Heute: Umzug

hello girls! hello boys! so sagt man jedenfalls in irland, wo ich gerade war. dort war es absolutely lovely. mein hintern hat die 180 km auf dem pferderücken besser verkraftet, als ich dachte und ich habe so manches guiness auf euch getrunken. ich schwör. und gerade eben habe ich mein neues blog an den start gebracht. *tadaaaaa*

Katerwolfs Abenteuer

künftig könnt ihr mein ganz und gar abenteuerliches leben also auf meinem neuen blog katerwolfs abenteuer verfolgen. und ich freue mich wie bollewolf, wenn ihr das auch tut und meine freunde bleibt und mich verlinkt und überhaupt. bin ganz aufgeregt. das blog ist noch nicht ganz fertig, so fehlt zum beispiel die blogroll. aber das kommt jetzt nach und nach. MANN, bin ich aufgeregt. ich lasse euch an dieser stelle ein dickes, fettes bussi da und see you later on katerwolfs abenteuer *wegzauber*

Husky-Safari in Finnland: Nachklapp

eigentlich war ich ja schon fertig, aber gerade habe ich eine liebe mail von unserem wildnisführer erhalten, die mich inspiriert hat, einen nachklapp zu schreiben. da er auch nichts dagegen hat, unter seinem echten namen zu erscheinen, oute ich ihn als ralph.

ralph schreibt mir also: „Pekka heisst er richtig und der Nationalpark Pallas-Ylläs. Die Reihenfolge ist etwas anders: Die Hunde bekommen ihre Suppe zuerst, dann wir Kaffee, Tee, dann die Hunde ihr Abendessen, dann Sauna, dann unser Abendessen.“

so, jetzt wisst ihr es. und könnt heute abend ein wenig üben, den namen des nationalparks auszusprechen. da fällt mir ein, ich habe eine finnische hinweistafel fotografiert, so als dokumentation dieser bemerkenswert unverständlichen sprache. wer kann das übersetzen, hm? wer das schafft, kriegt eine auszeichnung und zwar das goldene band der zungenbrecher 😆

 

Husky-Safari in Finnland: Letzter Tag

am nächsten morgen standen wir in dem bewusstsein auf, dass unser letzter safari-tag angebrochen war 😦

wir beschlossen, ihn zu genießen, statt trübsaal zu blasen und gingen mit eifer an unsere morgendliche routinearbeiten. das wetter meinte es nicht richtig gut mit uns, denn draußen blies ein ordentlicher sturm schneeflocken durch die gegend. die hunde lagen teils mit einer dünnen schneeschicht in ihren mulden und blinzelten uns an. als erfahrene tourenhunde wussten sie jedoch ganz genau, dass ihr letzter tag angebrochen war, und sie ließen sich alle motiviert anschirren und anspannen. kurze zeit später starteten wir in das weiße ungetüm, das uns von allen seiten umgab. normalerweise würde man bei so einem wetter keinen fuß vor die tür setzen. verrückte wie wir, die sich auf so einen abenteuerurlaub einlassen, tun dies jedoch, sogar stundenlang hinten auf dem hundeschlitten 🙂

mannomann, blies uns der wind um die ohren. dank unserer perfekten ausrüstung blieben wir jedoch warm und trocken, da nicht mal ein fitzelchen haut dem wetter fläche bot. beeindruckend. wir mussten eine andere route nehmen, als geplant, da eine brücke eingestürzt war. unsere letzte etappe war in der tat abenteuerlich und auch anstrengend. die hunde kämpften sich wacker durch den tiefschnee und trotzten wind und wetter. ich merkte jedoch das erste mal auf der tour, dass sie müde wurden. bis dato war ich fast immer mit einem fuß auf der bremse gefahren, um meinen vordermann nicht zu überholen, nun schob ich fast durchgängig mit, um den schlitten zu entlasten. dennoch hat auch dieser letzte wegabschnitt sehr großen spaß gemacht! man fühlte sich ein wenig wie in einer expedition zum nordpol.

