Rehageflüster: Leben heißt mehr als überleben

jeden morgen, wenn ich am stationszimmer vorbeilaufe, bleibe ich am „mitteilungsbrett“ stehen und lese einen zettel mit leitsätzen, der dort hängt. was darauf steht, ist so schön, dass ich mir die seite heute kopiert habe, da ich es gerne mit euch teilen möchte. ich bin mir sicher, dass auch ihr euren leitsatz darauf findet. meinen habe ich kursiv gesetzt. viel spaß 😆

ich habe die wahl glücklich oder unglücklich zu sein, leben heißt mehr als überleben.

ich habe das recht, zu allem nein zu sagen, wenn ich mich nicht zu einer sache bereit fühle oder unsicher bin.

ich darf alle meine gefühle wahrnehmen, dazu gehören wut, angst, trauer, freude und liebe.

ich habe das recht, neugierig und mutig zu sein.

ich bin wahrscheinlich nicht schuldig, auch wenn ich mich so fühle.

ich habe das recht fehler zu machen.

ich brauche nicht zu lächeln, wenn ich eigentlich weine.

ich darf ein gespräch, eine begegnung beenden, wenn menschen mich klein machen und verletzen.

ich darf gesünder sein als die menschen in meiner umgebung.

ich bin auch dann in ordnung, wenn ich entspannt und fröhlich bin und freude habe.

ich habe das recht, mich zu verändern und zu wachsen.

ich bin auch dann wichtig, wenn ich mich abgrenze und darauf achte.

ich darf auf jemanden ärgerlich sein, den ich liebe.

ich kann auf mich achten, und zwar unabhängig von den jeweiligen umständen.

ich brauche nicht perfekt zu sein, um glücklich zu sein.

ich brauche nicht perfekt zu sein. punkt. niemand ist es.

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40 Gedanken zu „Rehageflüster: Leben heißt mehr als überleben

  1. Ach Liebchen, das ist so schön. Leider neigt man (eigentlich besonders frau) dazu, immer nach rechts und links zu gucken, es allen recht zu machen, sich selbst zurückzustellen und verliert sich selber dabei aus den Augen. Wenigstens EINES dieser Postulate sollte man pro Tag beherzigen. Vielleicht gleich morgens als „Satz des Tages“ festlegen oder so.
    Ich habe auch etwas gelernt und wende es mit Erfolg an: „Mach keine Geschichte draus“, d.h. anstatt etwas in sich hinein zu fressen, innere Dialoge zu führen, gekränkt zu sein, sich aufzuregen oder was auch immer, einfach nur zur Kenntnis nehmen und abhaken. Das gilt natürlich nur für Dinge, die man eh nicht ändern kann. Aber ich bin schon sehr viel ruhiger geworden. Ooooommmmmmhhhhhh, 🙂
    wünsch Euch schönes Wetter, Sonnendaumen sind gedrückt! Brigitte

      • das mit dem leitsatz des tages ist ne gute idee. oder leitsatz des monats. dann hat man mehr zeit.

        alles liebe und lieben dank! mein mann kommt heute für 3 tage. die kinder sind schon da. wie schön 😆

  2. Schuld woran? Das „wahrscheinlich“ müsste man aber noch streichen, sonst bleibt ein schuldiger Nachgeschmack!

    Ich nehme mir diesen hier: „ich darf alle meine gefühle wahrnehmen, dazu gehören wut, angst, trauer, freude und liebe.“

    Sei lieb umarmt,
    Sunny

    • tja, wenn ich das so genau wüsste, ist nur so ein unterschwelliges gefühl. jemand hat mir mal aus dem horoskop gelesen, ich sei in meinem früheren leben ein dikator gewesen. ob das daher *grübel*?

      alles liebe, deine schuldlose wolf

  3. Sehr schöne Leitsätze, aber zwei haben mich doch ein wenig verwundert:
    ich darf gesünder sein als die menschen in meiner umgebung.
    ich bin auch dann in ordnung, wenn ich entspannt und fröhlich bin und freude habe.

    es ist wohl Reha-spezifisch oder? Ich kann das grad nicht auf eine „andere Welt“ übertragen….
    Nachdenkliche Grüsse Naschi

  4. [diese] leitsätze sind super! ich hab‘ mir meinen eigenen gemacht, in einem seminar zum thema stressmanagement: ich darf zeit ungenutzt verstreichen lassen.

