2011 ist euer Jahr. Nur Mut!

vor vielen jahren hatte ich das große glück, auf einer tagung in indien den dalai lama persönlich kennenzulernen. ein bemerkenswerter mensch mit einer sehr schlichten und klaren ausstrahlung. auf der tagung, die sich world philosophers meet and world peace congress nannte, tummelte sich so manches, was auf dieser welt in philosophischer hinsicht einen namen hat. es tummelte sich nicht nur, es sprach auch. es sprach zuweilen sehr viel. und sehr lange. und sehr festlich. und sehr hoheitsvoll. und teils in sehr schlechtem englisch. ziemliche lobhudelei war das.

der dalai lama war als höhepunkt eines langen, anstrengenden tages vorgesehen und eine zuschauermenge von etwa 1000 personen erwartete ihn mit fiebriger ungeduld. als er schließlich die pompöse rednertribüne bestieg, legte sich eine andächtige ruhe über alle.

mit einem verschmitzten lächeln schaute der dalai lama über die menge, kicherte ein bisschen vor sich hin und sprach in klarem, perfekten englisch:

„es wurde heute schon so viel gesagt, ich will eure geduld nicht strapazieren und fasse mich daher kurz. es gibt etwas, das ich euch gerne sagen möchte: freunde, wir kommen auf diesen planeten nur als touristen. wie lange unsere reise hier dauert, das wissen wir nicht. eins ist gewiss, wir sind nur für eine sehr kurze zeitspanne hier. und nun frage ich euch: warum macht ihr dann euch und anderen das leben so schwer? genießt doch die reise und tut gutes. seid einfach glücklich.“

dann ließ er noch einmal sein spitzbübisches lächeln auf alle los und verließ die tribüne.

ich habe seine worte nie vergessen. noch heute frage ich mich: kann man es besser ausdrücken, um was es hier geht?

nach meiner diagnose im januar 2010 habe ich im februar mit meinem blog begonnen. ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so viel zuspruch bekommen würde. so viele menschen begleiten mich seit der zeit mit trost, gutem rat, affirmation und humor, es hat mir bislang so unendlich viel geholfen.

gleichzeitig habe ich aber auch erfahren, dass ich es bin, die mit diesem blog vielen menschen mut macht und dass meine beherzte art, meiner krankheit so tapfer ins auge zu sehen, vielen zum vorbild dient. und zwar nicht nur betroffenen. jeder hat im leben sein päckchen zu tragen. und das ausmaß des persönlichen leids, auch wenn es temporär ist, ist immer relativ.

ich bin zwar nicht der dalai lama, aber eins habe ich im vergangenen jahr begriffen: ich bin sterblich. das sind nicht nur die anderen. ich auch. und die auffassung, ich hätte für alle meine träume und vorhaben unendlich viel zeit, ist eine illusion. niemand weiß mit sicherheit, wie lange seine reise hier auf erden dauert, das ist klar. aber dass das tatsächlich so ist, dass das leben tatsächlich endlich ist, das habe ich erst am tag meiner diagnose so richtig begriffen. und zwar von einer sekunde auf die andere.

darum habe ich bereits letztes jahr damit begonnen, mein leben umzukrempeln, schritt für schritt, ganz konsequent. und wenn ich euch eins sagen kann, dann dies: trotz meiner erkrankung und der damit verbundenen ängste bin ich heute in vielerlei hinsicht glücklicher als in den vergangenen 20 jahren. natürlich könnte ich auf die tatsache, dass ich an brustkrebs erkrankt bin, liebend gerne verzichten, dass könnt ihr aber glauben! dennoch kann ich es nicht ändern. also werde ich den eingeschlagenen weg konsequent weitergehen und hoffe und vertraue darauf, dass meine gesundheit mitspielt. ich möchte dieses jahr viel reisen, viel reiten, auf dem pferderücken durch die marokkanische wüste reiten, viel liebe erfahren und geben und ein buch schreiben. wenn mein blog so vielen menschen mut macht, dann vielleicht auch linker mops in buchform. so zu denken und zu fühlen gibt mir kraft und zuversicht.

nach allem, was ich 2010 erlebt habe, möchte ich euch sehr gerne etwas sagen: nehmt dieses jahr euer leben in die hand und macht was draus. schaut es euch an, euer leben, und gebt ihm eine richtung, die euch gut tut. setzt eure träume in die tat um. und wenn ihr keine habt, dann kramt mal in eurer inneren schatzkiste danach, ihr werdet euch wundern, was dort verstaubt herumliegt. holt es an die oberfläche und pustet den staub herunter. lasst vor eurem inneren auge ein leben entstehen, wie ihr es gerne hättet, entwickelt eine vision. und geht schritt für schritt darauf zu. hebt euch euer leben, so wie ihr es haben möchtet, nicht für einen fernen zeitpunkt auf, ihr wisst nicht, ob ihr den habt. schiebt keine vorwände vor: kinder zu klein, keine zeit, mann macht das nicht mit, arbeit ist zu stressig, zu anstrengend, fehlender mut, weiß nicht womit anfangen… fangt einfach irgendwo an und macht euch auf den weg. 2011 ist das perfekte jahr dafür. ich glaube an euch 😉

traut euch. nur mut!