im letzten drittel schaffte ich es dann noch, vom schlitten zu fallen. plötzlich tauchte vor mir ein tiefhängender birkenast auf. es gab nur eine möglichkeit, ihm auszuweichen: durch eine schnelle, tiefe hocke. ich also in die knie, drunter durch, als sich mein schlitten gefährlich zur seite neigte. plumps. wie eine reife birne kippte ich vom schlitten und versank im tiefschnee. ich staunte selbst darüber, wie schnell ich mich aus demselben wieder rausmanövrierte, hinter meinem hintermann auf den schlitten aufsprang und mein gespann erreichte, dass, dank des tiefschnees, nicht richtig weit gekommen war und von meiner vorderfrau aufgehalten werden konnte. gefühlte 1 minute später stand ich also wieder grinsend auf meinem schlitten 😉

am späten nachmittag trafen wir alle wohlbehalten, glücklich und müde im basislager harriniva ein. wir brachten unsere hunde in ihre zwinger und sie waren sichtlich froh, wieder zu hause zu sein und wurden stürmisch begrüßt. unser rückflug war erst am nächsten tag gegen mittag und unser wildnisführer peter sagte uns, dass wir am nächsten morgen nochmal zu den hunden könnten. juhuuuuuu *freu*. so machten auch wir uns auf zu unsere hütten, gaben die ausrüstung ab und gingen uns ein wenig ausruhen. hi hi, ausruhen. tatsächlich legten wir uns auf unsere betten und hatten das gefühl, nie mehr aufstehen zu wollen, zu können. jeder einzelne knochen wog gefühlte 100 kilo. dann das große staunen: wasser, das aus dem wasserhahn floss, elektrisches licht, eine klospülung. wir fühlten uns ein wenig wie „wilde“, die das erste mal in die zivilisation kommen 😉

am abend trafen wir uns alle zum abschiedsessen, sehr lecker und ließen den abend bei bester stimmung in der gut frequentierten hausbar ausklingen. zu finnischen metal-klängen. umgeben von vielen zipfelmützen. wie schön!

wir waren froh, dass wir am nächsten morgen noch einmal eine ausgiebige hunderunde machen durften. ich besuchte natürlich „meine“ hunde und knuddelte ihnen ein loch ins fell. aber auch die anderen hunde waren extrem liebebedürftig und ein jeder buhlte um aufmerksamkeit. mit erfolg 😆

am ende hieß es dann aber unweigerlich abschied nehmen. schweren herzens sagten wir tschüss und verließen harriniva mit dem festen vorsatz, wiederzukommen. in diesem sinne: bis bald 😆

 

 

Husky-Safari in Finnland: Hundeliebe

ja, hundeliebe. nachdem es mir am vorabend gelungen war, meinen scheuen hessu dazu zu bringen, sich an mich drücken und durchkuscheln zu lassen, erwartete mich an diesem morgen eine überraschung. hessu begrüßte mich. zaghaft wippte seine buschige rute hin und her und er schaute mich lieb an, als ich auf der bildfläche erschien. er kam sogar auf mich zu und ließ sich vertrauensvoll streicheln. wow. mein herz machte ploff und hessu nahm einen großen platz darin ein. ich baute in den paar tagen eine starke bindung zu diesem wolfsgleichen hund auf und vermisse ihn immer noch.

 

 

 

stolz wie oskar schirrte ich mein hundegespann an und schippte schnell noch einen hundehaufen in die mülltüte. halt, habe ich euch schon davon erzählt? ne, hab ich glatt vergessen, oder besser: verdrängt. zum morgendlichen ritual gehörte nämlich auch, den hundeplatz vollständig von hundekot zu säubern. und 30 hunde machen von nachmittags um halb 4 bis morgens um 10 jede menge davon. also schnappt sich einer einen großen müllsack und 2 andere schippen die hundehaufen hinein. *brrrrrr würg* für menschen wie mich, die von natur aus mit einem schwachen magen gesegnet sind, ist das ein horror. aber, auch das gehört dazu und auch hier gilt: einer für alle, alle für einen. drum schippte ich und lernte einen weiteren, sehr nützlichen aspekt von sturmhauben kennen. fest über mund und nase gedrückt bekommt man zwar nicht so gut luft, dafür kübelt man aber auch nicht in den schnee. einige pragmatiker aus der gruppe fanden gegen ende sogar eine gewisse befriedigung in dieser tätigkeit: „das hat doch was befriedigendes, wenn ein haufen gefroren ist und man ihn mit einer schipp-ladung in den sack befördert!“ froh zu sein, bedarf es wenig. für mich war das allerdings der unangenehmste teil der huskytour.

an diesem tag erwartete uns schneetreiben und wind. die hunde kämpften auf den ungeschützten seeflächen dagegen an und ich staunte fasziniert einmal mehr über ihre unbändige kraft und willensstärke. unglaubliche tiere sind das!

