Guckst du Mona Lisa!

nachdem das rätsel von heute morgen „wo war ich gestern?“ innerhalb von 1 sekunde gelöst wurde, kann ich ja jetzt verraten, wo ich gestern war: in paris. 1 tag. es war dort viel wärmer als hier und es regnete nicht, zuweilen ließ sich sogar kurz die sonne blicken- bis in den späten abend hinein waren die stühle vor den bistros und brasseries mit lebensfrohen menschen besetzt. ich war mit einer kollegin beruflich dort und wir hatten insgesamt 5 verschiedene stationen zu bewältigen, was einerseits sehr anstrengend war, dennoch fanden wir auch die zeit, uns folgendes anzusehen: die monet-ausstellung, das musée d´orsay, die seine und *tadaaa* die mona lisa. wir haben es auch geschafft, 2 mal genüsslich draußen vor einem bistro zu sitzen, das pariser leben an uns vorbeischlendern und eilen zu sehen und uns ein wenig zu fühlen wie gott in fronkreisch. was IST das für eine herrliche stadt, hör mir BLOSS auf 😉

 

zurück am heimischen bahnhof nahm ich ein taxi und landete überraschend mitten in einer persönlichen late-night-comedy-show. der fahrer, neben dem ich platz nahm, sah aus wie ein mittelalter, runder inder, entpuppte sich aber als türke. er hatte eine pudelmütze auf. kaum fuhren wir los, entspann sich folgender dialog:

er: „wo warst du?“

ich: „in paris.“

er: „kraaaasss, paris, kraaaasss. beruflich?“

ich: „ja, beruflich.“

er (mich ausgiebig von der seite musternd): „sag, was aaarbeitest du?“

ich: „ich arbeite im kulturbereich.“

er: „kultuuuur??? was geht kultur? ist krass kultur oder?“

ich: „ja, ist sehr krass die kultur.“

er: „was guckst du paris?“

ich: „ich habe mir viele museen angeschaut!“

er: „museeeeen??? kraaaaaas, museen sind so haus mit bilder oder?“

ich: „ja, genau, da sind bilder drin.“

er: “ was guckst du bilder in paris?“

ich: „viele bilder habe ich angeschaut. ich habe auch die mona lisa gesehen.“

er: *grübel* „mona lisa???“ *grübel* „mona lisa ist voll bild oder was?“

ich: *grins* „ja, die mona lisa ist voll das berühmteste bild der welt.“

er: „kraaaas. hast du glück. hab ich pech. nächste mal du sagst mir bescheid, wenn du wieder gehst paris. ich geh dann mit paris. lass ich taxi 1 tag am bahnhof stehen, bringe ich noch andere kollega, fahren wir alle 3 zusammen paris, gehen wir mona lisa gucken. kraaaassss. habe ich glück dann!“

ich: *lach* „du bist klasse. ok, ist abgemacht, fahren wir zu dritt mit kollega nach paris die mona lisa gucken.“

er: „give me five, schlag ein!“ *handfläche zum einschlagen hochhalt“

ich: *in die hand einschlag*

wir plauschten munter weiter und ich erfuhr sehr viel internes und amüsantes über die arbeit eines taxifahrers und bekam zahlreiche praktische tipps fürs leben:

„musst du gehen boxen. nix laufen, ist nix gut. musst du gehen boxen. wenn jemand macht problema dir, mann, chef, kannst du ihn boxen.“

oder

„hast du problema mit schlafen, sagst du? habe ich alte trick aus türkische mutter. nimmst du, wie heißt das, große topf fir fiiiße?“

ich: „fußwanne?“

er: „ja, wanne fir fiiße. machst du vor schlafen lauwarmes wasser rein, biiiißchen salz und dann fiiiße rein. fällt ganze problema von dir weg, schläfst du wie käääänig dann.“

 

kurz nachdem wir in meine straße einbogen, schaute er mich prüfend von der seite an:

