3 Wochen Indien: Taj Mahal forever!

„Du ließest dir deine Königsmacht entgleiten, Shah Jahan, aber der Träne, die die Liebe weinte, wolltest du ewiges Leben geben.“

mit diesen worten beginnt der gedichtsband die gabe des liebenden des berühmten indischen dichters rabindranath tagore, in dem er die unsterbliche liebe des großmogul shah jahan zu seiner frau mumtaz mahal beschreibt. shah jahan ließ dieses bauwerk 1631 zum gedenken an seine geliebte gemahlin erbauen. somit ist es wohl das romantischste bauwerk der welt und zieht bis heute millionen liebespaare aus aller welt an.

ich muss etwa 22 jahre alt gewesen sein, als ich es das erste mal las, und seitdem wollte ich immer den taj mahal sehen. es sollte viele jahre dauern, bis es soweit war. nennt es sentimental, aber seit genauso vielen jahren trage ich dieses kleine büchlein in meinen diversen handtaschen mit mir herum.

am 27.11.2011, historisches datum, sollte es soweit sein. katerwolf sah den taj mahal.

 

zunächst aber ging es am morgen um die bewältigung des ersten indischen frühstücks. eine etwas paranoide reisegruppe drückte sich verunsichert vor dem frühstücksbuffet des hotels herum und diskutierte darüber, wo überall wasser drin sein könnte. denn, das weiß ja jeder, wasser in indien = sofortiges ableben. so blieben die fruchtsäfte und der hausgemachte joghurt curd unbeachtet liegen. stattdessen kaute man etwas lustlos auf toast mit gummibärchenmarmelade herum und die mutigen aßen tapfer das indische frühstück: linsen dal, kartoffelcurry-suppe und indisches fladenbrot roti. ich fand das als einstieg sehr lecker, scharf und stärkend. 1 stunde später, im bus, hatte ich meine erste lektion gelernt: von dal bekommt man arge blähungen. in einem vollen reisebus sehr abträglich. ich übte mich mit erfolg in selbstkontrolle.

die busfahrt von delhi nach agra war spannend. lang – in indien braucht man für alle strecken zienlich lang – aber spannend. unsere reisegruppe saß im bus und starrte gebannt durch die busfenster nach draußen. da draußen war indien. ein scheinbar völlig fremder planet. ein bunter, chaotischer, lauter, dreckiger, wunderbarer, pulsierender planet.

 

mein 2. eindruck war: in indien passiert das ganze leben auf der straße. nichts wird versteckt, alles ist sichtbar vorhanden. wenn man aus einer kultur kommt, in der das meiste unangenehme, wie etwa tod, alter, wahnsinn, weggesperrt wird, ist man völlig geschockt, all das auf dem präsentierteller zu sehen. überall. völlig selbstverständlich. ich dachte an südafrika und seine townships. in indien ist alles überall. ich sah das bunteste gewimmel des universums an uns vorüberziehen. ich sah pompöse rolls royce- und rolex-niederlassungen und slumhütten auf dem bürgersteig davor. ich sah zerlumpte menschen mitten auf der kreuzung auf dem schmalen mittelstreifen schlafen. es tat gut, erstmal nur durch das busfenster schauen zu können, sich an all das fremde, das man draußen sah, gewöhnen zu können. es sollte noch ein paar tage dauern, bis wir uns alle trauten, genau da rein fallen zu lassen. und dann machte es großen spaß.

so saßen wir am 2. tag einfach im bus und staunten. und staunten. und staunten weiter.

und dann hörte das staunen nicht mehr auf. vielmehr steigerte es sich zu dem staunen. wie waren am taj mahal angekommen. fast unwirklich, überirdisch schön, scheint dieses monument über der erde zu schweben.

wir ließen uns in die bunte menge gleiten, bestaunten die wunderschönen frauen in ihren prachtvollen saris und wurden zurückbestaunt. angelächelt, angelacht, angegrinst. ich bin noch nie im leben irgendwo so konsequent freundlich angelächelt worden, wie in indien.

 

 

„single line! single line!“ tönte es von allen seiten. uniformierte wachleute mit trillerpfeifen und schlagstöcken ordneten die wartenden menschenmassen von allen seiten in eine schnurgerade schlange. an sich schrecklich. in indien ein quell des spaßes. mit gutgelaunten menschen steht man sogar gerne in der warteschlange. nirgends macht schlangestehen so viel spaß wie dort. ich würde sagen: nirgends ist es so bunt. seht selbst:

 

unsere schillernd bunte schlange führte uns um das gebäude herum und erlaubte atemberaubende perspektiven: auf das bauwerk, die umgebung und die menschen. so viel schönheit überall. wir waren völlig gebannt.

