Hofhund im Stress

gestern musste ich im reitstall gründlich schmunzeln. unser hofhund egon, ein großer, imposanter, schwarzer knabe, der seinen job sehr ernst nimmt, war gewaltig im stress. egon ist an sich lieb. aber er ist nun mal chef. und zwar ganz verbindlich chef. er mag es nicht, wenn andere hunde in seinem revier (um das wohnhaus herum) rumpinkeln und wuseln und wenn er nachmittags beim küheeintreiben mitarbeitet, sollte ihm andere hunde auch nicht in die quere kommen. das stresst ihn. außerdem ist er der scheich (es hat zumindest den anschein) zweier entzückender yorckshire-mädchen und die lässt hund, wenn er klug ist, besser in ruhe. gebissen hat er bislang nur einen, der ihn wohl nachhaltig genervt hat. ich vermute, er hat in sein revier gepinkelt, seine mädels besprungen und ihn beknurrt.

meine erfahrung mit ihm ist, dass er sehr souverän und unmissverständlich warnt, und wenn der andere hund das akzeptiert, ist ruhe im stall. so gehört es sich ja auch. seine warnung ist recht beeindruckend. langer, finsterer blick aus schwarzen augen unter stirnfalten in schwarzem gesicht, starre körperhaltung, ganz steifer, gerader schwanz. man meint grad, er würde dann noch ein bissel schwärzer werden. sogar bei meiner krawallbüchse joschi wirkt das. und das muss schon was heißen, denn joschi gehört in die kategorie kamikaze-tibet-terrier.

gestern tauchten gleich 2 neue rüden auf dem hof auf. ein gast-rüde, ein wenn auch noch junger, so doch schon ausgewachsener, sehr selbstbewusster hütehund und ein joschi-großer, grauer hütehund. letzterer wuselte zunächst überall herum, wurde kurz beschnuppert und hatte dann eindeutig die hosen voll. nach der beschnupperung verfiel er in eine art totalstarre und blieb in ihr. der junge rüde hingegen inspizierte völlig unerschrocken alles. und landete daher auch ganz kurz in egons maul, was ihn nicht sehr beeindruckte.

egon war völlig im stress. er raste hierhin und dorthin und musste sein revier sichern und sah aus, als wäre er kurz vor burnout. es war einfach herrlich anzusehen. joschi war zu hause. und das war auch gut so 😉

Verwechslung ;-)

das joschilein 😉

gestern waren wir eine wunderbare runde ausreiten. lola, joschi und ich, als herrin der tiere. lola war ausgesprochen kernig, das kann sie auch. sie schaut dann überall in der gegend herum und sucht. und sobald es nur *piep* macht oder *raschel* reagiert sie hysterisch. gestern hat sie was richtig gutes zum aufregen gefunden: ein islandpony mit reiter. fragt mich nicht warum, aber sie dreht jedesmal komplett am rad, wenn wir einen isländer mit reiter treffen. islaänder auf der koppel gehen in ordnung. mit reiter drauf geht gar nicht.

jedenfalls hat sie sich so aufgespult, dass ich den isländer kurzentschlossn flott überholte, um ihn nicht mehr vor mir zu haben. das hat joschi zugegebenermaßen iriitiert. im gelände andere pferde überholen, das hatten wir in dieser konstellation bislang noch nicht. lola indes buckelte zwar nicht mehr, verhielt sich aber wie eine art dampfmaschine mit ganz, ganz viel dampf drin. da ich ohnehin auf unsere lieblings-galoppstrecke einbog, gab ich ihr die zügel und mehr war auch nicht nötig. wie ein rennpferd raste sie den langen hang hoch. keine chance für joschi, mitzukommen.

nun ist es so, dass joschi ein sehr schlauer hund ist, wie ihr wisst. diese galoppstrecke führt bergan, endet in einer  fast rechtwinkligen rechtskurve und mündet in einen weg, der auf einer anhöhe parallel zu der galoppstrecke verläuft. von oben kann man den gerade bezwungenen weg einsehen. es hat nicht lange gedauert und joschi hatte entdeckt, dass er uns den weg abschneiden konnte, indem er auf halber strecke einfach nach rechts den steilen abhang hochrasen und oben auf uns warten konnte. und das macht er nun seit einer weile schon so. wenn wir um die ecke kommen, sitzt er schon. wie der hase und der igel.

