Rehageflüster: Wer nicht genießt, wird ungenießbar

„wer nicht genießt, wird ungenießbar.“

diesen wunderbaren satz habe ich eben in einem vortrag über gesundheit und psyche gehört. wie wahr. ich habe noch ein paar andere, kluge und nützliche dinge gehört. und weil ich eine liebe katerwolf bin, teile ich sie mit euch 😆

1. eine kleine übung, um in drei schritten mit ärger umzugehen:

1. ich ärgere mich über XYZ (in der situation selbst oder im nachgang sich in die situation versetzen)

2. ich habe den gedanken, dass ich mich über XYZ ärgere.

3. ich bemerke, dass ich den gedanken habe, dass ich mich über XYZ ärgere.

schnell und effektiv. habs schon ausprobiert.

2. kleiner ratgeber zur lebensplanung (ziele definieren)

1. welches ziele möchte ich unmittelbar umsetzen?

2. welches ziel möchte ich kurzfristig umsetzen?

3. welches ziel möchte ich mittelfristig umsetzen?

4. welches ziel möchte ich langfristig umsetzen?

schön aufschreiben und immer wieder draufschauen.

3. kurze übung zur konzentration

1. 5 gegenstände oder menschen wahrnehmen, die du sehen kannst.

2. fünf klänge oder geräusche hören, die dich umgeben.

3. fünf dinge wahrnehmen, die du an der oberfläche deines körpers spüren kannst.

fertig ist die maus und du bist wieder da 😆

und einen guten buchtipp haben wir bekommen. für all diejenigen geeignet, die da oben schlecht zur ruhe kommen: Andreas Knuf, Ruhe da oben! Der Weg zu einem gelassenen Geist.

dann wünsch ich euch mal einen entspannten tag, eure psychowolf

Rehageflüster: Nachdenklich

heute vormittag hatte ich visite. da sie streikbedingt letzte woche ausfiel und ich heute eine riesenschlange wartender vor der arzttür vorfand, hielten sich meine erwartungen in grenzen. ich rechnete mit etwa 7 minuten drin und wieder raus. umso überraschter war ich, als sich die ausgesprochen sympathische und bodenständige ärztin 20 minuten zeit für mich  nahm und ausführlich mit mir sprach.

danach hatte ich nen kloß im hals und feuchte augen. ist immer noch so, und frau katerwolf ist verdächtig still. scheint, dass die ärztin im gespräch den richtigen nerv traf. wie schon bei meiner letztjährigen reha auf föhr ging es in dem gespräch auch diesmal um das thema: runterfahren. zur ruhe kommen.

böse falle, das.

einmal mehr wurde mir bewusst, in welchem tempo ich seit der letzten reha wieder durch mein leben rase. viel zu oft erschöpft und überfordert bin. ist es ein wunder. nein, ist es nicht. ob ich es endlich mal lerne? und zwar auch über die 3 monate nach der reha hinaus? ich sollte wohl. es geht nicht immer nur um die grenzen, die man dem außen steckt. es geht auch um die grenzen, die man sich selber stecken muss. seufz. es geht schleichend und doch so schnell, dass man immer und immer wieder in die alten strukturen zurückfällt. sie kommen allzu gern in einer neuen verkleidung daher. ganz schön tückisch. so wird aus einem anfänglichen kann plötzlich ein muss. freiheiten, die man sich herausnimmt, werden plötzlich zur pflicht. und schon steckt man wieder in zwängen fest. grübel. nicht so viel darüber nachdenken? doch, sollte man. immer wieder.

die ärztin riet mir zur disziplin und dazu, jeden einzelnen tag 1 entspannungsübung zu machen. ganz konsequent. ohne wenn und aber. auch sie sprach von dem tank, der immer mehr als halbvoll sein sollte und nie auf reserve. kommt mir das bekannt vor? seufz. sie schlug mir vor, einen kalender zu führen, in den ich einmal die woche für jeden tag die zeiten eintrage, in denen ich mich aktiv entspannt habe. und ein smiley dahinter male. ich scheine eine art notorischer daniel düsentrieb zu sein.

