Tamoxifen, Zoladex und Zometa: Verträglichkeit und Nebenwirkungen

in den suchbegriffen auf meinem blog sind immer sehr viele anfragen bezüglich der erfahrungen mit tamoxifen aber auch zoladex und zometa. daher möchte ich heute kurz meine aktuellen erfahrungen mit diesen medikamenten schildern.

ich nehme seit 3 monaten tamoxifen und habe im februar meine 1. zometa-infusion sowie vor 4 wochen meine 1. zoladex-spritze bekommen. das tamoxifen hat mich die ersten 3-4 wochen gefordert – im rahmen. ich war insgesamt nervös, gereizt, hatte immer wieder herzrasen. das hat sich dann aber vollständig gelegt und ich vertrage das tamoxifen insgesamt sehr gut bislang. von den bekannten nebenwirkungen wie depressive verstimmungen und hitzewallungen merke ich nichts. auch der gefürchtete libido-verlust ist nicht eingetreten. nun muss ich sagen, dass ich keine chemo machen musste, sondern „nur“ bestrahlung. kann sein, dass die nebenwirkungen von tamoxifen dann schwächer sind. ich tausche mich regelmäßig mit anderen betroffenen aus und höre hier unterschiedliche erfahrungen. insgesamt habe ich allerdings das gefühl, dass tamoxifen besser vertragen wird als man denkt. das problem ist, dass man in der brustkrebs-therapie einiges an medikamenten zu sich nehmen muss, viele parallel. dann kommt natürlich die allgemeinverfassung hinzu: die physische und psychische angeschlagenheit und belastung während und nach der diagnose, operation und therapie. da kommt einiges zusammen und man kann dann nicht unbedingt auseinanderknoddeln, welche reaktion nun auf welche behandlung zurückzuführen ist. ich persönlich merke es immer, wenn ein neues präparat hinzukommt.

so zum beispiel das zoladex. ich habe die 1. spritze vor fast genau 4 wochen bekommen. die reaktion darauf war unmissverständlich und heftig. stimmungsmäßige talfahrt, heftige abbruchblutung, kurze, aber heftige höllenfahrt kann ich nur sagen. die nebenwirkungen setzten etwa 1 1/2 wochen nach der injektion ein und ich war etwa 1 1/2 wochen schrecklich deprimiert, down und die 4-tägige abbruchblutung tat ihr übriges. auch die ersten 3 hitzewallungen haben mich mittlerweile besucht, was ich aber nicht soo schimm fand. dann waren diese nebenwirkungen wie auf knopfdruck wieder verschwunden und seit montag geht es mir so gut, wie seit der diagnose nicht mehr. nächste woche dienstag bekomme ich die 2. infusion, gehe aber davon aus, dass die reaktion diesmal nicht so heftig sein wird. schau mer mal.

zum zometa: diese infusion, die ich künftig 3 jahre lang halbjährig verabreicht bekomme, habe ich insgesamt sehr gut vertragen. unmittelbar nach der infusion und in der darauffolgenden nacht fühlte ich mich wie zerschlagen, schlapp, die knochen taten weh, mein herz raste und in meinem kopf machte es nur huihuihui. war dann aber weg und kam nicht wieder. das unangenehmste an der 1. zometa-infusion war die im vorfeld obligatorische zahnärztliche behandlung 😉

alles in allem geht es bislang von den nebenwirkungen her. das gute ist, dass sie, zumindest in meinem fall, in intervallen kommen und wieder vorbei gehen. auch wenn es mir zwischendurch die nüsse aus der palme schüttelt, danach geht es mir wieder gut, richtig gut. es kann auch sein, dass mir die akupunktur, die ich seit 3 monaten 3x die woche mache, in diesem punkt hilft. insgesamt fühle ich mich nach jeder akupunktur-behandlung energievoller und mental gut drauf. auch die unterstützung seitens betroffener frauen, die den weg schon ein stückchen weiter gegangen sind und mehr erfahrungen mit der bewältigung dieser erkrankung haben, ist eine ganz wichtige hilfe. so bringt mich z. bsp. der austausch mit masca, die in spanien lebt und trolleira aus brasilien sowie ihr liebes krisenmanagement, wenn es mir mies geht, richtig weiter.

man geht durch phasen hindurch. wichtig ist es, wenn man wieder mal im tal hockt, nicht aus den augen zu verlieren, dass das nur vorübergehend ist und dass es einem wieder besser gehen wird. dann lässt sich das alles einigermaßen gut packen. ich hatte eine fürchterliche letzte woche. wer meinen blog regelmäßig liest, weiß das! ich dachte, jetzt ist rum. und dann, zack, geht es plötzlich wieder und es kommt eine richtig gute zeit. nach allem, was ich bis jetzt gehört und gelesen habe, scheint dies bei brustkrebs und allem, was nach der diagnose und operation kommt, normal zu sein. insofern möchte ich all denen mut machen, die vielleicht am anfang ihrer erkrankung stehen und nicht wissen, was auf sie zukommt. ich weiß auch nicht, was auf mich zukommt, aber ich kann euch erzählen, wie es mir seit dem 5. januar, dem tag meiner diagnose, ergangen ist und geht. es wäre schön, wenn es der einen oder anderen hilft.