Rehageflüster: Bilanz

heute ist mein letzter tag. und als hätte ich sie bestellt, scheint die sonne (endlich. zitat eines einheimischen: der mieseste sommer seit 11 jahren). ich habe meinen letzten tag ausgiebig ausgekostet. noch ein paar anwendungen gehabt, am strand gewesen und eine schöne, lange fahrradrunde entlang des deiches gemacht. während mir dabei der immer noch stürmische nordseewind um die ohren blies, dachte ich, wie gut es mir doch geht. wie außerordentlich gut mir die reha getan hat.

nach 4 wochen intensivster katerwolf-pflege fühle ich mich stark, kraftvoll, voller energie. in mir ist heiterkeit und friede. ich fühle mich ausgeglichen an körper, geist und seele. wann kann man sowas schon von sich behaupten! ein kostbares gefühl. vor einigen tagen schrieb ich, dass sich in mir etwas gelöst hat, dass ich eine grenze überschritten habe. dieses gefühl ist immer noch in mir. es kribbelt. es fühlt sich an, als würde ich nun auf der anderen seite stehen. den blick nach vorne gewandt. dem leben zugewandt. ich fühle mich deutlich angstfreier und sorgloser. deutlich zuversichtlicher und stärker als vorher. ich habe nicht mehr nur das gefühl, überleben zu müssen, weil nichts anderes in frage kommt, sondern dass es tatsächlich auch so sein kann. es ist schwierig, dieses gefühl in worte zu fassen. aber wenn ich meine einstellung zum brustkrebs jetzt und vor 4 wochen vergleiche, fällt es mir nun deutlich leichter, an mein überleben zu glauben. es geschieht mühelos. so, als hätte ich einer schwierigen phase den rücken zugekehrt.

allein das war die reha wert.

auf wiedersehen, föhr, machs gut und danke für alles 😆