Joschi und ein Eifersuchtsdrama erster Klasse!

ich muss sagen, joschi hat derzeit einen guten run. wenn da nicht die anderen tiere wären. so insgesamt. weltweit. nach seiner erniedrigenden luchs-episode am donnerstag könnte man meinen, es wäre gut. aber mitnichten. es scheint, als hätte joschi in den letzten tagen eine art tier-karma abzuarbeiten. ihr alle wisst, dass joschi so ein eifersuchtsding mit meinem pferd lola am laufen hat. wer es nicht weiß, der schaut einfach mal in meiner kategorie unter hunde und pferde nach und wird fündig. jedenfalls ist joschi sehr eifersüchtig auf lola. das führte in der vergangenheit dazu, dass sich joschi, der es hasst, wenn man ihn bürsten will, vor allem die pfoten (er behandelt einen dann wie seinen endgegner und läuft aus diesem grund überwiegend ungebürstet und struppig herum), im reitstall bürsten lässt. weil – sonst könnte man ja auf die idee kommen, das pferd zu bürsten. er bewacht den putzkasten und springt sofort an der bürste hoch, sobald ich sie herausnehme. dann bürste ich ihn ausgiebig und dann erst darf ich lola bürsten.

einen höhepunkt erreichte dieses putz-anbiedern an einem herbsttag letzten jahres, als joschi beschloss, ich müsse ihm nun vor lola alle 4 pfoten mit dem hufkratzer auskratzen. ich könnte für diese nummer mittlerweile eintritt nehmen, so viele menschen aus dem freundeskreis und aus dem reitstall haben sich das mittlerweile schon angesehen. begleitet von gemurmelten, ungläubigen sätzen wie: „es ist tatsächlich wahr!“

witterungsbedingt hatte ich joschi in den letzten wochen nicht zum pferd mitgenommen. erst vergangene woche wieder. irgendwie war er völlig überfordert, weil er mehr oder weniger auf einmal versuchte, lola zu hüten (oder besser zu terrorisieren), gebürstet zu werden, den boden nach pferdeleckerli abzusuchen, den umkreis von 100 metern zu markieren und mit allen hunden im stall streit anzufangen. sobald ich am samstag die pferdebox aufmachte und lola auch nur 1x mit den augen zwinkerte, fing joschi an zu kläffen und lola einzuschüchtern, indem er vor ihrer nase auf und ab sprang und bellte wie verrückt. lola ist ein sehr geduldiges tier. sie mag hunde. auch joschi. aber irgendwann hat auch mal eine lola die schnauze voll. so am donnerstag, als sie erstmalig die kläffattacke konterte. ich sah nur, wie sie mit einem mal schmale augen bekam und wie eine muräne mit dem kopf nach unten schoss und nach ihm schnappte. daneben. joschi erstarrte in der bewegung wie ein comic-hund und sprang entsetzt nach hinten. mit weitaufgerissenen augen und offener schnauze. ein bild für die götter 😉

auf dem weg zur stallgasse raufte er ein wenig mit idefix, einem raufkumpel aus dem stall, um irgendwas auf dem boden (ich glaube, ein strohhalm) und ließ sich dann neben dem putzkasten nieder. wobei er lola hypnotisch anstarrte. sobald ich den hufkratzer rausnahm, sprang er behende hoch und schnappte ihn mir aus der hand. ein irrer, sag ich nur. ich kratzte ihm unter den giggelnden blicken einiger teenie-mädchen die pfoten aus und versuchte dabei auszusehen, als wäre das völlig normal.  als ich lola nach dem putzen ein großes stück trockenes brot gab, fiel ihr etwas davon aus dem maul auf den boden. blitzschnell schnappte sich joschi das stück und fraß es wie ein schiffbrüchiger. dabei bekam er sich mit idefix, der eine futterneid-attacke bekam, ein zweites mal in die wolle.

das war der samstag.