 

 

als wir am nachmittag in unserer letzten hütte ankamen, waren wir allesamt ganz schön müde. die hunde rollten sich gleich in ihre schlafmulden. ich scheuchte meine vier noch einmal kurz auf und legte extrastroh in ihre mulden, worauf sie mich lieb anschauten.

ich freute mich an diesem abend ganz besonders auf die sauna und heizte gleich nach dem abschirren die 2 saunaöfen an. ich wollte die sauna an diesem abend so richtig heiß bekommen. eine der vielen dinge, die peter uns während der tour beigebracht hat, war, dass man einen saunaofen am effektivsten heiß bekommt, wenn man ihn mit vielen schmalen holzscheiten anheizt. und nicht, wie am ersten abend, mit dicken holzknüppeln, die nur mäßige hitze erzeugen, dafür nachhaltig sauna und alles drumherum zuqualmen. 1 stunde später saßen wir zufrieden schwitzend in der sauna und unsere müden knochen dankten es uns. annika und ich kühlten uns nach dem ersten saunagang, nur mit einem handtuch um die körpermitte, den dicken stiefeln an den füßen und einer wollmütze auf dem kopf, vor der sauna aus und beschlossen, ein paar schritte zu gehen. magisch zog es uns, wie immer, zu den hunden. die allerdings reagierten anders als erwartet auf unseren überraschungsbesuch. mit gesträubtem fell, bösem bellen, knurren und fletschen gaben sie uns unmissverständlich zu verstehen: „noch 1 schritt näher und es rappelt.“ annika und ich waren etwas geschockt und brachen unsere spontan-expedition unvermittelter dinge wieder ab. ob es an unserer bizarren bekleidung und der dunkelheit lag, oder ob sie einfach ihre ruhe haben wollten? ich vermute, von allem ein bisschen. na gut, dann eben wieder zurück in die sauna.

unsere letzte hütte war für mich die schönste von allen. sie wirkte älter als die anderen, bestand aus dicken, dunklen holzbalken und schien für die ewigkeit gebaut. und soooo gemütlich war sie. am abend waren wir alle ein wenig wehmütig, da wir wussten, dass es unser letzter abend in der wildnis war. am nächsten tag sollte es schon zurück zum basislager gehen. tja, da musste dann der rest der von mir mitgebrachten schnapsflasche dran glauben. der mir dann auch kurze zeit später eine tiefe nachtruhe bescherte.

Husky-Safari in Finnland: Über allen Gipfeln ist Ruh…

am nächsten, mittlerweile zweiten morgen in der wildnis, waren wir mit der morgendlichen routine schon gut vertraut. zügig waren die öfen angeheizt und während die anderen das hundefrühstück austeilten, briet ich in der hütte rühreier mit speck. ein wenig später, als wir alle hungrig um den tisch saßen, staunte ich einmal mehr darüber, welch große mengen wir uns einverleibten. wildnis macht hungrig, sag ich nur. ohne zu bummeln packten wir, räumten auf, hackten noch ein bisschen holz für die mittagspause und auf gings zum hundeanschirren und anspannen. ich liebte das. wir alle liebten das. es macht einfach großen spaß, morgens zu den hunden rauszukommen und sich mit ihren ganz speziellen eigenheiten beim geschirranlegen auseinanderzusetzen. macarena machte sich auch am zweiten tag strack wie ein brett und pekkah warf sich mit solch einer inbrust auf die anzuschirrenden pfoten, dass ich mir fast einen bruch an ihm hob 😉 yucca schlängelte sich wie gewohnt geschmeidig in sein geschirr und hessu ließ es sich, ebenfalls wie immer, mit misstrauischem blick anlegen. ich war immer ziemlich schnell fertig und konnte dann noch ein wenig zuschauen, wer noch am knoddeln war, das machte auch immer spaß.