so machte ich mir auch gestern keine sorgen und dachte mir, dass er uns sicher schon erwartete. kein joschi. ich wartete ein weilchen. kein joschi. hm. wo steckte er? ich lenkte die endlich müde lola in richtung abhang um zu sehen, wo joschi abgeblieben war. und was sah ich?

weit unter uns den isländer, der samt reiterin gemütlich den weg hochtrabte. und hinter ihm: joschi. der hocherhobenen kopfes und schwanzes hinterhertrabte.

ein bild für die götter. ich rief ihn. der blick, den er uns zuwarf, den vergess ich nie. pure fassungslosigkeit. blick zu uns, blick nach vorne auf den isländer, blick zu uns. zum brüllen. dann schimmerte ihm, dass nicht alles, was 4 beine hat und so aussieht wie ein pferd, auch lola ist. wie der blitz kam er den hang hochgeschossen und begrüßte uns wie der verlorene sohn.

was für ein süßer fratz 😆

Joschis Tagebuch

joschis heutiger tag, eine zusammenfassung:

  • frauchen schon um 6 uhr früh geweckt. durch aktives bebrüten auf ihrer brust und intensives anstarren aus 5 cm abstand.
  • draußen um kurz nach 6 NICHT gekackt, sondern ausgiebig geschnuffelt. man, riecht das gut nach den heißen mädels aus dem viertel.
  • trotz gemeckere seitens frauchen 2 stück frühstückswurst abgestaubt.
  • bis 9 uhr intensiv frauchen genervt. hat spaß gemacht.
  • mit frauchen auf den golfplatz gefahren. 1 stunde im schatten im auto gewartet. durch lautes bellen auf mich aufmerksam gemacht. mich darüber gefreut, dass frauchen nach ihrer rückkehr von den menschen, die bei ihrer rückkehr um das auto herumstanden, wie eine kettensägemörderin angestarrt wurde.
  • mit frauchen in den reitstall gefahren.
  • lola fast in die nase geschnappt. mehrfach.
  • mit ausgeritten und lola gezeigt wo der hammer hängt. im galopp mitgehalten, etwas zurückgefallen und durch eine abkürzung wieder die führung übernommen.
  • während des ausritts 2 hunde dominiert.
  • danach diverse leckerli abgestaubt.
  • jimmy, den hofhund, angeknurrt.
  • jimmy nochmal angeknurrt.
  • von jimmy über den ganzen hof gerollt, gerupft, geschüttelt und gequetscht worden.
  • jimmy ist ein arschloch. aber leider ein stärkeres arschloch als ich es bin. wieso ist der plötzlich so stark? war doch eben erst ein welpe. *pffft*
  • mich eine weile hinter dem baum versteckt.
  • jetzt endlich zuhause und ich will nur noch schlafen, schlafen, schlafen.

Joschi, die Supernervbeule

klar, joschi, unser allseits bekannter, mittelgroßer, schwarzer, wuscheliger tibet terrier ist sehr süß. und sehr spaßig. und sehr potent *lach*. zuweilen ist joschi aber auch: nervig. supernervig sogar. seit 4 tagen sägt er systematisch an unseren nerven. zuerst dachten wir, es sei wegen der nun vermehrt auftretenden stubenfliegen, mit denen er einen persönlichen krieg führt. nun gut, die entspannen die situation nicht unbedingt, sind aber nicht der hauptgrund. der hauptgrund sind: emma, clara, susi, lotte und wie sie noch alle heißen. die zurzeit läufigen hündinnen in unserem viertel. zur gleichen zeit läufigen.

*seufz*

seit 4 tagen trabt das joschilein hechelnd durch die bude, springt täglich gefühlte 1 million mal auf die sofalehne und schaut aus dem fenster. sobald auch nur ein blatt vorüberfliegt, fängt er an hysterisch zu bellen. wir gehen auf zehenspitzen umher. denn man braucht nur ein leises *knock* auszulösen und sofort kommt ein schrill bellender hütehund angerast. ihm liegen offensichtlich die nerven blank. uns auch.

