Buchtipp: In der Mitte des Lebens

ich habe es schon eine weile zuhause rumliegen, das neue buch von margot käßmann, in der mitte des lebens. in den letzten wochen bin ich immer wieder mal mit der nase draufgestoßen worden und da dachte ich mir: ausgepackt und reingelesen. richtig aufmerksam bin ich auf käßmann eigentlich erst, wie vermutlich die meisten, durch den führerscheinskandal und ihren damit verbundenen rücktritt dieses jahr geworden. ich habe ein bisschen über sie recherchiert und bin auf eine spannende und ungewöhnliche frau gestoßen. „die mitte des lebens“ aus ihrer sicht interessiert mich, auch wenn oder vielleicht gerade weil ich dem christlichen glauben nicht sehr verbunden bin.

das buch ist eine oase. soviel kann ich schon sagen, obwohl ich erst 3 kapitel gelesen habe. es ist nicht sehr umfangreich aber ungemein gehaltvoll. in einer klar verständlichen sprache widmet sie sich den großen themen des lebens: kinder, eltern, partnerschaft, lebenskraft, karriere, schönheit, krankheit, leben und tod. wie sie das tut, ist ungemein berührend. sie nimmt einen tiefen blick auf die dinge, öffnet dem leser die tür zu ihrem innern und lässt tief blicken. und während man tief hineinblickt und über den gehalt und den sinn ihrer schlichten erkenntnisse staunt, merkt man mit einem mal, dass man in sich selbst hineinschaut. das ist verblüffend! es kommt mir so vor, als ob sie die äußeren werte den inneren gegenüberstellt und den leser auffordert: schau genau hin. was ist tatsächlich wichtig? dadurch schafft sie es , den blick auf das wesentliche zu lenken. einfach eine kleine korrektur des blickwinkels. und während man darüber nachdenkt, wechselt das außen und innen seine position und man schüttelt verwundert den kopf. erfrischt taucht man aus seiner nachdenklichkeit wieder auf und sagt sich: wie einfach es eigentlich ist, sein glück zu finden. das problem ist, dass man es meist dort sucht, wo es nicht zu finden ist, zumindest nicht auf dauer. und dann läuft man grummelnd durch die gegend.

tatsächlich finde ich mich in diesem buch überraschenderweise sehr wieder. was zum teil sicher auch daran liegt, dass die autorin ebenfalls an brustkrebs erkrankt ist. ich habe etwas gemacht, was ich seit sicher 10 jahren nicht mehr gemacht habe: ich habe mir einen stift zur hand genommen und markiere am rand zeilen, die mir wichtig erscheinen. der rand besteht nur aus markierungen!

ein bemerkenswertes buch, meiner meinung nach ein echtes kleinod, das auf eine gesunde art und weise nachdenklich macht und trost spenden kann. vielleicht hab ich euch ja neugiwerig gemacht, es zu lesen und bin schon mal gespannt, wie es euch gefällt!