Joschi, die Supernervbeule

klar, joschi, unser allseits bekannter, mittelgroßer, schwarzer, wuscheliger tibet terrier ist sehr süß. und sehr spaßig. und sehr potent *lach*. zuweilen ist joschi aber auch: nervig. supernervig sogar. seit 4 tagen sägt er systematisch an unseren nerven. zuerst dachten wir, es sei wegen der nun vermehrt auftretenden stubenfliegen, mit denen er einen persönlichen krieg führt. nun gut, die entspannen die situation nicht unbedingt, sind aber nicht der hauptgrund. der hauptgrund sind: emma, clara, susi, lotte und wie sie noch alle heißen. die zurzeit läufigen hündinnen in unserem viertel. zur gleichen zeit läufigen.

*seufz*

seit 4 tagen trabt das joschilein hechelnd durch die bude, springt täglich gefühlte 1 million mal auf die sofalehne und schaut aus dem fenster. sobald auch nur ein blatt vorüberfliegt, fängt er an hysterisch zu bellen. wir gehen auf zehenspitzen umher. denn man braucht nur ein leises *knock* auszulösen und sofort kommt ein schrill bellender hütehund angerast. ihm liegen offensichtlich die nerven blank. uns auch.

wenn er nicht hechelnd durch die bude läuft und von der sofalehne aus die straße fixiert, winselt er. und das nicht etwa einfach so. nein, er winselt uns an. sitzt vor einem, starrt einem hypnotisch in die augen und winselt. winsel. winsel. winsel. oder springt wie ein flummi durch das haus. boing. boing. boing. wahlweise will er spielen. 10 stunden am stück. wo man hingeht, hat man joschi zwischen den beinen, mit einem quietscheball im maul. quietsch.quietsch. quietsch. oder er sitzt neben einem und gräbt einen ununterbrochen mit der pfote an. kratz. kratz. kratz. wenn man ihn dann anschaut, spreizt er die ohren ab, springt in hohem bogen vom sofa runter, dreht sich im kreis und rast zur haustür.

ich bin grade 4 tage lang strohwitwe 😆 ich mag das immer ganz gerne. einfach mal den eigenen rythmus laufen lassen.

heute morgen wollte ich gemütlich ausschlafen, war gerade in irgendwelchen schönen träumen verstrickt, als ich plötzlich wach wurde. das erste, was ich sah, war ein hundegesicht. das mir aus ein paar zentimetern ins gesicht starrte. der dazugehörige hund lag auf meiner brust. ich schaute auf die uhr: 6 uhr! weder ignorieren noch meckern half, ich schälte mich um halb 7 aus dem bett und ging mit joschi, von dem ich annahm, dass er einen riesenhaufen auf lager haben musste, gassi. fehlanzeige. das joschilein wollte ein wenig schnuffeln draußen. einfach nur schnuffeln. der süße schatz.

gestern kam ich auf die idee, dass er vielleicht nicht ausgelastet sein könnte und daher habe ich ihn eine große, flotte runde mit dem pferd mitgenommen. so richtig flott und lang. mit galopp und so. joschi raste mit wie ein junger bulle. als wir in den stall zurückkamen, war das pferd müde, joschi wollte übergangslos eine runde spielen. uff. ich bin nur froh, dass er in seinem momentanen wahn seine eifersucht auf das pferd vergisst. ihr wisst ja, was der lieben lola zuteil wird, das beansprucht auch joschi für sich. gestern nämlich hat sich lola, als ich sie nach dem ausritt auf die weide brachte, sofort in ein großes schlammloch fallen lassen, wo sie sich ausgiebig wälzte. joschi beobachtete sie verdächtig genau, ließ es aber dabei. glück gehabt.

jetzt, wo ich das schreibe, bekomme ich gerade eine verwegene idee. ich habe lola für die weide eine fliegenmaske gekauft. das ist so eine art kopfnetz, das die fliegen von augen, nüstern und ohren fernhält. sieht sehr lustig aus 😉 hm, wenn ich mir joschis fliegenparanoia und gleichzeitig seine macke, lola alles nachahmen zu wollen, vor augen halte , bringt mich das auf eine idee *schelmisch guck*.

