Klebehund

ich habe seit ein paar tagen einen klebehund zuhause. joschi klebt wie gummi. lebt auf dem schoß, auf dem arm, auf dem sofa, im bett und klebt. vorgestern im reitstall saß er auf meinem schoß, was für ihn in der öffentlichkeit, wo er lieber den macker demonstriert, eher ungewöhnlich ist. das mag aber auch an dem auf dem hof neuen rüden samson, einem grauen hütehundkrawalinski, gelegen haben. zwischen den beiden geht noch was. heute morgen saß er wieder auf meinem schoß, ach was, er lag mir mehr oder weniger um den hals. braucht offenbar eine extraportion zuwendung, der schwarze wuschel. so werde ich mit ihm heute einen extraschönen ausritt mit pferd machen und danach gibt es ein paar leckerlis. mal schauen, vielleicht kratz ich ihm auch die pfoten aus und schmiere sie mit huffett ein, das mag er ja besonders gern 😉

Sind Beagle-Hündinnen immer heiß?

diese frage stellt sich mir gerade. in unserer nachbarschaft gibt es eine beaglehündin, die aus irgendwelchen gründen immer heiß ist. ich mutmaße, dass die familie eine ganze beagle-hündinnen-kolonie  im keller hat, die nacheinander heiß werden. dann gehen sie jeweils mit der heißen hündin spazieren. gerne an unserem haus vorbei. joschi hat sich deshalb heute morgen um 6 (!) fast vom balkon gestürzt. wenn man einen hund hat, der so hormongesteuert ist, wie derzeit unser joschi, entwickelt man eine latente aggression gegen beagle-hündinnen und ihre besitzer. ich weiß, die können ja auch nichts dafür *seufz*

im übrigen möchte ich noch erwähnen, dass nicht alle beagle, die in unserer nachbarschaft leben, heiße hündinnen sind. manche sind auch rüden. wenn man die welt durch eine penis-brille betrachtet, wie derzeit unser joschi, kann man das schonmal verwechseln.

merke: beagle-rüden mögen es nicht, von mittelgroßen, geilen hütehunden bestiegen zu werden. dann gibt es nämlich ratzfatz eins auf die mütze. so wie heute morgen.

wird zeit, dass mein gatte aus seinem kurzurlaub zurückkommt. soll er sich mit dem hormonhund vergnügen, er hat dafür sicher mehr verständnis als ich 😉

Joschi im Hunde-Boot-Camp

joschi, der hier gut bekannte, schwarze, mittelgroße, wuschelige tibet terrier, ist ein süßer fratz. mitunter ist er aber auch ein sehr ungehorsamer fratz. er wickelt uns perfekt um den kleinen finger und man lässt ihm dann fast alles durchgehen. und irgendwann macht er was er will. das er uns nicht den vogel zeigt, wenn wir ihn im wald rufen, fehlt dann gerade noch. in letzter zeit hatten wir die vermutung, er sei schwerhörig oder gar taub geworden. oder er hätte, ohne es uns mitzuteilen, spontan seinen namen geändert. wie dem auch sei, vor allem die jüngsten ereignisse im reitstall haben dazu geführt, dass wir beschlossen, joschi wieder ein paar erziehungseinheiten zukommen zu lassen. er war ja mal in der hundeschule. und joschi ist ein sehr schlauer hund und lernt alles ganz schnell. und schmeißt es dann zackig wieder über bord.

seit dem wochenende gibt es jeden tag eine erziehungseinheit im hause katerwolf. ein privates joschi-boot-camp. ich muss zugeben, dass es wirklich entzückend ist, ihn zu trainieren. er macht sofort mit, macht alles gleich richtig, ist eifrig und stolz. nur, um dann den richtigen moment abzupassen und sich aus dem staub zu machen. aber es klappt immer besser. er weiß ja, wie es geht. und weiß genauso, was man von ihm will 😉

gestern habe ich dann die erste trainingseinheit im reitstall durchgeführt. denn es geht nicht, dass er lola anspringt, versucht, sie in die nase zu beißen, mir das putzzeug aus der hand reißt, um zuerst geputzt zu werden und allerlei mehr. das ist zwar niedlich und lustig, aber auch gefährlich für hund, pferd und mensch und außerdem soll man dieses dominanzverhalten bei hunden nicht dulden. da joschi ein hütehund ist, hatte ich überlegt, mal einen schäfer zu fragen, was ich machen soll. auf dem weg zum reitstall sehe ich neuerdings immer einen schäfer mit schafherde und 2 hunden. als ich gestern an ihm vorbeifuhr, bremste ich neben ihm. er drehte sich zu mir um. er sah aus wie seine schafe. völlig verdreckt, schwarz im gesicht, lange, buschige haare, filziger bart und kleider, die noch nie eine wäsche gesehen haben. ich glaube, er lebt mit seinen schafen und hunden. das soll sich jetzt nicht gemein anhören! aber ich hatte plötzlich muffe und bin dann weitergefahren.