am sonntag waren wir bei freunden zum brunch eingeladen. die wohnen auf dem land und haben ein riesiges grundstück. mit schafen. heidschnucken. das sind so eine art monsterschafe, sehr groß und mit hörnern. joschi liebt es, dorthin zu fahren. dann kann er nämlich seine hütehund-natur ausleben. auch gestern wieder rannte er beherzt auf die wiese, ortete die schafe und scheuchte sie ein bisschen umher. rauf und runter und wieder bisschen links und dann wieder rechts. bis der widder sich sagte:

hm, habe ich in echt bock drauf, mich von diesem mittelgroßen, schwarzen tibet terrier umherscheuchen zu lassen? VOR meinen mädels? nö!“

joschi kann noch schneller rennen als ich dachte 😉 und wir machen jetzt mal eine schöne, tierfreie woche mit joschi!

Joschi der Pferdehüter

joschi wäre nicht joschi, wenn er nicht versuchen würde, im reitstall die oberhand zu gewinnen. bei den hunden hat es schon mal nicht geklappt. bei seiner ankunft auf dem reiterhof, im sommer dieses jahres, traf er auf ein bereits bestehendes, großes hunderudel, bei dem die rangordnung im großen und ganzen bereits geklärt war. joschi betrat die arena somit als unterste sprosse einer leiter. gewohnheitsmäßig versuchte er sogleich die oberste sprosse zu bepinkeln und bekam relativ zackig von flo, dem hofhund, eine satte packung verpasst. obwohl es mir schwer fiel, ließ ich die beiden das untereinander ausmachen, da joschi es nun mal auch kapieren musste. das gefecht endete mit einem zutiefst demoralisierten joschi mit geprellter pfote. aber: wenn er jetzt auf den hof kommt, spielt er nicht mehr den goliath. vorläufig. die begegnung mit paul, dem eigentlichen boss des rudels, steht ja immer noch aus. ich will ja nicht lästern, aber pauls frauchen passt optimal zu ihrem hund :mrgreen:

dafür lebt sich joschi ausgiebig bei den pferden des hofes aus. insbesondere gegenüber lola, meinem mietpferd. ein glück ist lola hundelieb und gutmütig. die sache ist die, dass joschi eifersüchtig ist. er trieft regelrecht vor eifersucht. lola darf eigentlich nichts. wenn ich sie aus der box oder von der weide hole und sie zum putzen in der stallgasse anbinde, wird sie von joschi escortiert und anschließend bewacht. er sitzt dann wie eine drohne in der stallgasse und beobachtet sie, und wehe sie ändert ihre position. dann springt er auf und treibt sie mit einem schrillen wuff wieder zurück. ich bin mir nicht sicher, aber ich habe so die vermutung, dass sich lola ein späßchen daraus macht, ihren hintern in die stallgasse zu schieben, nur um joschi zu ärgern, denn sie beobachtet ihn dabei und sieht dann irgendwie zufrieden aus. auch liebt sie es, ihren hals lang zu machen, sich ihm vorsichtig mit dem kopf zu nähern und ihn anschließend kurz mit der nase zu muffen. joschi hasst das wie die pest. jedesmal springt er in die luft, wie von der tarantel gestochen und schnappt hysterisch japsend nach ihrer nase. die beiden haben in dieser prozedur ein gewisses durchhaltevermögen.

habe ich euch schon erzählt, dass sich joschi zu hause nicht bürsten lässt? er verwandelt sich in eine tollwütige bestie, was zur konsequenz hat, dass er das jahr über überwiegend struppig durch die gegend läuft. er hat zudem eine ausgewachsene pfotenphobie und hasst es, wenn man seine pfoten anfasst. wenn man ihn foltern müsste, könnte man einfach seine pfoten bürsten. neuerdings lässt er sich bürsten und wie! ich brauche nur die pferdebürste aus dem putzkasten zu nehmen und zu lola zu gehen, schwupps, steht joschi da und bietet sein fell an. in seinem gesicht steht geschrieben: bürste mich. also bürste ich ihn. ausgiebig. er soll ja genau wissen, dass er natürlich meine uneingeschränkte number one ist, und lola nur ein mietpferd. er drückt sich von allen seiten gegen die bürste und bietet mir sogar seine pfoten an. ist das zu fassen? vor allem die weiche pferdebürste hat es ihm angetan. joschi glänzt mittlerweile wie eine speckkuchen. wenn er könnte, würde er sich die nicht vorhandenen hufe auskratzen lassen. ich habe ihn kürzlich übrigens versucht zu hause zu bürsten: tasmanischer teufel mit gefletschten zähnen.