und musste mir wieder einmal anhören, dass ich mich selbst nicht so überfordern darf. akzeptieren soll, dass ich bedingt durch meine diagnose und therapie weniger kraft zur verfügung habe. vorübergehend oder vielleicht auch auf dauer. und mit der kraft klug haushalten muss. anstatt ständig auf reserve zu gehen. hmpf. grübel.

macht es gut, eure sehr nachdenkliche katerwolf

Kleine Katerwolf-Pause

hallo, ihr lieben. ihr habt es sicher schon gemerkt, dass ich mich in den letzten wochen sehr rar gemacht habe. ich habe furchtbar viel um die ohren: der job hält mich ganz schön auf trab, die familie auch, da mein sohn und freundin nach 2 jahren auslandsstudium wieder zuhause sind. und, wenn auch vorübergehend, zuhause wohnen. am 9. juli fahre ich in die reha und muss vorher ganz schön viel erledigen. und meine lieben tiere halten mich nicht minder in bewegung. uff.geht mir aber prima, keine angst, bin nur einfach zugepackt bis unter die achseln und schaffe es leider null zu bloggen. dabei hätte ich so viel zu erzählen. ich werde den laptop aber in die reha mitnehmen und euch in gewohnter weise mit klatsch und tratsch aus dem reha-leben belustigen. vielleicht melde ich mich noch vor dem 9. juli, falls nicht, wünsche ich euch bis dahin alles gute, habt viel spaß und freude und bis ba-ha-ld 😛

EM-Oma

heute morgen an der roten ampel. neben mir steht ein kleiner, schwarzer citroen. ein klassisches EM-fan-outo: 2 flatternde deutschlandwimpel auf dem dach, wimpel am rückspiegel, außenspiegelüberzug, fussballmaskotchen auf der rückbank. am steuer: eine schätzungsweise 109-jährige oma. sitz so da, steuer umklammert, der kopf wippt rhythmisch im takt. ich sitze auch so da und überlege mir:

was sie wohl für musik hört? wippt sie im takt zu andré rieu?

ist das ihr auto? oder hat sie es vom enkel geliehen?

im leben ist alles meist anders, als es scheint. von daher denke ich, dass es in wahrheit so ist: die oma ist ein überzeugter metal-fan und wippt im takt zu metallica. sie fährt im sommer aufs wacken-festival zum headbanging. das auto gehört ihr und die fan-emblems hat sie selbst gehäkelt. sie verfolgt die EM beim public viewing, voller leidenschaft, und fährt anschließend hupend und grölend in ihrem fan-mobil den autokorso mit 😆

Hundeallerlei

seit ich joschi in den reitstall mitnehme, gehe ich kaum mit ihm in unserem stadtwald spazieren, da er mit dem pferd ausreichend auslauf hat. heute habe ich pferdefrei und da hab ich mir den joschel geschnappt und eine sehr lange waldrunde gedreht. bis der joschel ein sehr müder, rumeiernder tibet terrier war, der an die leine wollte. das will er immer, wenn er müde ist. der spaziergang hat uns beiden so richtig gut getan. vor allem, weil wir viele hundefreunde und -feinde aus vergangenen tagen getroffen haben. joschi kam wedel-, rumhüpf-, schnüffel-, besteig-, knurr- und dominiermäßig voll auf seine kosten. und wir haben ein kleines, fünfminütiges hundebootcamp absolviert. alle kommandos klappen noch.