„deine mann, was macht deine mann?“

ich: „mein mann ist zahnarzt.“

er: „ist kraaaasss. zahnarzt ist kraaaasss. nehmen wir deine mann mit nach paris. gucken wir mona lisa zusammen und dann deine mann macht mir und meine kollega die zähne!“ *lauthals lach*

ich *ebenfalls lautlach*: super idee. machen wir so.“

er: „macht 9.30 €. bedanke ich mich für gutes gespräch. bist du seeehr gute frau.“

ich: „danke dir auch. bist du seeehr gute mann. ich gehe jetzt nach hause und tauche meine fiiieeeße in topf mit salzwasser. machs gut.“

 

ach ja, und hier guckst du mona lisa:

 

Heldenabenteuer auf der Mosel

das foto in meinem neuen header ist mir zufällig in die hände gekommen. es müsste aus den späten 70ern stammen. mit dem foto öffnet sich eine schatzkiste voller erinnerungen, so zum beispiel die erinnerung an einen von vielen kindersommern, die ich bei einer befreundeten familie an der mosel verbracht habe. 3 dreikäsehochs unterwegs. das heißt eher 2 dreikäsehochs zu beiden seiten und 1 sechskäsehoch in der mitte. das bin ich. ich bin der lulatsch in der mitte. die anderen beiden sind genauso alt wie ich, zumindest das mädchen zu meiner linken. der andere ist der kleine bruder. ich war schon als baby eine lange latte.

mit allerlei gummitieren bewaffnet sind wir auf dem weg zum fluss. damals konnte man problemlos in der mosel schwimmen. heute ist sie giftig. aber vielleicht war sie damals schon giftig und es hat sich keiner drum geschert. genauso wenig wie um solche dinge, wo sich die kinder so herumtrieben den ganzen tag. unerreichbar ohne handy. aber glücklich, wenn sie abends dreckig und hungrig von abenteuern, die man den eltern besser vorenthielt, zurückkehrten.

so wie auf diesem bild.

mit der ausnahme, dass wir hier gerade zu einem abenteuer unterwegs waren. in dem moment, in dem wir hier fotografiert wurden, wussten wir aber noch nichts davon. wir wollten einfach ein bisschen unsere schwimmtiere und -bälle auf der mosel ausprobieren. am ufer trafen wir einen nachbarsjungen. ich erinnere mich noch genau an ihn. er war älter und größer und ein aufschneider. und er hatte ein paar große, aufgeblasene, schwarze autoreifen dabei. genauso groß wie seine klappe. mit der er uns zu der wahnsinnstat überredete, auf den gummireifen über die mosel zu paddeln.

neee, wir waren doch keine angsthasen, die sich das nicht trauten.

so setzten wir uns mit flatternden löwenherzen in die reifen und paddelten mutig drauflos. wenn man so etwas noch nie zuvor gemacht hat, weiß man auch nicht, wie breit so ein fluss in wirklichkeit ist. sehr breit nämlich. unendlich viel breiter, als man sich gedacht hat. und wie stark die strömung ist. zunächst klappte es ganz gut. als wir uns der mitte näherten, nahm uns die strömung ein gutes stück mit dahin, wo der fluss noch breiter wurde. und wo ein frachtschiff unseren weg kreuzte, das uns wild behupte. wir entkamen. allerdings nicht der strömung, die uns noch ein gutes stückchen mitnahm.

das wetter war schon zu dem augenblick nicht so optimal, als wir zum moselufer aufbrachen. es war schwül, drückend, gewittrig. wir wurden angemahnt, nicht zu weit vom haus wegzugehen, damit wir bei dem aufkommenden gewitter schnell schutz suchen konnten. aber wer kümmert sich in dem alter schon um wetter. vor allem, wenn das abenteuer ruft.

ungefähr zu dem zeitpunkt, als wir feststellten, dass die mosel dabei war uns zu bezwingen, anstatt umgekehrt, brach das gewitter los. mit allem, was dazu gehört. schwarzer himmel, donner und blitz, starker wind, platzregen, wilder fluss. und mittendrin 4 abenteurer auf schwarzen autoreifen.

ihr könnt euch vorstellen, wie es uns ging?

ich erinnere mich bis heute an die angst, die uns packte. aber angst verleiht bekanntlich übernatürliche kräfte. so paddelten wir alle mit popeye-armen voran und erreichten das andere ufer, ohne zu ertrinken, vom blitz getroffen zu werden oder vor angst tot umzufallen. dort kauerten wir lange zeit unter ein paar büschen, schlotternd vor angst und kälte, bis das gewitter vorbeizog. ab dem zeitpunkt waren wir helden. unsere geschichte, warum wir so lange wegblieben und warum wir so nass waren, glaubte uns zuhause keiner. auch helden werden drakonisch bestraft. aber wir waren helden. und wenn wir uns heute sehen, was sehr selten vorkommt, erinnern wir uns jedesmal aufs neue an dieses abenteuer. wir sind dann wieder helden.