statt dessen habe ich für joschi nun einen festen regelplan eingeführt. er muss abstand von lola halten. er muss warten. ich schicke ihn in der nähe in sitz und dann muss er warten, bis ich lola fertig geputzt und gesattelt habe. erst dann gehe ich zu ihm, lobe ihn, putze auch ihn (darauf besteht er) und gebe ihm, wie lola zuvor auch, einen kanten hartes brot. er will genau das gleiche fressen wie lola. wie ihr wisst, muss ich ihm ja auch die pfoten auskratzen *flüster*.

ich muss sagen, dass das gestern hervorragend geklappt hat. auch beim ausreiten halte ich nun ständig kontakt zu ihm, rufe ihn, lobe ihn und schimpfe auch mal. wichtig ist, dass er nah beim pferd bleibt. das kommando fuß vom pferd aus ist der knüller. es ist nämlich absolut unter seiner würde, neben lola bei fuß zu gehen. da er gestern aber super brav war, hat er es gemacht. mit todesverachtung. zum wegbrüllen. wenn ich ihn lobe, dreht sich übrigens lola eifersüchtig nach mir um und will auch gelobt werden. es ist schon ein spaß.

und eins muss ich euch noch erzählen: als ich gestern ausgeritten bin, kam ein so dichter nebel auf, dass man kaum die hand vor augen gesehen hat. man hätte wirklich gut ein nebelhorn brauchen können. beide tiere hatten angst. große angst. und angst verbündet. so schlichen sie beide mit großen augen und lola mit aufgeblähten nüstern nebeneinander her und fürchteten sich zu tode. ich weiß nicht, ob ich mich getäuscht habe, aber es schien mir, als hätte die große lola doch tatsächlich beim deutlich kleineren joschi schutz gesucht 😉

Joschi und ein Eifersuchtsdrama erster Klasse!

ich muss sagen, joschi hat derzeit einen guten run. wenn da nicht die anderen tiere wären. so insgesamt. weltweit. nach seiner erniedrigenden luchs-episode am donnerstag könnte man meinen, es wäre gut. aber mitnichten. es scheint, als hätte joschi in den letzten tagen eine art tier-karma abzuarbeiten. ihr alle wisst, dass joschi so ein eifersuchtsding mit meinem pferd lola am laufen hat. wer es nicht weiß, der schaut einfach mal in meiner kategorie unter hunde und pferde nach und wird fündig. jedenfalls ist joschi sehr eifersüchtig auf lola. das führte in der vergangenheit dazu, dass sich joschi, der es hasst, wenn man ihn bürsten will, vor allem die pfoten (er behandelt einen dann wie seinen endgegner und läuft aus diesem grund überwiegend ungebürstet und struppig herum), im reitstall bürsten lässt. weil – sonst könnte man ja auf die idee kommen, das pferd zu bürsten. er bewacht den putzkasten und springt sofort an der bürste hoch, sobald ich sie herausnehme. dann bürste ich ihn ausgiebig und dann erst darf ich lola bürsten.

einen höhepunkt erreichte dieses putz-anbiedern an einem herbsttag letzten jahres, als joschi beschloss, ich müsse ihm nun vor lola alle 4 pfoten mit dem hufkratzer auskratzen. ich könnte für diese nummer mittlerweile eintritt nehmen, so viele menschen aus dem freundeskreis und aus dem reitstall haben sich das mittlerweile schon angesehen. begleitet von gemurmelten, ungläubigen sätzen wie: „es ist tatsächlich wahr!“