als erstes trafen wir einen gigantischen apricotpudel, der den weg vor uns dominierte. joschi näherte sich sehr, sehr vorsichtig, ging steifen schrittes mit erhobener rute vorbei, starr nach vorne blickend. der riesenpudel verfolgte ihn scharfen blickes, ohne zu weichen. die tatsache, dass joschi sich nicht mal ansatzweise gemuckst hat, kann nur bedeuten, dass er seinem meister begegnete. den frust ließ er kurze zeit später an einem extrem unterwürfigen labrador aus, den er kurz und unmissverständlich dominierte. armer labi. er hasst jetzt sicher alle tibet terrier dieser welt. wir trafen mehrere kleine, wuschelige hunde, was ja, wie ihr wisst, joschis beuteschema entspricht. mit zweien hatte er glück, da eindeutig mädchen und joschi zugeneigt, mit einem hatte er pech. war ein rüde. gefühlte 10 cm hoch aber dominant wie wutz. die beiden umkreisten sich und bepinkelten alles, was nicht niet- und nagelfest war. der kleine dominator setzte dem die krone auf, indem er einen perfekten handstand machte und von oben herab einen halm bepieselte. das machte sogar joschi eindruck.

gegen ende trafen wir ein canelloni auf 4 beinen. sehr abenteurliches aussehen. so eine art hundearschfüßler. auf meine frage, ob da ein dackel drin sei, wurde ich mit bösen blicken gestraft und darüber aufgeklärt, es handele sich vielmehr um einen reinrassigen entlenberger oder -bucher oder so was. irgendwas mit ente. so sah er auch aus *grins*. als wir direkt danach in einen flauschigen gummiball hineinliefen, der vor lauter energie kaum bodenkontakt hatte, war ich schon vorsichtiger.

„pudel?“

„cocker-pudel!“

wie man es macht, man macht es verkehrt 😉

zu guter letzt hatten wir noch eine begegnung mit einem hund mit arschloch. das arschloch war nicht hinten am hund, sondern stand daneben und schaute verächtlich aus einem burberry-polo heraus. der edle jagdhund raste herum, sprang mich mehrmals an und hörte null. herrchen indes machte ein großes fass auf, mit „platz“ hier“ bleib“ unten“ und so. dabei schaute er uns, also joschi und mich, herablassend an.

„so war meiner auch, bevor ich mit ihm in die hundeschule gegangen bin!“ ließ ich freundlich wissen :mrgreen:

ich wünsche euch allen ein wunderschönes wochenende 😆

Hemmungsloser Katerwolf

ahoi, ihr lieben! ich bin in den letzten wochen der verschollwolf, ich weiß 😦 . nach unserem internetdesaster neulich freute ich mich auf eine hemmungslose blogphase, aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt. so steuerte ich stattdessen in eine hemmungslose stressphase. im job: stress in tüten, in eimern, in kanistern und bottichen. ich weiß im moment gar nicht mehr, wo mir der kopf steht. die letzten tage erreichte ich dann einen zustand der verwirrung. und des hemmungslosen suchens. nach unterlagen. e-mails. schlüsseln. handys. brillen. nur soviel: den schlüssel fand mein mann in der mülltonne 😯

wo ist der notausgang?

er steht direkt vor mir. wir fahren übermorgen in die türkei, ich tausche hemmungslosen stress gegen hemmungslosen urlaub und ich mache mal wieder den urlaubswolf. und das ist auch gut so. mal zur ruhe kommen. energie tanken. den kreisel im kopf wieder anhalten. nach zwei abenteuerreisen, indien und huskytour, gönnen wir uns  10 tage hemmungsloses chillen am strand. lesen, gammeln, futtern, cocktails schlürfen.

ein paar schöne dinge habe ich dennoch erlebt die letzte zeit. überwiegend mit meinen tieren. ich habe mein pferdchen mehrfach glücklich mit ihrem neuen freund und boxnachbar bei sonnenuntergang auf der grünen wiese grasen und herumwälzen gesehen. lola schafft es nun, ihren dicken bauch nicht nur zur mitte und zurück sondern von einer auf die andere seite zu wälzen. ich hatte vorgestern einen wunderschönen langen ausritt über blühende rapsfelder. und das joschilein, der kleine schatz, der im moment zusehends grauer wird, mutiert konsequent vom hund zum pferd. nach pfoten auskratzen, grasen und longieren gibt er nun den dressurhund. kürzlich ritt ich mit lola auf dem außenreitplatz dressurlektionen. joschi unbeirrbar hinter uns her. durch die bahn, aus dem zirkel wechseln, volten, und er legte einen 1 A mitteltrab hin, alle achtung.