Glatteis-Erkenntnisse und Lektionen in außerordentlicher Selbstkontrolle

wenn eine warnung wegen überfrierender nässe (im volksmund=glatteis) herausgegeben wurde, sollte man dringend folgendes beachten (vor allem bei strömendem regen):

1. wenn dein wagen im schneematsch NICHT bergauf fahren kann, gibt man NICHT vollgas wie eine irre und versucht dennoch hochzukommen. Es ist klüger, man akzeptiert das und fährt den wagen rückwärts aus der gefahrenzone, solange das noch GEHT. sonst läuft man gefahr seitlich immer weiter in nur eine richtung abzurutschen, bis man den wagen manövrierunfähig an einen glascontainer gesetzt hat.

das ganze ist besonders dann scheiße, wenn man von einer blödgurke im sportwagen beobachtet wird, der einen süffisant, mit kippe im mundwinkel, aus dem autofenster heraus angrinst wie ein ochsenfrosch, wenn man an ihm vorbeigeht. nachdem man so getan hat, als hätte man absichtlich so geparkt. ich war kurz vor schlumpf.

2. man geht mit seinem hund auch NICHT im wald spazieren, sondern bindet den hund an einem langen strick im garten an und schaut vergnügt zu, wie er im kreis gassi geht. aus dem warmen, trockenen wohnzimmer heraus. sonst kann es passieren, dass man sich selbst in eine manövrierunfähige situation begibt. 2x ausgerutscht und hingeknallt. beim 1. mal das steißbein geprellt. beim 2. mal den noch sauberen rest des körpers inklusive kleidung vollständig mit schneematsch und blätter-erde-schneematsch-gemisch eingesaut. regenschirm dabei zerstört. so aus dem wald rausgekommen.

das sackgesicht saß immer noch im auto. diesmal mit noch breiterem grinsen im gesicht. ich kurz vor zweiter schlumpf-attacke. stattdessen würdevoll an ihm vorbei zum auto geschliddert und festgestellt, dass der rechte hinterreifen leer ist. kurz vor dritter schlumpf-attacke. heftig atmend den wagen tatsächlich in millimeterarbeit von dem container wegbekommen und losgefahren. den hund angebrüllt. dann schlechtes gewissen bekommen, weil er nichts dafür kann. ihn an der roten ampel getröstet und gekuschelt und darüber grünphase verpennt. hupkonzert von hinten. wäre gerne ausgestiegen und hätte denen da hinten mal so richtig bescheid gesagt. stattdessen cool geblieben und mit plattem reifen zur nächsten tanke gefahren.

im strömenden regen versucht, luft in den platten reifen zu bekommen. klatschnass geworden und neuen mantel mit dem saum in eine wasserpfütze gehängt. luft nicht in den reifen bekommen. zuerst passte der luft-verschluss nicht aufs reifenventil, dann kam keine luft raus. auf allen knöpfen der luft-dingsbums-maschine herumgedrückt, bis ERROR im fenster erschien. ganz laut „AAAHHHHHHH, verdammte kacke“ gebrüllt und in die tanke reingelaufen um hilfe zu holen.

das amüsierte gesicht des kfz-typen, der anmarschiert kam, ignoriert. in seinem gesicht stand das klischee blondine (zugematscht) mit BMW weiß nicht, wie luft in den reifen geht in großen lettern geschrieben. hat der gute mann halt heute was zu erzählen. mir doch egal.

3. meine teuren und eher hässlichen camel-boots, die ich mir im november gekauft habe, sind tatsächlich 100 % wasserfest und warm. meine füße waren das einzig trockene, als ich eben nach hause kam. guter kauf.

ich bleibe jetzt zu hause.