futterneid ist natürlich auch ein thema. was lola frisst, gehört per grundsatz eigentlich joschi. so sitzt er vor ihr und frisst, was ihr aus dem maul fällt, möhren, äpfel, pferdeleckerli, altes brot. ich sollte ihm zu hause mal altes brot anbieten *pffff*. seit vorgestern bekommt er aber nichts mehr, da er mir auf dem weg vom stall nach hause sowas von den wagen vollgekübelt hat und das auto trotz mehrmaliger reinigung immer noch stinkt wie die pest.

die ausritte scheinen ihm etwas zu geben, eindeutig. er, der normalerweise beim spaziergang etliche meter hinterhertrödelt und auch auf hartnäckiges rufen nicht reagiert, damit er in ruhe schnuppern kann, läuft neben oder gar vor dem pferd. wenn er lola überholt, wirft er ihr einen scheelen blick zu. lola schielt übrigens auch nach ihm und spitzt die ohren, sie scheint sich an seine gesellschaft im wald gewöhnt zu haben. als joschi neulich die falsche abzweigung nahm und kurzfristig verloren ging, drehte sich sich mehrfach um und wurde unruhig. als er nach einer weile mit struppigem fell angerast kam und uns begrüßte wie der verlorene sohn, machte sie den hals lang in seine richtung.

ach ja, so hab ich meine freude mit meinen tierchen. schön ist das. ich möchts nicht missen.

Bilder vom Ausritt mit Lola & Joschi

ich konnte es mir nicht nehmen, heute meine kamera mitzunehmen und einfach mal zu probieren, fotos zu schießen. das war ein etwas heikles unterfangen, da lola das als gefahr einstufte und unter mir tänzelte wie eine ballerina und joschi der ganzen geschichte auch skeptisch gegenüber stand. aber *tadaaa* ein paar aufnahmen konnte ich dann doch erfolgreich bewerkstelligen.

wenn ich diesen weg entlang reite:

bietet sich mir nach etwa 1 km dieser fantastische ausblick, wegen dem allein es sich lohnt, lola fast 1/2 stunden zu putzen. ist es nicht eine pracht?

hier versucht joschi nach einem galopp wieder anschluss zu finden:

schafft es und zieht rechts vorbei:

und übernimmt souverän die führung:

und hier noch ein idyllisches bild vom hof:

und ein hund, der sich beharrlich weigert, wieder ins auto einzusteigen:

außerdem wolle ich euch noch was sagen: als ich heute so mit lola & joschi unterwegs war, dachte ich mir: das ist genau mein ding. was für ein wunderbares glück!