ihr lieben, wenn ich es morgen nicht mehr schaffe: tschüüühüs und bis nach pfingsten, und seid mir nicht böse, weil ich bei euch zur zeit so sparsam kommentiere, ich schaffe es einfach nicht. hab euch lieb 😆

 

Don´t panic in my office!

gestern abend haben wir auf unserer neuen riesenglotze eine weile in einen film reingeschaut, der die reise von 5 rucksacktouristen in indien beleuchtete. sehr authentisch und lustig. in den geschichten der indienreisenden habe ich mich sofort wiedergefunden und musste ganz schön oft grinsen. ja ja, man erlebt ganz schön viel, wenn man in indien unterwegs ist. vor allem eine geschichte kam mir ins bewusstsein. es ist eine meiner lieblingsgeschichten, die meiner ansicht nach nicht nur urtypisch für indien ist, sondern es ist auch eine der geschichten, die bleibt. ein leben lang.

ich war damals auf einem kongress in pune. es war ein kongress von großer bedeutung, da religiöse vertreter aus der ganzen welt eingeladen waren, unter anderem auch der dalai lama, den ich bei dieser gelegenheit persönlich kennenlernen durfte. entsprechend „wichtig“ war auch die vorbereitungsphase. schon lange im vorfeld meiner anreise erhielt ich die nachricht, man würde mich, wie alle anderen tagungsgäste auch, persönlich am flughafen abholen. wer indien kennt, weiß, mit welchem pomp so etwas ablaufen kann. ich habe sogar mal eine blaskapelle auf dem rollfeld erlebt 😉

damit rechnete ich diesmal nicht, ich war „nur“ ein ganz gewöhnlicher tagungsgast und referentin, aber vor meinem geistigen auge sah ich bei der landung einen zeremoniell gekleideten inder vor mir, der mich sicher mit einem schild mit meinem namen erwartete. dem war nicht so. nachdem ich erwartungsvoll der großen schar an wartenden, zeremoniell gekleideten indern mit namensschildern in der hand entgegenschritt, musste ich schon bald erkennen, dass niemand auf mich wartete. irgendwann stand ich ganz alleine im flughafengebäude. es sah so aus, als würden sie gleich schließen. es folgte eine sehr nervenaufreibende stunde, während der ich versuchte, vom flughafen aus im tagungssekretariat anzurufen, um herauszufinden, was passiert sei und wie ich zur tagung käme. in indien kann sich so etwas zu einer sehr langen, sehr nervenaufreibenden angelegenheit auswachsen. umso mehr man stress schiebt, desto chaotischer wird alles und am ende steht man kurz vor einem nervenzusammenbruch. so auch ich an diesem tag. irgendwann. irgendwann hatte ich tatsächlich den richtigen menschen am telefon, der mir sagte, ich solle einfach ein taxi nehmen und kommen. das hört sich jetzt so einfach an. tatsächlich entwickelten sich während des telefongesprächs solche missverständnisse, dass mir heute noch davon schwindlig wird.

hello? this ist misses meyer from germany, berlin. how do i get to the congress?

„congress?“

„yes sir, congress. how do i get there?“

„how do you get there?“

„YES!“

„where are you now?“

„at the airport.“

„why are you at the airport? you should be here by now.“

„I know, but nobody picked me up here.“

„why?“

„I DON´T KNOW!“

„please don´t talk so loud, I understand you very well. where are you now?“

„at the airport.“

„so, why don´t you just take a taxi, misses?“

„ok, so I take a taxi now. how far is it from the airport to the congress?“

„about 4 hours miss.“

„???????“

um das jetzt hier zu verkürzen: der mann am anderen ende der leitung dachte, ich sei in bombay gelandet, statt in pune. was ich wiederum nicht wusste. der taxifahrer, der mich kurze zeit später in leicht aufgelöstem zustand im wagen sitzen hatte, wusste das auch nicht. als er mich 10 minuten später vor dem MIT absetzte und ich, mittlerweile völlig aufgelöst, ohne anzuklopfen ins büro des sekretariats stürmte, blickte ich in ein fassungsloses gesicht.