    … weil ich glaube, daß da mein persönlicher prokrastinations-höllenhund begraben liegt… ^^

  5. Ich nehme auch den mit der Schuld.
    Das habe ich oft genug gehört, direkt oder zumindest deutlich angedeutet:
    „Wie (oder „von was“) kriegt man denn sowas?“
    „Hätte man denn nicht vielleicht ….?“
    Weiß nicht ob man hätte. Mit großer, sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht!
    Aber der springende Punkt ist; man hat nicht, und dafür muss man sich nicht schuldig fühlen, nein, Punkt.

  6. Liebe Katerwolf, das sind wundervolle Sätze. Dazu kann ich gar nicht viel sagen. Will ich auch gar nicht, außer: JA und ich danke dir ♥

    Alles Liebe, deine Emily

  7. ich brauche nicht zu lächeln, wenn ich eigentlich weine.

    Den hätte meine Schwester damals gebraucht. Sie hat immer gelächelt, auch, wenn es nichts zu lächeln gab. Sie hatte Depressionen, die man damals noch nicht feststellen konnte.

    Dieser Spruch ist einfach für mich gemacht: So lebe ich, genau so.

  8. Die Leitsätze sind toll. Derjenige, der vermutlich am besten zu mir passt(e), ist

    Ich bin auch dann wichtig, wenn ich mich abgrenze und darauf achte.

    …wobei ich aber den Schluss „…und darauf achte“ in diesem Zusammenhang nicht ganz verstehe. Worauf achte? Auf die Abgrenzung?
    Jedenfalls passt er zu mir, weil ich mich tatsächlich viel und oft abgegrenzt habe. Und ich es eigentlich immer bereut habe und heute bereue, es getan zu haben, weil vermutlich niemand verstanden hat, wie jemand, der (sonst) so offensiv mit ihrer Erkrankung umgegangen ist, wie ich, auch den Wunsch haben kann, sich abzugrenzen. Aber vermutlich gerade deswegen gefällt mir der leitsatz. Denn: Ich bin AUCH DANN WICHTIG. Das hätte ich mir gerne selbst gesagt, wenn ich Schuldgefühle spürte, weil ich mich abgegrenzt hatte, und ich mich dennoch einsam fühlte.

    • liebe masca, das freut mich, dass du auch nachträglich noch deinen leitsatz gefunden hast 😆

      sei geknuddelt von einer sehr müden katerwolf (heute 20 km rad gefahren und 3 stunden im watt gerittetn 🙂 )

  9. Die Sätze werde ich mir mitnehmen, liebe Katerwolf. Meist fühlt man sie mehr, als dass man es in geballter Ladung aufschreiben könnte.
    Ich hatte mich vor drei Jahren entschlossen, alleine zu leben. Und das war richtig. Ich habe mich verändert. Heute könnte ich mein Weggehen besser begründen. Und jeden Leitsatz würde ich unterschreiben.

    Liebe Grüße von der Gudrun

  10. Liebe Rehawolf, ich freue mich, dass Du so wunderbare Dinge erlebst – in Gedanken bin ich immer wieder bei Dir – und hätte riesigen Spass beim Blasen – aber vor allem beim Bogenschiessen. Ich habe das einmal gemacht und kam mir vor wie Robin Hood oder so… :o)

    Jeder dieser Leitsätze bringt etwas in mir zum klingen, aber einer steht für mich für alle:

    Ich brauche nicht perfekt zu sein. Punkt. (und ganz wichtig) NIEMAND IST ES.

    DANKE fürs Teilen! Liebste Grüsse

    • liebe palmenstrand, wie schön, von dir zu hören 😆

      vielleicht solltest du ja nochmal eine auf robina hood machen, hm??? wenn das doch gut geklappt hat, hm??? 😆

      ansonsten blasen wir zwei halt nur 😉

      alles liebe, deine rehawolf

  11. Danke für diese Leitsätze. Ich habe mir mal zwei rausgepickt, die recht gut zu mir passen:
    – ich habe das recht fehler zu machen.
    – ich brauche nicht perfekt zu sein. punkt. niemand ist es.
    Aber auch die anderen sind natürlich sehr hilfreich.

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