Ich kann auch gemein sein

frage: wenn man sich über seinen schatz extrem aufgeregt hat und ihm abends aus rachsucht etwas ekliges kocht, kommt man dafür in die hölle?

eklig heißt in diesem fall:

vollkornnudeln. zermatscht. ungesalzen.

dose tomaten in den topf geknallt, ungewürzt lauwarm erhitzt.

sonst nix.

ich kann auch gemein sein.

Muffige Männer-Alarm

kann es sein, dass männer grundsätzlich öfter muffig sind als frauen? und, wichtige frage: wird das im alter noch schlimmer? bild ich mir das nur ein?

wer nicht weiß, was muffig ist, hier ein paar hilfreiche synonyme:

miesepetrig

stinkstiefelig

schlecht gelaunt.

Verschollen im Dschungel von Sumatra

ich gebs zu, voll reißerische überschrift, ich weiß. ich will aber, dass ihr diesen blogeintrag lest und da musste ich mich ins zeug legen :mrgreen:

ich bin eine ziemliche meisterin darin, mich zu verlaufen. und ihr, wo habt ihr euch schon mal so richtig verlaufen? ich leg mal vor und erzähl euch eine geschichte. von einer jungen, abenteuerlichen frau und ihrem ebenso jungen, abenteuerlichen freund, die sich im tiefen dschungel von sumatra verlaufen haben. und die geschichte geht so:

es war mal eine junge studentin namens katerwolf und ihr gleichaltriger freund namens frank, die eine gemeinsame leidenschaft verband: das reisen, die große weite welt und abenteuerlust. so beschlossen sie, in den nächsten semesterferien eine 3-monatige rucksacktour durch südostasien zu machen. die route stand bald fest: bangkok, runter nach malaysien, rüber nach sumatra, weiter nach java und dann zurück mit ausklang auf koh samui. was katerwolf nicht so ganz richtig einschätzte war, dass ihr freund abenteuerlust mit einer gewissen risikobereitschaft in sich vereinte.

katerwolf bin natürlich ich und frank mein damaliger, langjähriger freund. es hätte mich stutzig machen sollen, dass frank als reisevorbereitung mitnichten reiseführer wälzte, so wie ich sondern sich vielmehr leidenschaftlich in bücher vertiefte wie das herz der finsternis von joseph conrad, einem frühen südostasien-abenteurer.

unsere reise begann hoffnungsfroh und spannend. die reise vom exotischen bangkok mit zug und fähre nach sumatra ließ uns einen tiefen zug der magie südostasien einatmen. in einem kleinen dorf, das zu füßen eines hoch gelegenen plateaus im süden sumatras gelegen war, inmitten von tiefgrünen teeplantagen, beschlossen wir ein paar tage zu bleiben. wir wollten unbedingt zu einer tempelruinenanlage hoch oben auf dem plateau. mein plan war, mit dem bus oder mit einem taxi hochzufahren. im reiseführer stand, dass es eine schmale aber befahrbare straße sowie eine busverbindung dorthin gab. am abend zuvor studierte frank mit ernster miene die landkarte als sich sein gesicht plötzlich aufhellte so als hätte jemand ne glühbirne angeknipst :

schau mal, da führt auch ein wanderweg rauf. schau nur, ist das nicht toll? mit dem bus ist doch spießig. komm, wir sind abenteurer, wir wandern!“

ich schaute. tatsächlich war ein schmaler, brauner strich vom dorf bis zur tempelanlage eingezeichnet. tief in mir regte sich pures misstrauen und angst. als im sternzeichen skorpion geborenes menschenkind wollte ich dies jedoch auf gar keinen fall zugeben und schlug ein. mit dem sonnenaufgang brachen wir am nächsten morgen auf. die ersten bauern waren schon längst unterwegs und schleppten reissäcke auf dem rücken, holzbündel auf dem kopf und was man da sonst so alles um 4 uhr morgens durch die gegend schleppt. indonesisch ist eine sehr einfache sprache, wir hatten vorher ein paar brocken gelernt und so konnten wir fragen, wo der weg begann und wie lange es zum plateau dauern würde.

