Überleben im Cluburlaub: Der Sportfanatiker

Wenn man Cluburlaub macht, begegnet man unweigerlich der Kategorie Sportfanatiker. Den Sportfanatiker erkennt man an seinem Sport-Outfit und an seinem dynamischen Gang. Damit meine ich, er hat sein Sport-Outfit immer an und ist immer dynamisch unterwegs. Schaut man frühmorgens aus dem Hotelzimmer, etwa um das Wetter zu prüfen, sieht man ihn schon durch die Clubanlage joggen. Später, beim Frühstück, kommt er dynamisch und ernst dreinschauend angeschossen, belädt sich mit Müsli, Obstsalat und Fruchtshake, vertilgt alles hektisch und schon düst er wieder vondannen, einen Kometschweif hinter sich herziehend. Zur nächsten Sporteinheit. Der Sportfanatiker ist ein Einzelkämpfer, schließt sich im Club aber gerne auch mit Gleichgesinnten zusammen. Ähnlich spaßfreie Gesellen, wie er selbst.

Zu welchem Sportprogramm auch immer man selbst erscheint, der Sportfanatiker ist schon da, weiß welche Matten und Hanteln und Stricke man braucht und macht sich schon warm. Während man selbst bei Step 1 mit seinen plötzlich 10 Armen und Beinen kämpft, hüpft er dynamisch auf und ab und sieht entsetzlich motiviert aus. Neben ihm kommt man sich grundsätzlich wie der Gruppenspast vor. Kommt man mit ihm ins Gespräch, will er wissen, ob man schon Aerobic, Bogenschießen, Hot Iron, Fatburner und Indoor Cycling gemacht hat und wie es war. Wenn man das verneint, ist man eh untendurch und wird wie Luft behandelt. Am liebsten macht er fanatisch Indoor Cycling, da geht er so richtig ab. Zum Warmwerden genau das Richtige. Während der Cycling- Otto Normalo nach dieser Brutaloeinheit keuchend in der Ecke liegt, sprintet der Sportfanatiker wie der Roadrunner die Treppe runter, schnappt sich ein paar Hunteln und geht 2 Stunden am Strand joggen.

Abends sitzt er dann gestählt am Achtertisch, schaut olympisch umher und schweigt. In der Clubdisco ist er eher nicht anzutreffen, er muss früh schlafen gehen, Kräfte für den nächsten Tag sammeln. Freundschaften im Club pflegt er, abgesehen von anderen Sportfanatikern, auch mit der Kategorie verhungerte AerobicSchnepfe und gestresster Planabarbeiter. Mit dem Vielfraß steht er auf Kriegsfuß, ebenso mit dem Primat. Als Club-Sexpartner kommt am ehesten die AerobicSchnepfe in Frage.

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16 Gedanken zu „Überleben im Cluburlaub: Der Sportfanatiker

  1. Wunderbar, ich liebe diese Feldforschereien! 😀
    Schreibst du im wahren Leben eigentlich in den Klatschzeitungen diese Artikel, welche Sternzeichen welche Eigenschaften haben und wie zueinander passen? Daran musste ich gerade spontan denken 😆

  2. Vielleicht sollte ich auch mal Cluburlaub machen. Ich glaube nur, dass ich nicht viele der Angebote wahrnehmen würde, da ich eher der Typ „notorischer Dauerchiller“ bin.

  3. Eingebildete Fazke gibt es leider in jeder Branche.
    Also auch bei den Sportlern, lach.
    Solche Sportstudios mag ich ja gar nicht.
    Daher kenne ich wohl diese Sorte auch nicht, lach.

  4. So ein Typ ist bei uns im Fitnessstudio, im Familien-Sprachgebrauch „Oranje“ genannt, weil er mit orangefarbenem Sportleibchen und kurzem, ebenfalls orangefarbenem Sporthöschen zum Dauertraining antritt. Wenn er dann zu den Übungen auf der Bodenmatte schreitet, siehst du dort Dinge, die Du NIE von ihm sehen wolltest. Urrggggssss……

  5. *Muahahaha!* 😆 Vortrefflichst beschrieben! Ich habe solche Typen mal scharenweise kennen lernen dürfen, als ich mich eines Rückentrainings und Krankengymnastik unterziehen musste. Lieber fünfzig Jahre lang nix zum Geburtstag und zu Weihnachten, als solch einen Kerl an der Backe zu haben… :mrgreen:
    Weiterhin viel Urlaubsfreude!

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