Reisebericht Südafrika: Der Ruf der Wildnis, Teil 2: Auf Kuschelkurs mit Elefant, Löwe & Co

wie schon gesagt: pondoro game lodge ist wildnis und schönheit pur. wenn man auf seinen buchungszettel schaut, dann steht da: unterkunft, vollpension, aktivitäten. wir haben uns das im vorfeld folgendermaßen vorgestellt: 3 mahlzeiten und 1x täglich safari. bekommen haben wir allerdings mehr. viel, viel mehr. so sah unser tag aus:

5 uhr morgens weckdienst. *hämmer hämmer and die tür* mister, wake up, mister, safari!

fassungslos aufstehen und verpennt ins haupthaus wanken. also, ich meine, in dieses unglaublich wunderschöne, auf stelzen stehende haus, das ihr auf den fotos gesehen habt. dort kaffee, paar kekse und obst futtern. es folgt eine kurze einführung durch den ranger (wildhüter):

im jeep nicht aufstehen, nicht ruckartig bewegen, keine lockgeräusche machen und sich generell ruhig und besonnen verhalten.“

und dann geht es ab mit dem jeep auf die morgendliche pirschfahrt. man sitzt in einem sehr, sehr offenen jeep, am steuer der ranger und auf einem spezialsitz der tracker (fährtensucher).

 

ranger rul und tracker ramson im einsatz


 

in diesem zunächst nicht sehr vertrauenserweckendem gefährt sitzt man sehr exponiert, während es vorbei an wasserstellen, auf holprigen sandpfaden kreuz und quer und querfeldein durch den morgendlichen bush geht. der blick auf das gewehr vorne gibt einem einen beruhigenden trost. denn auf der ersten pirsch hat man einfach die hosen voll. der tracker sucht mit geübtem auge boden und horizont nach tierspuren ab und wenn man eine weile gesucht hat, sieht man sie plötzlich, die tiere und kann es eigentlich gar nicht fassen. die tiere werden von klein an an die jeeps gewöhnt, so dass man nah an sie heranfahren kann. und ich meine nah. sehr, sehr nah. und wenn man so nah an den tieren ist, dass man sie anfassen könnte, wenn man denn dürfte und sich trauen würde, stellt der ranger den motor aus und man sitzt da, schaut und ist fassungslos und fasziniert und überaus glücklich zugleich.

 

 

mitten im bush gibt es ein kleines, afrikanisches frühstück mit keksen und heißem kaffe, in den man statt milch amarula kippt. das schmeckt nicht nur gut sondern enthemmt durch den alkoholgehalt auch sehr angenehm, so dass man den 2. teil der morgendlichen pirschfahrt wesentlich entspannter angeht und anfängt zu sprechen und sich ein wenig auch zu bewegen 😉 . wir waren eine gruppe von 6 personen, 2 amis aus san diego und ein pärchen aus sydney. alle 6 saßen bis zum 1. morgendlichen amarula stocksteif, still und flach atmend im jeep. nach dem amarula ging es gleich viel lockerer zur sache. im anschluss an die morgendliche pirsch gab es um 9 uhr  in der pondoro lodge ein ausgiebiges frühstück auf der wunderbaren freiluftterrasse.

 

 

nach dem frühstück konnte man mit dem tracker auf walking safari gehen. das heißt zu fuß 😯 ich habe das insgesamt 2x gemacht und trotz leicht mulmigem gefühl extrem spannend gefunden. man lernt unglaublich viel, über verschiedene tierspuren, was welche tiere wann und wo fressen, wie man fährten liest und so viel mehr. und man sieht die natur danach mit anderen augen.

 

auf walking safari

 

die waffen nehmen die ranger übrigens nur mit, wenn touristen dabei sind. alleine gehen sie unbewaffnet in den bush. sie verfügen über so viel erfahrung und kenntnis und urteilsvermögen, dass sie sich sicher fühlen können. faszinierend. wir haben während der jeep-pirschfahrten mehrmals erlebt, dass der ranger seinen tracker nur mit einem walkie talkie bewaffnet mitten in der wildnis aussetzte und weiterfuhr, nur um ihn nach 1 stunde irgendwo wieder aufzulesen. nichts nur, dass er ihn wiederfand, er fand ihn auch lebend wieder und mit informationen, in welche richtung die löwen unterwegs waren. irre.

mittags gab es in der lodge ein leichtes mittagessen und dann ein paar stunden zur freien verfügung, die man in den wunderbaren chalets verbrachte. mit solchen wichtigen dingen wie: auf der terrasse nackt duschen mit blick auf flusspferde. am besten mehrfach. um 4 uhr war abmarsch zur 2. pirschfahrt des tages, die bis in den späten abend dauerte und tiere bei der vorbereitung auf die nächtliche jagd offenbarte. und einen nächtlichen stopp und amarula-snack unter freiem himmel beinhaltete. und sonnenuntergänge. ich meine afrikanische sonnenuntergänge. ich sag nur: out of africa!



der könig des dschungels macht sich bereit für die nacht

 

wenn man gegen 8 uhr abends glücklich und wohltuend erschöpft wieder zurückkam, erwartete einen ein opulentes abendessen im kerzenschein, unter den sternen afrikas, mit tiergeräuschen von nah und fern. und wenn man schließlich nach dem essen, wohlig in den tiefen lounge-sesseln versunken, mit einem weiteren glas amarula in der hand, bei gesprächen über die ereignisse des tages den abend ausklingen ließ und irgendwann erschlagen und glücklich unter dem moskitonetz im großen, gemütlichen bett lag, schlief man mit dem gedanken ein:

„was für ein perfekter tag. was für ein unglaublich total absolut perfekter tag.“

20 Gedanken zu „Reisebericht Südafrika: Der Ruf der Wildnis, Teil 2: Auf Kuschelkurs mit Elefant, Löwe & Co

  1. Ich hab einen Wahnsinns-Respekt vor all diesen Tieren und ich weiss nicht, ob ich das vor lauter Angst wirklich geniessen könnte.

    Aber es muss ein Erlebnis sein, die in freier Wildbahn sehen zu können.

    • das ist es wirklich und man verliert ziemlich schnell die angst. vor allem, wenn man so viel einblick in ihr verhalten bekommt. das ändert die sicht auf die dinge sehr. ich vermisse das sehr dort!

      liebe grüße, katerwolf

  2. Meine Güte, was ihr alles erleben konntet, das ist ja der Wahnsinn überhaupt.
    Wart ihr mit 2 Jeeps unterwegs?
    Weil ja der Löwe so nah hinter dem einen Jeep ist. Ich geh mal nicht davon aus, dass du zu dem Zeitpunkt außerhalb des Jeeps warst?

    Der Sonnenuntergang ist ja echt ein Traum.

    • ja, an 1 tag waren wir mit 2 jeeps unterwegs, allerdings auf unterschiedlichen routen. dieser jeep hatte die löwen aufgespürt und uns gefunkt, wo sie sind. dann sind wir auch dorthin gefahren.

      der sonnenuntergang war der wahnsinn, die sonne geht sehr langsam unter dort und man hat das gefühl, die verschiedenen phasen über stunden mitzuerleben.

      liebe grüße, katerwolf

  3. Ich bin hin und weg. Und ich muss jetzt lachen, denn ich bin immer näher an den Bildschirm gekrochen, so spannend, faszinierend fand ich deine Erzählung. Meine Güte, was du alles erleben durftest. Da brauch man sicher einige Tage dafür, um dies erst mal sacken zu lassen und verarbeiten zu können.
    Ein wunderschöner Blog und ich hoffe, dass du uns noch mehr von deiner atemberaubenden Reise berichtest.

    Ganz, ganz große Klasse. Und auch, wenn ich ein Schisshase bin, diese Tour hätte ich auch mitgemacht. Auf jeden Fall!

  4. Ihr habt ja ganz schön oft Amarula getrunken. 😉
    Spätestens seit diesem Bericht platze ich förmlich vor Neid. So eine Safaritour wäre mein größter Traum. Das ist so spannend alles, du musst es doch jetzt furchtbar langweilig in Deutschland finden, wo du wieder zurück bist. Oder sind deine Spannungsreserven jetzt für eine Weile aufgefüllt?

    • ja, gestern erst wieder, auf eis 😉

      träume sind dafür da, sie sich zu erfüllen. und nicht zu lange zu warten. das ist zumindest mein motto nach diesem doch so schweren jahr. also, sparschwein ausgepackt, liebe nissa!

      ich muss schon sagen, ich vermisse es sehr und tue mich nach wie vor ein bisschen schwer, wieder hier zu sein. *grummel* war eben reiten, das hat bisschen geholfen….

      liebe grüße, katerwolf

  5. woah, wahnsinn wie geil! *entschuldige die Wortwahl, das ist die einzige Alternative zu stottern*

    Und diese Bilder *schmacht* ich glaube ich wiederhole mich hier bei deinen Reiseberichten aber es klingt einfach nur fantastisch (auch wenn ich mächtig Bammel hätte, so nah bei den wilden Tieren)

    • hahahaha 😆 was für ein süßer kommentar 😆

      es WAR fantastisch, es klingt nicht nur so, ich sags dir. ich stell morgen noch mehr bilder rein, von tierbabys, warts ab, da fängt man an zu sabbeln 😉

      alles liebe und hab nen schönen abend, katerwolf

  6. Da warst du ja fast auf Tuchfühlung mit den Herrschern der Wildnis, Respekt :-).
    Ein sicher unvergessliches erlebnis, um das ich dich freundschaftlich beneide.

    Hab einen schönen 3. Advent.
    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    • liebe anna-lena, ja, es war wirklich einzigartig, die tiere so nah erleben zu dürfen. das werde ich nie vergessen und hoffentlich noch einmal erleben!

      ich wünsche dir auch einen schönen, gemütlichen 3. advent, deine katerwolf

  7. Oh, da habt ihr tatsächlich ganz Phantastisches erlebt. Es ist ja wirklich erstaunlich, wie nahe die Tiere kommen. Ich glaube, kein Zoo der Welt kann solche Beobachtungen ersetzten, wie ihr sie machen konntet.

    Liebe Grüße von der Gudrun

    • liebe gudrun, nein, das kann wirklich kein zoo. es ist was ganz anderes, die tiere in ihrem natürlichen lebensraum zu erleben. wenn ich könnte, würde ich alle paar monate hinfahren, so geren würde ich noch nach botswana und in die serengeti. das leben ist zum träumen da. und träume zum erfüllen 😆

      alles liebe, katerwolf

  8. Liebe Frau Katerwolf,
    so tolle Fotos und so ein anschaulicher Bericht, vielen Dank! Da werden so viele Erinnerungen wach, dass ich als stille Leserin einfach aus dem ‚bush‘ kommen muss 🙂
    Ihrem Motto „träume sind dafür da, sie sich zu erfüllen. und nicht zu lange zu warten. also, sparschwein ausgepackt.“ kann ich nur zustimmen. Sollten manche LeserInnen denken „ok, das mit dem Sparschwein krieg ich irgendwie hin, aber wie geht so eine Reise mit Kindern?“ erzähle ich gern von den leuchtenden Augen der Tochter (damals 11, der Sohn 8): „Mama, das Nashorn war so nah, ich hab‘ den Atem am Bein gespürt.“ Keine Angst, nur Respekt vor der gewaltigen Natur. Unbezahlbar.
    Darf ich wohl in einem weiteren Kommentar ein bisschen ‚Reklame‘ für unseren supertollen, kindgerechten ‚Naturkundelehrer‘ (ausgebildeter Ranger) Mathias Schmidt (aus Heilbronn, lebt jetzt in Nelspruit) machen?

    • liebe anne, wie schön, du kennst das und warst in der nähe 😆

      wir haben unterwegs viele familien mit kindern getroffen, auch auf safari. es ist einfach einzigartig. und nur zu, kannst ruhig werbung machen für mathias 😆

      alles liebe, katerwolf

  9. ich bin jetzt die x-te, die sagt: toll. aber ich musses auch sagen. wahn-sinn. ihr wart zwei wochen weg, oder? eigentlich müßte man für sowas doch ~’nen monat haben, oder :)?

  10. Pingback: freeware download

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