Rehageflüster: Mein rechter Arm ströööömt warm

hallöchen. heute ist ein schöner tag. heute ist ein schöner tag. heute ist ein schöner tag. mein sohn + freundin sind gestern abend angekommen und bleiben 1 woche. das ist einfach zu schön. ich habe eine kleine, günstige pension in unmittelbarer nähe zur rehaklinik gefunden und nun hab ich die beiden süßen 1 woche um mich herum. mein sohn studiert seit letztem september im ausland und dummerweise hat es sich so ergeben, dass mein rehatermin just in dem monat stattfindet, in dem mein sohn zuhause ist. im august. hmpf. also habe ich die beiden für 1 woche hierher eingeladen.

gerade waren wir zusammen in nieblum und haben im alten teehaus heiße waffeln mit blaubeerkompott, vanilleeis und sahne gefuttert und sind unter einem beindruckend bedrohlichen nordseehimmel nach utersum zurückgeradelt. gegen den wind. man man man, hier lernt man die wahre bedeutung des begriffes gegenwind kennen. der hat auch zur folge, dass ich meine abendverabredung mit den beiden abgesagt habe, da ich völlig groggy bin. die beiden übrigens auch. ich vermute mal, dass sie, so wie ich, um 9 uhr tief und fest schlafen werden.

ansonsten bin ich fleißig. seit gestern findet die frühgymnastik am strand statt. weil es seit gestern morgens NICHT regnet. so sind wir heute um 7 in der früh mit kleinen, elastischen gymnastikbällen durch das watt gehüpft und haben versucht, die bälle hin- und herzuschwingen, sie uns gegenseitig zuzuwerfen, sie hochzuwerfen und zu kicken. was alles nicht klappte. weil sich offensichtlich 20 grobmotoriker im watt versammelt hatten. wenigstens kam keiner zu tode und am ende waren alle bälle noch da und heil. während wir höchst unelegant durch das watt pflügten, kreiste über unseren köpfen eine schar kreischender möwen. „schaut mal, die schimpfen, weil wir ihnen die wattwürmer verjagen“, sagte unsere therapeutin lachend. die wahrheit ist, dass sie uns auslachten. laut und deutlich und ausgiebig. ich vermute, sie kommen jeden morgen extra wegen uns und bringen freunde mit um sich ne frührunde lachmuskeltraining abzuholen.

ich habe einen neuen seidenschalversuch gestartet. und tatsächlich ist es mir gelungen, dass die umrisse des elefanten auch aussehen wie ein elefant. übermorgen kommt farbe drauf. ich werde ihn fotografieren und online stellen. wehe ihr sagt, der sieht  nicht schön aus.

außerdem habe ich meine kenntnisse im autogenen training vertieft. ab heute vormittag ist nicht nur mein rechter arm schwer, nein, er ströööömt warm. ich komme mir beim autogenen training zwar immer ein bisschen vor wie bei loriot, aber ich muss sagen, ich bin hinterher tatsächlich entspannt.

heute morgen sind ganz viele rehapatienten abgereist und entsprechend viele frischlinge angekommen. sie irren nun leicht konfus hier durch die gänge und wir alten rehahasen, die schon über 1 woche hier sind, lächeln ihnen entspannt zu. gutes gefühl, dass ich noch volle 2 wochen vor mir habe 😆

Rehageflüster: Es geht mir gut

soll ich euch was sagen? mir geht es gut. saugut. habe die letzten 2 tage meinen kreislauf in schwung gebracht und fühle mich heute gestärkt und ausgeglichen. ich profitiere sehr von der reha, und die aussicht, dass nun noch 3 ganze wochen vor mir legen, stimmt mich heiter und zuversichtlich. nach genau 1 woche hier, in der rehaklinik föhr, zeigt sich eine angenehm ausgewogene mischung aus körperlicher anforderung, entspannungsphasen, psychologischer arbeit und kreativen möglichkeiten.

gestern war mein persönliches reha-boot-camp angesagt und heute hatte ich vormittags muskelarbeit und nachmittags nur noch entspannung. bin im autogenen training irgendwo ganz tief in mich abgetaucht und fühlte mich, wie zurück aus der steinzeit, als ich die augen wieder aufschlug. ganz ungewohnt war das. ich war wohl einfach nur richtig und tief entspannt. ein gefühl, dass ich in den letzten langen, langen monaten nur selten hatte.