 

und schon ging es los, auf unsere nunmehr dritte tagesetappe. die sonne hatte sich erstmal verzogen und das wetter war eher trübe. das tat unserer freude am fahren aber keinen abbruch. natürlich ist die landschaft wunderschön, wenn die sonne scheint, aber sie ist auch schön, wenn sie nicht schneit und man hat nicht minder spaß beim fahren. es ist erstaunlich, wie sich die umgebung dort verändert, wenn die sonne hinter einer dicken wolkenschicht verborgen ist. plötzlich ist alles um einen herum weiß, oben, unten, drumherum.

 

 

mir kam in den sinn, dass man ohne die nötige erfahrung und den ebenso nötigen wildnisführer binnen minuten komplett die orientierung verlieren würde. wir aber hatten das glück, dass unser versierter wildnisführer peter zielstrebig vor uns herfuhr und wir voller vertrauen hinterher. ich merkte, dass ich mich am dritten tag auf dem schlitten sicherer fühlte. ich hatte deutlich mehr gefühl für die balance, vor allem in den kurven. wir hatten am vormittag ein paar ordentliche steigungen zu bewältigen, bei denen wir kräftig nachschieben mussten und entsprechend anspruchsvolle talfahrten. ich war nicht mehr so schisserig wie die 2 tage zuvor und bremste vor der letzten kurve nicht mehr sooo stark, so dass mein schlitten samt hunden mit schmackes in die ebene einfuhr. meine hunde flitzten wie pfeile, ein wunderbares gefühl. bis zur mittagspause hatten wir etwa 20 km zurückgelegt, und peter zauberte auf dem wildnisfeuer einen sehr schmackhaften finnischen eintopf.

 

 

zufrieden mampfend ruhten wir unsere müden glieder aus, mensch wie hund.

 

 

nach der erholsamen mittagsrast ging es weiter. ich muss zugeben, dass ich diesen nachmittag ganz schön meine knochen merkte, ist ja nicht so, dass so eine tour nicht auch anstrengend ist. auf den see-etappen entlastete ich abwechselnd beine und arme und entdeckte so, dass man sich während der fahrt auch entspannen kann. am nachmittag kamen wir ohne weitere verluste an unserer dritten hütte an. wieder ein wunderschöner ort, wie man ihn sich idyllischer kaum vorstellen kann. es gab eine wunderbar geräumige, gemütliche hütte und ein extra saunahaus mit integrierter, kleiner schlafkammer. die ich mir gleich als ego-single-platz klar machte.

 

gemeinschaftshütte

 

katerwolf-ego-hütte

 

ich musste mir wegen meiner ego-hütte zwar fortan das eine oder andere einzelkind-gespräch anhören, aber das war mir egal. besser ausgeschlafenes ego-einzelkind, als unausgeschlafener, übellauniger katerwolf. die huskys kümmerte das ohnehin nicht, sie warteten ungeduldig auf ihr nachtessen, über dass sie sodann hungrig herfielen.

 

 

wir menschenkinder bekamen währenddessen ein schönes himmelsgeschenk: die wolken rissen auf, die sonne brach durch und bescherte uns magische ausblicke. wir blieben noch lange draußen, an diesem nachmittag und sahen zu, wie der tag langsam dem abend wich.

 

 

ich nutzte die zeit auch für eine ausgiebige hunde-kraulrunde und ließ mir besonders mit dem scheuen hessu viel zeit. nach anfänglichem zögern lehnte er seinen warmen hundeleib an mich und ließ sich gründlich durchkuscheln. mein süßer hessu.

 

 