„how did you get here so fast, misses???????????“

okay, spätestens hier klärte sich das missverständnis mit bombay. wie ein wasserfall begann ich, ihm meine odyssee zu erzählen. ich muss gewirkt haben wie die hauptdarstellerin von frauen am rande des nervenzusammenbruchs. kaum hatte ich 3 sätze herausgesprudelt, als mich ein energischer satz meines gegenübers ausbremste:

„STOP! stop immediately!“

„?????“

„you make too much stress here. I don´t like that. this is MY office.“

und dann kam der legendäre satz:

„don´t panic in my office. nobody panics in my office, misses.“

völlig perplex setze ich zu einer erklärung an und wurde erneut ausgebremst:

„sshhhht. don´t talk. be silent, please. just look at yourself. there is so much tension in your face. this is not healthy. tooo much tension, misses. now you just sit quiet here, don´t talk and have a cup of tee. relax. then we talk.“

ich war so perplex, dass ich tatsächlich nichts mehr sagte, schweigend den tee entgegennahm, einfach nur auf meinem stuhl saß und an der teetasse schlürfte. mein gegenüber saß ebenso schweigend auf seinem stuhl und beobachtete mich, ernst und doch freundlich schauend, mit wackelndem kopf. inder haben diese ungemein beruhigende und faszinierende art, ihren kopf auf dem hals zu wiegen, als rolle ein ball in einer pfanne öl hin und her. ab diesem zeitpunkt liebte ich das. während wir so dasaßen, breitete sich allmählich eine große ruhe in mir aus. der große stress der letzten stunden, der jetlag und die aufregung fielen von mir ab wie wasser. ich entspannte mich.

„very good, misses,“ nahm mister sudhar das gespräch wieder auf, „now you look so much better, misses, all the tension is gone from your face. you look very much relaxed now. now you look beautiful. you looked ugly before. tension makes you an ugly face.“

so war das damals. es ist eins der dinge, die ich an indien liebe. diese umwerfende offenheit und direktheit, mit der einem die menschen dort begegnen. es ist mir jedesmal passiert, wenn ich in indien war. und diese episode ist mir besonders lieb in erinnerung geblieben. es vergeht kaum ein monat, in dem ich, wenn wieder mal ein stress-verbreitender kollege in meinem büro steht, nicht den satz in meinem kopf habe: „don´t panic in my office!“. vor meinem geistigen auge sitzt dann ein ernst dreinschauender mister sundhar mit wackelndem kopf und innerlich breitet sich sofort ein großes grinsen in mir aus.

Neue Glotze

wir haben einen neuen fernseher. wenn man das fernseher nennen kann. das ding ist riesengroß. wahnsinn. seit gestern hängt es an der wand und strahlt mich an: „schalt mich an!“. ich bin keine große fernsehguckerin. und tagsüber schaue ich nie. nur wenn ich krank bin, schaue ich alles. aber heute. kaum kam ich nach hause, habe ich die glotze angeschaltet. und jetzt habe ich dinge erfahren, von deren existenz ich bis dato nicht wusste und die von immenser wichtigkeit sind:

1. es gibt ein busenkissen. man schnallt es sich über nacht um die brust und am nächsten morgen sind schwupps die dekolleté-falten weg. soll aber sau unbequem sein, das ding.

2. es gibt einen glättföhn, der föhnt und glättet. genial.

3. es gibt aufklebbaren eyeliner. sieht kacke aus.

4. ich kenne jetzt die finalisten von voice of germany.

5. unvermittelbare, (schreckliche) deutsche frauen fahren nach jamaica und finden dort  knackige, ansehnliche traummänner, die nur auf sie gewartet haben. und dann wird es die große liebe. wer´s glaubt, wird selig.

6. es gibt eine wundersuppe, die sofort 5 kilo schlanker macht.

7. es gibt ganz schön viele schmierige immobilienmakler.