witterungsbedingt hatte ich joschi in den letzten wochen nicht zum pferd mitgenommen. erst vergangene woche wieder. irgendwie war er völlig überfordert, weil er mehr oder weniger auf einmal versuchte, lola zu hüten (oder besser zu terrorisieren), gebürstet zu werden, den boden nach pferdeleckerli abzusuchen, den umkreis von 100 metern zu markieren und mit allen hunden im stall streit anzufangen. sobald ich am samstag die pferdebox aufmachte und lola auch nur 1x mit den augen zwinkerte, fing joschi an zu kläffen und lola einzuschüchtern, indem er vor ihrer nase auf und ab sprang und bellte wie verrückt. lola ist ein sehr geduldiges tier. sie mag hunde. auch joschi. aber irgendwann hat auch mal eine lola die schnauze voll. so am donnerstag, als sie erstmalig die kläffattacke konterte. ich sah nur, wie sie mit einem mal schmale augen bekam und wie eine muräne mit dem kopf nach unten schoss und nach ihm schnappte. daneben. joschi erstarrte in der bewegung wie ein comic-hund und sprang entsetzt nach hinten. mit weitaufgerissenen augen und offener schnauze. ein bild für die götter 😉

auf dem weg zur stallgasse raufte er ein wenig mit idefix, einem raufkumpel aus dem stall, um irgendwas auf dem boden (ich glaube, ein strohhalm) und ließ sich dann neben dem putzkasten nieder. wobei er lola hypnotisch anstarrte. sobald ich den hufkratzer rausnahm, sprang er behende hoch und schnappte ihn mir aus der hand. ein irrer, sag ich nur. ich kratzte ihm unter den giggelnden blicken einiger teenie-mädchen die pfoten aus und versuchte dabei auszusehen, als wäre das völlig normal.  als ich lola nach dem putzen ein großes stück trockenes brot gab, fiel ihr etwas davon aus dem maul auf den boden. blitzschnell schnappte sich joschi das stück und fraß es wie ein schiffbrüchiger. dabei bekam er sich mit idefix, der eine futterneid-attacke bekam, ein zweites mal in die wolle.

das war der samstag.

am sonntag waren wir bei freunden zum brunch eingeladen. die wohnen auf dem land und haben ein riesiges grundstück. mit schafen. heidschnucken. das sind so eine art monsterschafe, sehr groß und mit hörnern. joschi liebt es, dorthin zu fahren. dann kann er nämlich seine hütehund-natur ausleben. auch gestern wieder rannte er beherzt auf die wiese, ortete die schafe und scheuchte sie ein bisschen umher. rauf und runter und wieder bisschen links und dann wieder rechts. bis der widder sich sagte:

hm, habe ich in echt bock drauf, mich von diesem mittelgroßen, schwarzen tibet terrier umherscheuchen zu lassen? VOR meinen mädels? nö!“

joschi kann noch schneller rennen als ich dachte 😉 und wir machen jetzt mal eine schöne, tierfreie woche mit joschi!

können luchse hunde in einen hinterhalt jagen? ja, joschi schon.

lange nichts mehr von joschi gehört? das wird sich jetzt ändern. dass ich so lange nichts mehr über joschi, den allseits bekannten und beliebten, mittelgroßen, schwarzen tibet terrier, heißt mitnichten, dass es nichts über ihn zu erzählen gibt. joschi tappst wie eh und je von einem abenteuer zum nächsten.

zum beispiel vorgestern.

nach einem arbeitsintensiven tag verließ ich das büro bei strahlend blauem himmel, sonne und einfach prachtvollem winterwetter. ich hatte zeit, es war noch früh und so beschloss ich, mit joschi eine ausgiebige und große runde durch den wald zu drehen. es gibt hier gleich in der nähe einen wunderschönen rundweg, der, wenn man flott voranmarschiert, ziemlich genau 2 stunden dauert. er führt ein gutes stück durch einen wildpark. als ich die bei joschi heiß begehrte abzweigung zum rundweg einschlug, freute er sich ein loch in den bauch. hunde kennen ihre spazierwege ganz genau! kaum waren wir auf dem waldweg, kam uns eine größere gruppe von hundehaltern mit ihren hunden entgegen. wenn man seit jahren im gleichen revier spazieren geht, kennt man sie mit der zeit alle. weiß, welchen hunden man am besten aus dem weg geht und welche freundlich sind. weiß, welchen hundebesitzern man am besten aus dem weg geht und mit welchen man ein schwätzchen halten kann. man hat für alle einen geheimen spitznamen. diese gruppe nenne ich: club der alten schachteln mit ihren kläffkötern. jaja, ich weiß, nicht sehr nett, bin ja de facto auch schon keine so junge schachtel mehr, aber so ist das nun mal. eine war neu, d.h. ein hund war neu. ein großer, muskulöser, brauner boxerhund, voll im saft stehend.

da mein joschi eine krawallbüchse ersten grades ist und vor größeren, stärkeren rüden jeglichen respekt missen lässt, frage ich von weitem gerne: „ist das ein rüde?“ bei positiver antwort einigt man sich dann schnell darauf, die hunde besser an die leine zu nehmen. so auch in diesem fall. joschi, der an der leine in solchen fällen gerne den werwolf macht, war verdächtig still. der boxerhund, genannt samson, fixierte ihn intensiv. ich glaube, so schaut man etwas an, dass man lieber tot sehen möchte.