Kleiner Schwimmteufel

ich habe heute meinen inneren schweinehund überwunden und war nach der arbeit in unserem frisch renovierten, nun heiter buntem hallenschwimmbad. ich soll doch sport machen! ganz, ganz viel sport! in erster linie ausdauersport. mindestens 3x die woche 40 minuten. seit wir aus südafrika zurück sind, gehe ich zwar 2-3 x die woche reiten, was riesigen spaß macht, ausdauertechnisch aber eher nicht so zählt. und bei dem wetter joggen? och nö.

aber genug ist genug. drum habe ich heute gleich nach der arbeit den schwimmbeutel gepackt und bin losgebraust. und geschwommen. 40 minuten. jawoll. und das hat sehr, sehr gut getan. und der schweinehund hat sich in irgendetwas zufrieden schnurrendes verwandelt. sehr schön.

als ich so meine bahnen durch das 50-meter-becken pflügte, nahm ich durch meine schwimmbrille die eine oder andere wunderliche szene wahr. so zum beispiel 2 sehr betagte damen mit disco-bademützen. turbanartige, schwarze bademützen mit allerlei strass und flitter obenauf. spitz pass auf! oder einen ebenso betagten herrn, der ein einkaufsnetz auf dem kopf hatte und sich durch dasselbe die haare föhnte. später sah ich ihn schick gekleidet und mit bemerkenswerter elvis-frisur aus der umkleide stolzieren.

und da kam eine erinnerung in mir hoch. an meine mama. vor 2 jahren sind wir öfters zusammen schwimmen gegangen. ich habe eine junge mama. die noch jünger aussieht, als sie ist. sie ist schön. war immer schön, ist schön, wird immer schön bleiben. sie wirkt sehr auf männer. „das wird so sein, bis der deckel zugeht“, sagt sie selbst.

ich bin ja nun auch nicht mehr die jüngste, aber jünger als meine mama schon. nichtsdestotrotz ist es nach wie vor der fall, dass, wenn ich mit meiner mama irgendwo auftauche, alle männer nach ihr schauen. ich werde höchstens wohlwollend zur kenntnis genommen. wer es nicht weiß, würde nie auf die idee kommen, dass sie meine mama ist. „wie heißt denn deine freundin?“ werde ich in der regel gefragt. meine liebe mama. meine auch überaus humorvolle, spontane, zu allen schandtaten bereite, lebenslustige und hoffnungslos verrückte mama. war vor 2 jahren also mit mir zum ersten mal schwimmen.

während ich bereits nach 5 minuten fertig aus der umkleide in die schwimmhalle eilte, ließ sie sich zeit. ich wartete. in meinem ältesten, leicht aus der form geratenem badeanzug, schwimmbrille und straff auf dem hinterkopf zusammengeknoddelten haaren. ist ja egal, war ja nun zum schwimmen da! und nicht zum casting für germanys next badenixe. und da kam meine mama in die schwimmhalle. in einem schwarzen badeanzug mit roten blumen drauf, die haare schön, geschminkt und fröhlich in die runde schauend. wir glitten ins becken und machten uns an die arbeit. ich zumindest. mit zielgerichtetem blick teilte ich das wasser bahn für bahn während meine mama mit zierlichen schwimmbewegungen adrett im becken herumschwamm. nach einer weile machte sie mir handzeichen, dass ich zu ihr schwimmen soll und verkündete:

„ich habe einen verehrer.“

ich (fassungslos): „wie jetzt? hier? wo?“

sie: „schau mal, der alte sack da drüben!“

ich verdrehte hals und kopf und schaute in die angedeutete richtung. tatsächlich. da schwamm ein kraulender greis und warf ihr eindeutig lüsterne blicke zu.

ich (immer noch fassungslos): “ hä? wie kommst du denn hier zu einem verehrer?“

sie: „ist doch ganz einfach. er schwamm an mir vorbei und machte mir ein petzauge. ich lächelte zurück und da raunte er mir zu: „na, du kleiner schwimmteufel?““

ich (komplett fassungslos): „was? das glaub ich nicht! ich kann 100 jahre ins schwimmbad gehen und ich schwöre, zu mir sagt keiner „du kleiner schwimmteufel.““

sie: „du bist aber auch immer so verschlossen.“

daran musste ich heute denken im schwimmbad. ich muss unbedingt wieder mit meiner mama schwimmen gehen. macht deutlich mehr spaß als alleine.



Vom Singen im Auto

singt ihr im auto?

ich manchmal. ich liebe es, im auto musik zu hören. manchmal freue ich mich schon vorher total darauf, eine bestimmte CD im auto zu hören. zum beispiel, wenn ich morgens zur arbeit fahre. dann lasse ich mir gerne etwas beschwingtes, fröhliches, sonniges um die ohren wehen. wenn ich nach einem stressigen arbeitstag nach hause fahre, ziehe ich hingegen etwas ruhiges zum runterkommen vor. musikalische entschleunigung. oder wenn ich zum reiten fahre. dann höre ich gerne etwas, bei dem ich munter mit dem kopf mitwippen kann. mindestens. denn so ab und an verspüre ich unbändige lust mitzusingen. lauthals und falsch. da ich die texte nicht kann, singe ich einfach ein paar worte mit und improvisiere den rest durch *lalala* und jaulende geräusche. klappt hervorragend.

heute morgen schob ich eine meiner derzeitigen lieblings-CDs in den player. kennt ihr die gruppe phoenix? die musik stimmt ungemein heiter und der sänger hat eine art zu singen, die sich in etwa so anhört, als würde ein sehr gut gelaunter hund mit extrem guter stimmlage jaulen. rauf und runter geht das. das hört sich im falle des sängers wunderbar an. nicht, wenn ich versuche, das nachzumachen. was mich jedoch nicht davon abhält. hört mich ja keiner.

wirklich keiner?

als ich heute morgen, herzzerreißend jaulend, bruchstücke des liedes lisztomania mitjaulte, spürte ich, dass mich etwas anstarrte. vorsichtig drehte ich den kopf. und schaute in das gesicht meines hundes joschi. sein liebes hundegesicht offenbarte eine mischung aus entsetzen und qual. und vor allem eins: angst.

Krieg im Supermarkt – Noch MEHR Krieg

und weil es so schön war, EINER geht noch 😉

meine schöne freundin tara. gehört zur kategorie menschen: ich falle auf, sobald ich einen raum betrete. weil: klein und zierlich, quirlig, sehr blond, immer auffällig gekleidet, stets elegant, gerne auch mal mit einem touch schrill obenauf. immer lustig und vergnügt. wohl erzogen.

tara wohnt ein stückel weit außerhalb und wenn sie schnell noch was einkaufen muss, geht sie in den nächstgelegenen supermarkt marke billig-discounter. dieser liegt im sozialen brennpunkt unserer stadt. wenn tara dort einkaufen geht, befinden sich etwa 100 assis und tara darin.

vor ein paar tagen also: tara hatte sich schon für eine einladung zurechtgemacht, musste aber vorher noch schnell was einkaufen. ergo rauschte sie in voller montur von kopf bis fuss gestyled in den discounter. dort schob sie im eiltempo ihren einkaufswagen durch die gänge und traf dort sozusagen auf ihren endgegner. eine feiste assi-mutti mit kleinem, blassen kind. im einkaufswagen mengen von tiefkühlfertiggerichten und alkohol. das kind wollte gummibärchen, bekam keine und fing an zu weinen.

worauf mama ihm eine langte und zwar beidseitig.

tara sah das, rauschte samt wagen zum ort des geschehens und sprach die prügelnde assi-mutter mit den worten an:

„hören sie augenblicklich auf, ihr kind zu schlagen. ich rufe sonst die polizei.“

die antwort kam sofort:

„du blöde schicki-micki-tussi hast mir GAR nichts zu sagen. ich schlag mein kind, wann ich will!“

sprachs und langte gleich noch einmal zu.

tara schob ihren wagen weg, packte die frau beidhändig am kragen, schüttelte sie und brüllte durch den ganzen laden:

„so, jetzt pass mal auf . jetzt haut dir die schicki-micki-tussi eine aufs maul.“

ich liebe tara.

