Facebook des Monats

es ist ja nicht so, dass ich facebook doof finde. im gegenteil, ich finde facebook prima, bin selbst facebook, poste regelmäßig schräge tierfotos und verfolge einigermaßen regelmäßig das treiben meiner facebookfreunde. zugegebenermaßen muss ich gestehen, dass ich nicht alle, die laut facebook meine freunde sind, auch wirklich kenne. das kennt ihr ja sicher auch: irgendjemand schickt dir ne freundschaftsanfrage, mit dem du einige freunde gemeinsam hast, und schon denkst du, dass du ihn vermutlich irgendwoher kennst, und klick, klar sind wir freunde. ich glaube, einige kenne ich wirklich gar nicht. egal. soziologisch spannend finde ich auch die tatsache, dass es menschen gibt, die auf facebook fleißig und emotional deine posts kommentieren und alles liken, was du von dir gibst, triffst du sie aber im realen leben, tun sie so, als würden sie dich nicht kennen. sehr, sehr seltsam. ich habe mir nun angewöhnt, jeder dieser begegnungen mit lautem HALLO und *winkewinke* entgegenzuwirken. ich hole diese menschen sozusagen aus ihrer virtuellen isolation heraus *nick*

ich habe auch schon menschen wieder „entfreundet“, da sie mit ihrer facebook-omnipräsenz ihre mitmenschen nerven. das sind die facebook-exhibitionisten. sie scheinen in facebook zu leben. egal wann man facebook aufruft, sie sind schon da, waren grad da, sind immer da und posten im sekundentakt so wichtige mitteilungen wie etwa: „mir ist der fingernagel abgebrochen“ oder „bin grad im supermarkt“. diese facebookkategorie postet auch gerne bikinifostos von sich, die keiner sehen will oder lustige schnappschüsse von sich mit spaßigen kopfbedeckungen oder nach 5 stunden komasaufen. die „entfreunde“ ich dann schon mal, merken die ja gar nicht.

eine sache nervt mich bei facebook aber tatsächlich: die zunehmende kommerzialisierung in facebook. da wird hemmungslos wahlkampf betrieben, veranstaltungen und produkte beworben. alles unter dem namen „privat und persönlich“ natürlich.  ganz nach dem motto: „ich geh natürlich hin, und du?“ das nervt. wenn ich bei facebook reinschaue, möchte ich nicht als erstes eine polemisierende nachricht irgendeiner partei lesen oder angefragt werden, ob ich gerne der gruppe des knäckebrotessenden baltikums beitreten möchte. nö. genausowenig möchte ich freundschaft mit nougatcreme europa schließen.

gestern war ich im supermarkt und habe mir nach jahren ein päckchen zwieback gekauft.  ich kenne zwieback von früher, weiß noch genau, wie die packung aussah und vor allem, wie unkompliziert sie aufging. erst beim auspacken sah ich mir die verpackung genauer an. alles neu. da kann man tatsächlich freund von werden. auf facebook. zwiebackfreundin. und nicht nur das! man kann ein app auf sein handy downloaden und dann *tadaa* ein grinsefoto von sich schießen und das bei facebook posten. mit etwas glück wird man dann das facebook-zwiebackgesicht des monats und gewinnt irgendwas. vermutlich lebenslang kostenlosen zwieback. will man das wirklich? zwiebackgesicht des monats werden? oder ein anderes zwiebackgesicht des monats auf facebook sehen? alter! ich sag nur: big zwieback is watching you.

übrigens lässt sich die verpackung nicht mehr unkompliziert aufreißen. sie sieht jetzt aus, als hätte der weiße hai sie zerfetzt. weißer hai zerfetzt zwiebackgesicht. ob ich das posten soll?

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21 Gedanken zu „Facebook des Monats

  1. Also arbeiten wir mal auf:
    1) wenn ich Zwieback esse, habe ich es am Magen – also erstmal gute Besserung
    2) facebook dient im Grunde einzig und allein Werbezwecken
    3) ich habe mir Fransen an den Mund geredet, dass die Tochter nach Ende der Studien wenigstens ein gescheites Bild von sich eingestellt und nicht das grenzdebile Schielgesicht, dass sie die letzte Zeit hatte, denn
    4) laut Aussage eines mir gut bekannten Personalmanagers schauen die und ihre Chefs doch gerne mal bei facebook nach, was der Bewerber /Mitarbeiter so treiben in ihrer Freizeit. Und wie blöd kann man eigentlich sein, dass man über eine tolle Fete postet, die man besucht hat, wenn man offiziell krank geschrieben ist (wahr und wahrhaftig passiert!)
    5) es bleibt die Frage, ob das alles Freunde sind, die den button anklicken.
    Fazit: ich glaube, facebook ist nix für mich.
    P.S. Blogs ist was anderes. Ich würde, wenn ich es definieren müsste, als Brieffreundschaft beschreiben. Oder nicht?

    • nein, ich habs nicht am magen. knabbere im büro nur gerne dinkelzwieback. und wollte mal von dinkel- zu normalozwieback wechseln. dinkel schmeckt besser. lässt sich auch einfacher öffnen.

      und mein sohn hat auch ein paar saufbilder bei facebook. hm, vielleicht sollte ich auch mal ein paar bei mir einstellen *kicher*

  2. Nachdem mich bei facebook ständig Schüler als Freunde haben wollten, deren Anwesenheit ich in der Unterrichtszeit gerade mal begrenzt ertrage, habe ich mich da schnell wieder aus dem Staub gemacht.