„meiner macht nichts, ist gaaaanz brav“ ließ die blonde schachtel verlauten, „wir lassen sie am besten laufen, dann gibt es auch beim nächsten mal keinen streit.“

na gut. wir ließen die hunde frei und samson kam sofort und ungespitzt mit gesträubtem nackenfell wie ein torpedo angeschossen, schnappte sich joschi und fing an mit ihm den waldboden zu putzen. na super. ich hasse sowas. die schachtel stand paralysiert daneben und glotzte doof. ich bin dann dazwischen gegangen und habe den boxer angebrüllt, der joschi daraufhin ausspuckte. puhh, glück gehabt, so etwas kann auch anders ausgehen. ich warf der schachtel einen ganz langen, intensiven, bösen blick zu und ging mit joschi, der sich heftig schüttelte aber ansonsten munter wirkte, weiter. samson warf ihm noch einen zombieblick zu und spuckte ein büschel schwarzer haare aus. arschgeige.

im weiteren verlauf trafen wir noch einen angeleinten beagle-hund („meiner ist ein bisschen dominant, nehmen sie ihren lieber an die leine!“ danke für die info), ein rudel wuscheliger hündinnen, von denen mindestens 1, ein geflecktes süßes ding, heiß war („neeiiiin, die ist nicht heiß. die riecht nur gut“. aha.). sie roch offenbar so gut, dass joschi 5 minuten, nachdem wir weitergegangen waren, abhaute und wie der blitz in ihre richtung zurücklief. seine flucht wurde gestoppt, als er merkte, dass der gefleckte hund weit hinter uns nicht die hündin war, sondern der dominante beagle 😉

ab da verlief unser spaziergang völlig stressfrei – bis. bis wir ans luchsgehege kamen. hier gab es schon den einen oder anderen zwischenfall, der dazu führte, dass joschi luchse nicht mag. vor einiger zeit las ich in der zeitung, es gäbe jetzt noch einen zweiten luchs, da man sich auf diese art nachwuchs erhoffe. 2 luchse also. in der regel sieht man die luchse so gut wie nie, da sie sehr scheu sind und in dem großen gehege zahlreiche verstecke haben, die sie vor neugierigen augen schützen. offenbar hatten sie vorgestern ihren scheu-losen tag, denn beide luchse standen direkt hinter dem zaun. was für ein glück, diese prachtvollen tiere so aus der nähe zu sehen, dachte ich, als hinter mir ein bedrohliches knurren erklang. joschi. der finsteren blickes in das gehege starrte. 2 luchse starrten nicht minder finster zurück. joschi fing an zu bellen und steigerte sich in eine perfekte rage hinein. die luchse liefen immer im paar aufgeregt am zaun entlang, hin und her, immer wieder und starrten joschi sehr hungrig an. ich fand das sehr spannend zu sehen, wie sie ihren beutetrieb auslebten.

joschi war mit seiner beute-rolle jedoch ganz und gar nicht einverstanden und lief tollwütig bellend ebenfalls am zaun hin und her und machte den dicken. „ätsch bätsch blöde miezekatze mit albernen puscheln an den ohren. fang mich doch du eierloch.“

irgendwann fiel mir auf, dass nur noch ein luchs mitlief. joschi lief noch 2, 3 mal mit und verlor dann das interesse. um noch ein letztes mal seine dominanz zu demonstrieren, stolzierte er zur äußeren ecke des zauns und hob dort das bein. was er nicht sah: flach am boden gepresst lauerte dort der zweite luchs. ich konnte sein schadenfrohes gesicht förmlich grinsen sehen. blitzschnell sprang er hoch und schlug mit 2 tatzen mit karacho an genau die stelle, wo joschi sein bein hob.