wenn er nicht hechelnd durch die bude läuft und von der sofalehne aus die straße fixiert, winselt er. und das nicht etwa einfach so. nein, er winselt uns an. sitzt vor einem, starrt einem hypnotisch in die augen und winselt. winsel. winsel. winsel. oder springt wie ein flummi durch das haus. boing. boing. boing. wahlweise will er spielen. 10 stunden am stück. wo man hingeht, hat man joschi zwischen den beinen, mit einem quietscheball im maul. quietsch.quietsch. quietsch. oder er sitzt neben einem und gräbt einen ununterbrochen mit der pfote an. kratz. kratz. kratz. wenn man ihn dann anschaut, spreizt er die ohren ab, springt in hohem bogen vom sofa runter, dreht sich im kreis und rast zur haustür.

ich bin grade 4 tage lang strohwitwe 😆 ich mag das immer ganz gerne. einfach mal den eigenen rythmus laufen lassen.

heute morgen wollte ich gemütlich ausschlafen, war gerade in irgendwelchen schönen träumen verstrickt, als ich plötzlich wach wurde. das erste, was ich sah, war ein hundegesicht. das mir aus ein paar zentimetern ins gesicht starrte. der dazugehörige hund lag auf meiner brust. ich schaute auf die uhr: 6 uhr! weder ignorieren noch meckern half, ich schälte mich um halb 7 aus dem bett und ging mit joschi, von dem ich annahm, dass er einen riesenhaufen auf lager haben musste, gassi. fehlanzeige. das joschilein wollte ein wenig schnuffeln draußen. einfach nur schnuffeln. der süße schatz.

gestern kam ich auf die idee, dass er vielleicht nicht ausgelastet sein könnte und daher habe ich ihn eine große, flotte runde mit dem pferd mitgenommen. so richtig flott und lang. mit galopp und so. joschi raste mit wie ein junger bulle. als wir in den stall zurückkamen, war das pferd müde, joschi wollte übergangslos eine runde spielen. uff. ich bin nur froh, dass er in seinem momentanen wahn seine eifersucht auf das pferd vergisst. ihr wisst ja, was der lieben lola zuteil wird, das beansprucht auch joschi für sich. gestern nämlich hat sich lola, als ich sie nach dem ausritt auf die weide brachte, sofort in ein großes schlammloch fallen lassen, wo sie sich ausgiebig wälzte. joschi beobachtete sie verdächtig genau, ließ es aber dabei. glück gehabt.

jetzt, wo ich das schreibe, bekomme ich gerade eine verwegene idee. ich habe lola für die weide eine fliegenmaske gekauft. das ist so eine art kopfnetz, das die fliegen von augen, nüstern und ohren fernhält. sieht sehr lustig aus 😉 hm, wenn ich mir joschis fliegenparanoia und gleichzeitig seine macke, lola alles nachahmen zu wollen, vor augen halte , bringt mich das auf eine idee *schelmisch guck*.

ich wünsche euch einen wunderschönen feiertag, eure katerwolf

Joschi´s Beautyprogramm

ich war gerade mit joschi bei lola und wir sind eine gemütliche runde durch den wald gegangen. mehr war heute nicht drin, bin doch noch ziemlich schlapp. aber schön wars! ich weiß gar nicht, wem es am meisten spaß gemacht hat: lola, joschi oder mir? joschi hat nach der reitrunde heute übrigens den vogel abgeschossen. es ist ja nunmehr ein allen bekanntes ritual, dass ich, nachdem ich lola gebürstet und hufe ausgekratzt habe, die gleiche prozedur am vor eifersucht triefenden joschi durchführen muss. inklusive scheibe hartes brot zur belohnung. ich habe das übrigens mal zum spaß zu hause probiert und joschi hat das brot mit dem arsch nicht angeschaut.

heute hat joschi nochmal eins draufgesetzt. da lola so einen wunderbar kräftigen und leider auch schnell verzottelten schweif hat, habe ich ein spezielles schweif- und mähnenspray (eine art pferdeconditioner) sowie eine schweifbürste gekauft. auf dem spray steht: auch für hunde geeignet. nun ist joschi ja von natur aus ein zottiger geselle mit hang zur komplettverfilzung. was überwiegend daher rührt, dass er jeden bürstversuch unsererseits mit aggressionsschüben seinerseits blockiert. vor allem die pfoten sind ein heiligtum. man braucht sich ihnen nur zu nähern und er fletscht die zähne. joschi wird also eher selten gebürstet und wenn, dann gleicht das hier zuhause immer einem kriegseinsatz. spaßeshalber habe ich versucht, ihn kürzlich mit dem schweifspray anzusprühen. er hat völlig humorlos reagiert und mir fast den arm abgebissen.