die antwort kam gleich mehrfach wie aus der pistole geschossen: “ empat jam“ (5 stunden), begleitet von einer wagen richtungsanweisung mit der hand. tatkräftig liefen wir los, mit unserem gesamten gepäck auf dem rücken, wohlgemerkt. der schmale, aber gut sichtbare pfad, der sich steil bergauf in den grünen wald schlängelte, war zauberhaft romantisch. es gab schmetterlinge, vögel, lianen, riesenfarne, gigantische bäume mit luftwurzeln, affen, einfach nur toll. immer wieder fragten wir nach dem weg, denn es schien eine art autobahn zu sein, ständig wuselten schmale, kleine, braune indonesier an einem vorbei. die antwort blieb immer die gleiche: „empat jam“. auch, nachdem wir etwa schon 3 stunden unterwegs waren. später erfuhren wir, dass empat jam eine art standard-entfernungsangabe für alles, was einfach nur weit ist. und dass indonesische reisbauern, die in kleinen, abgelegen dörfern holz auf dem kopf rumschleppen, in den meisten fällen weder rechnen noch schreiben können. das wussten wir zum zeitpunkt unserer wanderung allerdings nicht. nach 5 stunden nahm der rege wandererverkehr ab, wir waren nun vielmehr fast alleine unterwegs und der pfad wurde, nunja, immer schmaler.

dann kam der regen. wir waren in der regenzeit unterwegs. und in der regenzeit öffnet der himmel meist mehrmals am tag seine schleusen und schüttet wasserwände runter. innerhalb von sekunden waren wir nass bis auf die knochen und unser gepäck wog schätzungsweise mehrere tonnen. wir liefen weiter. mittlerweile hatten wir eine ziemliche höhe erreicht. nach dem regenguss schauten wir uns um: um uns herum dampfender, undurchdringlicher, tiefgrüner dschungel. es war merkwürdig still geworden. in mir stieg echte unruhe auf, sozusagen die mutter aller unruhen. denn ich hatte einen geruch aufgefangen, den ich bislang nur an einem ort gerochen hatte: im zoo. im raubtierhaus.

„hier riecht es nach raubtier, frank. hier ist sicher ein tiger irgendwo. ich spüre das!“ flüsterte ich frank mit aufsteigender panik zu.

„so ein scheißquatsch. hier gibt es keine tiger. die sind oben, im norden der insel.“ antwortete er.

sind sie nicht. der große sumatra-tiger ist im süden der insel beheimatet. aber das wussten wir damals noch nicht. und das ist auch gut so. denn ich wäre sonst mit größter wahrscheinlichkeit in panik in den dschungel gerannt und wäre auf immer in sumatra verschollen. ich riss mich also tapfer zusammen, obwohl mir die knie schlotterten, da ich das gefühl nicht los wurde, aus dem dschungel heraus beobachtet zu werden. von zwei grünen, schräg stehenden augen. mit sumatra-tiger hintendran.

„oh, schau mal,“ ließ frank verlauten.

diesmal auch er eindeutig mit aufsteigender panik in der stimme. ich folgte seinem blick tief hinab ins tal. von unten krochen dicke, weiße nebelarme hoch. so etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. ist dort wohl normal. aber wenn man sowas noch nie gesehen hat, mitten im dampfenden dschungel steht, mit nassem rucksack auf dem rücken UND tigergeruch in der nase, ist das TOTAL scheißgruselig. binnen von 5 minuten waren wir darin eingehüllt. dichter, weißer, undurchdringlicher nebel.

ich würde sagen, das war der absolute höhepunkt des grauens, das wir an diesem tag erreicht hatten. wir setzten uns beide auf den boden und hockten einfach nur sprachlos da. ich in absoluter gewissheit in einem tigermagen zu landen.

„da hast du es. das ist das beschissene herz der finsternis, auf das du so scharf warst. wir sitzen mittendrin.“ maulte ich frank an.

irgendwann lichtete sich der nebel und wir liefen weiter, was sollten wir sonst auch tun. in solchen situationen setzt einfach der überlebenstrieb ein. wir liefen auch weiter, als es langsam dunkel wurde und schließlich ganz dunkel wurde. und im dschungel von sumatra ist es SOWAS von dunkel. und in indonesien wird es früh dunkel. und da passierte es:

„Kieekerikieehhhhhhhh!!!!!!“

erscholl es irgendwo von rechts oben. ich habe mich noch nie im leben so dermaßen über einen hahnenschrei gefreut. glaubt ihr es? der gockel krähte gott-sei-dank mehrmals und wir gingen, hoffentlich, schnurstracks darauf zu. in der ferne sahen wir dann auch licht. wo auch immer es herkam, da wo hähne krähen und licht ist, da sind auch menschen. und tatsächlich, so war es. nach etwa 1 stunde kamen wir in dem dorf an. es gab einen kleinen menschenauflauf, als wir ankamen. und es gab jede menge gelächter über die 2 bekloppten farangs (bezeichnung für ausländer), die zu fuß auf das plateau kamen. mitten durch den dschungel. in dem es tiger gibt.

„wahhaaaaa, schaut nur. zu fuß. zu fuuuhuuuß sind die gekommen. wahahahaha“

enkelkinder und urgroßeltern wurden herbeigeschleppt, um sich die 2 irren anzuschauen.

so war das.

auf dieser reise ist noch sehr viel mehr passiert. wir haben unter anderem hundeintopf, getarnt als „it is pig, no it is fish, hahahaha“, gegessen und anschließend 1 woche kotzend und kackend in einer bambushütte verbracht, wir sind nur knapp einem sexabenteuer mit einem etwa 200 jährigem opa nebst gemahlin entgangen und haben eine riesige, grüne schlange, vogelspinne und skorpione im zimmer vorgefunden. aber auch wunderschöne erlebnisse voller glück und wunder, die mich nur 1 jahr später zurückkehren ließen. ohne frank. die beziehung hat nicht gehalten, wir sind aber heute noch befreundet. sondern mit 2 freundinnen. wir haben auch auf dieser reise viele, viele abenteuer erlebt. auch romantischer natur, was nun mal so vorkommt, wenn 3 mädels alleine unterwegs sind. aber verlaufen haben wir uns nicht.

Die kluge Frau schweigt

die nicht-kluge frau hakt nach. es gibt momente, da ist es klüger, einfach die klappe zu halten, sich seinen teil zu denken und ansonsten heiter den tag zu genießen. vor allem, wenn man vor 2 tagen eine antihormonspritze (zoladex) bekommen hat, die hormone und stimmung in einem in folge dessen ping-pong spielen UND der ehemann morgens mit miesepeter-gesicht am frühstückstisch sitzt und man nicht weiß warum. so geschehen im hause katerwolf heute morgen.

schatzi sitzt aus unbekannten gründen mit muffigem gesicht am tisch. ich schaue ihn prüfend von der seite an und frage vorsichtig:

na, wie hast du heute nacht geschlafen?

„schlecht. warum?“

hier wäre es jetzt klug gewesen, einfach zu sagen:

„oh, das tut mir leid. na, dann wird der tag sicher besser werden!“

aber nein, stattdessen:

„das sieht man. du bist ganz schön muffelig.“

„wieso? stimmt doch gar nicht.“ *grummelgrummel*

„doch. du schaust so muffig. was ist denn?“

„nichts.“

10 minuten später im bad. mann schaut immer noch sehr muffelig aus und redet nichts.

ich:

„gehst du noch mit dem hund raus?“

das schaff ich jetzt nicht.

„ich war aber gestern morgen, heute bist du mal dran.“

„so, bin ich das?“

*mit sandförmchen werf*

„jetzt reicht es aber. du verbreitest hier echt miese stimmung.“

*mit sandförmchen zurückwerf *

„die einzige, die hier schlechte stimmung verbreitet, bist du.“

oooooohaaaahhh. so ist das also!

*schippchen wegnehm*

„wenn du so schlecht gelaunt bist, willst du heute abend überhaupt mitkommen ins theater? nicht, dass du es dir kurz vorher anders überlegst und ich bleibe auf der karte sitzen. sags lieber gleich, dann frage ich jemanden anderes, ob er mitkommt.“

*eimerchen wegnehm*

„dann frag jemand anderes. ich komme nicht mit.“

*wegen eimerchen heul*

„das ist echt total gemein von dir. warum kommst du denn jetzt nicht mit?“

*wegen schippe beleidigtsein*

„du hast doch gesagt, ich soll nicht mitkommen.“

„blödmann.“

abgang der giganten aus der sandkasten-arena.

beide: „pfffft!“

es folgen ein paar sms und jetzt gehen wir doch zusammen ins theater.

oh mann, wie unnötig! um was gings überhaupt? es wäre klüger gewesen, einfach nach dem frühstück joggen zu gehen, statt so lange nachzubohren, bis öl kommt. gott-sei-dank kommt sowas nicht oft vor. übrigens ist auch der sohnemann heute muffelig. seine freundin murmelte grad was von „tag der schlecht gelaunten männer“. vielleicht ist heute auch einfach ein „bad-men-day“ 😉

die spreu trennt sich vom weizen

ich bin heute nachdenklich. gut drauf, keine angst! aber seit heute morgen mache ich mir so meine gedanken über den brustkrebs an sich. klar, ich bin ohnehin noch in der phase, in der ich fast ständig darüber nachdenke, aber ich merke, dass sich die qualität der gedanken ändert. ich glaube, ich habe ein bisschen distanz gewonnen.

ich war in meinem leben schon häufig krank, auch mal ernsthafter. jetzt erlebe ich, dass es ein riesenunterschied ist, ob man an etwas erkrankt, von dem man weiß, dass es nach einer bestimmten zeit geheilt ist oder an etwas, von dem man letztendlich nie weiß und wissen wird, ob es geheilt ist oder nicht. das ist schon ganz schön bedrohlich. kein wunder, dass ich nachdenklich bin! während man seine therapie macht, zur bestrahlung geht (ich glückspilz muss ja nicht zur chemo), tamoxifen nimmt und was man sonst noch so macht, leistet die psyche eine mordsarbeit indem sie versucht, sich an eine situation anzupassen, mit der man grundsätzlich erstmal völlig überfordert ist. tod. sterben. mit sicherheit die 2 top-themen, mit denen man sich nicht auseinandersetzen will. höchstens vielleicht, wenn man 99 1/2 jahre alt ist und auf ein erfülltes leben zurückblicken kann.

und plötzlich musst du dich damit auseinandersetzen. ich bin zutiefst beeindruckt und fasziniert, wie stark die psyche,wie groß der lebenswille und wie mächtig das bedürfnis, glücklich zu sein, ist. meine diagnose ist jetzt 3, die operation erst 2 monate her, was für eine kurze zeitspanne. vor 3 monaten noch dachte ich, mein leben sei zu ende und jetzt, 3 monate später, spüre ich immer öfter wieder hoffnung und zuversicht, doch noch mit 99 1/2 jahren auf ein erfülltes leben zurückblicken zu können.  trotz des ständig im untergrund tuckernden angstmotors. ich nehme ihn wahr, aber er jagt mir nicht mehr so ein grauen ein. der psychoonkologe, bei dem ich war, hat mir eine knacknuss mit auf den weg gegeben: „niemand weiß, wann er stirbt. sie, genausowenig wie ich, der im moment vermeintlich gesund ist. nehmen wir mal an, sie bekommen in 13 jahren einen rückfall. wie wollen sie die zeit von jetzt bis dahin verbringen: voller angst davor oder voller freude? sie können sich entscheiden!“ das hört sich gar nicht so schwer an, wenn man gesund ist und keine krebsdiagnose hat. aber er hat recht. im moment muss ich diese entscheidung jeden tag aufs neue treffen. dafür braucht es viel mut, kraft, zuversicht, hoffnung und glaube.

mein leben hat seit der diagnose eindeutig eine neue qualität bekommen. ich nehme viele dinge bewusster wahr und weiß gerade die kleinen dinge wieder viel mehr zu schätzen. gestern war ein sonniger, warmer tag. mein mann kam früher von der arbeit und schlug einen gang in die stadt vor. so spazierten wir mit einem überglücklichen joschi in die stadt, setzten uns auf 2 sonnige stühle in der altstadt und tranken 1 glas wein. ich saß in der sonne, ließ mir die sonne auf den pelz scheinen, schlürfte an meinem rotwein und dachte: „wie schön, dass ich lebe.

dann ist es so, dass mir so manches, was mir früher super wichtig war, plötzlich schnurz ist. ich gebe im moment lieber 300 € für akupunktur aus als für klamotten. was bringt schon ein schlapper, kranker, vernachlässigter körper im teuren fummel? nicht viel. also investiere ich jetzt lieber in meine gesundheit.

ich habe heute post bekommen. es gibt da einen besonderen freund von mir. er ist inder, jesuitenpater und lehrt in rom an der gregorianischen universität. ich habe ihn vor ca. 15 jahren auf einer konferenz in genf kennengelernt, seitdem sind wir in kontakt geblieben. ich mag ihn sehr gerne. vor ca. 3 wochen habe ich ihm geschrieben, da mir wichtig war, dass er weiß, was mit mir ist. heute kam die antwort. hier ein paar asuzüge aus seinem brief: „ich begreife deine gefühle und stimmung…du musst großen mut und vertrauen haben. mit hoffnung kann man viel gewinnen….ich werde dich in meine gebete einschließen.“ nachdem ich den brief fertiggelesen hatte, dachte ich an die bekannte, die mir kürzlich sagte: „naja, wenigstens war es dafür gut, dass ich jetzt zur vorsorge gegangen bin.“

was ich mit all dem sagen will: das leben ist ein geheimnis, das gelebt und kein problem, das gelöst werden muss. la vie est belle!

tamoxifen und nebenwirkungen – oh je!

antihormone zu nehmen, ist nicht lustig. ich nehme tamoxifen nun seit fast 8 wochen und die nebenwirkungen stehen leider nicht nur auf dem beipackzettel. wer es nicht weiß: tamoxifen ist ein antihormon und wird bei einer brustkrebserkrankung nach der operation eingesetzt, meist für einen zeitraum von 2-5 jahren, täglich in tablettenform. insbesondere frauen, die vor den wechseljahren an brustkrebs erkranken und deren tumor hormonrezeptor positiv ist, sprechen auf diese therapie gut an, mit deren hilfe sie künstlich und zackig in die wechseljahre versetzt werden. warum? hormonrezeptor positive tumore werden im wachstum durch östrogen begünstigt. um die entstehung künftiger östrogen begünstigter tumore zu verhindern, wirkt tamoxifen wie ein blocker, der verhindert, dass sich östrogen an eine zelle andocken kann. wechseljahre im schnellverfahren. ihr könnt euch vorstellen, dass das nicht lustig ist, oder?

die klassischen wechseljahre-symptome wie  z. bsp. hitzewallungen habe ich bislang noch nicht erlebt (kommt aber noch). dafür aber stimmungsschwankungen, eine besonders beliebte nebenwirkung des tamoxifen. ich bin von natur aus kein allzu launischer mensch, umso mehr beutelt mich das. die schwankungen kommen schubweise und plötzlich und schmeißen einen von einer ecke in die andere, zack bumms. die ganze letzte woche war ich von montag bis freitag gut drauf und dann gegen abend rumms. es fühlt sich etwa so an: man sieht in der ferne ein gewitter aufkommen, himmel verdunkelt sich, wind kommt auf und dann ist das unwetter schon da – im kopf. und zwar ein winterliches nordsee-unwetter. alles purzelt durcheinander. echt heftig. von einer sekunde auf die andere ist man innerlich völlig unruhig, nervös, hat herzrasen und ist so gereizt, dass man seine umgebung (mann, kind, hund, eltern) einfach mal eben so ausrotten könnte. so waren mein samstag und sonntag. alle leben noch, keine angst.

heute morgen war ich innerlich total unruhig und nervös und bin zur bestrahlung gefahren wie eine tickende zeitbombe. als im krankenhaus-parkhaus eine frau in einem winzigen peugeot denselben mit 0,1 km/h wie einen 10-tonner vor mir her fuhr, hatte ich wahnsinnig lust, sie aus dem wagen zu holen und zu vermöbeln. die bestrahlung war heute dann entsprechend schwierig, vor allem, weil ich mir in meiner unruhe eingebildet habe, das gerät sei defekt und leichte panik-anwandlungen bekam. EIN GLÜCK hatte ich danach einen termin zur akupunktur. während der arzt mich nadelte, fragte er, wie es mir geht. naja, da habe ich ihm erzählt, wie es mir geht. er fühlte meinen puls und meinte: „oh je, da mach ich mal was“. sprachs und drehte mir eine nadel in die ohrmuschel. ob ihr es glaubt oder nicht. innerhalb von 3 minuten war die panik weg. mein herz schlug ruhig, ich fühlte mich friedlich und lag mit einem etwas dümmlichen grinsen zufrieden auf der liege. wow! es geht also wieder, himmel-sei-dank!