. davon waren etwa 50 stück! versammelt. in der mitte eine mopsige, lockige vor energie sprühende, kleine person, die ich sofort als kursleiterin enttarnte.

der kurs begann mit einem etwa 5 minütigem schütteltraining. ihr glaubt nicht, was da so auf dem platz alles geschüttelt und gerüttelt wurde 😉

als nächstes wurde eine mindestens 5 millionen alte übung namens schwimmender drache angekündigt und vorgeführt. sehr komplizierte geschichte. guten mutes stieg die gruppe in die übung ein und wiederholte tapfer die bewegungen. während ich leicht verwirrt mit der koordinierung von armen und beinen und links und rechts beschäftigt war, wagte ich einen kleinen blick in die runde.

*pruuuusssssst*

etwa 50 drachen kurz vor dem ertrinkungstod 🙂

es folgten ein paar weitere, kleinere übungen, während der ich ein wenig gelegenheit hatte, die anwesenden wuchtbrummen etwas näher in augenschein zu nehmen. uiuiuiuiui, ich wusste gar nicht, dass man solche frisuren noch trägt *boshaft grins*. besonders beeindruckt war ich von einer etwa 2 meter großen ober-wuchtbrumme mit einer besonders schrecklichen frisur: grau und kurz, oben auf dem kopf allerdings war das haar länger und in einer akuraten rolle zu einem art helm geföhnt. respekt, schwester 😉

ich vermisste meine mutter, wenn sie dabei gewesen wäre, wir hätten uns totgelacht. meine gedanken wurden durch die nächste übung unterbrochen. nun sollte man in einer leichten seitwärtsdrehung mit den händen ein herz formen und dieses herz mit ausgestreckten armen seiner jeweiligen nachbarin zustrecken.

gebt so eure liebe weiter an eure nächsten und empfangt sie eurerseits.“ forderte uns mopsi auf.

herr hilf! ich hasse sowas. da ich kein spielverderber sein wollte, drehte ich mich also nach rechts und nahm meine nachbarin ins visier. eine riesige amazone, die förmlich vor liebe überschäumte, als sie mir diese entgegenstreckte. ich nahm eine etwas distanzierte haltung und blick an, streckte ihr rasch meine arme entgegen und schwupps drehte ich mich zur anderen seite. dort stand eine weitere walküre, die mich bereits mit leicht vorwurfsvollem blick und ausgestreckten armen erwartete. ich lächelte sie zaghaft an und sie schaute mich so verliebt an, dass ich echt muffe bekam. das ging ne weile so hin und her und war echt spießrutenlaufen, anders kann ich es nicht bezeichnen. allen außer mir schien das unbändigen spaß zu machen. und während ich so zusah, wie sich der amazonenverbund giggelnd mit liebe überhäufte musste ich mir so mächtig auf die lippen beißen, dass ich keinen lachkrampf bekomme, dass ich angst hatte, hinterher ne dicke lippe zu haben. die hätte ich mit sicherheit bekommen, wenn ich losgelacht hätte. vor meinem inneren auge lief ein film ab, in dem ich von einer horde johlender amazonen durch den park gejagt wurde.

im weiteren verlauf war ich dann noch wasser, ein same, ein baum, erde, holz und metall und hatte langsam die schnauze voll.

zu guter letzt sollte man sich noch umarmen, nö du., also JETZT ist mal gut. ich griff mir meine tasche und verduftete und war froh entkommen zu sein. werde mich wohl nach einem anderen qigong-kurs umschauen.

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31 Gedanken zu „Qigong im Park oder: Amazonen proben den Ernstfall

  1. ähm, jaaa *kicher*. ich wäre vermutlich gar nicht bis zu der illustren runde gegangen, sondern sofort wieder umgedreht :grin:. bei solchen gruppen(sport)sachen geht mir das immer so. alles über zehn menschen ist für mich ein massenauflauf. kann ich nicht, will ich nicht.

