3 Wochen Indien: Der Abschied *schnüff*

hört sich voll dramatisch an, oder? es fiel uns aber sehr, sehr schwer, abschied zu nehmen. 21 tage waren wir in rajasthan unterwegs gewesen. ich habe das taj mahal, das amber fort, den palast der winde, weiße, blaue, goldene und rote städte gesehen. ich war in einem rattentempel, wurde im tempel der schwarzen göttin gesegnet und habe unzählige prachtvolle moscheen, tempel und stadtpaläste bewundern können. ich bin per tuk tuk durch dichtestes stadtgewühl und mit der fahrradriksha durch ein vogelparadies gefahren. ich bin auf einem schwarzen marwaripferd namens tara schnell wie der wind durchs hinterland galoppiert, habe 3 tage mit kamelen in der wüste thar verbracht und mich dabei unsterblich in mein kamel tilly verliebt. und ich bin auf einem bunt bemalten und geschmückten elefanten zum amber fort hochgeritten. ich bin zu fuß durch die hügel von aravali gewandert und habe das (in meinen augen) schönste mädchen der welt gesehen. ich habe fantastische sonnenauf- und untergänge in der wüste gesehen und am lagerfeuer mit ein paar wilden burschen tee mit kamelmilch getrunken und gelacht. ich habe schätzungsweise 5 millionen mal hello gesagt und dabei gewunken und wurde vermutlich doppelt so oft angelächelt und angestrahlt, gegrüßt und mit wahren begeisterungsstürmen bedacht. einfach nur, weil ich irgendwo war und auch, weil ich ein paar brocken in der landessprache sagen konnte. ich wurde etwa 1000 x von indern fotografiert. welches schicksal diese fotos wohl haben? ich habe so viele schöne und freundliche menschen gesehen wie noch nie zuvor an einem anderen ort dieser erde. ich hatte das gefühl, dass jeder einzelne tag ein fest war. ich habe 3 wochen kein fleisch gegessen und habe es nicht vermisst. ich habe das erstemal im leben vor den augen von 25 fröhlichen, motivierenden indern, die, von bollywoodmusik begleitet, auf einem bunt geschmückten traktor saßen, am straßenrand hinter eine hecke gekackt. ich bin zu sechst in einem tuktuk durch jaipur gefahren und kam mir vor wie ein schlangenmensch. ich war ganze 2 x in einem bollywoodkino, habe mir filme in originalsprache ohne untertitel angeschaut und die handlung verstanden. in einem dieser filme habe ich shah rukh khan als superheld mit (natürlich unechten) türkisblauen augen gesehen *verliebt guck*. ich habe wahnsinnig viel gelacht und sehr viel glück mit meiner reisegruppe und unserem besten-reiseführer-der-welt gehabt. ich kann jetzt zwischen der lustigen und nicht-lustigen kaste unterscheiden. ich war am letzten abend vor der abreise in neu-delhi in einer total trendigen indischen bluesbar mit einer wahnsinnig lauten, japanischen liveband. ich habe mich mit unserem reiseleiter und busbeifahrer so gut angefreundet, dass ich beim abschied am flughafen heulen musste. ich habe eine der besten 3 wochen  meines lebens erlebt. es gäbe noch so viel zu erzählen und zu schreiben, aber ich mache dieses buch an dieser stelle zu. schweren herzens. schon während der rückreise reifte in meinem und im herzen meines mannes ein gedanke: jetzt erstmal sacken lassen und dann auf nach südindien. phir mi lenge, indien, wir kommen wieder!

und jetzt wünsche ich euch allen ein wunderschönes weihnachtsfest voller freude und glück. eure katerwolf 😆

 

3 Wochen Indien: Palast der Winde

wo waren wir stehengeblieben? in jaipur, richtig. jaipur, the pink city. wunderschönes, bezauberndes, märchenhaftes jaipur. in jaipur wähnt man sich mitten in einem berühmten roman: palast der winde. es gibt ihn leibhaftig in jaipur, den palast der winde. wenn man davor steht und durch die gänge des immer noch gut erhaltenen palastes streift, öffnet sich die tür zu einer längst vergangenen zeit. fast meint man, das lachen und den klang der fusskettchen der haremsdamen in den gängen zu hören.

wenn ihr denkt, das war schon das highlight des tages, irrt ihr euch. denn es sollte noch schöner kommen. wir fuhren zum amber fort. wenn man das taj mahal gesehen hat, meint man, es könne kein baudenkmal mehr kommen, das einen noch mehr oder zumindest genauso beeindrucken könnte. das stimmt nicht. als wir am fuße des vor den toren jaipurs gelegenen amber fort standen, waren wir fassungslos ob der fast schon unwirklich anmutenden schönheit.

den weg hoch ins fort bestreitet man, ganz wie in alten zeiten, auf dem elefantenrücken. nach tara, dem marwaripferd und tilly, dem kamel, war dies mein drittes reittier auf der reise.

so sieht es aus, wenn man oben ankommt.

wir verbrachten einige kostbare stunden in dieser anlage. wenn ich euch das jetzt in worten schildere, werde ich sicher schwülstig. deshalb zeige ich lieber ein paar bilder, die für sich selber sprechen.

 

das amber fort ist riesig. und ein großer touristenanziehungspunkt. und der perfekte ort, um ein paar wunderliche touristen zu beobachten. sehr spaßige sache 😉

nach dem aber fort war unser tag noch lange nicht zu ende. wir besichtigten noch den grandiosen stadtpalast, den absolut beeindruckenden astronomiegarten, eine juwelierwerkstatt mit einem faszinierenden angebot an funkelnden edelsteinen und schlenderten noch ein letztes mal durch den bazar. am ende des tages hatte ich das gefühl, der tag hätte 48 stunden gehabt, von denen ich keine einzige minute hätte missen wollen. dieses gefühl hatte ich während der reise oft: dass ich mir innerlich wünschte, der tag möge nie zu ende gehen. aber auch dieser tag ging zu ende. und am nächsten morgen lauerte die rückfahrt nach delhi. und in delhi lauerte der flughafen. und dort wartete ein flieger auf uns, der uns wieder zurückbringen sollte *seufz*. ich ging an diesem abend ganz schön schwermütig zu bett, glaubt ihr mir?