Auf ein Neues

na, seid ihr alle gut rüberkommen, ins neue jahr? und wie sieht es mit den guten vorsätzen aus?

ich muss sagen, ich bin gut angekommen, in 2012. ich war an silvester entspannt, zuversichtlich und (ziemlich betrunken, ok). es war ein deutlicher unterschied zu silvester im jahr davor, meinem ersten silvester nach meiner diagnose. irgendwie wollte ich da nicht so richtig rüber, ins neue jahr, hatte angst vor allem, was da kommen mag. dieses jahr an silvester konnte ich deutlich spüren, welche wegstrecke ich seitdem hinter mich gebracht habe, wie viel mehr an selbstvertrauen ich gewonnen habe. und vertrauen in das leben. schon verrückt, denke ich gerade, dass man krank wird und denkt, die nächsten monate nicht zu überleben und dann, 2 jahre später, ist man wieder mitten drin, im leben. schmiedet pläne, nimmt teil und sprudelt über vor lebensfreude und lebensmut.

das leben und der mensch sind bemerkenswert. absolut bemerkenswert. und so unendlich kostbar.

mit meinen vorsätzen ist es einfacher als früher. sie lauten simpel: gesund bleiben. alles tun, was dem förderlich ist. gesund essen, viel trinken (wasser), viel entspannung und ausreichend bewegung, alles, was gut tut! das habe ich 2010 und 2011 ziemlich gut hinbekommen. dieses jahr will ich das auch. denn gerade, wenn einem die gefahr nicht mehr so allgegenwärtig vor augen steht, schleicht sich gerne wieder der innere schweinehund ein. aber den pack ich am pelz und schüttel ihn auch in 2012.

ich habe gleich am 1.1. einen alten wunsch in die tat umgesetzt und eine patenschaft für ein indisches mädchen übernommen. die unterlagen müssten in den nächsten tagen kommen, bin schon sehr gespannt. so schnell wird man patentante 😉

ich habe mir vorgenommen, linker mops (das brustkrebstagebuch) 2012 in buchform zu bringen. den schweinehund muss ich besonders kräftig schütteln.

alles in allem bin ich guter dinge, was 2012 angeht, kann nur gut werden. ich habe dieses jahre viele schöne dinge vor: viel zeit mit meiner familie und freunden zu verbringen, viele schöne ausritte mit lola und joschi, viele schöne tage im haus am see, viele schöne kleine reisen und vielleicht auch wieder eine große, freude im beruf und natürlich viele schöne blogbeiträge. hört sich doch gut an, oder?

ich wünsche euch, dass dieses jahr viel gutes für euch bereithält und genug kraft für all das weniger gute 😆

Glücksmomente

nach meiner gruseligen nicht-schlaf-nacht hatte ich heute ganz schön in der arbeit zu kämpfen. konzentrationsprobleme, hohe fehlerquote und das gefühl, einer rapiden verblödung zum opfer gefallen zu sein. joschi war heute mit im büro. er kriegt zum frühstück nie mehr schwarzwälder schinken als leckerli. hat mir nämlich ins büro gekotzt, der schnuckel. nachdem ich meinen arbeitstag trotz aller widrigkeiten zu ende gebracht hatte, fuhr ich mit joschi zum pferdchen.

lola stand auf der koppel und sah aus wie ein dreckschwein. ich denke jedesmal, sie kann es nicht mehr toppen. sie kann. eigentlich ist lola dunkelbbraun. heute war sie durchgehend lehmbraun. mit dem unterscheid, dass es tatsächlich auch lehm war, der sie vollständig bedeckte. pferd in lehmkruste. sie hatte sogar in den ohren lehm und in den wimpern. eigentlich war das einzige, das nicht von einer lehmschicht bedeckt war, ihre augäpfel, aus denen sie mich verliebt anschaute. klimper klimper. eigentlich müsste lola im schweine- und nicht im reitstall stehen.

ich brauchte etwa 30 minuten, bis ich die lehmkruste von ihr abgekratzt hatte. als sie sauber war, war ich von kopf bis fuß mit feinem lehmstaub bedeckt. joschi auch. heute war der erste tag nach dem hunde-pferd-drama von letzter woche, an dem ich joschi wieder ins gelände mitnahm. ich nahm ihn zunächst an eine lange longe und führte ihn so vom pferd aus. joschi trabte wie ein zirkushund neben uns her. nach einer weile beschloss ich, ihn abzuleinen. ich stieg ab und joschi warf sich theatralisch in den graben. der hund hat echtes schauspieltalent. als ob ich vom pferd steigen würde, nur um ihn zu vermöbeln. ich leinte ihn ab und stieg wieder auf. ich war echt neugierig, ob joschi irgendwelche konsequenzen aus seinem erlebnis letzte woche gezogen hatte. er hat. mit einem maximalabstand von 2 metern lief er vor. neben oder hinter uns. sobald der abstand größer wurde, kam er angerast wie ein geschoss. zum kreischen. er hatte definitiv keine lust auf eine weitere folge von hund-verläuft-sich-beim-ausritt-im-wald-und-ist-eine-stunde-verloren.

wir ritten über felder. die sonne schien. mehr goldener oktober geht nicht. ich schaute weit über die felder. lola schritt bester laune munter daher. joschi trabte wie auf sprungfedern mit. auf einmal war mir alles egal. die miese nacht. die probleme auf der arbeit. mein brustkrebs. einfach alles. alles war gut. wenn ich meine tiere nicht hätte.