Bericht aus der Reha: endlich reiten!

*juhuuuuuuuu* ich war gestern endlich reiten. und es war total schön 😆 ich muss schon sagen, dass ich gestern vormittag dann doch fracksausen hatte. 10 jahre nicht mehr geritten, von dem normandie-reitdesaster im mai abgesehen, da geht einem doch die muffe 😉

ich hatte ja ursprünglich vor, ins gelände auszureiten. ein geländeritt hier umfasst 2 stunden, 15 km und 10 galloppstrecken. nachdem ich erzählte, dass ich hier in der reha bin und was so mit mir los ist, einigten wir uns darauf, dass ich erstmal mit 1-2 reitstunden auf dem platz einsteigen soll. einfach mal um zu schauen, wie der stand der dinge so ist. vor allem, wie es mit meiner kondition aussieht. denn das war ja der knackpunkt in der normanide, als mir nach 3 galloppsprüngen die puste ausging, ich mich daraufhin völlig verkrampfte und mir im becken irgendein band anriss.

insofern war ich vor der gestrigen reitstunde, meine 1. nach 30 jahren, dann doch ziemlich aufgeregt.

„das ist lobster,“ stellte mir der stallbesitzer und reitlehrer mein pferd vor. einen sehr stattlichen, schönen holsteiner. ganz schön groß, diese holsteiner, dachte ich mir so. und los gings auf den platz. wir waren eine gruppe von 6 reitern: 1 gute reiterin vorneweg, dann ich, 2 kleine mädels, 1 blutige anfängerin und ein 92-jähriger!!! ehemaliger kavallerieoffizier.

in der mitte herr eiche, unser reitlehrer. so nenne ich ihn, weil er aussieht wie eine eiche. ein nordfriese, wie man ihn sich vorstellt. kräftig, knorrig, blaue augen, käppi auf dem kopf, wortkarg aber in seiner brust schlägt eindeutig ein großes herz. er war während der stunde irgendwie total lieb mit mir. hat mich einfach nur motiviert. und während ich so vor mich hintrabte, trottete und sogar 3x galloppierte, breitete sich in mir ein großes glücksgefühl aus, wie eine welle. und auf einmal hatte ich wasser in den augen, vor lauter glück. tja, das ist mir auch schon sehr lange nicht mehr passiert.

ich gehe heute  nochmal reiten und nächste woche wage ich mich dann ins gelände. la vie est belle.