Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

also, ihr lieben, ich glaube, nach einer woche werde ich hier langsam heimisch. komme grad vom „wattenläufer“ zurück, wo ich mit ein paar reha-gefährtinnen ein weinchen gepichelt, eine bratwurst gemampft und zu den seemansklängen einer einheimischen combo geschwoft habe. wir waren die attraktion in der dorfkneipe und hoben den altersdurchschnitt um gefühlte 50 jahre an. die haben nicht allzuoft einen mädelstisch, an dem die hälfte der bräute heiße perücken trägt. unsere stimmungslage war am ende so gut, dass einige der mädels überlegten, im takt von „an der nooo-h-ooordseeküste“ *sing* ihre perücken an die deckenleuchte zu schmeißen. insiderwitz.

ich bin eben mit dem fahrrad zurückgefahren, und ich glaube, ich bin noch nie bei so starkem wind geradelt. irre. streckenweise bin ich einfach auf der stelle stehen geblieben. ich dachte, mich weht die steife brise vom deich.

ansonsten geht es mir heute gut. mein halsweh ist fast weg. und ich war heute fleißig. zum beispiel bei der rückengymnastik heute mittag. seitdem habe ich einen neuen freund. einen großen, grünen gymnastikball. er heißt winnetou. ist der gemütlich. ich will ihn heiraten. in der regel gibt es in jeder gruppe eine grobmotorikerin. beim salsa bin das definitiv ich. bei der ballgymnastik ist es elena. sie schaffte es bei jeder übung vom ball zu krachen. mit großem getöse. dem therapeuten war es ein rätsel, wie sie das machte. jedenfalls machte es die ganze stunde links außen nur *rrruuums* und anschließend *uups*.

außerdem stand wieder „traumreise“ auf dem programm. diesmal hat eine teilnehmerin so laut geschnarcht, ich meine in echt SO laut, dass an entspannung nicht zu denken war. ich vermute mal ganz stark, dass die übrigen teilnehmer im raum, statt mental auf der magischen insel mit delfinen zu schwimmen, mental an einem schießstand standen und auf schnarchbären zielten. sogar die therapeutin war genervt und meinte nach der stunde mit leicht scharfen unterton: „diejenigen unter euch, die wissen, dass sie schnell mal einschlafen bei sowas, die mögen das nächste mal doch bitte aus rücksicht auf die anderen, im sitzen üben.“ sehr gute idee, danke.

mein rechter arm ist schwer.“ „ich bin gaaaaanz ruhig.“ und, kommt euch das bekannt vor? sicher. ich hatte heute meinen ersten kontakt mit autogenem training. alles, was man darüber erzählt, ist wahr. man kommt sich vor wie bei loriot.

so, und jetzt legt sich der katerwolf noch mit einem schönen krimi ins bett, morgen gehts um 7 los hier. chaka.

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19 Gedanken zu „Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

  1. Liebe Katerwolf, so eine Kur ist doch wat Feiens! Und wenn Ihr Mädels die Föhrer Kneipe zum kochen gebracht habt, das will was heißen, die Nordfriesen neigen nicht so leicht zum Überschwang. Lag es nun an den fliegenden Perrücken oder an dem engelsgleichen Gesang??

    Denk dran, immer schön die Hände uafs Sonnengeflecht, det tut jut 😛
    Grüßle an dich und die Mitkurerinnen und an alle Föhrer Möwen!!!

  2. Und im nächsten Musikantenstadel heisst es dann: „Es singt für Sie der Shanty-Chor der Reha-Klinik Utersum“ oder wie oder was?
    Und warum heisst ein GRÜNER Gym-Ball Winnetou wie die alten ROThaut?
    Und „ganz leise flüster“ ich würde auch bei der Traumreise einschlafen. Oder ich müsste mich so auf das Nicht-Einschlafen konzentrieren, dass ich nicht entspannen würde. Heisst doch auch „Traumreise“ – also bitte jetzt *trotzig schau*
    Wünsche dir VIEL Entspannung und weniger Sturm (obwohl ich finde, dass hat auch was, genauso wie der gruselige Seenebel)

  3. Na so was. Das Katerchen hat schon ’nen „Kurschatten“, den Winnetou. *schelmisch guck*
    Hoffe das ihr das gute Stimmungsgefühl, von eurer Dorfkneipentour, lange beibehaltet.

    Liebe Grüße von der launischen Ostsee

  4. Liebe Katerwolf, so von mir nun endlich auch mal Hugs and Kisses an Dich in der Reha.
    Wollte Dir mal noch schnell was erzählen:
    Ich war gestern beim FA und er untersucht so rum. Plötzlich sagt er: „Frau P., Sie haben da Polypen!“
    Ich dann so: „ACH WATT!?“ und fiel beinahe vor Lachen von Stuhl…..
    Er guckte mich sehr, sehr merkwürdig an und ich hab ihm dann Deine Geschichte von den Wattwürmern erzählt.

    Herzlichste Grüße aussm Sauerland
    Tina

  5. Bei unserer Rückengymnastik haben wir 2 Kandidatinnen, die zum Schlafen und entsprechenden Geräuschen neigen, aber meist nicht so arg laut.
    aber da müssen wir dann lachen, anstat entspannen.
    Neuerdings neige ich auch dazu, nicht mehr hinzuhören…..
    Aber die Idee mit dem Sitzenbleiben bei der Entspannung, die ist ja Klasse.

    Der große Ball, den liebe ich auch. Wir haben auch eine, die fast jedesmal einmal runterplumpst.
    Auf dem Rücken, drauf, und dann vorwärts und rückwärts laufen, herrlich…
    Weiter viel Freude und schmeißt die Perücken nicht zu weit, die werden noch gebraucht.

  6. Liebe Katerwolf,
    ich dachte nicht, dass du schreiben wirst in der Zeit der Reha. Und nun sitze ich hier und lache mich krumm. Und das, weil ich mir die schnarchende Entspannung so gut vorstellen kann. 😀
    Liebe Grüße von der Gudrun, die jetzt öfter wieder vorbeischaut.

  7. Uah Was für eine intolerante Therapeutin. Bei uns durften die Teilnehmer immer einschlafen, wenn sie wollten. Das sei ja auch Entspannung. Und die andern durften auf die Blumenwiese… mit dicken Brummern, die von Blüte zu Blüte fliegen

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