aber heute. er saß bereits gebürstet und mit ausgekratzten pfoten zufrieden in der stallgasse und kaute an seinem alten brotkanten als er beobachtete, wie ich lola den schweif einsprühte und anschließend ausbürstete. wie der blitz kam er angeschossen und drängte sich dazwischen. was soll ich sagen? ich durfte ihn von kopf bis fuß einsprühen, sogar die barthaare (!) und ihn anschließend ausbürsten, inklusive pfoten. zum feierlichen abschluss ließ er sich noch die pfotenballen mit huffett einpinseln. jetzt sitzt er hier vor mir, sieht aus wie eine geföhnte seidenraupe und auf dem boden sind hier und da braune pfotenabdrücke zu sehen 😉

hm, ob ich lola das nächste mal vor eine kutsche spannen soll?

ich fahre übrigens schon wieder weg 😉

da es uns in österreich kürzlich so gut gefallen hat, haben wir direkt vor ort nochmal 5 tage in dem schönen hotel gebucht. morgen gehts los, freitag wieder zurück. die wettervorhersage sieht zwar nicht wirklich vielversprechend aus (schnee und auch regen, hmpf), aber das lässt sich jetzt nicht ändern. ein paarmal werden wir schon noch die piste runterwedeln können. und wenn das wetter uns wirklich verlassen sollte, bunker ich mich mit einem schönen buch auf einem sessel ab und schaue mir durchs fenster das bergpanorama an. und futtere mich durch die österreichischen spezialitäten 😆

macht es gut, passt auf euch auf und bis bald, eure katerwolf

 

Joschi im Hunde-Boot-Camp

joschi, der hier gut bekannte, schwarze, mittelgroße, wuschelige tibet terrier, ist ein süßer fratz. mitunter ist er aber auch ein sehr ungehorsamer fratz. er wickelt uns perfekt um den kleinen finger und man lässt ihm dann fast alles durchgehen. und irgendwann macht er was er will. das er uns nicht den vogel zeigt, wenn wir ihn im wald rufen, fehlt dann gerade noch. in letzter zeit hatten wir die vermutung, er sei schwerhörig oder gar taub geworden. oder er hätte, ohne es uns mitzuteilen, spontan seinen namen geändert. wie dem auch sei, vor allem die jüngsten ereignisse im reitstall haben dazu geführt, dass wir beschlossen, joschi wieder ein paar erziehungseinheiten zukommen zu lassen. er war ja mal in der hundeschule. und joschi ist ein sehr schlauer hund und lernt alles ganz schnell. und schmeißt es dann zackig wieder über bord.

seit dem wochenende gibt es jeden tag eine erziehungseinheit im hause katerwolf. ein privates joschi-boot-camp. ich muss zugeben, dass es wirklich entzückend ist, ihn zu trainieren. er macht sofort mit, macht alles gleich richtig, ist eifrig und stolz. nur, um dann den richtigen moment abzupassen und sich aus dem staub zu machen. aber es klappt immer besser. er weiß ja, wie es geht. und weiß genauso, was man von ihm will 😉

gestern habe ich dann die erste trainingseinheit im reitstall durchgeführt. denn es geht nicht, dass er lola anspringt, versucht, sie in die nase zu beißen, mir das putzzeug aus der hand reißt, um zuerst geputzt zu werden und allerlei mehr. das ist zwar niedlich und lustig, aber auch gefährlich für hund, pferd und mensch und außerdem soll man dieses dominanzverhalten bei hunden nicht dulden. da joschi ein hütehund ist, hatte ich überlegt, mal einen schäfer zu fragen, was ich machen soll. auf dem weg zum reitstall sehe ich neuerdings immer einen schäfer mit schafherde und 2 hunden. als ich gestern an ihm vorbeifuhr, bremste ich neben ihm. er drehte sich zu mir um. er sah aus wie seine schafe. völlig verdreckt, schwarz im gesicht, lange, buschige haare, filziger bart und kleider, die noch nie eine wäsche gesehen haben. ich glaube, er lebt mit seinen schafen und hunden. das soll sich jetzt nicht gemein anhören! aber ich hatte plötzlich muffe und bin dann weitergefahren.