ich wünsche euch einen wunderschönen feiertag, eure katerwolf

Joschi´s Beautyprogramm

ich war gerade mit joschi bei lola und wir sind eine gemütliche runde durch den wald gegangen. mehr war heute nicht drin, bin doch noch ziemlich schlapp. aber schön wars! ich weiß gar nicht, wem es am meisten spaß gemacht hat: lola, joschi oder mir? joschi hat nach der reitrunde heute übrigens den vogel abgeschossen. es ist ja nunmehr ein allen bekanntes ritual, dass ich, nachdem ich lola gebürstet und hufe ausgekratzt habe, die gleiche prozedur am vor eifersucht triefenden joschi durchführen muss. inklusive scheibe hartes brot zur belohnung. ich habe das übrigens mal zum spaß zu hause probiert und joschi hat das brot mit dem arsch nicht angeschaut.

heute hat joschi nochmal eins draufgesetzt. da lola so einen wunderbar kräftigen und leider auch schnell verzottelten schweif hat, habe ich ein spezielles schweif- und mähnenspray (eine art pferdeconditioner) sowie eine schweifbürste gekauft. auf dem spray steht: auch für hunde geeignet. nun ist joschi ja von natur aus ein zottiger geselle mit hang zur komplettverfilzung. was überwiegend daher rührt, dass er jeden bürstversuch unsererseits mit aggressionsschüben seinerseits blockiert. vor allem die pfoten sind ein heiligtum. man braucht sich ihnen nur zu nähern und er fletscht die zähne. joschi wird also eher selten gebürstet und wenn, dann gleicht das hier zuhause immer einem kriegseinsatz. spaßeshalber habe ich versucht, ihn kürzlich mit dem schweifspray anzusprühen. er hat völlig humorlos reagiert und mir fast den arm abgebissen.

aber heute. er saß bereits gebürstet und mit ausgekratzten pfoten zufrieden in der stallgasse und kaute an seinem alten brotkanten als er beobachtete, wie ich lola den schweif einsprühte und anschließend ausbürstete. wie der blitz kam er angeschossen und drängte sich dazwischen. was soll ich sagen? ich durfte ihn von kopf bis fuß einsprühen, sogar die barthaare (!) und ihn anschließend ausbürsten, inklusive pfoten. zum feierlichen abschluss ließ er sich noch die pfotenballen mit huffett einpinseln. jetzt sitzt er hier vor mir, sieht aus wie eine geföhnte seidenraupe und auf dem boden sind hier und da braune pfotenabdrücke zu sehen 😉

hm, ob ich lola das nächste mal vor eine kutsche spannen soll?

ich fahre übrigens schon wieder weg 😉

da es uns in österreich kürzlich so gut gefallen hat, haben wir direkt vor ort nochmal 5 tage in dem schönen hotel gebucht. morgen gehts los, freitag wieder zurück. die wettervorhersage sieht zwar nicht wirklich vielversprechend aus (schnee und auch regen, hmpf), aber das lässt sich jetzt nicht ändern. ein paarmal werden wir schon noch die piste runterwedeln können. und wenn das wetter uns wirklich verlassen sollte, bunker ich mich mit einem schönen buch auf einem sessel ab und schaue mir durchs fenster das bergpanorama an. und futtere mich durch die österreichischen spezialitäten 😆

macht es gut, passt auf euch auf und bis bald, eure katerwolf

 

Meins

heute alles unterschrieben.

jetzt also offizielle besitzerin von lola: oldenburger stute, 17 jahre alt, sehr munter für ihr alter, sehr brav mit tendenz zur stutentypischen zickigkeit und hysterischen anwandlungen (die aber sehr süß sind), extrem verschmust mit samtweicher, stets knuddelbereiter pferdeschnauze, extrem verfressen, daher weltmeisterin im betteln, futterneidisch und dickbäuchig, stets heiteres gemüt, hat angst vor: großen baumstämmen, bunten baustellenbändern, rot-weißen schranken und regenschirmen, liebt ihre trense, im sommer ein drecksack, der sich auf der weide in jedem schlammloch wälzt, im gelände auf dem rückweg stets flotter als auf dem hinweg, liebt es, wiesen hochzurasen und hinterher wie eine dampflock zu schnaufen, liegt auch schon mal gerne in der box und hält ein schläfchen, will dann geweckt werden und schaut schlafmützig, ein goldschatz und jetzt: mein goldschatz. juhuuuuuuu, ich bin superglücklich 😆