  2. naja, wenigstens hatte ich was zum lachen und war um ne erfahrung reicher. ich mag solche massensachen aber auch nicht, vor allem nicht mit amazonen 😆

    liebe grüße, katerwolf

  3. Auch nix für mich.
    Immer wenn ich meine NW – Runde gedreht hatte, bin ich ihnen begegnet und ich laufe auch immer allein, zu viel Geschnacke unter den Weibsen, das geht mir auf den Puffer 😀

    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße

    Marianne 😆

  4. Ich komme gerade aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus … einfach köstlich deine „Wuchtbrummer-Geschichte“, da hätte ich auch direkt reis-aus genommen … wie war das noch? … etwas KÜRZER treten … nicht übertreiben ?
    Da wünsche ich dir in Zukunft wieder SCHÖNE Erfahrungen, in kleineren Gruppen … ob nun mit Qigong, Yoga oder was auch immer … und, dass du es ruhig angehen lässt …
    herzliche Grüße
    Doris

    • liebe doris, ich bin selbst auch immer noch am kichern über die liebeswütigen wuchtbrummen aus dem park 😉

      und jaaaa, ich weiß: KÜRZER treten, ich übe ja schon. heute mache ich einen faulen sofa-nachmittag und -abend, so ganz nach meinem geschmack 😆

      alles liebe, katerwolf
      habe übrigens gerade versucht einen kommentar bei dir zu hinterlassen und das ging nicht wegen serverproblemen…ich probiers später mal.

  5. Du, also, ich glaube, Du nimmst das irgendwie nicht richtig ernst, Du.
    Das solltest Du mal ein Stück weit mit der MopsLocke ausdiskutieren, Du.
    Du, nur weil Deine Lieblingsübung „Der gewürgte Geier“ (hab den Titel vergessen, weiß nur noch, dass da ein Vogel bei zu Schaden kam) nicht vorkam, muss man nicht gleich trotzen, Du.

    • den ADLER erschießen hieß die übung. der gewürgte geier bringt mich allerdings auf eine idee für eine neue qigong-übung: gewürgte mopslocke.

      hahahaha, muss so sehr über deinen kommentar lachen, du, echt voll witzig von dir, du.

      grinsgrüße, katerwolf 😆

    • DANKE! ich habe mich nicht getraut, dieses wort in den mund zu nehmen um BLOSS keinem nahezutreten. aber ja doch, es WAREN definitiv kampflesben, deshalb HATTE ich doch so ne muffe 😆

      *noch mehr grins*

      liebe grüße, katerwolf

  6. Ohh jemine! Was Du so alles erlebst! Ha, freidenkerin, cool – „Kampflesben“, ja man könnts meinen. *AuchGrins*
    Liebe Grüße Heidi

    • ich hatte ne kollegin mitgenommen (sie spricht noch mit mir), die mir von hinten zuraunte: „ey, diese kampflesben hier machen mir voll angst“

      😆 liebe grüße, katerwolf

  7. hahahahaha, juliane, ich lach mich schlapp, BAUM UMARMEN, hohoho. ja, das hätte dort in der tat noch gefehlt. ich glaub, dann hätte ich jemanden gehauen.

    liebe grüße und ach ja, ich freue mich schon unbändig auf dein BlogPost 😆

  8. Übertreibung macht anschaulich.
    🙂
    Das ist dir gut gelungen, das kann man wohl sagen. Ich sehe es bildlich vor mir und hätte da wahrscheinlich ganz schnell die Flucht ergriffen. Aber wichtig ist doch – sie haben sich bewegt. Sport getrieben. In welcher Art und Weise auch immer.
    🙂

    Hab einen schönen Abend,
    herzliche Grüße
    Heike.

    • hallo heike, jaaa, auch amazonensport ist gesund und löblich 😉 haste natürlich auch wieder recht. und ICH hatte zumindest meinen spaß 😉
      naja, und ihr ja auch!

      ich wünsche dir auch einen schönen abend UND eine gute nacht,
      alles liebe, katerwolf

  9. *lach* ich war ja schon versucht mal an sowas teilzunehmen, weil soll ja gut für meinen rücken sein, aber nu sicher nimmer
    danke für die wahrnung

    lg
    fio

  10. Was hab ich gelacht!!! Du hast das wieder einmal so schön geschrieben, dass ich quasi am Baum gelehnt habe, in der Hoffnung, dass mir keiner zu nahe kommt!! *tränenwegwisch*

    Herrlich!!! Danke dir, das konnte ich gebrauchen!

    Alles Liebe, Emily

  11. Pingback: Faule Kollegin « Linker Mops

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