1. brustkrebs-nachsorge

ich hatte heute meine erste brustkrebs-nachsorge. wollte euch davon berichten, da ich denke, dass es für betroffene informativ ist. und vielleicht auch für nichtbetroffene, die sich darüber informieren wollen, was eine nachsorge so beinhaltet. vorsorge kennt ja jede von euch. sollte zumindest 😉

grundsätzlich wird bei einer nachsorge kontrolliert, ob der heilungsprozess nach einer brustkrebserkrankung und meistens auch damit verbundenen operation gut verläuft. d.h. vor allem, ob kein neuer tumor oder metastasen entstanden sind. denn das ist ja die größte sorge: dass etwas nachkommt. die nachsorge wird zum ersten mal 3 monate nach der op durchgeführt und dann zunächst alle 3 monate. später wird sie auf 6 monate gestreckt. insgesamt dauert diese intensive zeit der kontrolle 5 jahre. diese zeitspanne von 5 jahren wird als die kritische zeit angesehen, d.h die zeit mit dem größten rückfallrisiko.

was wird untersucht? 1. das blut. hier werden vor allem die leberwerte, tumormarker und ein paar dinge mehr untersucht. 2. die brust. sie wird gründlich mit dem ultraschall untersucht und abgetastet. die operierte brust darf erst 6 monate nach der op geschallt werden. 3. die leber. wird auch mit dem ultraschall auf metastasen untersucht. 4. die gebärmutter und die eierstöcke. per ultraschall und tastbefund. die einnahme des antihormons tamoxifen kann sich auf die gebärmutter auswirken. es kann u.a. zu einer verdickung der schleimhaut kommen. alle 6 monate gibt es eine mammographie der brust. einmal im jahr wird die lunge geröntgt. zumindest in meinem fall ist das so. ich werde als brustkrebs-patientin mit einer guten prognose (98 % überlebensrate auf 10 jahre) und einem mittleren rückfallrisiko eingestuft. es gibt aber schwerere fälle mit einer niedrigeren prognose und hohem rückfallrisiko. hier wird die nachsorge engmaschiger (z. bsp. kernspin, knochenszintigramm) durchgeführt. entsprechend verhält es sich bei leichteren fällen mit einem niedrigen rückfallrisiko.

über das leben mit einer prognose werde ich in den nächsten tagen auch mal was schreiben. wie lebt es sich eigentlich mit einer prozentualen überlebensrate?

zurück zu meinem termin heute. ich war mächtig aufgeregt. habe es daran gemerkt, dass ich auf dem weg zur praxis das gefühl hatte, dass alle autos vor mir mit maximal 10 km/h unterwegs waren. es war auch mein 1. richtiger termin bei meinem neuen gynäkologen. er ist derjenige, der im januar die stanzbiopsie bei mir durchgeführt hat und mir als sehr sympatisch und kompetent im kopf geblieben ist. als gynäkologe mit dem schwerpunkt onkologie, also ein gynäkologischer onkologe, ist er auch genau der richtige arzt für die nachsorge. ich sehe es als glück. denn die nachsorge wird nun in einer (kompetenten) hand bleiben. ich muss nicht zusätzlich noch zum onkologen und hausarzt gehen. deswegen habe ich mich entschlossen zu dr. guterarzt zu wechseln.

dr. guterarzt war genauso nett wie ich ihn in erinnerung hatte. und er hatte zeit für mich und meine fragen, die ich auf einer langen liste dabei hatte 😉 viele meiner fragen blieben nach meinem arztgespräch in der klinik unbeantwortet. ich wollte natürlich vor allem wissen, ob ich therapiemäßig optimal abgedeckt bin oder ob ich noch was draufpacken kann. in der klinik wurde mir folgende therapie vorgeschlagen: 36 bestrahlungseinheiten und die 5-jährige einnahme von tamoxifen. dr. guterarzt hatte mir noch dringend empfohlen, eine therapie mit bisphosphonaten dazuzunehmen. d.h. 3 jahre lang im abstand von 6 monaten eine infusion mit dem wirkstoff (zometa). eine studie hatte sehr gute ergebnisse für die gruppe „brustkrebs-patientinnen vor den wechseljahren“ erzielt. wer sich näher über diese studie informieren möchte, hier ist der link zur studie: http://www.abcsg.at/abcsg/studie12/

die klinik war damit einverstanden und ich habe bereits 4 wochen nach der op die erste infusion bekommen.

heute schlug der gynäkologe mir vor, die therapie um die einnahme von zoladex zu erweitern. das hatte ich auch im sinn und war damit einverstanden. eine therapie von zoladex in kombination mit tamoxifen macht vor allem bei frauen vor den wechseljahren sinn. auch hierzu gibt es eine studie und hier ist ein link dazu: http://www.prnewswire.co.uk/cgi/news/release?id=108442

außerdem werde ich einen bluttest machen um zu prüfen, ob das tamoxifen bei mir dir richtige wirkung entfaltet. der bluttest heißt CYP2D6.

mich hat auch interessiert, ob die misteltherapie für mich in frage kommt. grundsätzlich stuft mein gynäkologe die misteltherapie als wirksame methode zur besserung des allgemeinbefindens von brustkrebs-patientinnen ein. in erster linie jedoch zur linderung von nebenwirkungen und begleiterscheinungen der therapie und erkrankung und weniger zur prävention eines rückfalls. wir haben beschlossen, dass ich erstmal abwarte, wie es mir nach der bestrahlung und einer  erholungsphase sowie der für juni geplanten reha geht.

die untersuchung selbst hat nichts auffälliges ergeben. puhh. habe ich aber auch nicht mit gerechnet, so kurz nach der op. jetzt rufe ich nächste woche noch wegen der ergebnisse der blutwerte an und ansonsten bin ich dann in 3 monaten wieder fällig.

ach ja, dr. guterarzt und ich haben uns darauf geeinigt, dass der krebs bei mir nicht zurückkommt. damit das mal klar ist, du krebs.

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