 

das ist lola:

 

lola mit ihrem persönlichen hütehund joschi

 

das meine ich, wenn ich drecksack sage:


Joschi im Hunde-Boot-Camp

joschi, der hier gut bekannte, schwarze, mittelgroße, wuschelige tibet terrier, ist ein süßer fratz. mitunter ist er aber auch ein sehr ungehorsamer fratz. er wickelt uns perfekt um den kleinen finger und man lässt ihm dann fast alles durchgehen. und irgendwann macht er was er will. das er uns nicht den vogel zeigt, wenn wir ihn im wald rufen, fehlt dann gerade noch. in letzter zeit hatten wir die vermutung, er sei schwerhörig oder gar taub geworden. oder er hätte, ohne es uns mitzuteilen, spontan seinen namen geändert. wie dem auch sei, vor allem die jüngsten ereignisse im reitstall haben dazu geführt, dass wir beschlossen, joschi wieder ein paar erziehungseinheiten zukommen zu lassen. er war ja mal in der hundeschule. und joschi ist ein sehr schlauer hund und lernt alles ganz schnell. und schmeißt es dann zackig wieder über bord.

seit dem wochenende gibt es jeden tag eine erziehungseinheit im hause katerwolf. ein privates joschi-boot-camp. ich muss zugeben, dass es wirklich entzückend ist, ihn zu trainieren. er macht sofort mit, macht alles gleich richtig, ist eifrig und stolz. nur, um dann den richtigen moment abzupassen und sich aus dem staub zu machen. aber es klappt immer besser. er weiß ja, wie es geht. und weiß genauso, was man von ihm will 😉

gestern habe ich dann die erste trainingseinheit im reitstall durchgeführt. denn es geht nicht, dass er lola anspringt, versucht, sie in die nase zu beißen, mir das putzzeug aus der hand reißt, um zuerst geputzt zu werden und allerlei mehr. das ist zwar niedlich und lustig, aber auch gefährlich für hund, pferd und mensch und außerdem soll man dieses dominanzverhalten bei hunden nicht dulden. da joschi ein hütehund ist, hatte ich überlegt, mal einen schäfer zu fragen, was ich machen soll. auf dem weg zum reitstall sehe ich neuerdings immer einen schäfer mit schafherde und 2 hunden. als ich gestern an ihm vorbeifuhr, bremste ich neben ihm. er drehte sich zu mir um. er sah aus wie seine schafe. völlig verdreckt, schwarz im gesicht, lange, buschige haare, filziger bart und kleider, die noch nie eine wäsche gesehen haben. ich glaube, er lebt mit seinen schafen und hunden. das soll sich jetzt nicht gemein anhören! aber ich hatte plötzlich muffe und bin dann weitergefahren.

statt dessen habe ich für joschi nun einen festen regelplan eingeführt. er muss abstand von lola halten. er muss warten. ich schicke ihn in der nähe in sitz und dann muss er warten, bis ich lola fertig geputzt und gesattelt habe. erst dann gehe ich zu ihm, lobe ihn, putze auch ihn (darauf besteht er) und gebe ihm, wie lola zuvor auch, einen kanten hartes brot. er will genau das gleiche fressen wie lola. wie ihr wisst, muss ich ihm ja auch die pfoten auskratzen *flüster*.

ich muss sagen, dass das gestern hervorragend geklappt hat. auch beim ausreiten halte ich nun ständig kontakt zu ihm, rufe ihn, lobe ihn und schimpfe auch mal. wichtig ist, dass er nah beim pferd bleibt. das kommando fuß vom pferd aus ist der knüller. es ist nämlich absolut unter seiner würde, neben lola bei fuß zu gehen. da er gestern aber super brav war, hat er es gemacht. mit todesverachtung. zum wegbrüllen. wenn ich ihn lobe, dreht sich übrigens lola eifersüchtig nach mir um und will auch gelobt werden. es ist schon ein spaß.