statt dessen habe ich für joschi nun einen festen regelplan eingeführt. er muss abstand von lola halten. er muss warten. ich schicke ihn in der nähe in sitz und dann muss er warten, bis ich lola fertig geputzt und gesattelt habe. erst dann gehe ich zu ihm, lobe ihn, putze auch ihn (darauf besteht er) und gebe ihm, wie lola zuvor auch, einen kanten hartes brot. er will genau das gleiche fressen wie lola. wie ihr wisst, muss ich ihm ja auch die pfoten auskratzen *flüster*.

ich muss sagen, dass das gestern hervorragend geklappt hat. auch beim ausreiten halte ich nun ständig kontakt zu ihm, rufe ihn, lobe ihn und schimpfe auch mal. wichtig ist, dass er nah beim pferd bleibt. das kommando fuß vom pferd aus ist der knüller. es ist nämlich absolut unter seiner würde, neben lola bei fuß zu gehen. da er gestern aber super brav war, hat er es gemacht. mit todesverachtung. zum wegbrüllen. wenn ich ihn lobe, dreht sich übrigens lola eifersüchtig nach mir um und will auch gelobt werden. es ist schon ein spaß.

und eins muss ich euch noch erzählen: als ich gestern ausgeritten bin, kam ein so dichter nebel auf, dass man kaum die hand vor augen gesehen hat. man hätte wirklich gut ein nebelhorn brauchen können. beide tiere hatten angst. große angst. und angst verbündet. so schlichen sie beide mit großen augen und lola mit aufgeblähten nüstern nebeneinander her und fürchteten sich zu tode. ich weiß nicht, ob ich mich getäuscht habe, aber es schien mir, als hätte die große lola doch tatsächlich beim deutlich kleineren joschi schutz gesucht 😉

Hunde, Dramen, Heldentaten – Joschi strikes back!

oh.mein.gott. wer denkt, joschis drama-phase sei vorüber, wird heute eines besseren belehrt.

ich bin mir nicht sicher, ob joschi vielleicht nicht doch realisiert hat, dass lola nun mein pferd ist. vielleicht spürt er das und sieht seine position als first-dog gefährdet. wer weiß, jedenfalls hat er gestern sein eifersuchtsdrama von sonntag letzter woche noch getoppt.

als ich gestern die pferdebox öffnete, raste joschi schon wie ein werwolf rein und sprang kläffend durch die gegend. ich bin wirklich sehr froh, dass lola so gutmütig und hundelieb ist. jedes andere pferd hätte ihn mit den zähnen aus der box geschmissen. soweit so gut. in der stallgasse angekommen, riss mir joschi den hufkratzer aus der hand und streckte mir seine vorderpfote entgegen. das kennen wir ja schon. und wer nicht und das nicht glaubt, möge es bitte hier nachlesen. ich kratzte joschi also die pfoten aus, striegelte ihn, wohlgemerkt bevor ich diese handlungen an lola ausführen konnte und musste ihm diesmal versuchsweise die geländegamaschen um den fuß schnallen, nur damit er merkt, dass er hier definitiv nichts verpasst. geländegamaschen? ja, richtig gehört. ich bin gestern bei den eisigen temperaturen nämlich völlig schmerzfrei ausgeritten. nach meiner bislang eher bescheidenen woche habe ich das dringende bedürfnis verspürt, das zu tun.

ich also raus und joschi munter vorneweg. das kennt und liebt er ja schon seit nunmehr 6 monaten. nach einem weilchen jedoch drehte er sich um, lief neben uns her und fing an, mir sehnsüchtige blicke zuzuwerfen. noch ein kleines weilchen später fing er an, seitlich an lola hochzuspringen. er wollte eindeutig auf das pferd. einen kurzen augenblick überlegte ich, ob ich ihn einfach mal hochnehmen soll, stufte es dann insgesamt aber als zu gefährlich ein und schickte ihn ins voraus!“ mit dem resultat, dass joschi zurückfiel und nun hinter lola herschlich. was lola wiederum nervös machte und dazu führte, dass sie sich permanent nach ihm umdrehte und anfing zu rutschen. ich schickte ihn erneut und diesmal mit diktator-stimme ins „voraus!“. und joschi lief beleidigten blickes an uns vorbei und lief nun mit märtyrergesicht vor uns her.