ich weiß nicht, ob sich hunde zu tode erschrecken können, aber ich meine sagen zu können, dass joschi nahe dran war. seine wuscheligen ohren standen senkrecht vom kopf weg, als er in einem perfekten salto nach hinten schoss und völlig fertig stehen blieb. der luchs stand hinter dem zaun und leckte sich die pfote. leckte sich die pfote und schaute joschi genüsslich an. und joschi? stand einfach da und starrte den luchs an. ich bin mir  nicht sicher, was er ihm sagte, aber ich meine gehört zu haben:

arschgeige 2.

es war jetzt das zweite mal, dass ihm das passierte, sowas kratzt schon am selbstbewusstein. er war für den rest des tages trotz vieler trösteinheiten und leckerlis ganz unverkennbar schlecht gelaunt und ging früh schlafen.


Alpinisten-Stuhlgänger

ich werde versuchen, diesen bericht unter vollständiger vermeidung von wörtern wie sch**** und ka*** zu schreiben. als ich nach synonymen dafür suchte, stieß ich bei wikipedia auf diesen erheiternden link. wen es interessiert:

rund ums geschäft verrichten

der fachausdruck heißt also stuhlgang. leser meines blogs wissen um die eigenarten meines mittelgroßen, schwarzen, wuscheligen hütehundes namens joschi. die liste ist lang 😉

von einer sache habe ich euch noch nicht berichtet. joschi ist ein bergauf-stuhlgänger. er mag in der regel nicht normal einfach so am wegesrand oder auf flachem waldboden auf den stuhl gehen. nein, er braucht dazu eine erhöhung. entweder eine böschung, einen baum, einen blumenkübel und was sonst so unterwegs anfällt. er hat tasächlich schon in den einen oder anderen blumenkübel gestuhlgangt. und wer kräftig lachen möchte, braucht sich nur bildlich vorzustellen, wie ich versuche den stuhlgang mit einer kleinen plastiktüte aus den geranien rauszupiddeln bzw. in ermangelung einer tüte wie häuptling leichtfuß mit hund davonschleiche.

sehr gerne auch presst er sein hinterteil kräftig gegen einen baumstamm und drückt unter größtem kraftaufwand gegen den widerstand seinen stuhl heraus. der dann am baum kleben bleibt. kunst im öffentlichen raum, könnte man sagen. oder im übertragenen sinne: kunst am öffentlichen baum. am liebsten jedoch hinterlässt er seinen stuhl auf senkrechten böschungen. je steiler, desto besser. ich sehe es immer schon an seinem blick, wenn er es plant. er bekommt etwas gehetztes und schleicht leicht buckelig die böschung hoch. anschließend läuft er hoch konzentriert hin und her, was dauern kann und setzt sich schließlich an geeigneter stelle mit po zum hang und tut, was er tun muss. danach wird alles genau zugescharrt, einmal kurz das fell geschüttelt und weiter geht es des weges.

heute morgen gab es einen stuhlgang-gau. im leichten nieselregen, unter grauem himmel drehte ich mit ihm eine kleine morgenrunde, als es sich ankündigte. zwischen büschen und gestrüpp erklomm joschi zielgerichtet eine sehr steile böschung. die schnur der langen laufleine surrte munter hinter ihm her. binnen von sekunden hatte er sich weit oben zwischen büschen und ästen so verheddert, dass er halb stranguliert wurde. panisch verrichtete er sein geschäft und sah mich aus glupschaugen flehentlich an, weil er hoffnungslos verheddert feststeckte. ich musste ihn retten, das stand außer frage. so stapfte ich die vom regen matschige böschung hoch, enthedderte ihn aus dem gestrüpp und stapfte zugeschlammt wieder nach unten.

warum macht er das? ist nur mein hund so bescheuert?

vielleicht sind es seine tibetischen hochgebirgsgene. als tibet terrier muss er das vielleicht so tun. somit wäre er ein alpinisten-stuhlgänger. hat was 😉