und eins muss ich euch noch erzählen: als ich gestern ausgeritten bin, kam ein so dichter nebel auf, dass man kaum die hand vor augen gesehen hat. man hätte wirklich gut ein nebelhorn brauchen können. beide tiere hatten angst. große angst. und angst verbündet. so schlichen sie beide mit großen augen und lola mit aufgeblähten nüstern nebeneinander her und fürchteten sich zu tode. ich weiß nicht, ob ich mich getäuscht habe, aber es schien mir, als hätte die große lola doch tatsächlich beim deutlich kleineren joschi schutz gesucht 😉

Hunde, Dramen, Heldentaten – Joschi strikes back!

oh.mein.gott. wer denkt, joschis drama-phase sei vorüber, wird heute eines besseren belehrt.

ich bin mir nicht sicher, ob joschi vielleicht nicht doch realisiert hat, dass lola nun mein pferd ist. vielleicht spürt er das und sieht seine position als first-dog gefährdet. wer weiß, jedenfalls hat er gestern sein eifersuchtsdrama von sonntag letzter woche noch getoppt.

als ich gestern die pferdebox öffnete, raste joschi schon wie ein werwolf rein und sprang kläffend durch die gegend. ich bin wirklich sehr froh, dass lola so gutmütig und hundelieb ist. jedes andere pferd hätte ihn mit den zähnen aus der box geschmissen. soweit so gut. in der stallgasse angekommen, riss mir joschi den hufkratzer aus der hand und streckte mir seine vorderpfote entgegen. das kennen wir ja schon. und wer nicht und das nicht glaubt, möge es bitte hier nachlesen. ich kratzte joschi also die pfoten aus, striegelte ihn, wohlgemerkt bevor ich diese handlungen an lola ausführen konnte und musste ihm diesmal versuchsweise die geländegamaschen um den fuß schnallen, nur damit er merkt, dass er hier definitiv nichts verpasst. geländegamaschen? ja, richtig gehört. ich bin gestern bei den eisigen temperaturen nämlich völlig schmerzfrei ausgeritten. nach meiner bislang eher bescheidenen woche habe ich das dringende bedürfnis verspürt, das zu tun.

ich also raus und joschi munter vorneweg. das kennt und liebt er ja schon seit nunmehr 6 monaten. nach einem weilchen jedoch drehte er sich um, lief neben uns her und fing an, mir sehnsüchtige blicke zuzuwerfen. noch ein kleines weilchen später fing er an, seitlich an lola hochzuspringen. er wollte eindeutig auf das pferd. einen kurzen augenblick überlegte ich, ob ich ihn einfach mal hochnehmen soll, stufte es dann insgesamt aber als zu gefährlich ein und schickte ihn ins voraus!“ mit dem resultat, dass joschi zurückfiel und nun hinter lola herschlich. was lola wiederum nervös machte und dazu führte, dass sie sich permanent nach ihm umdrehte und anfing zu rutschen. ich schickte ihn erneut und diesmal mit diktator-stimme ins „voraus!“. und joschi lief beleidigten blickes an uns vorbei und lief nun mit märtyrergesicht vor uns her.

nun ist lola auch ein kleiner schisshase und machte aus dem stellenweise gefrorenen weg ganz großes kino. trippel hierhin, trappel dorthin, schnauf, pruuust. an einer stelle brach sie mit dem huf ein winziges stückchen ein und schoss sogleich wie von der tarantel gestochen nach vorne. wo joschi beleidigt vor sich hin trabte. joschi schoss ebenfalls mit einem riesensatz voran, jaulte einmal laut und setzte den rest des weges mit zu tode beleidigtem mördergesicht fort. 10 meter hinter uns. sobald ich mich nach ihm umdrehte, blieb er stehen und sah aus wie jesus am kreuz. *seufz*

der ausritt war kalt aber dennoch schön aber mir scheint, ich war die einzige, die ihn so richtig genoss. pferd und hund waren offensichtlich erleichtert, als wir wieder im stall waren. ich versorgte lola und packte sie – unter extrem missgünstigen blicken seitens joschi – in ihre winterdecke und gab ihr aus der pferdetüte ein paar kanten trockenes brot. das liebt sie.

