Joschi im Baumarkt

armer joschi. armer, amer joschi. so ein elendshund. nein, diesmal keine stubenfliegen. diesmal baumarkt. unser haus am see ist nun fertiggebaut und wir sind auf besorgungsfahrten unterwegs. gestern stand bad+WC auf dem plan. da wir sehr lange unterwegs waren, nahmen wir joschi mit. im jeep. joschi hasst den jeep. wir wissen nicht warum, vermuten, dass man ihn vielleicht mit einem jeep ins tierheim gebracht hat. damals. keine ahnung. jedenfalls hasst er ihn. weigert sich einzusteigen. muss reingehoben werden. sitzt dann elendig und am ganzen leibe zitternd im fußraum und nutzt jede gelegenheit, abzuhauen und sich irgendwo zu verstecken. dabei ist er sehr geschickt. gestern zum beispiel hat er sich im garten genau hinter einen busch gesetzt und wir haben den ganzen garten abgesucht, bis wir ihn dort gefunden haben. etwa 5 cm groß war er und unsichtbar. dachte er jedenfalls.

das einzige gute am jeepfahren ist, dass am ende einer fahrt meist ein spaziergang steht. gestern aber nicht. gestern war das ende der reise ein baumarkt. da der parkplatz von der sonne völlig aufgeheizt war, nahmen wir ihn mit rein. anbinden kann man joschi draußen nicht. nach dem einen oder anderen versuch fanden wir joschi jeweils von einer beachtlichen (uns feindlich anblickenden) menschenmenge umgeben im hundekoma vor und verzichteten künftig darauf. gestern wurden wir gleich am eingang von einer freundlichen baumarktmitarbeiterin abgefangen, die uns mitteilte, hunde dürften nicht rein. wir erklärten ihr kurz die situation und sie erlaubte uns freundlicherweise, joschi mitzunehmen. auf dem arm oder im einkaufswagen. joschi ist, wie gesagt, mittelgroß und nicht sooo leicht, arm fiel also aus. blieb nur noch einkaufswagen. mein mann holte einen schönen, silbernen baumarkt-einkaufswagen und wir hoben joschi hinein.

😯

so etwas hatte joschi noch nie erlebt. panisch hechtete er wieder heraus und ergriff die flucht. insgesamt 5x. durch gutes und energisches zureden unsererseits und seitens mehrerer besorgter baumarktmitarbeiter kapierte joschi, dass er keine chance hatte und blieb sitzen. wir schoben ihn durch den baumarkt und joschi schaffte es allein kraft seines gesichtsausdrucks, dass alle, ich meine wirklich alle, die ihn sahen, in extremes mitleid verfielen und ihn hätschelten. wir ließen ihn ein ganz kurzes weilchen alleine im wagen und als wir zurückkamen, stand ein kräftiger mann mit walkietalkie neben ihm und schaute ihn nachdenklich an. er entpuppte sich als security-mann und sagte uns, dass das eigentlich nicht ginge, weil man keine ausnahmen machen wolle und wo käme man denn dahin, wenn nun jeder seinen hund mitbringen würde, vor allem seinen großen hund. vor seinem gesitigen auge sah er heerscharen von doggen und rottweilern, die in einkaufswagen durch den baumarkt geschoben würden. joschi warf ihm einen dergestalt elenden blick zu, dass er jedoch von einer auf die andere sekunde ein mitleidsgesicht aufsetzte, kutschu-kutschu-geräusche machte und anfing, joschi zu kraulen.

joschi überlebte das ganze irgendwie, auch die rückfahrt im jeep, aber er sprach den rest des tages nicht mehr mit uns.

ich weiß, es ist gemein, mensch oder tier in seinem elend zu fotografieren, wir konnten es uns aber  nicht verkneifen, asche auf unser haupt 😉

 

 

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24 Gedanken zu „Joschi im Baumarkt