Joschi: Herr der Enten

was macht eigentlich joschi? gibts den noch? na klar, und wie. während meiner reha war er 3 wochen bei meinen eltern und hat dort gelebt wie die made im speck. haben ihn wohlgenährt, gebürstet und zufrieden wiederbekommen. allerdings fremdelt er ein kleines bisschen. so habe ich beschlossen, ihn heute wieder auf meine seite zu ziehen. hunde sind bestechlich! da ich selbst meine letzten freien tage vor meiner wiedereingliederung in vollen zügen genießen möchte, habe ich beschlossen, in den verbleibenden 1 1/2 wochen konsequent nur dem lust- und spaßfaktor zu folgen. und bin heute mit joschi zu meinem lieblingsweiher gefahren. er ist einfach nur schön, die perfekte idylle. inmitten von wiesen und hügeln liegt er verträumt da und ist für die meisten zu abgelegen. so ist es dort immer wunderbar ruhig. in den schweren wochen nach meiner diagnose und der operation, als ich körperlich noch nicht so beweglich war, habe ich mich oft dorthin geträumt und habe dort in gedanken auf dem steg gesessen, aufs wasser geschaut und die ruhe genossen.

und jetzt bin ich wieder beweglich, es ist sommer, also nichts wie hin. unterwegs kommt man an einer fantastischen landmetzgerei vorbei, wo ich mir was feines aufs brötchen und für joschi einen wiener gekauft habe. der wiener wurde sofort bei ankunft am weiher verfüttert 😆

wir lagen also gemütlich da, schauten in die wolken (ich zumindest. joschi starrte die leere wienertüte an) als joschi plötzlich gebannt aufs wasser starrte. da ich weiß, dass joschi ein hütehund ist und so gut wie gar keinen jagdtrieb hat (von kleinen, schwarzweißen vögeln, fröschen und mäusen abgesehen) vermutete ich einen herannahenden hund. da schoss joschi schon wie gestochen in richtung weiher davon, bleb am ufer stehen und knurrte äußerst bedrohlich. ich natürlich hinterher, von neugierde getrieben. was wars? eine ente. einsam und zufrieden schwamm sie am ufer entlang und hatte offensichtlich vor, das ufer zu erklimmen. da hatte sie die rechnung aber ohne joschi gemacht. denn es war eindeutig joschis ufer. punkt. in der folgenden stunde konnte man folgendes beobachten: eine ente, die beharrlich versuchte, ans ufer zu kommen und einen mittelgroßen hütehund, der sie daran hinderte. und sie 1 stunde lang nonstopp terrorisierte. der hund ist echt wunderlich, ich sags euch. ein paarmal blieb er stehen, geduckt und ließ die ente ein stückchen weit entfernt vorsichtig mit einem fuß ans ufer watscheln um dann umgehend wie der blitz heranzuschießen und sie ins wasser zu treiben.

ich schaute vergnügt von meinem badetuch aus zu und freute mich einfach nur. nach etwa 1 stunde gab die ente auf. wir sahen ihr beide nach, wie sie den weiher der länge nach durchquerte und am anderen ufer die böschung erklomm, ermattet 😉

joschi war extrem stolz, dass er diesen endkampf gewonnen hat. und ich irgendwie dann doch auch, ja 😆

Kleine Geschichten aus dem Alltag….

ich habe einen neuen iPod, meinen ersten. er soll mein neuer jogging-begleiter werden. der sohn einer freundin hat mir angeboten, für ein paar euro etwa 300 songs aus den aktuellen charts draufzuspielen, damit ich gute mucke zum laufen habe. nun laufe ich unter anderem zu liedern wie:

ding dong disco pogo, alle erbsen singen

und

tik tok on the clock, zick zock

der junge ist 11 jahre alt 😛

gestern fuhr ich an einem bushäuschen vorbei, auf dem in riesigen buchstaben folgendes graffiti stand:

ANKE

ICH LIEBE DICH

MIT UND OHNE

ROCK

eine schöne liebeserklärung, oder? 😉

meine putzhilfe ist gerade da. joschi, unser aller hütehund, hat alle seine quietsche-spielzeuge auf einen haufen gehortet und hütet sie. sobald sich eva nähert, knurrt er bedrohlich. kapitalist.

in meiner blogsuche steht heute der suchbegriff:

seile curry mops

?????????

wunsch: ich wäre gerne gelassener und cooler.

ob ich das morgen in der reha bei der patientenaufnahme als wunschziel des reha-aufenthaltes angeben sollte?

ich habe vor einiger zeit ein rezept für südafrikanisches lammcurry in den blog gestellt (für die liebe emily). dank der WM in südafrika steht in meinen suchbegriffen täglich mindestens 5x der begriff südafrikanisches lammcurry. das finde ich echt witzig, vor allem die vorstellung, dass es vielleicht wirklich nachgekocht wird!

warum heißt die schafskälte eigentlich so? ist es dann so kalt, dass schafe frieren? (nein, ich schaue jetzt nicht bei wikipedia nach)