und nun geschah etwas, das mich doch schockte. lola kaute zufrieden auf ihrer brotkante herum, wobei eine hälfte der brotscheibe aus ihrem maul schaute. und was macht joschi? springt hoch wie ein tasmanischer teufel und reißt ihr das brot aus dem maul. um es anschließend vor ihren augen wie ein werwolf zu verschlingen. lola nahm in daraufhin mit schmalen augen ins visier. das ist mir sehr wohl aufgefallen. nicht so joschi. als ich lola nämlich in die box zurückführte, war joschi ganz plötzlich und zufällig für einen kurzen moment unter ihrem fuß. nichts dramatisches aber es gab ein entrüstetes jaulen seitens joschi und einen völlig unbeteiligten blick seitens lola, die weitertrottete, als wäre nichts passiert.

ich muss morgen mal eine friedenspfeife mit den beiden rauchen 😉

Reitworkshop

hey, das war richtig gut gestern. ich war ja mächtig aufgeregt vor meiner 1. reitstunde seit gefühlten 100 jahren. aber ein bisschen aufregung schadet bekanntlich nie, dann konzentriert man sich auch besser!

lola stand auf der weide, als ich ankam und sah aus wie eine pottsau. wie schafft ein pferd es bloß, sich so einzusauen. sie hatte sich samt pferdedekce von kopf bis fuß im tau-matsch paniert. zufrieden dreckig schaute sie mich aus der mitte der koppel an. grrr. da half nur eins: abspritzen von kopf bis fuß, um mit einem auch nur halbwegs sauberen pferd zum unterricht zu erscheinen.

der reitlehrer, der den workshop anbot, war ein sehr netter mensch. ich erklärte ihm kurz meine anforderungen an die stunde sowie meine persönliche situation und bat ihn, mich nicht zu hart ranzunehmen. und dann gings los.

1 stramme stunde, die mir konditionsmäßig einiges abverlangte aber großen spaß machte. es ist schon ein unterschied ob man so gemütlich alleine vor sich hinjuckelt oder richtig mit dem pferd arbeitet. das merkte auch lola. sie wirkte ein wenig überrascht, als ich sie konstant antrieb und ebenso konstant am zügel arbeitete. aber – es klappte alles viel besser als ich vorab erwartet hatte. nach und nach kam die erinnerung aus meinem hinterstübchen und ich war froh zu merken, dass doch noch alles da war, was ich mal gelernt hatte. lola arbeitete fleißig mit, sie ist ein echtes schätzchen. munter trabte sie durch die halle und machte nach einer weile tatsächlich auch einen runden hals – was bei ihr sehr schwierig ist. reitlehrer und ich waren zufrieden. ich glaube, lola war es auch. ein paarmal gab ich von oben falsche oder nicht eindeutige befehle mit dem zügel und was machte mein pferd? dreht den kopf zu mir um und ihrem gesichtsausdruck nach sagte sie mir unmissverständlich:

„hey, was willst du?“

ein echtes schätzchen.

nach der stunde war ich platt wie ein turnschuh aber glücklich. lola ließ sich mit unmengen von möhrchen belohnen und es gab jede menge abschiedsküsschen auf die weiche, warme pferdenase.

bei uns scheint heute mächtig die sonne und so soll es die nächsten tage auch bleiben. so werde ich am dienstag nach langer zeit wieder in den wald reiten können – in begleitung des treuen hütehundes joschi 😉 , freu mich schon.

habt einen wunderschönen sonntag und geht bei dem prachtwetter mal vor die tür, eure katerwolf

