Depri-Wolf ein wenig beruhigter

nachdem ich nun panik verbreitet habe und ihr euch um mich sorgt, ihr lieben, ihr seid so lieb, will ich euch noch kurz schreiben, was mir mein arzt eben am telefon gesagt hat. ich konnte nicht mit meinem eigenen arzt sprechen, der in urlaub ist, dafür aber mit seinem kollegen. das macht insofern nichts, da die beiden ärzte in derselben praxis eng miteinander arbeiten. ich schätze meinen arzt immer sehr dafür, dass er nichts schönredet und dennoch konstrunktiv ist und kompetent. sein kollege machte am telefon den gleichen eindruck auf mich und war mit meinem fall vertraut. das ergebnis des gespräches verstehe ich so:

  • die mit zometa arbeitenden ärzte sind von den neusten erkenntnissen über das präparat ebenso überrascht und etwas ernüchtert (und vermutlich auch frustriert).
  • zometa scheint tatsächlich bei der gruppe der prä-menopausalen frauen nicht das gewünschte ergebnis zu bringen. aus diesem grund wird es in meiner praxis (und vielen anderen auch) auf diese gruppe nicht mehr weiter angewendet.
  • durch die einnahme von zoladex bzw. enantone ist man aber post-menopausal und hat einen entsprechend niedrigen östrogenspiegel. auf diese gruppe von frauen hat zometa eine wirkung. wie stark diese wirkung ist, kann man im moment nicht klar sagen. es laufen jetzt neue studien darüber.
  • die bisherige einnahme von zometa hat mir nicht geschadet. ob sie allerdings die gewünschte wirkung bringt, kann man derzeit nicht sagen. die nächste infusion steht für mich im september an und bis dahin weiß man vielleicht schon mehr. vor allem, ob ich es weiter nehmen werde.
  • es gibt keine garantie dafür, dass man gerade eine von denen innerhalb einer gruppe ist, auf die die positive wirkung zutrifft. das ist für mich ein wichtiger satz, da er vieles relativiert. mag für viele vielleicht negativ klingen. für mich rückt es einiges wieder ins rechte licht.
  • tatsächlich kann man im moment nicht mit sicherheit sagen, ob zometa die gewünschte wirkung bringt. es gibt im moment einige, voneinander abweichende meinungen und man muss da jetzt ein bisschen abwarten.
  • ich habe auch ohne zometa eine gute prognose.
  • man kann bei einer brustkrebserkrankung selbst viel für seine gesundheit tun (sport, ernährung, etc). man sollte auch auf eine gesunde und postive psyche hinarbeiten. es hilft alles zu tun, was helfen könnte. und dann muss man einfach feste darauf vertrauen, dass man überlebt. eine garantie dafür hat man nicht. aber wer hat die schon. alles nicht so einfach. aber es geht mir wieder etwas besser. trotz ernüchterung.
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19 Gedanken zu „Depri-Wolf ein wenig beruhigter

  1. Ich denke, das Wichtigste ist die positive Einstellung zu sich und seinem Leben. Welche Medikamente in Wahrheit wirklich helfen, ob bei Krebs oder woanders, wer weiß das schon. Ich habe kein großes Vertrauen in Ärzte und in die Pharmaindustrie. Ehrlich gesagt schon lange keine mehr. Und – ja, auch ein angeblich gesunder Mensch kann morgen schon tot sein. Das Heute leben, so gut man es jeden Tag kann, Vertrauen haben in das Leben, Gott, das Schicksal, was auch immer, ich denke, das ist am besten.
    Liebe Grüße!

    • liebe ellen, wie sagte meine oma immer: leg es in gottes hand. achja, das hatten wir schon öfters mal, oder *seufz* wir machen einfach weiter und das leben ist schön und soll es noch lange, lange bleiben!