Krieg im Supermarkt

es gibt verschiedene wege, sich das wochenende zu vermiesen. eine sehr effektive ist es, samstags gegen 16 uhr in den supermarkt zu gehen. vor allem in einen sogenannten billig-supermarkt. was sich da so tummelt, respekt!

als ich am samstag den supermarkt betrat, herrschte krieg. ich hatte vergessen, dass langes wochenende und montag geschlossen war. die menschen kauften hamstermäßig wie vor einem angekündigten atomaren anschlag. wagenladungen voller toilettenpapier, butterberge und milchdepots. tiefkühlpizza in hülle und fülle und saure apfelringe. mühsam bahnte ich meinen weg durch die tiefkühltheke zur relativ ruhigen gemüse- und obstabteilung. wow, hier war es ja paradiesisch ruhig. nur grüppchenweise  menschen. strategisch verteilt. so dass man eigentlich an nichts herankam. hier wurden genaustens möhren beäugt und gurken befühlt. ich wollte tomaten. vor den tomaten stand eine großfamilie marke assi. die erwachsenen stark übergewichtig, tätowiert, mit einer horde blasser, schreiender kinder. die elterntiere begutachteten hypnotisch alle tomatenpäckchen und brüllten zwischendurch ihre brut an. ich wartete ein bisschen, verlor dann aber die geduld und wagte mich zu sagen:

„entschuldigung, kann ich auch mal kurz an die tomaten?“

„MOOOOOOOMENT mal“ kam es zurück. ich wartete ein weilchen und beschloss, später zu den tomaten zurückzukommen. während ich mich durch den supermarkt kämpfte, stand mir irgendwie immer und überall die assi-meute im weg. zwischen uns stimmte die chemie nicht, das war klar. wir fingen an, uns böse anzustarren. ich kann ja schon böse kucken, aber DIE, also, mannomann.

als ich nach gefühlten 5 stunden an einer irre langen kassenschlange stand und für einen kurzen moment zur seite trat um noch ein päckchen sauerkraut aus dem regal zu nehmen, drängte sich doch tatsächlich die assibrut in die winzige lücke, die mein wagen gelassen hatte und stellte sich resolut vor mich.

WTF*

„hallo? sie haben sich vorgedrängelt. wohl nicht gemerkt oder was?“

die antwort war ein dümmlich-böser blick aus 12 augen und ein:

„UUUPS!“

bilder von kettensägemassakern gingen mir durch den kopf, ich schaffte es jedoch ruhig zu bleiben. ihr kennt ja meine schübe, ich sage nur hässlicher schlumpf. diesmal nicht. während ich also in einer sich in zeitlupentempo fortbewegenden kassenschlange stand, maulten atze und erna ihre kinder an und schauten mich regelmäßig dummdreist an.

*oommm* *hare krischna, hare rama* ich bleibe gaaanz ruhig.

dann bummte erna klein-kevin eine, weil er etwas aus dem wagen holte. einfach mal so und schaute herausfordernd in der gegend herum.

oookay, das wars. völlig ruhig zog ich meinen einkaufswagen ein stück zu mir und fuhr ihn ihr mit schmackes in die hacken.

entsetzer blick und gedämpfter schmerzenslaut von vorne.

„UUUUPS“ entfuhr es mir.

das musste mal gesagt werden.

Beagle mit Frischkäse

froh zu sein bedarf es wenig 😆

heute morgen in einer bekannten kaffee-kette:

ich: “ guten morgen, ich möchte gerne einen café latte vanille.“ und mit dem finger in die vitrine auf einen belegten bagel zeigend: „und so einen auch bitte, den mit frischkäse.“

verkäuferin mit großen bambiaugen: „einen café latte vanille“ tip tip tip in die kasse, dann ein griff in die vitrine und mir den bagel gebend: „und hier ist ihr beagle mit frischkäse.“

ich mit sehr amüsiertem gesichtsausdruck: „sie meinen wohl bagel mit frischkäse?“

verkäuferin mit verletztem bambiblick und energischem unterton: „neeeein, das ist ein beagle. ein beagle mit frischkäse.“

na gut, dann eben beagle 😉

grinsend und futternd lief ich richtung büro und konnte nicht umhin, mir vorzustellen, wie mich ein empörter snoopy in frischkäse gepackt zwischen zwei brötchenhälften anstiert.