gleich im anschluss war ich in der kreativen ergotherapie. ja ja, ich weiß, was ihr denkt. ich kam mir auch ein wenig gestreift vor, als ich den raum betrat, zumal ich nicht sooooo der kreative bastel- und maltyp bin. erinnert ihr euch noch an meine tibet-terrier-oliven-schale, die ich letztes jahr in der reha auf sylt getöpfert habe?

ich saß grübelnd im werkraum rum, um mich herum kreatives gekruschtel, und schließlich kam mir die idee, einen schal zu bemalen, eine art glücksschal, den ich später immer dann anziehen könnte, wenn es mir mal nicht so gut geht. einen kraftschal. und während ich in diversen seidenmal-motiv-büchern herumblätterte, kam mit einemmal ein goldener elefant irgendwo hinten aus meinem kopf angaloppiert und stand mit hoch erhobenem rüssel, aufgestellten ohren, kriegerisch trötend, mitten in meinem gehirn. verrückt. ich war völlig perplex. ich schloss kurz die augen und sah ihn in einem wunderschönen, roten mandala. sachen gibts. vielleicht kam das durch das tiefe abtauchen im autogenen training unmittelbar davor.

das problem ist, dass ich noch nie in meinem leben einen elefanten gemalt habe und meine ersten malversuche heute mit dem stolzen krafttier aus meinem unterbewusstsein nur wenig zu tun hatten. er sah vielmehr ein bisschen so aus wie der elefant aus der „sendung mit der maus“. aber das wird. freue mich jetzt richtig drauf.

in diesem sinne schicke ich euch ein kräftiges, fröhliches *töröööhh*, eure kreativwolf

Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

also, ihr lieben, ich glaube, nach einer woche werde ich hier langsam heimisch. komme grad vom „wattenläufer“ zurück, wo ich mit ein paar reha-gefährtinnen ein weinchen gepichelt, eine bratwurst gemampft und zu den seemansklängen einer einheimischen combo geschwoft habe. wir waren die attraktion in der dorfkneipe und hoben den altersdurchschnitt um gefühlte 50 jahre an. die haben nicht allzuoft einen mädelstisch, an dem die hälfte der bräute heiße perücken trägt. unsere stimmungslage war am ende so gut, dass einige der mädels überlegten, im takt von „an der nooo-h-ooordseeküste“ *sing* ihre perücken an die deckenleuchte zu schmeißen. insiderwitz.

ich bin eben mit dem fahrrad zurückgefahren, und ich glaube, ich bin noch nie bei so starkem wind geradelt. irre. streckenweise bin ich einfach auf der stelle stehen geblieben. ich dachte, mich weht die steife brise vom deich.

ansonsten geht es mir heute gut. mein halsweh ist fast weg. und ich war heute fleißig. zum beispiel bei der rückengymnastik heute mittag. seitdem habe ich einen neuen freund. einen großen, grünen gymnastikball. er heißt winnetou. ist der gemütlich. ich will ihn heiraten. in der regel gibt es in jeder gruppe eine grobmotorikerin. beim salsa bin das definitiv ich. bei der ballgymnastik ist es elena. sie schaffte es bei jeder übung vom ball zu krachen. mit großem getöse. dem therapeuten war es ein rätsel, wie sie das machte. jedenfalls machte es die ganze stunde links außen nur *rrruuums* und anschließend *uups*.

außerdem stand wieder „traumreise“ auf dem programm. diesmal hat eine teilnehmerin so laut geschnarcht, ich meine in echt SO laut, dass an entspannung nicht zu denken war. ich vermute mal ganz stark, dass die übrigen teilnehmer im raum, statt mental auf der magischen insel mit delfinen zu schwimmen, mental an einem schießstand standen und auf schnarchbären zielten. sogar die therapeutin war genervt und meinte nach der stunde mit leicht scharfen unterton: „diejenigen unter euch, die wissen, dass sie schnell mal einschlafen bei sowas, die mögen das nächste mal doch bitte aus rücksicht auf die anderen, im sitzen üben.“ sehr gute idee, danke.

mein rechter arm ist schwer.“ „ich bin gaaaaanz ruhig.“ und, kommt euch das bekannt vor? sicher. ich hatte heute meinen ersten kontakt mit autogenem training. alles, was man darüber erzählt, ist wahr. man kommt sich vor wie bei loriot.

so, und jetzt legt sich der katerwolf noch mit einem schönen krimi ins bett, morgen gehts um 7 los hier. chaka.