abends saßen wir nach getaner arbeit und einem ausgiebigen saunagang zufrieden und müde in der hütte beisammen, ließen die erlebnisse des tages revue passieren und erzählten uns geschichten. es gab immer etwas zu erzählen, unsere gruppe harmonierte sehr gut, es herrschte eine entspannte, ruhige stimmung. keiner hatte den drang, sich besonders hervortun zu müssen, worüber ich sehr froh war. es gab immer viel zu lachen, ich erinnere mich zum beispiel daran, dass peter uns erzählte seine dicke fellmütze sei aus marderhund-pelz gefertigt. ich verstand ihn falsch und fortan hieß das tier bei uns nur noch mörderhund. annika erfreute uns eines abends mit einer spontanen buchinterpretation, die bühnenreif war. sie entdeckte in eben dieser hütte ein finnisches buch über hundeerziehung. es gab auch ein paar bilder mit sprechblasen darin. diese vorlage genügte ihr, uns den inhalt des buches näherzubringen. so vertiefte sie sich in eine bebilderte seite und teilte uns fröhlich mit: „wenn dein hund böse ist, nenne ihn ole und sperr ihn in den kofferraum.“ wir kringelten uns ausgiebig über ihre spontane showeinlage. zu einigem grinsen und kopfschütteln führte auch meine ausgeprägte tendenz, dinge zu verlegen, zu verlieren und ausgiebig zu suchen. in der gruppe fiel das besonders auf. am zweiten abend fing ich an, auch dinge von den anderen zu verlegen. zum beispiel annikas hose. und am dritten tag hatte ich annika angesteckt und sie suchte genauso wie ich. gut, war ich nicht mehr alleine!

als ich vor müdigkeit kaum noch die augen offen halten konnte, machte ich mich, nicht vollständig muffe-frei, in meine ego-hütte auf. hm, die lag ja doch ganz schön einsam. ich wollte dann aber auch nicht kneifen und als obermuffti dastehen, also tappte ich pfeifend los, und als ich dann in der kleinen hütte stand, schlüpfte ich ganz schnell in meinen schlafsack. die hütte war durch den saunagang noch wohlig aufgewärmt, so dass ich nur ganz kurz zeit hatte, über finnische frauenmeuchelmörder und mörderhunde nachzudenken, bevor ich in tiefen schlaf fiel. ich musste einmal nachts raus, was echt gruselig war. ich schlief aber wieder ein. als ich in der früh aufwachte, war es in der hütte so kalt, dass ich mich gar nicht aus dem schlafsack raustraute. ich vergrub mich noch eine gute stunde bis zum scheitel in seine tiefen und kletterte erst raus, als peter an die tür klopfte. ein neuer tag stand vor der tür!

Husky-Safari in Finnland: Tiefschneepflug

erster morgen in der wildnis. auch der start in den tag folgt bei dieser tour einem festen ritual. um 7 uhr steht der wildnisführer auf und lässt uns noch ein bisschen im schlafsack schnorcheln (danke, lieber peter), um halb acht kommt der weckruf. dann aber raus aus dem schlafsack und hinaus in den tag. erstmal öfen anheizen und wieder wasser für die morgendliche hundesuppe erhitzen. dann, nach bedarf, eine kurze waschung mit der waschschüssel. und dann sind die lieben hundis dran, die sich draußen aus ihren schlafmulden erheben, sich strecken, bisschen jaulen und auf ihr frühstück warten. ein allmorgendliches phänomen für die gruppe: schlafen die hunde tatsächlich bei diesen temperaturen draußen im schnee? ja, sie tun es. ganz zufrieden. in den schneemulden liegt etwas stroh und am morgen sind die mulden durch die körpertemperatur der hunde immer etwas tiefer. an manchen morgen waren die hunde mit einer dünnen schneeschicht bedeckt.

guten morgen, sonnenschein! (im vordergrund meine 3 hunde pekkah, yucca und macarena)

ich war ab dem 2. tag bei der morgendlichen hundefütterung nicht dabei, da ich zur eier-speckbraterin der gruppe avancierte. so konnte ich noch bisschen länger in der warmen stube bleiben. nach der hundefütterung kam die hungrige menschengruppe zurück und wir aßen alle beachtliche mengen zum frühstück. peter achtete penibel darauf, dass wir alle ausreichend und regelmäßig aßen. er hatte erfahrung mit gruppenteilnehmern, die auf ihre linie zu achten meinten und erlebte stattliche männer, die ihm entkräftet vom schlitten kippten. die kälte und körperliche anstrengung fordert ihren tribut, ausreichend essen und trinken hilft! nach dem frühstück wurde gepackt, was bei den wenigen dingen recht schnell ging, die hütte wurde für die nächste gruppe sauber gemacht, die schlitten beladen und dann die hunde angeschirrt und eingespannt. das einspannen war eine spaßige angelegenheit. denn es gab hunde in der gruppe, die sich problemlos anschirren ließen und freiwillig kopf und vorderläufe durch das geschirr steckten. ich hatte 2 davon in meiner gruppe, hessu und yucca. andere hunde widerum waren da etwas widerspenstiger und machten sich steif, warfen sich hin und flutschten einem immer wieder durch die hände wie ein stück schmierseife. sehr lustig, das ganze. auch davon hatte ich 2 in der gruppe. meine macarena stand zwar brav da wie ein lamm, machte aber die vorderläufe so strack, das ich sie manuell umknicken musste, um sie durch das geschirr zu schieben. wenn ich die spannung kurz nachließ, machte es zurr und der lauf war wieder strack. pekkah hingegen schmiss sich mit seinem ganzen gewicht auf die pfote, die ich gerade durch das geschirr stecken wollte. völlig entspannt lag er da, schwer wie ein betonklotz und ließ sich von mir hoch- und umschichten *ächz*