Moses von der Mosel

meine beste freundin testete kürzlich ihre 15-jährige tochter auf bibelfestigkeit.

„sag mal, anna, kennst du eigentlich moses?“

„ja.“

„und was weißt du über ihn?“

„ich glaube, er wurde in irgendeinem fluß gefunden.“

„und wie hieß der fluß?“

„hmmm, mosel?“

*gröööööööl* „nein, süße, der fluß hieß nicht mosel. es war der nil.“

„aha. und warum heißt der moses dann nicht nils?“

……

„weißt du denn, wie die 3 heiligen könige hießen?“

„?????????“

„ok, ich gebe dir einen tipp. der eine hieß wie ein bekanntes gespenst aus einem film.“ (*caspar*)

„hui buh!!!!“



Joschi und der Hundeflüsterer

hin und wieder trifft man ungewöhnliche menschen. vor ein paar tagen war ich in der mittagspause mit einem freund im thailändischen imbiss. joschi war dabei und dominierte wie immer den mittelgang mit ganzem körpereinsatz. während mein freund sich ein späßchen daraus machte, jedesmal, wenn die thailändische bedienung an uns vorbeiging dinge zu sagen wie:

„pass auf joschi, gleich kommst du in den topf“

oder

„heute abend steht sicher tibet terrier im ausbackteig auf phuket-art auf der speisekarte“

und ähnliche dinge, betrat ein mann den imbiss. er fiel mir gleich auf, da er in seiner erscheinung ganz und gar ungewöhnlich war. ziemlich alt, ich schätze mal gut in den siebzigern, für sein alter ungewöhnlich groß und immer noch athletisch breit gebaut. obwohl er schwer ging und offensichtlich probleme mit den knochen hatte, wirkte er auf seine art imposant. fast schulterlanges, schneeweißes, glattes haar. ein flächiges gesicht, blaue augen hinter einer brille. ungewöhnlich für einen mann seines alters war auch sein kleidungsstil. schwere lederjacke und eine art reiterhose in ebenfalls schweren lederstiefeln, um die körpermitte trug er eine ledertasche. er bestellte an der theke etwas und schlurfte anschließend mit einem teller reis an uns vorbei und nahm ein stück hinter uns platz. nicht, dass ich menschen immer so genau betrachte, aber er zog einfach meine aufmerksamkeit auf sich. im ersten moment dachte ich: “ was ist das denn für ein penner“ (man möge mir verzeihen), als ich ihn jedoch genauer ins auge nahm stellte ich fest, dass er sehr gepflegt wirkte. nix penner. eher marke exzentriker. gebrechlicher exzentriker.

um den nun folgenden teil zu verstehen, braucht es für joschi-unkundige leser ein paar kurze, erklärende worte: joschi ist ein mittelgroßer, schwarzer hütehund marke tibet terrier, der durch ebenfalls exzentrische charaktereigenschaften besticht. wer mag, kann sich gerne auf meinem blog unter der kategorie hunde einen überblick verschaffen. eine von joschis vielen besonderheiten ist, dass er es gar nicht schätzt, von fremden männern einfach so angefasst zu werden. da wird er in der regel ungemütlich, was sich durchaus in gefletschten zähnen, lautem, anhaltendem bellen und vielseitigem dominanzverhalten zeigt. wann und von wem er angefasst werden will und darf, entscheidet er grundsätzlich selbst. ansonsten reagiert er abweisend bis feindselig. soviel der erklärenden worte. denn was sich in dem imbiss in den folgenden etwa 15 minuten abspielte, entzieht sich meinem verständnis und ich frage mich bis heute, ob das wirklich mein hund war und dass ich ihn vermutlich gar nicht richtig kenne und verstehe.

es begann damit, dass der mann zahlte und, während er sich anzog, von hinten joschi mit den worten ansprach:

„was schaust du mich an? du bist ein guter hund. du bist mein freund, nicht wahr?“

dann lachte er. joschi bezog im mittelgang stellung und nahm ihn ins visier.

als nächstes stieß der mann einen kurzen, kleinen aber prägnanten pfiff durch die zähne aus. joschi bellte laut auf.