 

 

 

 

 

überwältigt und glücklich fuhren wir im anschluss in unser hotel und dann zum abendessen in ein gartenrestaurant. ich aß mein erstes navratam korma, ein vegetarisches currygericht mit gemüse, frischem obst, cashewnüssen und chilli. ultralecker!

Advertisements

33 Gedanken zu „3 Wochen Indien: Taj Mahal forever!

  1. Du hast bestimmt viele Eindrücke mitgebracht, die erst einmal „verarbeitet“ werden wollen. So geht mir das auf jeden Fall immer, wenn ich heimkehre 😉
    Danke für den schönen Bericht und die tollen Fotos.
    Sonnengrüße, Dori

  2. Du schreibst faszinierende Berichte. Ich stelle es mir gar nicht einfach vor, die vielen Eindrücke zu verarbeiten, in dir und hier. Aber das gelingt dir bestens und du verstehst es, einen quasi mit auf die Reise zu nehmen.
    LG, April

    • liebe april, ganz heißen dank für deinen kommentar ♥

      weißt du, es ist eine ganz schön tolle sache, so etwas zu verarbeiten. mir fallen einige andere dinge ein, die nicht so toll sind wie das 😉

  3. Diese Farben, dieses Bauwerk: einmalig!!!!!
    Und diese Frauen in den Saris – einfach wunderschön.
    Und ja – so ein Essen könnte ich auch grad mal verspeisen im Moment 🙂
    Liebe Grüsse

  4. „am 27.11.2011, historisches datum, sollte es soweit sein. katerwolf sah den taj mahal.“ und hat wunderschöne Fotos gemacht.
    Ich freu mich übrigens auf den Moment, wo Ihr Euch in das bunte Gewimmel traut

      • ja, genau – und wegen des aufbaus und sätzen wie diesem am 27.11.2011, historisches datum, sollte es soweit sein. katerwolf sah den taj mahal. macht es superviel spaß, das hier zu lesen. spannend! mit gänsehaut und so. danke. ❤

  5. Ich habe das Gefühl, ich stand vor dir in der single line und habe alle deine Eindrücke ins Ohr geflüstert bekommen. – Die Fotos von dem tollen Tempel kann man ja noch vergrößern – da sind sie ja noch schöner als sowieso schon.
    Danke und schönen Gruß schickt Clara

  6. Wow, welch schöner Reisebericht, liebe Katerwolf. Deine Begeisterung schwappt über und sorgt dafür, dass man ein wenig eine Ahnung bekommt von diesem „fremden schönen Planeten“.
    Alles sehr beeindruckend und sicher schwer verdaulich, wie die Linsen. Mir würden Augen brennen und das Herz im Hals schlagen. Die passende Abendstimmung zur rechten Zeit … wow.

    Liebe Grüße von der kleinweltlichen Waldameise

  7. Das treibt einem direkt die Tränen in die Augen, einfach nur schön! Wie gerne möchte ich einmal nach Indien..aber das Geld..die lange Flugzeit…usw…Naja, bis dahin schau ich halt bei Dir und Mascha vorbei und erfreu mich an den Erlebnissen und Fotos 😀

  8. Whow, liebe Katerwolf,
    vielen Dank für den tollen Reisebericht mit den vielen ebenso tollen Bildern. Da Du Deine Eindrücke so bollywoodreif beschreibst, nimmst Du Deine Leser mit auf die Reise und ich träume seither schon etwas bunter ;-)) – und heute gab es Linsen! :-))
    Herzlichen Dank für Deine so schön beschriebenen Reiseeindrücke und ich freu mich auf weitere!

  9. *jubel* *kreisch* Schön datt Du wieder dahaaaaaaaaaaa bist. Ich musste jetzt erstmal alle Berichte lesen und Bilder kucken und dann erst Hallooooo sagen *gggg*…sorry….
    TOLL TOLL TOLL und bitte noch viel, viel mehr davon. Ich reise wirklich gerne mit Dir!!!
    Fühl Dich lieb umärmelt und *jubel* schön Dich zu lesen…
    Liebe Grüße aussm Sauerland
    Tina

  10. Ist schon Wahnsinn, was du da erleben konntest.
    Mutig, das indische Essen zu genießen und die Auswirkungen zu „managen“ 🙂
    Und du warst endlich am Taj Mahal, jaaaaa! Wunderbar!

  11. Liebelein, ich kann mich hier gar nicht satt sehen! Diese Farben sind sooo prächtig und lebensfroh. Einfach herrlich.
    Und dann: Taj Mahal. Mein Traum. Wie gerne möchte ich es einmal live erleben. Ich danke dir für diese wunderschönen Bilder, Eindrücke und die Geschichte drum herum!

    Wundervoll!

    Alles Liebe, Emily

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s