freiwilliges anschirren

anschirren mit widerstand

aber wir schafften es jedesmal, die hunde alle vor den schlitten zu bekommen und gegen 10 uhr standen alle bereit zur abfahrt. die hunde voller kraft und ungeduld, wir voller vorfreude und aufregung. tatsächlich ist dieser „start“ eine der schönsten dinge an der safari. es herrscht solch eine aufbruchstimmung und gebelle und gejaule, dass es ansteckend ist. das gespann hinter mir gehörte unserem youngster der gruppe. er hatte das glück, 4 rabauken im gespann zu haben. es war das gespann, dass es schaffte, sich vor dem start, in der pause und während des laufens immer wieder im geschirr zu verheddern, sich rauszuziehen und die leithunde hatten eine beeindruckende dominanznummer am laufen. hierbei schmiss sich die leithündin auf den rücken, stemmte ihre vorderpfoten gegen den hals des leitrüden neben ihr und machte todesgeräusche. „hallo???? sieht hier jemand, dass ich gleich totgebissen werde? kann hier jemand mal eingreifen?“ peter klärte uns jedoch darüber auf, dass das nur show sei, die hunde wären da ganz gut drin. na, entzückend. ihr glaubt nicht, dass sich hunde durch das geschirr ziehen können?

sie können!

und hier die rabaukenbande meines hintermanns

der leitrüde auf dem bild (links) beherrschte ein perfektes „aa-waaa-waa-waaa“, das sich anhörte wie das klagen an der klagemauer. herrlich, ich musste mich jedesmal kaputtlachen. der hund hinten rechts, rambla, war eine kleine pest auf 4 pfoten. ein echter gauner, der es schaffte, sich sogar während des laufens vom karabinerhaken zu lösen und ein heilloses durcheinander zu veranstalten. hört sich schrecklich an, aber alle liebten rambla. man konnte ihm einfach nicht ernsthaft böse sein. aber jetzt zurück zum morgendlichen start. sobald man den fuß von der bremse nahm und die hunde losstürmten, spannte die seele ihre flügel aus und alles war gut. ich dachte immer mal: „gibt es was schöneres?“ sicher tut es das, ich weiß, aber es gab momente während der tour, in denen man dachte, es gibt nichts, das schöner ist.

hier ein etwas verwackelter versuch, einen start zu dokumentieren:

wir hatten an diesem zweiten tag großes glück mit dem wetter. unter strahlend blauem himmel brausten wir über ebenso strahlend weißen schnee und freuten uns des lebens.

kurz vor mittag durften wir bei sahnewetter einen blick auf die hügel des nationalparks „ich -bin-ein-nationalpark-mit-einem-unaussprechlichen-finnischen-namen“ werfen und kamen aus dem staunen nicht mehr heraus. lappland ist wirklich ein wunderschönes stückchen erde.