„das kann jetzt heiter werden“, sagte ich zu meinem freund, „jetzt bellt er hier den armen, alten mann und den ganzen laden zusammen.“

der mann näherte sich und joschi bellte laut und kräftig in seine richtung, so dass ich ihn an der leine zu mir heranzog um den mann durchzulassen. der aber blieb stehen und bat mich freundlich, den hund doch ruhig gehen zu lassen, er meine es ja nicht böse. joschi bellte weiter, verhielt sich jedoch anders als sonst. anstatt, wie gewohnt vor dem fremden stehen zu bleiben, ihn zu fixieren und zu kläffen wie ein werwolf, wuffte er mit tiefer stimme herum und lief ein wenig im kreis umher und bellte mal hierhin, mal dorthin. seltsam, dachte ich, das hatte ich an ihm so auch noch nicht gesehen.

der mann beugte sich zu ihm herab und streckte ihm seine hand hin. normalerweise hasst joschi das. jetzt aber schnupperte er und gab komische grummellaute von sich. immer wieder strich der mann joschi mit seiner hand an der nase vorbei und sagte:

„hunde sind nasentiere, geht alles über die nase. gell, mein freund, du bist ein guter hund.“

joschi bellte nicht mehr und strich seinerseits immer wieder mit nase und schnauze an seiner hand entlang. und tat schließlich etwas sehr verblüffendes. er setzte sich direkt vor den mann, beugte seinen kopf zum boden und unterwarf sich. ich vermute mal, dass mein mund offen stand, während ich zusah.

dann stieß der mann wieder diesen pfiff aus, joschi erhob sich und wuffte zurück. der mann pfiff erneut, und joschi wuffte zurück. so ging das eine ganze weile, wobei joschi eine breite palette mir bislang unbekannter joschigeräusche von sich gab und sich hin und her bewegte. mittlerweile hing mein unterkiefer vermutlich in meiner ente kross gebraten. leicht ungläubig schielte ich zu meinem freund rüber, der zu mir rübermurmelte:

„dein hund spricht mit ihm.“

der mann und joschi waren völlig vertieft in das, was sie taten, und während ich dem seltsamen schauspiel folgte beschlich mich das gefühl, dass ich absolut null ahnung von meinem hund habe. lacht nicht, aber er wirkte irgendwie wie ein wolf, frei und wild, ich kannte ihn plötzlich gar nicht mehr. für einen moment war magie im raum, eine tür öffnete sich einen spalt breit und gewährte mir einen kurzen blick in die weite der steppe und die natur des hundes. so zumindest fühlte ich mich.

„keine angst, ich kann mit hunden sprechen,“ sagte der mann leise lachend.

„das habe ich auch gerade gemerkt, “ antwortete ich.

er schaute mich an und sagte:

„sind sie gut zu dem hund. sind sie gut zu ihm. das ist ein guter hund. er hat noch etwas sehr urtümliches und ursprüngliches. die hunde, die man da draußen so trifft, haben das kaum noch. nur selten reagiert einer auf meine sprache. aber ihrer, der tut es, sind sie gut zu ihm, er ist was besonderes.“

dann verbeugte er sich kurz und ließ uns mit den worten:

„bleiben sie mir gewogen“

verblüfft und mit offenem mund zurück. bevor er die tür hinter sich zuzog, stieß er noch einen letzten, kurzen pfiff aus.

„WUFF“

antwortete joschi. und mit einem herzhaften lachen schloss sich die tür hinter ihm.

zurück blieben zwei verblüffte menschenkinder, ein sehr zufriedener hund und etwa 5 thailändische bedienungen, an denen die magie der situation gänzlich vorbeigegangen war. in ihren ziemlich genervten gesichtern stand eindeutig geschrieben: der küchenchef empfiehlt heute abend: tibet terrier im ausbackteig auf phuket-art.

„pass auf, du kommst sonst in den topf“

stieß mein freund noch einmal schelmisch grinsend zwischen den zähnen aus, bevor wir den imbiss verließen.

ich hoffe, ich sehe den mann wieder, ich möchte doch zu gerne wissen, was da vor sich gegangen ist. ich glaube, er kann mir das erklären, der hundeflüsterer.