Hundeallerlei

seit ich joschi in den reitstall mitnehme, gehe ich kaum mit ihm in unserem stadtwald spazieren, da er mit dem pferd ausreichend auslauf hat. heute habe ich pferdefrei und da hab ich mir den joschel geschnappt und eine sehr lange waldrunde gedreht. bis der joschel ein sehr müder, rumeiernder tibet terrier war, der an die leine wollte. das will er immer, wenn er müde ist. der spaziergang hat uns beiden so richtig gut getan. vor allem, weil wir viele hundefreunde und -feinde aus vergangenen tagen getroffen haben. joschi kam wedel-, rumhüpf-, schnüffel-, besteig-, knurr- und dominiermäßig voll auf seine kosten. und wir haben ein kleines, fünfminütiges hundebootcamp absolviert. alle kommandos klappen noch.

als erstes trafen wir einen gigantischen apricotpudel, der den weg vor uns dominierte. joschi näherte sich sehr, sehr vorsichtig, ging steifen schrittes mit erhobener rute vorbei, starr nach vorne blickend. der riesenpudel verfolgte ihn scharfen blickes, ohne zu weichen. die tatsache, dass joschi sich nicht mal ansatzweise gemuckst hat, kann nur bedeuten, dass er seinem meister begegnete. den frust ließ er kurze zeit später an einem extrem unterwürfigen labrador aus, den er kurz und unmissverständlich dominierte. armer labi. er hasst jetzt sicher alle tibet terrier dieser welt. wir trafen mehrere kleine, wuschelige hunde, was ja, wie ihr wisst, joschis beuteschema entspricht. mit zweien hatte er glück, da eindeutig mädchen und joschi zugeneigt, mit einem hatte er pech. war ein rüde. gefühlte 10 cm hoch aber dominant wie wutz. die beiden umkreisten sich und bepinkelten alles, was nicht niet- und nagelfest war. der kleine dominator setzte dem die krone auf, indem er einen perfekten handstand machte und von oben herab einen halm bepieselte. das machte sogar joschi eindruck.

gegen ende trafen wir ein canelloni auf 4 beinen. sehr abenteurliches aussehen. so eine art hundearschfüßler. auf meine frage, ob da ein dackel drin sei, wurde ich mit bösen blicken gestraft und darüber aufgeklärt, es handele sich vielmehr um einen reinrassigen entlenberger oder -bucher oder so was. irgendwas mit ente. so sah er auch aus *grins*. als wir direkt danach in einen flauschigen gummiball hineinliefen, der vor lauter energie kaum bodenkontakt hatte, war ich schon vorsichtiger.

„pudel?“

„cocker-pudel!“

wie man es macht, man macht es verkehrt 😉

zu guter letzt hatten wir noch eine begegnung mit einem hund mit arschloch. das arschloch war nicht hinten am hund, sondern stand daneben und schaute verächtlich aus einem burberry-polo heraus. der edle jagdhund raste herum, sprang mich mehrmals an und hörte null. herrchen indes machte ein großes fass auf, mit „platz“ hier“ bleib“ unten“ und so. dabei schaute er uns, also joschi und mich, herablassend an.

„so war meiner auch, bevor ich mit ihm in die hundeschule gegangen bin!“ ließ ich freundlich wissen :mrgreen:

ich wünsche euch allen ein wunderschönes wochenende 😆

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20 Gedanken zu „Hundeallerlei

  1. Na, dem haben Sie es aber so richtig gegeben, Frau Katerwolf. Recht so….
    Aber ich kenne zwei Entlebucher, die sehen überhaupt nicht wurst-dackel-mäßig aus, sondern sind halbhohe Jagdhunde. Vielleicht benutzten die Besitzer den gleichen Trick wie wir damals, als wir unseren Cocker-Münsterländer-Mischling als „Ungarischen Hirtenhund“ ausgaben. Und alle haben es geglaubt. 🙂
    Liebe Grüsse und einen schönen Abend, Brigitte

    • na, dann mal danke für den tipp!
      wenn ich die mit dem entenhund nochmal treffen sollte, werde ich nachhaken. und mir anschließend ein neues hundeausführterritorium suchen müssen 😉

      und so ne burberrypolotypen kann ich nicht so recht ab, wie du merkst *räusper*

      • Wir hatten als ersten großen Hund einen Berner Sennenhund, das ist quasi der große Bruder vom Entelbucher Sennenhund, nur längere Beine und längere Haare, also „schöner“. Ein Traum von Hund! Er konnte lachen.
        Du kannst vermutlich dem Besitzer des Wurstdackels beim nächsten Treffen ohne Heuchelei ein Kompliment für den großartigen Charakter seines Hundes machen. Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

  2. Herrlich!! Ich liebe die Spaziergänge mit meinem Hund und alles, was in dem Bericht beschrieben wurde, haben wir auch schon erlebt…allerdings ist meine Maus eine sehr, sehr unterwürfige Retriever-Dame, daher kennen wir das Dominanz-Verhalten nur von den anderen….;-). Habe den Blog erst vor ein paar Tagen entdeckt und schon einiges interessiert gelesen…Lg.

    • hey schwiegermami, ich freu mich, dass du bei mir mitliest und dir mein post gefällt 🙂
      schau mal in meiner kategorie „hunde“ nach, dort findes du ein paar spaßige joschigeschichten!
      liebe grüße, katerwolf

  3. Hundespaziergänge haben es wirklich in sich. Wir haben ja nur hin und wieder einen Wochenendhund (eher zurückhaltender Schäfer-Aussi-Mix), aber da ist immer was geboten. Die Krönung ist aber, wenn ich dann mal wieder meine, meiner Freundin eine Gefallen zu tun und mit der franz. Bulldoge ihres Sohnes zu laufen. Geht nur mit Tarnkappe… voll peinlich!

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