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41 Gedanken zu „2011 ist euer Jahr. Nur Mut!

  1. Yeeeehaaaaaa! 😀 Dann wollen wir ollen Cowgirls doch mal diesen Bronco 2011 satteln und schaun, was der so drauf hat. 😆
    Klasse! 😀 Mach weiter so, meine Liebe! Ganz besonders freut mich, dass du nun ernsthaft daran gehst, ein Buch zu schreiben! Darf ich jetzt schon eines bestellen, bitte mit Widmung? 😉
    *Lieb-drück*

  2. Liebe katerwolf,
    das klingt fantastisch und ich möchte auf diesem Wege mindestens 10 Exemplare deines entstehenden Werkes vorbestellen! Ich kenne genug Menschen, die das Buch sofort verschlingen würden, mich inklusive! Die Worte des Dalai Lamas sind sehr weise und sehr wahr und was du zu sagen hast, berührt mich immer wieder auf’s Neue.
    Ich möchte mich außerdem bei dir bedanken für soviel schönes, was du in deinem Blog schreibst und dass du mir und anderen immer wieder bewusst machst, dass wir alles können, wenn wir nur wollen.
    Du bist mir ein großes Vorbild geworden und ich schicke dir ganz viele Umarmungen und wünsche dir, dass alles so wird, wie du es dir vorstellst – und noch besser! 🙂
    Deine Martina

    • liebe martina,

      vielen lieben dank für deinen lieben kommentar und all die anderen lieben kommentare des letzten jahres 😆

      10 exemplare, wow, ja klar. *räusper* jetzt muss ich es aber wirklich schreiben 😆

      alles liebe und ganz viele umarmungen zurück, deine katerwolf

    • oh, toll, habe schon 12 bücher vorbestellt. ähm, jetzt muss ich es nur noch schreiben 😆

      ich werde ab genau morgen nur noch teilzeit arbeiten und habe mir dadurch mehr freiraum geschaffen für diese unternehmung 😆

      alles liebe, deine katerwolf

  3. Mir ist es 2002 ebenso gegangen, und die letzten 8 Jahre waren die besten, die ich hatte, denn sie waren bewusste Jahre. Vorher hatte ich nur so daher gelebt. Ich drücke dir die Daumen, dass diese Erkenntnis und Einstellung lange hält 🙂

    • 8 jahre hast du nun hinter dich gebracht? klasse. und du sagst, es waren gute 8 jahre? hey, dann weiß ich, dass ich 8 gute jahre vor mir habe. ach was, machen wir doch 30 draus 😉

      alles liebe, katerwolf

  4. Pingback: Neustart « Gesundheit, Wellness & Thermen Blog

  5. Du hast es wunderbar ausgedrückt. Genau so soll es sein. Und jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich, jeder muß selbst das Beste daraus machen. Sich nur nach anderen zu richten und Ausreden zu finden schadet einem selbst, man muß seinen Weg gehen, der sicher nicht einfach ist, aber der Weg ist das Ziel, und die Hände in den Schoß legen und darauf warten, daß Gott einem das Leben schön macht, das hilft nicht, man kann beten, aber man muß selbst auch was tun!
    Liebe Grüße und ganz viel Erfolg bei allem, was Du vor hast!
    Ellen

    • liebe ellen,

      in unserer art, mit krankheit umzugehen, sind wir uns sehr ähnlich, das ist mir schon oft aufgefallen. oft lese ich etwas bei dir und denke, das hätte ich jetzt auch so schreiben können. schön ist das!

      alles liebe und, um es mit freidenkerins worten zu sagen: yeeehaaaaa 😆

      alles liebe, deine katerwolf

  6. Wir haben schon einiges geändert. Mißliebigen Kunden gekündigt. Dea bedeutet, erheblich weniger Stress.
    Das wird ab diesem Jahr greifen.
    Wir wollten sowieso langsam weniger arbeiten. Da trifft das perfekt.

    Deine Offenheit ist so wohltuend. Ich habe alles gelesen über deine Krankheit. Ich habe schon einige Krebserkrankungen im nahen Umfeld miterlebt.
    Das ist immer ein großer, harter Einschnitt

    • liebe bärbel,

      das hört sich richtig gut an, was du schreibst, hört sich nach mehr gelassenheit für dich und deinen mann in 2011 an. dafür drücke ich euch feste die daumen.

      danke für deinen lieben kommentar und weißt du, so offen zu sein, das ist meine art, damit umzugehen. es hilft.

      alles liebe, katerwolf

  7. Ach, heul, Du wunderwunderbarer Mensch!!! Ich weiss garnicht mehr, was ich noch sagen könnte – schon Deine Antwort im letzten Post hat mich völlig sprachlos gemacht – danke danke danke für alles, was Du sagst und gibst!!