  1. Ach ist das köstlich!! So habt Ihr heute doch viele Menschen zu Hundetröstern gemacht und wer weiß um die „Langzeitwirkung“ dieser Begegnung? ;-)) Der Joschi hat eine Mission!!
    Und die hat er heute voll erfüllt! Feiner Hund! Und jetzt liegt er sicher gemütlich auf dem Sofa und Ihr könnt Euch im Bedarfsfall gegenseitig trösten!
    Ich schicke Euch beiden jede Menge Streicheleinheiten!
    Anne

  2. ein amüsanter Bericht -und leider wieder auf Joschis Kosten, er sieht aber auch zu schnuckelig aus in seinem Einkaufswagen. Kleine Anmerkung: Hättet Ihr im nicht wenigstens ne Decke oder eine andere Unterlage geben können? So auf dem Gitter zu sitzen, ist das nicht unangenehm gewesen für ihn?
    Ansonsten, bitte Joschi eine Riesenportion „Krauleinheiten“ in meinem Namen geben, Kraulen tut ja bekanntlich gut;-)
    Grüsse Naschi

    • liebe naschi, der nette verkäufer, der uns bedient hat, hat joschi ein stück pappe aus dem lager geholt und untergelegt, damit er es bequemer hat. daraufhin sprang joschi panisch aus dem wagen, weil er angst vor der PAPPE hatte. noch fragen? 😆

      habe ihn gerade von dir gekrault, den schnuffel

  3. Mit der Hühnersuppe hast du ihm ein Seelenpflaster spendiert. Ganz klar. Aber der Blick von ihm ist einfach umwerfend. Er spricht mit seinen Augen (besser, man hört nicht so genau hin 😉 )

  4. Ach, der Arme! Man macht schon was mit als Hund 😉 Aber ich muss doch ein bisschen lachen über den süßen Joschi. Aber pst, sag’s ihm nicht 😉

  5. Tränen, jaaa, Tränen (des Lachens) hab ich in den Augen.
    Wie du das wieder beschrieben hast, herzerweichend, Die Fotos sind die Krönung.
    Dieser blöde hochstehende, und doch so flache Einkaufswagen in den Baumärkten,ächt ätzend.
    Da oben kann sich doch niemand wohlfühlen, echt nicht.

  6. Das ist so unterhaltsam geschrieben, dass ich hier sitze und lache, obwohl ich eigentlich schreiben wollte: „Ihr bösen, bösen Menschen!!“
    🙂

    Und dann stelle ich mir gerade Attila im Einkaufswagen vor. Hoheitsvoll sitzt er kerzengerade drin (passt der überhaupt rein?), der Sicherheitsmensch will ihm etwas flüstern und er dreht hoheitsvoll den Kopf zur Seite. *g*
    Dar arme Joschi! Seid froh, dass er nicht noch durchs Einkaufswagengitter gepullert hat.
    🙂

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, herzliche Grüße!
    Heike

    • liebe heike,

      ich sehe gerade attila vor mir 😆
      soll ich dir die adresse vom baumarkt schicken?

      ohjeh, ja, zum glück hat er nicht durchs gitter gepullert – aber ich glaube, das wäre unter seiner würde gewesen 😉

      liebe grüße, katerwolf

  7. Hühnersuppe ist mir auch immer ein Seelentröster – ich hoffe, der Joschi spricht heute wieder mit euch… Er muß ja so ein Bild des Jammers gewesen sein – erweicht sogar den Sicherheitsdienst.
    Süßer Kerl! (Den Joschi mein‘ ich!)

    Liebe Grüße, Christina

  8. Was ein blöder Baumarkt!

    Ich hab ja einige Jahre in Baumärkten gearbeitet (die mit dem Biber) und da waren Hunde erlaubt. Einzige Bedingung: an der Leine.

    Kraul Joschi auch mal von mir, der arme Kerl, ich würds auf dem Gitter auch nicht toll finden.

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