was für ein prachtvoller tag! nach einer esstechnisch äußerst befriedigenden mittagsrast fuhren wir zeitweilig durch anspruchsvolles gelände, dass unsere beinmuskulatur auf eine harte probe stellte. es gab etliche knifflige kurven mit steigungen und gefälle zu meistern und ich meine mich zu erinnern, dass ein jeder in der gruppe seinen schlitten an diesem nachmittag in den tiefschnee manövrierte. ich dummerweise in einer steigung. als ich abstieg, um den festgefahrenen schlitten anzustoßen, löste er sich mit einem unerwarteten ruck, die hunde rasten natürlich gleich los, und ich hatte keine chance mehr aufzuspringen. wie war das noch, „niemals den schlitten loslassen?“ , ja, genau, also krallte ich mich am griff fest und fuhr ein wenig auf den knien hinterher. als die hunde an fahrt gewannen, glitt ich auf den bauch und schleifte hinterher. das muss sehr, sehr lustig ausgesehen haben. für meinen hintermann. für mich war es nur mittellustig, da ich richtig schiss hatte, dass mir der schlitten durchgeht, und zwar ohne mich. meine hundis drehten sich mehrfach um, schielten um den schlitten herum und bedachten mich mit einem amüsierten blick. ich schwöre, ich habe in ihren augen schadenfreude gesehen. „halt doch aaaaaan!“ brüllte ich meiner vorderfrau zu. erst als sie anhielt, bremsten glücklicherweise auch meine hunde und meine vorderfrau bekam sie am halsband zu fassen, so dass ich wieder aufsteigen und weiterfahren konnte. ich konnte nicht anders, als den rest der fahrt vor mich hinzugrinsen. in meine sturmhaube hinein 😉

der nachmittag barg noch mehr überraschungen und ich verbuchte ihn am ende als unseren persönlichen idiotentag. „wir sind gleich an der hütte,“ verkündete peter, „seid vorsichtig, die einfahrt ist diesmal kompliziert!“ und schon kam eine eindrucksvolle rechtskurve. das nächste, woran ich mich erinnere, ist die schmale birke, gegen die mein schlitten krachte und sich komplett festfuhr *räusper*. ich drehte mich rasch um, um meinen hintermann zu warnen, was ich allerdings zu sehen bekam, war ein unbemannter schlitten mit 4 froh aussehenden huskys, der um die kurve schoss 😉 😉 😉

das war der nachmittag, der uns abends bei kerzenschein viel gesprächsstoff bot. wir verbrachten die nacht in einer geräumigen hütte, in der peter uns ein so vorzügliches abendessen auftischte, dass wir es kaum fassen konnten. wenn peter nicht mehr wildnisführer sein will, kann er ein restaurant aufmachen! die nacht war ein wenig durchwachsen, da wir diesmal alle in einem raum schliefen. für mich war das schnarchtechnisch etwas schwierig. ich lag direkt neben dem göttergatten, der friedlich vor sich hinschnarchte (wie der rest der männer auch) und nervte ihn die halbe nacht mit aufforderungen, sich umzudrehen, mit dem scnarchen aufzuhören usw. am nächsten morgen sah ich mich mit dem unmut der männlichen grupenteilnehmer konfrontiert, die sich darüber beschwerten, ich hätte sie die ganze nacht mit meinem gebrabbel genervt und außerdem hätte absolut niemand geschnarcht. ungerecht, jawoll. die haben geschnarcht. aber solche begebenheiten machen nicht wirklich was, gehört dazu! wenn der morgen erwacht, ist alles wieder gut.

und hier noch, auf wunsch einer leserin, ein paar bilder von pekkah. sanni, für dich!

Husky-Safari in Finnland: Welcome to Finnland!

Welcome to finnland“ begrüßte uns eine ziemlich verpeilte, junge, finnische reiseleiterin, nachdem wir mit etwa 30 weiteren reisenden aus aller welt den reisebus am terminal 1 des flughafens kittilä bestiegen hatten. kittilä, so hieß unser zielflughafen in lappland, nord-finnland, etwa 200 km nördlich des polarkreises. der bisher nördlichste flughafen meines lebens. sehr, sehr, nördlich:

der bus sollte uns alle nach harriniva bringen. harriniva ist ein bekanntes wintersportzentrum in lappland und das basislager für unternehmungen rund um husky-safaris, rentier-safaris, snowmobil-safaris, schneewanderungen, skilanglauf, eisfischen, eisbaden, lauter abenteuer, die man im tiefen schnee machen kann! in unserem fall war es eine fünftägige husky-safari. im bus waren alle aufgeregt und schnatterten in kunterbuntem sprachengewirr durcheinander. aufgeregt ob des großen abenteures und der ungewissheit, was einen erwartete. unsere, wie schon gesagt, verpeilte, junge reiseleiterin, deren einzige aufgabe darin bestand, den bus samt insassen nach harriniva zu begleiten und mit basisinformationen zu versorgen, war mit dieser aufgabe völlig überfordert. in gruseligem englisch nuschelte sie etwas ins mikrofon, das keiner verstand. wir mutmaßten, dass sie uns eincheck-formulare fürs hotel samt schlüssel austeilen wollte. so hörte es sich zumindest an. so genau wusste das keiner, am ende hatten ein paar leute einen schlüssel, andere nicht. man erfuhr auch nicht, wie lange die busfahrt dauern und was uns am anderen ende erwarten würde. ihre spärlichen kommentare, wie etwa: „some of you will be in harriniva, some of you some other place.“ ergänzte sie konsequent mit anhängen, wie: „I guess“, oder „maybe.“ so schaffte sie es, uns alle während der fahrt vollständig zu verwirren, womit manche besser klar kamen als andere. aber, wie so oft, am ende ging alles gut. wir kamen dann tatsächlich nach 1 stunde in harriniva an, stiegen in die mittlerweile dunkle, tief verschneite, klirrend kalte, zauberhaft anmutende umgebung aus und wurden sofort mit unseren ersten polarlichtern belohnt. neongrün leuchtete es vom himmel, als hätte jemand grüne laser angeschaltet. völlig toll. fasziniert starrten wir nach oben. unsere reiseleiterin war klug, denn sie löste sich direkt nach der ankunft in luft auf. kluges mädchen 😉

vorher hatte sie uns aber noch verraten, dass wir gleich nach der ankunft unser „equipment“ abholen müssten. so stapften wir mit sack und pack in den equipment-store und bekamen unsere ausrüstung. unsere bestand in: jacke, hose, stiefel, strümpfe, handschuhe, sturmhaube, pelzmütze, schlafsack in schwarzem beutel. tief beeindruckt bestaunten wir uns gegenseitig bei der anprobe. wenn man das alles anhat, und man braucht es wirklich alles, sieht man aus wie ein monster aus der schneewüste. und man hat reelle etwa 10 und gefühlte 30 kilo an sich. allein die stiefel sind so schwer, dass man meint, die beine ohne fremdhilfe nicht bewegen zu können.

dann schleppten wir sack und pack und unsere beute in die uns zugewiesenen gemeinschaftshütten. in unserer waren noch einige amerikaner und 1 deutsche und noch paar engländer untergebracht. wir schmissen einfach alles in unsere schlafkammer und machten uns auf die suche nach unserem abendessen, da wir ganz schön ausgehungert waren. wow! ganz schön was los! dachte ich, als wir das haupthaus betraten. eine wunderbar rustikale, große holzhütte, in der menschen aus aller welt herumwuselten, teller mit leckerem essen in der hand, auf der suche nach ihrem tisch. unser tisch hieß nach dem uns zugeteilten gruppenleiter peter. und von ihm erfuhren wir auch am nächsten tag, dass es nicht gruppenleiter, sondern wildnisführer heißt. zu recht! peter war durch und durch wildnisführer. und das war auch gut so, denn schon am nächsten tag brachen wir in die wildnis auf und waren in den folgenden tag glücklich, einen so guten wildnisführer dabei zu haben! wir wären ohne ihn verhungert, verdurstet und hätten uns in der weiten, nordfinnischen wildnis auf ewig verloren 😉

ralph sollten wir jedoch erst am nächsten morgen zum frühstück kennenlernen, zunächst lernten wir unsere gruppe kennen. annika aus norddeutschland und helmut und tom aus österreich. helmut und tom waren vater und sohn, tom war 20. eine deutschsprachige gruppe mit deutschem wildnisführer, das war doch gar nicht schlecht! und wir waren uns auf anhieb alle sympathisch, das war noch besser, denn man ist auf solch einer safari ganz schön aufeinander angewiesen. umso besser, dass zwischen uns die chemie stimmte. wir teilten ein bisschen unsere aufregung und übergroße vorfreude miteinander, spähten die anderen tische und gruppen aus und als wir schließlich in unsere hütten gingen, war es schon ganz schön spät. ich dachte zuerst, ich würde vor lauter aufregung nicht einschlafen können, aber kaum lag ich im bett, fiel ich in tiefen schlaf. meine erste nacht in lappland. meine letzte nacht vor dem großen abenteuer!