nun ist lola auch ein kleiner schisshase und machte aus dem stellenweise gefrorenen weg ganz großes kino. trippel hierhin, trappel dorthin, schnauf, pruuust. an einer stelle brach sie mit dem huf ein winziges stückchen ein und schoss sogleich wie von der tarantel gestochen nach vorne. wo joschi beleidigt vor sich hin trabte. joschi schoss ebenfalls mit einem riesensatz voran, jaulte einmal laut und setzte den rest des weges mit zu tode beleidigtem mördergesicht fort. 10 meter hinter uns. sobald ich mich nach ihm umdrehte, blieb er stehen und sah aus wie jesus am kreuz. *seufz*

der ausritt war kalt aber dennoch schön aber mir scheint, ich war die einzige, die ihn so richtig genoss. pferd und hund waren offensichtlich erleichtert, als wir wieder im stall waren. ich versorgte lola und packte sie – unter extrem missgünstigen blicken seitens joschi – in ihre winterdecke und gab ihr aus der pferdetüte ein paar kanten trockenes brot. das liebt sie.

und nun geschah etwas, das mich doch schockte. lola kaute zufrieden auf ihrer brotkante herum, wobei eine hälfte der brotscheibe aus ihrem maul schaute. und was macht joschi? springt hoch wie ein tasmanischer teufel und reißt ihr das brot aus dem maul. um es anschließend vor ihren augen wie ein werwolf zu verschlingen. lola nahm in daraufhin mit schmalen augen ins visier. das ist mir sehr wohl aufgefallen. nicht so joschi. als ich lola nämlich in die box zurückführte, war joschi ganz plötzlich und zufällig für einen kurzen moment unter ihrem fuß. nichts dramatisches aber es gab ein entrüstetes jaulen seitens joschi und einen völlig unbeteiligten blick seitens lola, die weitertrottete, als wäre nichts passiert.

ich muss morgen mal eine friedenspfeife mit den beiden rauchen 😉

Joschi und ein Eifersuchtsdrama erster Klasse!

ich muss sagen, joschi hat derzeit einen guten run. wenn da nicht die anderen tiere wären. so insgesamt. weltweit. nach seiner erniedrigenden luchs-episode am donnerstag könnte man meinen, es wäre gut. aber mitnichten. es scheint, als hätte joschi in den letzten tagen eine art tier-karma abzuarbeiten. ihr alle wisst, dass joschi so ein eifersuchtsding mit meinem pferd lola am laufen hat. wer es nicht weiß, der schaut einfach mal in meiner kategorie unter hunde und pferde nach und wird fündig. jedenfalls ist joschi sehr eifersüchtig auf lola. das führte in der vergangenheit dazu, dass sich joschi, der es hasst, wenn man ihn bürsten will, vor allem die pfoten (er behandelt einen dann wie seinen endgegner und läuft aus diesem grund überwiegend ungebürstet und struppig herum), im reitstall bürsten lässt. weil – sonst könnte man ja auf die idee kommen, das pferd zu bürsten. er bewacht den putzkasten und springt sofort an der bürste hoch, sobald ich sie herausnehme. dann bürste ich ihn ausgiebig und dann erst darf ich lola bürsten.

einen höhepunkt erreichte dieses putz-anbiedern an einem herbsttag letzten jahres, als joschi beschloss, ich müsse ihm nun vor lola alle 4 pfoten mit dem hufkratzer auskratzen. ich könnte für diese nummer mittlerweile eintritt nehmen, so viele menschen aus dem freundeskreis und aus dem reitstall haben sich das mittlerweile schon angesehen. begleitet von gemurmelten, ungläubigen sätzen wie: „es ist tatsächlich wahr!“

witterungsbedingt hatte ich joschi in den letzten wochen nicht zum pferd mitgenommen. erst vergangene woche wieder. irgendwie war er völlig überfordert, weil er mehr oder weniger auf einmal versuchte, lola zu hüten (oder besser zu terrorisieren), gebürstet zu werden, den boden nach pferdeleckerli abzusuchen, den umkreis von 100 metern zu markieren und mit allen hunden im stall streit anzufangen. sobald ich am samstag die pferdebox aufmachte und lola auch nur 1x mit den augen zwinkerte, fing joschi an zu kläffen und lola einzuschüchtern, indem er vor ihrer nase auf und ab sprang und bellte wie verrückt. lola ist ein sehr geduldiges tier. sie mag hunde. auch joschi. aber irgendwann hat auch mal eine lola die schnauze voll. so am donnerstag, als sie erstmalig die kläffattacke konterte. ich sah nur, wie sie mit einem mal schmale augen bekam und wie eine muräne mit dem kopf nach unten schoss und nach ihm schnappte. daneben. joschi erstarrte in der bewegung wie ein comic-hund und sprang entsetzt nach hinten. mit weitaufgerissenen augen und offener schnauze. ein bild für die götter 😉