Lampenfieber

ich werde gleich an einem reitworkshop teilnehmen und bin schon DODAAAL aufgeregt 🙄

wie ihr wisst, bin ich eine reit-wiedereinsteigerin. als langjährige, sehr aktive und sogar erfolgreiche reiterin habe ich diesen sport anfang 20 aus zeitmangel und interessenverlagerung (studieren und die kuh fliegen lassen in berlin) aufgegeben und seitdem, von ein paar wenigen urlaubsreiterlebnissen abgesehen, ruhen lassen. wie es mit alten leidenschaften aber so ist, besinnt man sich später ganz gerne auf diese. vor allem in situationen, in denen das leben wegen krankheit oder sonstigen schweren lebenskrisen plötzlich und unerwartet völlig aus den fugen gerät. dann sitzt man schweren herzens da und fragt sich händeringend:

„gibt es irgendetwas, das meinem leben wieder regenbogenfarben verleiht statt des tristen graus?“

und in ermangelung einer idee blickt man mental über die schulter in die vergangenheit und schickt eine frage dorthin:

gab es da mal etwas, vielleicht früher?“

in meinem fall passierte dies im januar vergangenen jahres, als ich mit der diagnose brustkrebs konfrontiert wurde und mein leben an diesem punkt plötzlich und unerwartet aus den fugen geriet. ich kramte mit bangem herzen in meiner fest verschlossenen erinnerungskiste, nachdem ich nach längerem suchen den schlüssel fand, den ich offensichtlich und längere zeit verlegt hatte und fand dort tatsächlich ein paar dinge, die mich anlachten und sagten:

„hey, schön, dass du mal wieder nach uns siehst. wir sind immer noch da und warten auf dich. lass uns spaß haben!“

eine davon war das reiten. im juni des gleichen jahres bot sich mir während meiner reha auf sylt die gelegenheit auszuprobieren, ob dieser wunsch wunschdenken bleiben oder realität werden sollte. nach 5 minuten auf dem pferderücken stand fest: das.ist.es. das glücksgefühl, das mich damals durchströmte, ist mir immer noch lieb im bewusstsein. unmittelbar nach meiner reha, im juli, machte ich mich in der umgebung auf die suche nach einer reitbeteiligung. das schicksal war der meinung, dass es genau der richtige zeitpunkt dafür war und schickte mir bereits nach ein paar tagen lola, eine erfahrene, charakterstarke, lustige und gut gelaunte, temperamentvolle stute. seitdem reite ich lola 2-3x die woche mit großer freude im gelände und neuerdings, wetterbedingt, überwiegend in der halle.

mit dem reiten ist es wie mit dem fahrradfahren, so richtig verlernen tut man es nicht. versucht man sich aber nach über 20 jahren pause wieder als dressurreiterin, merkt man doch, dass man vieles vergessen hat. aus diesem grund habe ich mich heute zu einem reitworkshop angemeldet und bin DODAAL aufgeregt. meine 1. reitstunde seit 20 jahren. ich fühle mich wie 12. habe muffe, dass ich mich a. blamiere, b. alles falsch mache und c. konditionsmäßig schlapp mache. ich glaube, das nennt man lampenfieber. jesses neee, bin ich aufgeregt. so, und jetzt ist es 12 und ich muss los, halali!

Joschi wird Pferd

vorgestern habe ich mit joschi etwas erlebt, das ich selbst nicht glauben kann 🙂

wir waren am freitag zu zweit im gelände und haben joschi mitgenommen. wenn joschi mit 2 pferden unterwegs ist, spornt ihn das zu höchstleistungen an. so eine herdenvergrößerung muss auch genau unter kontrolle gehalten werden! so lief joschi 2 stunden lang flott voraus und warf seiner herde regelmäßig kontrollblicke über die schulter zu. nur im trab fiel er ein wenig zurück und lief hinterher, überholte uns aber sogleich mahnenden blickes, sobald wir wieder in schritt wechselten. an einer stelle mussten wir einen anderen reiterhof durchqueren. joschi lief ein wie cäsar und seine truppen. mit federndem gang trabte er auf den hof, verbellte alle pferde auf der koppel, wuchs auf doppelte größe an dabei, markierte den gesamten hof und verließ ihn stolzen hauptes wieder. wir haben uns vom pferderücken aus still über ihn amüsiert.