      • Das Leben ist – zumindest meistens – wirklich schön! Und das wird es für dich und deine Lieben auch noch sehr lange bleiben…
        *Knuddel*

  2. Klingt schon besser! Danke für das Update!
    Wie Zometa funktioniert ist aber nicht ganz so unbekannt!? Durch die Reduktion der Osteoklasten finden die Tumorzellen nicht mehr die notwendige Umwelt um Kontakt zu ihnen aufnehmen zu können (so die Projektleiterin der Uniklinik in Essen) und somit können sie nicht wachsen. Also wird praktisch die Verbindung zwischen Schläferzelle und Knochenmark unterbrochen. Überhaupt sind die Studien in Essen sehr interessant. Alle Frauen die Bisphosphonate erhalten haben, hatten anschließend keine Schläferzellen mehr. Bei bereits bestehenden Knochenmetas ist es aber nicht möglich diese komplett zu vernichten, die Schläferzellen aber eben schon. Ich glaube schon daran, dass Zometa zumindest in der Hinsicht Knochenmetastasen verhindern zu können, wirkt. Die Organmetas, da bin ich auch eher skeptisch. Aber da Brustkrebs ja oft zuerst in die Knochen streut, ist die Infusion nicht so verkehrt. Ich würds weiternehmen bzw. ich nehms weiter. 🙂

    Liebe Grüße,
    Sonja

    • liebe sonja, ich bin im moment eher unsicher, was die wirkung anbelangt. ich warte jetzt einfach mal ab, meine nächste nachsorge ist im juli und dann sehe ich mal, was mein arzt dann sagt. aber es ist gut zu wissen, dass du so gut informiert bist, du weißt sehr viel mehr darüber als ich. grundsätzlich bin ich aber wieder so drauf, dass ich positiv denke und nicht meinem sofortigen ableben rechne. uff. wattn scheiß, oder?

  3. Liebe Katerwolf,
    lass Dich mal ein bisschen drücken. Ich glaube, dass kannst Du augenblicklich gebrauchen. Du weißt doch: Man muss nicht immer stark sein, man kann und darf auch mal fallen. Aber man darf nicht liegen bleiben. Und das wirst Du auch nicht, da bin ich mir angesichts Deiner bisherigen so positiven Einstellung sicher, auch wenn sich da heute aus überaus verständlichen Gründen wieder mal ein Loch und tausende Ängste vor Dir auftun. Aber wer hätte die in Deiner Lage denn nicht???
    Dieses augenblickliche dunkle Tal wird vorübergehen, dann gibt es neue Licht- und Ausblicke oben auf dem Berg. Du tust so viel für Dich, Du bist ein solch positiver Mensch, Du wirst das schaffen.
    Vielleicht hilft Dir Dein eigener Satz „ich habe auch ohne zometa eine gute prognose“ ja ein bisschen dabei! Das wünsch ich Dir sehr!
    Alles Liebe
    Inge

  4. Gut, liebe Katerwolf! Wir rappeln uns auf! Ich habe mir heute Mittag den Frust von der Seele gewalkt (zwar etwas matter als sonst aber immerhin: Ich bin gewalkt!!)
    Wir schaffen das!!

  5. liebe katerwolf

    zometa wurde die zulassung nicht entzogen, novartis hat das zulassungsverfahren gestoppt, weil die datenlage nicht klar ist (mein prof. sitzt in diesem board und ist nach wie vor felsenfest von der wirkung von zometa überzeugt).
    was die depri-phasen anbelangt, so sehe ich diese wie vor meiner erkrankung die pms-phasen (kurz, heftig, lästig und unnötig wie ein kropf aber auf keinen fall aussergewöhnlich oder lebensbedrohlich) – durch diesen „trick“ komme ich persönlich ganz gut mit ihnen klar ;))
    wünsche dir, dass diese phase schnell vorbei geht und lange wegbleibt und schliesse mich dem „wir schaffen das“ von anne gerne an.
    liebe grüsse und fühl dich gedrückt, newie

    • liebe newie, danke ♥

      ja, so sit das, ein auf und ab. ich bin insgesamt doch froh, dass bei mir die aufs überwiegen, denn die abs sind sooooo blöde! aber sie gehören ja doch nun auch mal dazu, sonst wäre man ja kein mensch. ich versuche manchmal zu sehr, „gut drauf“ zu sein, was häufig hilft aber manchmal muss man siche eben auch fallen lassen. so lernt ein jeder seine lektionen…..

      also, meine docs sind erstmal skeptisch, obwohl sie bislang große zometa.verfechter waren. sie meionen aber, dass man da flexibel beliben muss. es passiert nun mal immer wieder, dass studien nicht halten, was sie versprechen. warten wir mal ab, im monet wird sicher viel geforscht zum thema zometa.

