Überleben im Cluburlaub: erziehungsfreie Pestbeulen

Aus gegebenem Anlass folgt nun eine Zusatzkategorie, die erziehungsfreie Pestbeule: „Oooohhhhnee, ooo-hoooo-ne, ooooohneee hab ich gesagt!“ schallt es vom Mittagsbuffet zu uns herüber. Kurzer Blick über die Schulter: ein etwa 9-jähriger Rotzlöffel lehnt am Hamburgergrill und erteilt dem netten Türken hinter dem Grill feldwebelmäßig Anweisungen, dass es ohne Zwiebel, Tomaten, Soße und alles sein soll. Ohne Bitte ohne Danke, einfach nur unfreundlich. Der nette Türke entschuldigt sich und legt einen neuen Hamburger auf den Grill. Der Gatte, sichtlich not amused über den Ton des jungen Mannes, schlendert zu ihm, beugt sich zu ihm herab und flüstert ihm ins Ohr: „Freundlich, bitte!“ Verständnisloser Blick seitens des Jungen.

Kurze Zeit später am Pool: ein Mädchen will nicht aus dem Wasser. Mutter versucht freundlich lange Zeit alles Mögliche. „Marie-Clare-Emma-Luise, würdest du bitte jetzt aus dem Wasser kommen, Mami ist sonst gaaanz, gaaanz traurig!“ Kind ignoriert das geflissentlich. Als es schließlich nicht drumherum kommt, gehts los: Wutanfall, Zornesausbruch, wildes Beschimpfen der Mama, Sachen herumschmeiß. Deutschland, deine Kinder.

Eine Weiterentwicklung der kleinen, verzogenen Pestbeule ist der Jung-Teenager mit IPhone. Dieser ist im Club in Gruppen anzutreffen, meist trohnt eine Bienenkönigin in der Mitte, umgeben vom Fußvolk, und keiner spricht. Warum? Das ist out. Stattdessen schicken sich alle untereinander Nachrichten aufs IPhone.

Und weil es hier so schön reinpasst, die Kategorie der Urlaubs-Familienvater. Dieser trägt tagsüber seine Brut auf dem Arm, wahlweise führt er sie an der Hand, gerne begleitet von der Kindsmutter, einem jungen Klon- Blondie in Ralph Lauren Sport Outfit. Irgendwie spürt man, dass er das zuhause eher selten tut. Dort ist Blondie nebst Brut mehrheitlich alleine zu Hause, während Paps von Meeting zu Meeting und ab und an von Zweitblondie zu Drittblondie düst. Nicht so im Urlaub, das wird alles nachgeholt! Paps watschelt hier im jugendlichen Outfit mit Baseballkappe verkehrtherum auf der Omme durch die Clubanlage und erklärt den Kids lautstark die Welt. „Siehst du, Ole, das dort drüben ist die Brottheke. Wollen Paps und Ole mal ein Brot holen gehen? Komm, Ole, jetzt gehen Paps und Ole mal pullern. Sollen wir den Pullermann mal rausholen?“

Abends, wenn Blondie und Nachkömmlinge schon schlafen, mutiert der Urlaubs-Familienvater zur Kategorie der Aufreißer und macht an der Clubbar einen los. Baggert, trinkt und tanzt Hiphop auf der Tanzfläche. Bevorzugte Sexpartner dieser Kategorie ist alles, was willig ist. Zu später Stunde entdeckt man ihn beim obligatorischen Cluburlaub-Resteficken.

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9 Gedanken zu „Überleben im Cluburlaub: erziehungsfreie Pestbeulen

  1. Erinnert mich an die Zugfahrt gestern Nachmittag. Kleine, erziehungsfreie Pestbeule von ca. vier Jahren namens Anschela – zwei Stunden lang hemmungsloses Nörgeln, Quengeln, Giggern, und Herumturnen auf sämtlichen besetzten und nicht besetzten Sitzen im Abteil… 😕 Nach etwa einem halben Stünderl hätte ich Anschela am liebsten ohne jegliche Hemmungen in die gemächlich vorüber ziehende, idyllische Schweizer Bodensee-Landschaft „entsorgt“…

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