nach einem wunderschönen ausritt sattelten wir die pferde in der stallgasse ab. joschi wuselte wie immer zwischen sattelkammer, putzbox und lola hin und her. aufgeregt bis in die schwanzspitze. wollte unbedingt gebürstet werden, mehrere pferdeleckerli essen, wie immer halt 😉 und dann geschah etwas sehr außergewöhnliches:

ich kratze gerade lolas hufe aus. lola hat die angewohnheit, ihre hufe immer von alleine anzuheben, braves pferd! während ich also matsch und steinchen aus den hufen kratzte, bemerkte ich plötzlich, dass joschi direkt neben uns stand, ganz dicht und eine vorderpfote anhob. ich stutzte. ne, oder, das meint er doch nicht wirklich? spaßeshalber nahm ich seine pfote in die hand und kratzte sie vorsichtig mit dem hufkratzer aus. extrem zufriedener hundeblick. ihr erinnert euch ja daran, dass joschi eine ausgewachsene pfotenphobie hat und man nie, nie, nie seine pfoten anfassen darf, ohne angeknurrt, angefletscht und angeschnappt zu werden? und jetzt stand er da, hielt mir seine pfote entgegen und ließ sie sich auskratzen. ich setzte die pfote ab, schwupps hob er die andere. dann beide hinterpfoten. ich kratzte ihm fasziniert alle 4 pfoten aus und grinste übers ganze gesicht. das glaubt mir kein mensch, dachte ich für mich.

„ich frage mich gerade, wer von euch beiden mehr gaga ist, hund oder frauchen?“

kam es von evi, meiner mitreiterin, die ungläubig in der stallgasse stand und uns beobachtete. wir überlegten gemeinsam, ob wir für joschi vielleicht auch einen kleinen sattel besorgen sollten, er könnte dann spatzen oder eichhörnchen reiten lassen. sehr nette vorstellung.

ich jedenfalls freue mich immer noch an dem bild, wie joschi mir zum auskratzen seine pfoten entgegenhob. was für ein süßer schnuff 😆

Ausgegrübelt und ein kleines Wunder

vielen, lieben dank für die zahlreichen, sehr hilfreichen kommentare gestern *love*. die sache hatte mich doch ganz schön umgetrieben. nachdem ich gestern nachmittag im reitstall war, hat sich die sache aber zum positiven geklärt. zum einen steht noch nicht fest ob die besitzerin lola überhaupt verkaufen wird und zum anderen hat sich gestern spontan noch eine alternative für mich aufgetan. ich hätte jederzeit die möglichkeit auf eine andere reitbeteiligung umzusteigen. jetzt schauen wir einfach mal, wie sich alles entwickelt. sieht aber alles gut aus. für die meisten probleme im leben gibt es eine alternative. für die meisten. ne tolle alternative zum brustkrebs ist mir bislang leider noch nicht über den weg gelaufen *seufz*. doch, die alternative ist das überleben und daran werde ich trotzig und eisern festhalten.

gestern ist mir übrigens etwas lustiges passiert. ich war um 4 zum ausreiten verabredet. das wetter hier war unter aller kanone und als ich zum stall fuhr, geschah dies unter einem unglaublich schwarzen, fast zum boden reichenden himmel, aus dem es in strömen goss. meine scheibenwischer kamen kaum mit. ich kam mir vor wie in einem amphibienfahrzeug. während ich lola putze und sattelte und mich mental aufs reiten in der halle einstimmte, prasselte der regen unaufhörlich aufs stalldach. dann, mit einem mal hörte es auf und es wurde hell. ich trat vor das stallgebäude und schaute ungläubig in einen blauen, sonnigen himmel empor. wo kam der denn plötzlich her? seltsam. kurzentschlossen schwangen wir uns auf die pferde und machten uns mutig in den wald auf. was soll ich sagen, wir ritten 1 stunde unter prachtvoller sonne und blauem himmel durch den bunten herbstwald und freuten uns des lebens. kaum waren wir zurück und hatten abgesattelt, zog sich der himmel zu. und als ich mich ins auto setzte und die tür hinter mir zumachte, ergoss sich der himmel über mich und ich fuhr unter pechschwarzem himmel im strömenden regen nach hause. das war doch mal ein kleines wunder, würde ich sagen 😆

habt einen schönen tag und ich wünsche euch ein kleines wunder 😆