8. die neue staffel von topmodel beginnt bald. juhuuu.

9. es gibt eine fellmütze, die aussieht, als ob man eine katze auf dem kopf hat. sowas will ich auch.

macht es gut, habt nen schönen abend 😆

 

Nachsorge: Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt…

…dann ist es heute ein heiteres, stilles lied voller glück.

heute war meine brustkrebsnachsorge. die, moment mal *zähl* achte. im januar vor 2 jahren wurde ich mit der diagnose brustkrebs konfrontiert und begann mit meiner therapie: brusterhaltende operation und im anschluss antihormontherapie und zometa als zusatztherapie. ich nehme täglich eine tablette tamoxifen ein, alle drei monate bekomme ich eine enantone-spritze und alle 6 monate eine infusion mit bisphosphonaten, zometa. ich habe 1 jahr lang mistelspritzen bekommen und habe insgesdamt 2 akupunkturbehandlungen und weiterführende TCM-behandlungen (traditionelle chinesische medizin) gemacht.

ich gehe seitdem alle drei monate zur nachsorge. es wird ultraschall der brust, der gebärmutter und der leber gemacht. blut überprüft. ein abstrich gemacht. und alle 6 monate kommt eine mammographie hinzu. außerdem gehe ich alle 4 wochen zu einem psychoonkolgen, mit dem ich über meine verborgenen ängste sprechen kann, wofür ich sehr dankbar bin. ich habe bislang insgesamt 2 rehas in anspruch genommen und werde versuchen, dieses jahr meine dritte und letzte reha genehmigt zu bekommen.

im vergangenen jahr spürte ich, dass es mir anfing, immer besser zu gehen, kraft zurückkam, die fähigkeit, wieder in die zukunft planen zu können und ein stück weit mehr belastbarkeit. lebenswille und lebensfreude waren nie mein problem, die meldeten sich schon 1 woche nach der operation zurück. problematisch war die angst, die mal mehr, mal weniger stark mein denken und handeln beeinflusste. wie eine innere uhr, die tickt. im verborgenen. mal leise, mal laut. ich habe das aber akzeptiert, denn wie, bitte schön, soll man keine angst haben, wenn man an krebs erkrankt. im vergangenen sommer, während meiner 2. reha auf föhr, habe ich ein großes stück angst losgelassen. ich merke das an einer erstmals einsetzenden entspannung und gelöstheit in mir. zum jahreswechsel spürte ich das ganz deutlich, ein schönes gefühl!

und heute war meine nachsorge. mein arzt ist ein toller typ. wenn ich ihn nicht gehabt hätte und hätte 🙂 er eröffnete mir, dass nun 2 teile meiner therapie bereits zu ende gehen. dass ich vor 2 wochen meine letzte enanatonespritze bekommen habe und im märz ist meine letzte zometainfusion. bleibt nur noch das tamoxifen. ich bin zuerst total erschrocken und sagte ihm, ob das einfach so geht und ob ich dann nicht deutlich schutzloser wäre. aber dem ist nicht so, beteuerte er mir, ich wäre damit einfach durch. und ich solle nun aufhören, mir sorgen zu machen, meine prognose sei ausgezeichnet und ich soll in die zukunft schauen.

erst als ich im auto saß und nach hause fuhr, fing ich an zu begreifen. habt ihr den stein von meinem herzen plumpsen gehört, bis zu euch? ich dachte, man müsse den plumps bis nach australien gehört haben. und während sich in mir ein stilles, strahlendes glück ausbreitete, wurde mir bewusst, dass ich in dem moment das erste mal ernsthaft daran glaubte, den krebs zu besiegen. vielleicht sogar schon besiegt habe *verwegen guck*.

es geht voran. heute ist einer der schönsten tage meines lebens.

Spruch des Tages

dieser wunderbare spruch hat mich gerade erreicht. zur rechten zeit übrigens. habe mal wieder eine komplett durchwachte nacht hinter mir.

„Never regret a day in your life. Good days give you happiness; bad days give you experiences; both are essential to life.“