    • meine liebe frau palmenstrand, ich wünsche dir von herzen, dass du an silvester 2011 auf das jahr zurückblickst und sagst: puhh, DAS war jetzt deutlich besser als 2010. es geht voran.

      hab dich lieb, katerwolf

  8. Ich schreib jetzt nicht viel dazu, liebe Katerwolf. Nur: Richtig so, wie du dein Leben in die Hand nimmst. Und ich werde mal die Ärmel hochkrempeln.

    Liebe Grüße aus dem Spinnstübchen

  9. Danke, für diesen virtuellen A…tritt! Ich bin auch so eine, die sich hinter allerlei (Vor)Wänden versteckt. Der Kopf weiß Bescheid, doch der Rest hat Angst davor zu folgen ….

  10. Liebe Katerwolf,
    einfach nur danke für diese wahren, richtigen Worte!
    Und übrigens: herzlichen Glückwunsch zum Leserbrief in der Mamma Mia 😉
    Viele liebe Grüße und ein ganz ganz tolles neues Jahr – ach was! viele tolle neue Jahre!
    Masca

    • liebe masca,

      bitte, gern geschehen 😉 . ich habe das paar tage in mir rumgetragen und das musste einfach raus.

      das mit dem leserbrief hat mich total gefreut!!!!

      alles liebe, liebe masca und toitoitoi für 2011, deine katerwolf

  11. Wie Recht der Dalai Lama hat, eine einfache Weisheit, eine grandiose Einsicht, aber sooo schwer umzusetzen (wenn man sich mal umsieht). Ich bemühe mich, muss aber dennoch viel lernen. viel Zeit ist ja auch nicht mehr und ich sollte schleunigst anfangen. Danke für diesen wunderbaren Artikel, der einem noch mal so richtig den Kopf zurecht rückt.
    Liebe Grüße,
    april

  12. Danke!!! Ich habe mich sehr gefreut, Sie 2010 auf diesem virtuellem Wege kennen gelernt zu haben!!! Und ein Buch von Ihnen bestelle ich auch schon mal vor!!!!
    Liebe Grüße!!!

  13. Tolle Rede vom Dalai Lama. Ich kenne dieses spitzbübische Lächeln, das haben alle Menschen die viel erkannt haben. Das muss sehr beeindruckend gewesen sein, schließlich ist er ein Vorbild für so viele und eine starke Person.
    Leider hast du Recht, man macht nicht immer alles, was man sich erträumt. Bei mir ist es oft die Angst nicht gut genug zu sein, die mich lähmt, aber es ist schon besser geworden. Ich wünsche dir und mir und allen Menschen, dass sie Mut und Zuversicht haben und das Leben nicht zu ernst nehmen. Schließlich sind wir hier die Touristen 🙂

    Ganz liebe Grüße an dich,
    Nissa

    • liebe nissa,

      wenn ich darüber nachdenke, stimmt, du hast recht mit dem spitzbübischen lächeln. ich habe in meinem früheren beruf öfters mal „weise“ männer und frauen zu gesicht bekommen. und eins hatten alle gemeinsam: humor und die gabe, sich und die welt nicht so ernst zu nehmen.

      also, dann starten wir dieses jahr mal zu einer richtig schönen sight-seing-tour 😆

      alles liebe, katerwolf

  14. Ich will jetzt nicht den ‚Obergscheiten‘ raushängen lassen, aber wie ich den Dalai Lama verstehe gäbe es Deine Erkrankung nicht, wenn Du ‚Dir und anderen das leben nicht so schwer machen, genießen und Gutes tun, würdest‘. 😉
    Und wir haben auch nicht unsere ‚Päckchen zu tragen‘! – Wir laden sie uns (noch!) auf!
    So schaut’s aus! 😉
    Alles Liebe!

    • oh nein, nicht schon wieder, payoli. du würdest dich hervorragend mit meiner durchgeknallten, angeheirateten tante verstehen, die mir vergangenen sommer auf einem familienfest zwanghaft klarmachen wollte, ich habe meinen krebs selbst verschuldet.

      so ein schwachsinn, aber echt jetzt.

      rette weiter die welt, payoli, aber bitte nicht auf meinem blog.

      katerwolf

      • Liebe katerwolf,
        Du hast mir das schon mal gesagt, ich habe es akzeptiert und wollte Dir keinesfalls zu nahe treten oder Dich ‚beschuldigen‘, sondern bin ganz konkret auf das Dalai Lama- Zitat eingegangen, das Du offensichtlich ebenso falsch verstanden hast wie Deine ‚Durchgeknallte‘, die sehr wahrscheinlich nicht ‚verschuldet‘ sondern vermutlich ‚verursacht‘ gesagt hat.
        Ähnlich kleine Feinheiten machen aus dem Dalai Lama- Satz entweder ein Allgemein- Bla-Bla oder eine wunderbare Lebenshilfe. Jedermensch kann sich rausnehmen was er will …

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