auf dem weg zur stallgasse raufte er ein wenig mit idefix, einem raufkumpel aus dem stall, um irgendwas auf dem boden (ich glaube, ein strohhalm) und ließ sich dann neben dem putzkasten nieder. wobei er lola hypnotisch anstarrte. sobald ich den hufkratzer rausnahm, sprang er behende hoch und schnappte ihn mir aus der hand. ein irrer, sag ich nur. ich kratzte ihm unter den giggelnden blicken einiger teenie-mädchen die pfoten aus und versuchte dabei auszusehen, als wäre das völlig normal.  als ich lola nach dem putzen ein großes stück trockenes brot gab, fiel ihr etwas davon aus dem maul auf den boden. blitzschnell schnappte sich joschi das stück und fraß es wie ein schiffbrüchiger. dabei bekam er sich mit idefix, der eine futterneid-attacke bekam, ein zweites mal in die wolle.

das war der samstag.

am sonntag waren wir bei freunden zum brunch eingeladen. die wohnen auf dem land und haben ein riesiges grundstück. mit schafen. heidschnucken. das sind so eine art monsterschafe, sehr groß und mit hörnern. joschi liebt es, dorthin zu fahren. dann kann er nämlich seine hütehund-natur ausleben. auch gestern wieder rannte er beherzt auf die wiese, ortete die schafe und scheuchte sie ein bisschen umher. rauf und runter und wieder bisschen links und dann wieder rechts. bis der widder sich sagte:

hm, habe ich in echt bock drauf, mich von diesem mittelgroßen, schwarzen tibet terrier umherscheuchen zu lassen? VOR meinen mädels? nö!“

joschi kann noch schneller rennen als ich dachte 😉 und wir machen jetzt mal eine schöne, tierfreie woche mit joschi!

Joschi der Pferdehüter

joschi wäre nicht joschi, wenn er nicht versuchen würde, im reitstall die oberhand zu gewinnen. bei den hunden hat es schon mal nicht geklappt. bei seiner ankunft auf dem reiterhof, im sommer dieses jahres, traf er auf ein bereits bestehendes, großes hunderudel, bei dem die rangordnung im großen und ganzen bereits geklärt war. joschi betrat die arena somit als unterste sprosse einer leiter. gewohnheitsmäßig versuchte er sogleich die oberste sprosse zu bepinkeln und bekam relativ zackig von flo, dem hofhund, eine satte packung verpasst. obwohl es mir schwer fiel, ließ ich die beiden das untereinander ausmachen, da joschi es nun mal auch kapieren musste. das gefecht endete mit einem zutiefst demoralisierten joschi mit geprellter pfote. aber: wenn er jetzt auf den hof kommt, spielt er nicht mehr den goliath. vorläufig. die begegnung mit paul, dem eigentlichen boss des rudels, steht ja immer noch aus. ich will ja nicht lästern, aber pauls frauchen passt optimal zu ihrem hund :mrgreen:

dafür lebt sich joschi ausgiebig bei den pferden des hofes aus. insbesondere gegenüber lola, meinem mietpferd. ein glück ist lola hundelieb und gutmütig. die sache ist die, dass joschi eifersüchtig ist. er trieft regelrecht vor eifersucht. lola darf eigentlich nichts. wenn ich sie aus der box oder von der weide hole und sie zum putzen in der stallgasse anbinde, wird sie von joschi escortiert und anschließend bewacht. er sitzt dann wie eine drohne in der stallgasse und beobachtet sie, und wehe sie ändert ihre position. dann springt er auf und treibt sie mit einem schrillen wuff wieder zurück. ich bin mir nicht sicher, aber ich habe so die vermutung, dass sich lola ein späßchen daraus macht, ihren hintern in die stallgasse zu schieben, nur um joschi zu ärgern, denn sie beobachtet ihn dabei und sieht dann irgendwie zufrieden aus. auch liebt sie es, ihren hals lang zu machen, sich ihm vorsichtig mit dem kopf zu nähern und ihn anschließend kurz mit der nase zu muffen. joschi hasst das wie die pest. jedesmal springt er in die luft, wie von der tarantel gestochen und schnappt hysterisch japsend nach ihrer nase. die beiden haben in dieser prozedur ein gewisses durchhaltevermögen.