    Zu viel, zu unübersichtlich, ein zu großer Zeitfresser und ganz viel Skepsis, wo meine Daten und Posts letztendlich hinwandern.
    Facebook – nein danke!

    LG Anna-Lena

  3. Ach Facebook ist schon ok. Ich seh das als Unterhaltungsmedium, von dem ich mir zugegenermaßen zuviel Zeit klauen lasse.
    Natürlich muss man nicht jeden Furz posten, aber hin und wieder habe ich auch mal einige manchmal auch längere und zeimlich sinnfreie Blödeleien mit meine Facebookkontakten. „Freunde“ ist, wie ich finde, eine blöde Bezeichnung.
    Manchmam geht es in Blogs etwas persönlicher und verbindlicher zu, manchmal aber eben auch nicht.
    Wenn ich jemandem etwas wirklich wichtiges mitteilen möchte, dann mach ich das überwiegend doch als Mail.
    Mag sein, dass Personaler auch mal bei Facebook reinschauen, wenn es um Einstellungen geht, aber die müssten eigentlich mittlerweile selbst drauf gekommen sein, dass man dort nur sehr begrenzt über die Menschen hinter den Profilen etwas erfährt. Diejenigen, die das noch nicht gemerkt haben dürften schlechte Personaler sein.
    Mit Werbung auf Facebokk, hab ich keine Probleme, die Einblendungen filtert der Adblock weg, und werbliche Einladungen o.ä. habe ich eigentlich bisher keine bekommen.
    Zwar gibt es Menschen, die ein bischen viel mit Veranstaltungshinweisen, Spieleinladungen etc. um sich werfen, aber die kann man ja selektiv blockieren ohne die Menschen gleich ganz zu entfreunden.
    Und seien wir ehrlich, auch im reallife gibt es Menschen, die für unseren jeweiligen Geschmack etwas zuviel oder über für uns uninteressante Dinge reden. Auch da steht es uns frei, zu diesen weiterhin Kontakt zu halten oder das aufzugeben. Das ist nicht unbedingt ein Facebookproblem.

    • „Und seien wir ehrlich, auch im reallife gibt es Menschen, die für unseren jeweiligen Geschmack etwas zuviel oder über für uns uninteressante Dinge reden. Auch da steht es uns frei, zu diesen weiterhin Kontakt zu halten oder das aufzugeben. Das ist nicht unbedingt ein Facebookproblem.“

      mei, doa hast voi recht, karl 😆

      • Sinnfreie Blödeleien…mit dir, lieber Karl? Gar unmöglich! 😆

        Ja, seh ich genauso…ist um sich zu unterhalten, bisschen Blödsinn zu treiben und mit Menschen über Distanz in Verbindung zu bleiben und letztendlich hat mir diese Plattform (gegen die ich mich lange gewehrt hatte) tatsächlich zwei liebe Verwandte wieder in mein Leben zurückgeholt. Und manchmal wünschte ich, dass man Leute, die man persönlich so auf der Straße trifft, ganz schnell wieder wegklicken, blockieren oder löschen
        kann. 😉

  4. Diese omnipräsenten Leute, deren ganzes Leben sich scheinbar nur in Computer und Handy abspielt, kenne ich nicht nur von Facebook sondern auch von Twitter. Sie tun mir immer ein bißchen leid, aber jeder muß ja selbst wissen, womit er seine Lebenszeit verschwendet. Ich tue es jedenfalls lieber beim Bloggen. ;o)

  5. Ich habe zwar einen Gesichtsbuch-Account, halte mich dort aber nur sehr sporadisch auf. Außerdem ist dieser Account nicht öffentlich, eben weil ich nicht will, dass mir da eventuell irgend Jemand hinterher schnüffelt. 😉 Ich habe auch eine recht geringe Freundeszahl dort. Im Allgemeinen und Besonderen finde ich Bloggen weitaus schöner und interessanter als das Gesichtsbuch. 😉
    Dass der Zwieback jetzt eine neue Verpackung hat, habe ich noch gar nicht mitbekommen! Da muss ich glatt mal aufpassen, wenn das „Nobelhotel“ eine neue Lieferung bekommt!

  6. Menno. Ich bin auch bei facebook. Aber so tolle Einladungen und Werbungen kriege ich nicht.
    Oder bin ich schon so profi im Wegsehen, dass ich das gar nicht mehr merke???

  7. Also: Facebook kommt mir nicht auf den Rechner. Neee ganz bestimmt nicht.
    Aber ich habe letztens auch mal wieder – nach langer Zeit – Zwieback gekauft. Das war echt schwer, das aufzubekommen. Ich habe mich schon im Laden über die harte eckige Verpackung gewundert. Das offenmachen war echt nicht leicht. Aber ich habe es geschafft, jippie!

  8. Bin auch nur eher sporadisch auf facebook. Persönlich finde ich Google+ eigentlich besser, aber da ist ja kaum wer, weil nun mal alle im FB sind.

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