      aber wir schaffen das ggf. auch ohne zometa 😆

      danke fürs drücken und ich drücke zurück, katerwolf

  6. ……………………man sollte auch auf eine gesunde und postive psyche hinarbeiten

    Ich glaube in diesem Satz steckt ganz viel wahres und eine Erkenntnis drin. Mache dich ja nicht zu verrückt. Ich bin keine Expertin, aber ich glaube an eine gesunde Einstellung und vor allem Streßabbau!!! Jetzt muss du dich auf alles besinnen und wieder deine Freude finden. Diese auf und abs während der Wechseljahre kennt eine jede Frau. Natürlich ist es nach der Krankheit eher noch der Fall und schwer sich da wieder herauszuziehen. Denke an die schönen Momente. Hormonschwankungen sind manchmal der echte Horror. Und das ganze Googeln bringt nichts. Lebe dein Leben so wie du es möchtest und besinne dich, was du alles schon erreicht hast und vertraue den Prognosen.
    Liebe Grüsse Andrea

    • liebe andrea, auch dir lieben dank ♥

      einige meiner freundinnen sind jetzt auch in den wechseljahren und leiden ähnlich – auch ohne tamoxifen und enanzone und zoladex. das hilft mir manchmal die ganze sache etwas zu relativieren. es geht mir heute schon deutlich besser. das war eine ordentliche talfahrt die letzten 2 tage, grässlich, aber gott-sei-dank habe ich so ein positives gemüt, dass es mir meist schnell wieder besser geht. und mit dem googlen hast du recht. und foren sollte man einfach meiden.

      alles liebe wünsche ich dir, katerwolf

  7. Ich kann mich Ellen da nur anschließen. Natürlich sind Sie jetzt verunsichert, aber Sie haben so hart gekämpft und sind jetzt auf einem so guten Weg, ich glaube nicht, dass das Medikament da eine große Rolle spielt. Viel wichtiger für Ihre Gesundheit sind die tollen Spaziergänge mit Joschi, das Reiten und auch, dass Sie jetzt ein Gefühl haben, wann Ihre Grenzen erreicht sind und wie Sie dann konstruktiv damit umgehen müssen. Ich drücke Ihenen die Daumen, dass die momentane Verunsicherung und Dünnhäutigkeit bald vorbei sind und Sie wieder optimistischer sein können!

    • ich danke ihnen von herzen für ihre lieben, aufmunternden worte ♥

      „Sie haben so hart gekämpft und sind jetzt auf einem so guten Weg, ich glaube nicht, dass das Medikament da eine große Rolle spielt. Viel wichtiger für Ihre Gesundheit sind die tollen Spaziergänge mit Joschi, das Reiten und auch, dass Sie jetzt ein Gefühl haben, wann Ihre Grenzen erreicht sind und wie Sie dann konstruktiv damit umgehen müssen…“

      es gibt tage, da vergesse ich das. das mit den grenzen hat mir mein gyn vergangene woche bei der nachsorge bestätigt. er meinte, das wäre enorm hilfreich für mich als patientin und für ihn als behandelnden arzt.

      danke und ich wünsche ihnen auch alles liebe, katerwolf

  8. Von den Medikamenten weiß ich einfach nichts. Was ich aber weiß, du bist eine starke Persönlichkeit, die sich durch Hiobsmeldungen nicht so schnell und gänzlich aus dem Gleichgewicht bringen läßt. Und die Heilungsprognosen sprechen für dich.
    Liebe Katerwolf, ich drück dich und wünsch dir viel Kraft.

    • liebe gudrun, danke dir nochmals ♥ waren echt 2 ganz, ganz miese tage, aber heute blinzelt die sonne wieder durch und sicher strahlt sie morgen wieder.

      wie sagt der franzose so schön: „la vie est dure sans confiture.“ zu deutsch: „das lewwe is hart ohne marmeladd!“

      alles liebe, katerwolf

  9. Guten Morgen!
    Sorry, ich komme so spät und konnte dich gestern gar nicht knuddeln. Also so virtuell meine ich. Ich hoffe, es geht dir wirklich etwas besser. Ich konnte zwischen den Zeilen lesen, wie sehr die die Angst und Unsicherheit im Nacken saß. Besonders schwierig ist es, glaube ich, dann stark zu sein, wenn man schwach ist. Ich schicke dir eine extra-große Energieportion!!!!

    Alles Liebe, Emily

    • liebe emily, danke dir ♥

      jepp, war nicht grad lustig die letzten tage. uiuiuiuiui. aber ich bin mal wieder froh, dass ich so bin wie ich bin und mich heute wieder aufrappele und merke, wie die heiterkeit und freude zurückkommt.

      alles liebe, katerwolf

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