habe ich euch schon erzählt, dass sich joschi zu hause nicht bürsten lässt? er verwandelt sich in eine tollwütige bestie, was zur konsequenz hat, dass er das jahr über überwiegend struppig durch die gegend läuft. er hat zudem eine ausgewachsene pfotenphobie und hasst es, wenn man seine pfoten anfasst. wenn man ihn foltern müsste, könnte man einfach seine pfoten bürsten. neuerdings lässt er sich bürsten und wie! ich brauche nur die pferdebürste aus dem putzkasten zu nehmen und zu lola zu gehen, schwupps, steht joschi da und bietet sein fell an. in seinem gesicht steht geschrieben: bürste mich. also bürste ich ihn. ausgiebig. er soll ja genau wissen, dass er natürlich meine uneingeschränkte number one ist, und lola nur ein mietpferd. er drückt sich von allen seiten gegen die bürste und bietet mir sogar seine pfoten an. ist das zu fassen? vor allem die weiche pferdebürste hat es ihm angetan. joschi glänzt mittlerweile wie eine speckkuchen. wenn er könnte, würde er sich die nicht vorhandenen hufe auskratzen lassen. ich habe ihn kürzlich übrigens versucht zu hause zu bürsten: tasmanischer teufel mit gefletschten zähnen.

futterneid ist natürlich auch ein thema. was lola frisst, gehört per grundsatz eigentlich joschi. so sitzt er vor ihr und frisst, was ihr aus dem maul fällt, möhren, äpfel, pferdeleckerli, altes brot. ich sollte ihm zu hause mal altes brot anbieten *pffff*. seit vorgestern bekommt er aber nichts mehr, da er mir auf dem weg vom stall nach hause sowas von den wagen vollgekübelt hat und das auto trotz mehrmaliger reinigung immer noch stinkt wie die pest.

die ausritte scheinen ihm etwas zu geben, eindeutig. er, der normalerweise beim spaziergang etliche meter hinterhertrödelt und auch auf hartnäckiges rufen nicht reagiert, damit er in ruhe schnuppern kann, läuft neben oder gar vor dem pferd. wenn er lola überholt, wirft er ihr einen scheelen blick zu. lola schielt übrigens auch nach ihm und spitzt die ohren, sie scheint sich an seine gesellschaft im wald gewöhnt zu haben. als joschi neulich die falsche abzweigung nahm und kurzfristig verloren ging, drehte sich sich mehrfach um und wurde unruhig. als er nach einer weile mit struppigem fell angerast kam und uns begrüßte wie der verlorene sohn, machte sie den hals lang in seine richtung.

ach ja, so hab ich meine freude mit meinen tierchen. schön ist das. ich möchts nicht missen.

Bilder vom Ausritt mit Lola & Joschi

ich konnte es mir nicht nehmen, heute meine kamera mitzunehmen und einfach mal zu probieren, fotos zu schießen. das war ein etwas heikles unterfangen, da lola das als gefahr einstufte und unter mir tänzelte wie eine ballerina und joschi der ganzen geschichte auch skeptisch gegenüber stand. aber *tadaaa* ein paar aufnahmen konnte ich dann doch erfolgreich bewerkstelligen.

wenn ich diesen weg entlang reite:

bietet sich mir nach etwa 1 km dieser fantastische ausblick, wegen dem allein es sich lohnt, lola fast 1/2 stunden zu putzen. ist es nicht eine pracht?

hier versucht joschi nach einem galopp wieder anschluss zu finden:

schafft es und zieht rechts vorbei:

und übernimmt souverän die führung:

und hier noch ein idyllisches bild vom hof:

und ein hund, der sich beharrlich weigert, wieder ins auto einzusteigen:

außerdem wolle ich euch noch was sagen: als ich heute so mit lola & joschi unterwegs war, dachte ich mir: das ist genau mein ding. was für ein wunderbares glück!