Guckst du Mona Lisa!

nachdem das rätsel von heute morgen „wo war ich gestern?“ innerhalb von 1 sekunde gelöst wurde, kann ich ja jetzt verraten, wo ich gestern war: in paris. 1 tag. es war dort viel wärmer als hier und es regnete nicht, zuweilen ließ sich sogar kurz die sonne blicken- bis in den späten abend hinein waren die stühle vor den bistros und brasseries mit lebensfrohen menschen besetzt. ich war mit einer kollegin beruflich dort und wir hatten insgesamt 5 verschiedene stationen zu bewältigen, was einerseits sehr anstrengend war, dennoch fanden wir auch die zeit, uns folgendes anzusehen: die monet-ausstellung, das musée d´orsay, die seine und *tadaaa* die mona lisa. wir haben es auch geschafft, 2 mal genüsslich draußen vor einem bistro zu sitzen, das pariser leben an uns vorbeischlendern und eilen zu sehen und uns ein wenig zu fühlen wie gott in fronkreisch. was IST das für eine herrliche stadt, hör mir BLOSS auf 😉

 

zurück am heimischen bahnhof nahm ich ein taxi und landete überraschend mitten in einer persönlichen late-night-comedy-show. der fahrer, neben dem ich platz nahm, sah aus wie ein mittelalter, runder inder, entpuppte sich aber als türke. er hatte eine pudelmütze auf. kaum fuhren wir los, entspann sich folgender dialog:

er: „wo warst du?“

ich: „in paris.“

er: „kraaaasss, paris, kraaaasss. beruflich?“

ich: „ja, beruflich.“

er (mich ausgiebig von der seite musternd): „sag, was aaarbeitest du?“

ich: „ich arbeite im kulturbereich.“

er: „kultuuuur??? was geht kultur? ist krass kultur oder?“

ich: „ja, ist sehr krass die kultur.“

er: „was guckst du paris?“

ich: „ich habe mir viele museen angeschaut!“

er: „museeeeen??? kraaaaaas, museen sind so haus mit bilder oder?“

ich: „ja, genau, da sind bilder drin.“

er: “ was guckst du bilder in paris?“

ich: „viele bilder habe ich angeschaut. ich habe auch die mona lisa gesehen.“

er: *grübel* „mona lisa???“ *grübel* „mona lisa ist voll bild oder was?“

ich: *grins* „ja, die mona lisa ist voll das berühmteste bild der welt.“

er: „kraaaas. hast du glück. hab ich pech. nächste mal du sagst mir bescheid, wenn du wieder gehst paris. ich geh dann mit paris. lass ich taxi 1 tag am bahnhof stehen, bringe ich noch andere kollega, fahren wir alle 3 zusammen paris, gehen wir mona lisa gucken. kraaaassss. habe ich glück dann!“

ich: *lach* „du bist klasse. ok, ist abgemacht, fahren wir zu dritt mit kollega nach paris die mona lisa gucken.“

er: „give me five, schlag ein!“ *handfläche zum einschlagen hochhalt“

ich: *in die hand einschlag*

wir plauschten munter weiter und ich erfuhr sehr viel internes und amüsantes über die arbeit eines taxifahrers und bekam zahlreiche praktische tipps fürs leben:

„musst du gehen boxen. nix laufen, ist nix gut. musst du gehen boxen. wenn jemand macht problema dir, mann, chef, kannst du ihn boxen.“

oder

„hast du problema mit schlafen, sagst du? habe ich alte trick aus türkische mutter. nimmst du, wie heißt das, große topf fir fiiiße?“

ich: „fußwanne?“

er: „ja, wanne fir fiiße. machst du vor schlafen lauwarmes wasser rein, biiiißchen salz und dann fiiiße rein. fällt ganze problema von dir weg, schläfst du wie käääänig dann.“

 

kurz nachdem wir in meine straße einbogen, schaute er mich prüfend von der seite an:

„deine mann, was macht deine mann?“

ich: „mein mann ist zahnarzt.“

er: „ist kraaaasss. zahnarzt ist kraaaasss. nehmen wir deine mann mit nach paris. gucken wir mona lisa zusammen und dann deine mann macht mir und meine kollega die zähne!“ *lauthals lach*

ich *ebenfalls lautlach*: super idee. machen wir so.“

er: „macht 9.30 €. bedanke ich mich für gutes gespräch. bist du seeehr gute frau.“

ich: „danke dir auch. bist du seeehr gute mann. ich gehe jetzt nach hause und tauche meine fiiieeeße in topf mit salzwasser. machs gut.“

 

ach ja, und hier guckst du mona lisa:

 

Kleine Foto-Love-Story aus der Normandie

warum waren wir eigentlich nicht schon früher mal dort? diese frage haben wir uns vergangene woche, während unseres 1-wöchigen trips in die normandie, öfters gestellt. ist doch eigentlich „um die Ecke“ (für uns südwestler jedenfalls), ist doch eigentlich ganz nah und ist soooo schön.

normandie, geburtsland so weltbewegender dinge wie des camembert, des calvados, cidre und des süchtigmachenden apéritifs pommeau; wiege musischer seelen wie eric satie und ort der inspiration berühmter impressionisten wie claude monet, eugene boudin und schriftsteller wie marguerite duras. man kann auf ihren spuren wandeln, in ihren cafés von damals sitzen und die welt ein wenig durch ihre augen sehen. spannend. hier passierte große geschichte. ca. 50 v. chr. wurde die normandie von cäsar für rom erobert und danach wurde hier gemetzelt, was das zeug hielt. die normannen (wikinger) verbreiteten im 9. jhd. angst und schrecken, 1027 kam wilhelm der bastard oder auch wilhelm der eroberer zur welt und eroberte von hier aus 1086 england. es folgte eine lange, blutige liaison zwischen england und der normandie, mit wechselnden herrschern und zugehörigkeiten (unter anderem richard löwenherz), sozusagen ein normandie-england-bäumchen-wechsel-dich-spiel, das 1337 im Hundertjährigen Krieg zwischen england und frankreich gipfelte. es war die berühmte jeanne d´arc, die 1428 die loire-stadt orléans von den engländern befreite. das gemetzel ging jedoch munter weiter: 1562/63 hugenottenkriege, 1692 versenkte flotten vor der küste der normandie und 1789 schließlich die französische revolution, die ihre arme auch nach der normandie ausstreckte. auch hier spielte die normandie eine wichtige rolle, denn in einem winzigen dörfchen wurde 1768 charlotte corday geboren, die im zarten alter von 25 jahren mit einem mörderischen plan im herzen nach paris aufbrach, ihren plan in die tat umsetzte und so als die mörderin von marat (revolutionsführer) berühmtheit erlangte. im 20 jhd. erlebte die normandie die wunderbare belle époque, die berühmte strandpromenade (les planches) von deauville wurde 1923 angelegt, ab 1935 verband das größte passagierschiff der welt, der luxusdampfer normandie le havre und new yorck. es folgte eine zeit, in der sich unsere nation extrem unbeliebt machte und ab 1940 mit ihrer besetzung der normandie zeigen wollte, wo der hammer hängt. diesem wilden drohgebahren wurde am 6.6. 1944 mit dem D-Day, der landung der alliierten an der küste der unteren normandie, einhalt geboten.

all das sieht man der normandie heute nicht an. ein wenig verschlafen, wildromantisch, mit unbändiger natur liegt sie da und scheint zu träumen. jedenfalls in der nebensaison, in der wir dort waren. die unzähligen cafés und kleinen restauarants lassen erahnen, wie geschäftig und trubelig es im sommer zugehen mag! was kann man in der normandie machen? ganz schön viel. am liebsten:  an kilometerlangen, wilden naturstränden spazieren gehen; durch verträumte, romantische dörfchen, in denen die zeit still zu stehen scheint, bummeln; von spektakulären steilküsten aus übers meer schauen; wilde küstenwanderwege erwandern und sich den wind um die ohren blasen lasen; geschichte erforschen an jeder ecke; die normandie ist ein paradies für pferdefreunde, folglich: reiten (und sich möglichst nicht, so wie ich, den rücken dabei zerren); am hafen sitzen, boote schauen, menschen schauen und das französische savoir vivre genießen; cidre trinken, pommeau trinken, calvados trinken, in dieser reihenfolge; moules et frites essen, fisch essen, der so frisch ist, dass er nach meer riecht, ente essen, lamm essen, lauwarmen schokoladenkuchen essen, camembert essen und überhaupt: essen. denn man isst hier wie gott in frankreich! es sich gut gehen lassen, das klappt ganz schön gut in der normandie.

so, genug der worte. ich habe nämlich einige schöne fotos gemacht und die will ich euch nicht vorenthalten. wenn ihr mal große langeweile und viel zeit habt, ich hätte da eine reiseempfehlung:

honfleur, unsere basis:

hier kann man stunden verbummeln, cidre schlürfen, rumsitzen, boote schauen, leute schauen,frz. savoir vivre genießen

und hier haben wir gewohnt, 3 schritte vom strand entfernt:

wer sich schon immer gefragt hat, wo die schlümpfe wohnen? ihr könnt beruhigt sein, wir haben ihr haus gefunden. sie wohnen in honfleur, im stadtteil vasouy, in der rue du littoral:

beaumont-en-auge, eins der schönsten dörfer frankreichs, man hört förmlich, wie hier die zeit still steht:

omaha-beach, welcome to D-Day! wenn man an diesem strand steht, vor sich das unendliche meer, hinter sich unendliche bunker, läuft es einem schon ganz schön kalt den rücken runter:

wenn ich einem freund das erste mal das meer zeigen würde, würde ich etretat wählen„, notierte der romancier alphonse karr. er hat recht, der gute alphonse. etretat, atemberaubend schön, wild, windig und wahrlich spektakulär! das badestädtchen machte übrigens krimigeschichte, seit der autor maurice leblanc seinen lieblingsganoven arsène lupin nach etretat schickte:

deauville, wunderschön, mondän, strahlt immer noch den geist der belle époque aus. auf der berühmten strandpromenade sieht man im geiste all die berühmtheiten der vergangenheit und der gegenwart über die holzplanken flanieren. hier stehen umkleidekabinen aus holz, die nach ihnen benannt sind, hat was!

und wo wohnen die berühmtheiten, wenn sie in deauville sind? na, hier natürlich:

und hier einfach noch ein paar impressionen dieses schönen landstrichs:

und joschi? wo ist  joschi? war er etwa nicht dabei? natürlich war joschi dabei, und wie! das ist aber eine geschichte für sich und für morgen 🙂

Zurück aus der schönen Normandie

hallo ihr lieben, ich bin seit sonntag wieder zurück! während wir weg waren, hat unsere verbindung zum internet den geist aufgegeben, ich bin seit gestern abend aber wieder online, juhuuu! das ist schrecklich, wenn das internet nicht geht. außerdem habe ich es geschafft, mir im urlaub, gott-sei-dank erst am 6. urlaubstag, so dermaßen den rücken zu zerren, dass ich 2 tage mehr oder weniger bewegungslos und eigentlich erst seit heute wieder einigermaßen schmerzfrei bin.

wie schafft man es, sich im urlaub den rücken zu zerren? hierfür gibt es verschiedene methoden. ich habe mich für folgende variante entschieden: nach 5-jähriger pause, knapp 3 monate nach einer brustkrebs-operation und nach 4 sportfreien monaten völlig untrainiert reiten zu gehen. an den strand. im gallopp.

war keine gute idee, ich weiß. muss ich jetzt durch, ich weiß. also nicht jammern.

eigentlich wollte ich heute einen tollen, ausführlichen normandie-bericht mit fotos in den blog stellen. nun schaff ich das nicht, da ich bis um 14 uhr arzttermine hatte, mit dem hund draußen war, seitdem rappelt nonstop das telefon und ich krieg gleich besuch. drum muss der tolle bericht bis morgen warten. ich wollte mich einfach nur mal zurückmelden und sagen, dass es mir gut geht, dass der urlaub toll war und dass ich mich auch wieder freue, hier zu sein und ab morgen meiner blogsucht zu fröhnen 😉

jetzt werde ich gleich noch mal in euren blogs stöbern und schauen, wie es euch so ergangen ist. ich hoffe: GUT!!!!

bis morgen!!!!!

joschi im pudelsalon

was macht man mit wuscheligen, schwarzen hunden, die bereits im märz bei 18 grad hitzeattacken bekommen? richtig, sie gehen zum frisör, zum hundefrisör. in unserer nähe gibt es einen wunderbaren hundefrisör und zwar so richtig, wie man es sich vorstellt: im schaufenster sitzen 2 große pinkfarbene und ein paar kleine, schwarze plastikpudel, das ganze umrahmt von weißen rüschengardinen. auf der schaufensterscheibe steht im halboval pudelsalon. wenn man den laden betritt, macht es melodisch palim palim. es gibt einen kleinen vorraum mit ladentheke, auf der allerlei kitsch steht und dahinter steht igor, der frisör, mit frisch gesträhntem blondhaar. hinter igor eröffnet sich stets das gleiche bild: auf einem länglichen, hohen tisch stehen wechselnde hunde mit meist mehr oder weniger fortgeschrittener frisur. vor allem die halbgeschorenen pudel sind sehenswert. die hunde sind mit einer besonderen vorrichtung fixiert, d.h. sie werden am hals mit einer kurzen leine an einer art galgen festgebunden. wenn man hereinkommt, schauen sie dich mit einem blick an, der besagt: „hilfe, hol mich sofort hier raus. ich werde gegen meinen willen gefangengehalten und gefoltert. ruf sofort den tierschutz an!“

joschi hasst den pudelsalon und er hasst igor. er riecht den laden auf 100 meter. wenn ich mit dem auto fahre, parke ich weit weg, dennoch riecht joschi den braten sobald er aus dem auto steigt und verwandelt sich in einen bauchfüßler. er schmeißt sich flach auf den boden und versucht in einem affenzahn wegzukriechen. wenn ich ihn mit dem fahrrad bringe, versucht er schon 2 ampeln zuvor aus dem fahrradkorb zu fliehen. so betrete ich den pudelsalon immer mit einem hechelnden, panischen, glupschäugigen hund, übergebe ihn igor und hole ihn etwa 1 1/2 stunden wieder ab. das ist hart und er tut mir immer schrecklich leid, aber was sein muss, muss sein! ich bin jedesmal aufs neue fasziniert, dass igor die hunde, die ihn alle hassen, ohne maulkorb frisiert. wie macht er das nur? er behauptet, die hunde wären alle brav. auch joschi. wir selbst bürsten joschi nicht mehr, da er sich beim anblick einer bürste in einen tollwütigen, tasmanischen teufel verwandelt und man ihn nur mit einem ritter-kettenhemd gefahrlos bürsten kann. nun gut, dort ist er also brav. behauptet igor.

joschi geht schon seit 4 jahren zu igor. igor weiß, dass er joschi einfach nur eine praktische sommerliche kurzhaarfrisur verpassen soll, mehr nicht. und meist klappt das auch. so ab und an will er sich jedoch kreativ verwirklichen. zum beispiel letzten sommer. ich holte joschi mit dem fahrrad ab, denn er liebt es, in seinem hundekorb zu sitzen, sich den fahrtwind um die ohren blasen zu lassen und mächtig einen auf dicke hose zu machen. vor allem wenn wir hunde passieren oder wenn ihn jemand anspricht. ich betrat also den laden, igor greift hinter der theke nach der leine und überreicht mir  – mireille mathieu. ihr erinnert euch an mireille mathieu, die französische chansonsängerin mit dem chrakteristischen dunklen, helmartigen, akkurat geföhnten rundschnitt? den 70er-jahre-star der deutschen hitparade? die französische marianne? ganz paris ist ein theater? die spatzen von paris? tara-tin-ting tara-tin-tong? sie trällerte sich durch meine jugend und schwang dabei jahrelang ihren perfekten rundschnitt von einer seite zur andern.

joschi war mireille mathieu. er roch auch so. unter einem schwarzglänzenden, perfekt geföhntem rundschnitt funkelten mich mörderisch zwei kohlrabenschwarze augen an. mir verschlug es die sprache. „nicht lachen, bloß nicht lachen jetzt, das gibt sonst ne katastrophe. joschi bekommt ein trauma und igor ist beliedigt. NICHT lachen,“ ging es mir durch den kopf. mit belegter stimme lobte ich die arbeit, zahlte und verließ das geschäft. ich wagte es kaum, joschi anzuschauen, da ich befürchtete, einen unstillbaren lachkrampf zu bekommen. mit ernstem gesicht hob ich den zu tode beleidigten hund in den fahrradkorb und fuhr los. das problem war, ich wusste, wie der hund hinter mir nun aussah und schließlich besiegte die neugier meine beherrschung und ich drehte mich um. hinter mir saß, hoch erhobenen hauptes, mireille, der rundschnitt wiegte sich sanft im fahrtwind und ich hörte im geiste ganz deutlich: „gaaanz paris träumt von der liiieebäähh, vooon der liiieebääähh immerzu…„. da war es um mich geschehen. ich hielt an, stieg vom fahrrad und lachte und lachte, bis ich nach luft japste. joschi hat danach einige tage nicht mit mir kommuniziert.