Bilder vom Pferd und Joschis Einstand auf dem Reiterhof

das war vielleicht mal schön gestern 😆

ich bin mit joschi und meiner mutter, ebenfalls eine alte reiterin, gemeinsam zum pferd gefahren. für mich ist das alles ja noch ein abenteuer und gestern, mit joschi, noch mehr. joschi hat mit pferden keinerlei erfahrung. als wir auf dem hof ankamen, dachte ich mir einmal mehr, wie schön es dort ist. friedlich liegt der hof mitten in dieser wunderschönen wald- und wiesenlandschaft, und wenn die sonne scheint, so wie gestern, ist es doppelt schön. joschi stürmte sofort aus dem auto und bog in die hofgasse ein. dort lagen alle hofhunde schläfrig in der sonne. joschi bremste ab und näherte sich ihnen, wie es nun mal seine art ist, breit- und steifbeinig wie godzilla (manche menschen, die ihn kennen sagen, er könne in solchen momenten vor dicken eiern kaum noch laufen). paul, der hof-boss, war nicht da, was mich erstmal entspannte, denn die anstehende begegnung verursacht mir etwas bauchgrimmen. so lag also nur die versammelte hundedamen-schar im hof, die joschi erst träge anblinzelte um sich dann sofort mit gebrüll auf ihn zu stürzen, ihn in die mitte zu nehmen und kurz und heftig zusammenzustauchen. herrliches bild! ein mann mitten im hexenkessel, umgeben von furien, hat was ;-)somit wusste joschi gleich, wo der hammer hängt und ordnete sich einfach mal unter. geht doch!

lola mussten wir von der koppel holen, was joschi zunächst sehr gut gefiel – bis ich lola am halfter von der koppel führte. der anblick von mir und einem anderen, großen tier am strick fand joschi offensichtlich nicht in ordnung. vor eifersucht triefend drückte er sich an meine seite, sprang an mir hoch, nahm meinen unterarm ins maul und schielte zwischendurch missgünstig zu lola rauf. die nahm es gelassen und lief in ihrem flotten gang neben mir her. während ich lola in der stallgasse fertigmachte, wuselte joschi zwischen ihren beinen herum. gut, dass muss er nun lernen. ich denke mal, spätestens, wenn seine pfote mal kurz unterm pferdehuf ist, wird er kapieren, dass man pferden nicht zwischen den beinen rumwuseln sollte. innerhalb von 15 minuten dominierte joschi bereits die stallgasse, knurrte und wuffte pferde an, die vorbeikamen, bedrohte kurzerhand einen stallburschen mit schubkarren, wühlte sich ins stroh und machte einen haufen vor den stall 🙄 joschi eben!

ich war gestern das 1. mal alleine im gelände und habe joschi deshalb nicht mitgenommen, meine mama ging mit ihm in der zeit spazieren. der ausritt war wunderschön. ich bin einen weg geritten, der nach kurzer zeit aus dem wald hinaus und an herrlichen abgemähten feldern mit großen strohrollen drauf vorbeiführt. im tal liegt verträumt ein dörfchen und kein mensch weit und breit *seufz*

lola wollte gestern dann doch kurzerhandd mal testen, wie durchsetzungsfähig ich bin und machte das eine oder andere mätzchen mit mir: umdrehen und sich im kreis drehen, mit den vorderbeinen bisschen rumhüpfen, sich weigern an schranken vorbeizugehen, stur immer wieder im trab angaloppieren und dann entsetzt reagieren, wenn ich sie zum trab durchpariere. aber es war insgesamt alles gut kontrollierbar und sie lässt es nicht wirklich darauf ankommen. aber man kann es ja mal probieren.

als ich auf den hof zurückkam, hoch zu ross, starb joschi fast vor eifersucht und düste mit extrem eifersüchtigen blick um lola herum, schmachtete mich von unten an und begrüßte mich wie einen lange verlorenen sohn. lola nimmt das mit den hunden ganz cool. während meine mam und ich sie fotografierten, saß joschi in gebührendem sicherheitsabstand davor und schaute sich das ganze sehr misstrauisch an, er traut der sache nicht ganz. lola beschloss ihrerseits, joschi ein wenig zu erkunden und senkte ihren kopf zu ihm herab. joschi blieb sitzen und starrte sie mit einem unbeschreiblichen blick an. vorsichtig senkte sie ihr maul auf seinen kopf, muffte ihn ein kleines bisschen und schnaufte ihm ins fell. joschi wusste so gar nicht was er davon halten soll. wich aber nur ein kleines stück zurück, angst hatte er keine und ich glaube, so ganz unangenehm war ihm das nicht. ich bin guter hoffnung. so, jetzt aber genug geplaudert, hier die fotos der feschen lola, die übrigens eine oldenburger-stute ist: