Early sunday morning bird

bin ich heute. eigentlich wie immer. nach meinem wilden studentenlotterleben bin ich zur frühaufsteherin mutiert. genau genommen seit der geburt meines sohnes. abgesehen davon, dass ich es nicht einmal am wochenende und im urlaub schaffe länger als 8 uhr morgens zu schlafen, liebe ich es auch, früh aufzustehen. das gefühl, den ganzen, schönen tag noch vor mir zu haben. und all die dinge, die ich dann machen kann 😆

so habe ich auch heute morgen schon rumgeräumt und sitze nun mit einem großen pott heißen milchkaffe gemütlich mit meinem laptop auf dem sofa. sohn+freundin sind heute schon um 5 uhr morgens gen ungarn aufgebrochen, wohnungssuche, urlaub, situation sichten….

mann+hund liegen noch schlafend im bett (beide).

ich hatte gestern einen ausgesprochen schönen tag, so ganz nach meinem geschmack. früh aufgestanden, ausgiebig mit der nase in der zeitung gefrühstückt und dann rein in die laufschuhe. ich hatte mir für gestern eine neue laufstrecke ausgesucht und war innerlich aufgeregt, ob ich die überhaupt schaffe. so eine lange strecke bin ich bislang noch nicht gelaufen. ich habs geschafft *stolz* und spaß hat es obendrein gemacht. die luft war klar und schon ein bisschen warm, der waldboden unter den füßen, der gleichmäßige laufrythmus, ja, ich gewöhne mich langsam immer mehr an die freuden des laufens. ich war erstaunt, wie viele jogger so früh morgens unterwegs waren. der wald ist groß und es war zum teil richtige rush hour.

am frühen mittag hatte ich meinen termin wegen des reitens. in freudiger erwartung und auch aufgeregt traf ich dort ein und begegnete schon auf dem parkplatz einer alten reitfreundin aus ganz alten reittagen. wie lustig, wir hatten uns sicher 25 jahre nicht mehr gesehen. der reitstall liegt traumhaft, auf einer anhöhe inmitten von feldern, umgeben von wald. mitten auf dem land und dennoch nur 20 minuten von mir entfernt. es war echt schön, wieder stallluft zu schnuppern, überall schauten große pferdeköpfe aus den boxen, hunde wuselten umher, pferdeschnauben…alt bekannte geräusche. es ist die stallbetreiberin selbst, anja, die eine reitbeteiligung für eins ihrer 3 pferde sucht. sie führte mich durch den stall und zeigte mir zunächst eins ihrer pferde, das etwa so groß war wie das empire state building. stockmaß 1, 84 m. wow. beeindruckend. und gott-sei-dank nicht das für mich vorgesehene pferd *schwitz*

offenbar bemerkte anja meinen gesichtsausdruck und murmelte was von „schon als fohlen verdächtig große hufe und dicke gelenke“. das 2. pferd, das sie mir zeigte war auch riesig, aber von den proportionen her kein schlachtross. mit strack noch vorne gespitzen ohren, riesigen augen und geblähten nüstern schaute es uns aus 2 meter entfernung an wie eine horde von pferdemeuchelern. „das ist mein angsthase,“ sagte anja. „hat vor allem angst, vor allem im gelände, geht draußen eigentlich nur im rückwärtsgang.“ kann er gerne machen, gott-sei-dank aber auch ohne mich. schließlich kamen wir zu ihrem dritten pferd, lola. in der box stand eine schöne, dunkelbraune, ruhig kuckende stute mit einer kleinen, weißen blesse auf der stirn. erleichtert nahm ich ihre überschaubare größe und gemütlichen rücken wahr. sie hat mich auch gleich heftigst beschmust. nach anja´s aussage ist sie brav, geländegängig, buckelt und scheut nicht, einfach ein nervenstarkes, erfahrenes, braves pferd. hört sich gut an. lola hat, wie jedes pferd, auch ihre übel und zwar will sie immer und überall fressen und ist wohl etwas hart im maul. dieses hart im maul muss ich mir mal genauer anschauen. nächsten freitag gehe ich probereiten und dann schauen wir mal, ob die chemie zwischen lola und mir stimmt. und wenn alles klappt, was soll ich sagen, dann habe ich jetzt ein pferd. ist das nicht der hit?

habt nen schönen sonntag!