Der innere Schweinehund

den habe ich heute in den hintern getreten und ihn an die luft gesetzt. den ungewaschenen, müffelnden, faulen gesellen 😆 ganz schön dumm aus der wäsche hat er geschaut. recht so, mein knecht!

ich habe heute die katerwolfsche laufsaison eingeläutet.

nachdem mir mein arzt im vergangenen jahr als begleitende maßnahme meiner brustkrebstherapie geraten hat, mit dem laufen anzufangen, war ich zunächst geschockt. ich.hasse.joggen. habs dann aber zügig eingesehen und anfang mai begonnen. zu meiner überraschung kam ich deutlich schneller voran, als ich dachte und war innerhalb von etwa 4 wochen soweit, dass ich 5-6 kilometer durchlaufen konnte, ohne das gefühl zu haben, unterwegs zu verenden. hinzu kam eine etwas zermürbende phase, meinen hund joschi zum laufbegleithund zu erziehen. ich habe dazu das eine oder andere geschrieben, und wer mag findet diese geschichten in meinem archiv. ich bin viel gelaufen letztes jahr, 3-4 x die woche immer 40-60 minuten, mit wachsender begeisterung. denn ich spürte sehr deutlich, wie enorm gut mir das tat. physisch und psychisch.

irgendwann im november wurde es mir draußen zu ungemütlich und ich tauschte laufen gegen schwimmen und pflügte 2-3 x die woche 1000 m durch das sportbecken. irgendwann im februar hörte ich dann auf, weil ich mit dem laufen beginnen wollte. irgendwann im märz merkte ich, dass ich weder schwamm noch lief 😉 okay, ich bin die ganze zeit über 2-3 x die woche geritten, reiten ist eine feine sache, aber ausdauer und kondition baut man damit nicht unbedingt auf. und das soll ich ja nun mal tun: ausdauersport.

es ist erstaunlich, wie viele ausreden man so findet, wenn man etwas nicht machen will. ich habe im märz ganz schön viele gefunden. heute mittag habe ich dann beschlossen, dass es jetzt reicht. ich kann sowas. so habe ich 2011 auch mit dem rauchen aufgehört. wenn mir etwas wirklich wichtig und notwendig erscheint, kann ich eine bemerkenswerte disziplin entwickeln. zunächst habe ich ernsthaft erwogen, heute abend mit der laufgemeinschaft zu starten, die sich bei mir um die ecke trifft. ein blick ins internet ließ mir jedoch die haare zu berge stehen. ich glaube, da handelt es sich um eine art private terroreinheit, denn die laufen 8-12 km in 6 min/km. das macht *grübel* 46 minuten auf 8 km. urgh, so viel brauche ich für 5 km. nö, nö, lass mal. hab so schon stress genug im moment. vielleicht in 1 monat oder so. mal sehen. laufen kann man auch wunderbar alleine. gleich nach der arbeit bin ich in meine laufklamotten gestiegen, habe mir meinen ipod mit laufmusik auf die ohren geklemmt, joschi an die laufleine geschnallt und ab ging der katerwolf.

joschi ging ab wie die post, er hat es offenbar auch vermisst und hoppelte wie ein hase neben mir her, in seinem luftigen sommer-outfit 😉

ich muss sagen, das hat total gut getan. bin sogar mit einem breiten grinsen im gesicht durch den wald gelaufen, so gut getan hat es. bin auch total angetan, dass ich zwar nicht mehr so fit bin, wie im vergangenen herbst, aber doch noch fit genug. ich denke, ich werde schnell wieder bei meiner vorjahreskondition angekommen sein.

 

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Vom Pupsen im Walde

ja, ihr habt richtig gelesen. es geht hier um pupsen. im wald.

gestern habe ich einen gesundtag gemacht. habe mir in der tupperbox allerlei gesundes mit zur arbeit genommen: kohlrabi, paprika, möhren, apfel, vollkornbrot UND 1 tüte studentenfutter. das studentenfutter hat zu 3/4 der joschi gegessen. der hund ist manchmal schon wunderlich. wie ein staubsauger sog er glupschäugig erd-, hasel- para- und walnüsse nebst getrockneten cranberries in sich rein.

die sonne schien um 4 uhr vom blauen himmel und ich beschloss, direkt nach der arbeit eine runde in den wald joggen zu gehen. eine halbe stunde später bog ich schon in meinem laufdress in den wald ein. joschi trabte an der hundelaufleine, die um meinen bauch geschlungen war, hoch motiviert hinter mir her.

durch die regelmäßige erschütterung setzte mit einem mal meine verdauung ein. sehr aktiv sogar. all das gesunde sprach mit mir und zwar sehr deutlich. oookay, was muss, das muss, dachte ich und, da weit und breit keiner zu sehen war, pupste ich so ein bisschen vor mich hin. oder besser gesagt, hinter mir her. es wurde immer heftiger. nie mehr studenfutter und kohlrabi im büro, dachte ich mir und trabte weiter. als ich eine leichte steigung erklomm, bahnte sich in mir ein riesenpups seinen weg, ich spürte das ganz genau.

gegen den war ich machtlos. ich lief noch um eine kleine biegung herum und drehte mich nach allen seiten um. keiner zu sehen. bahn frei. tja, was soll ich sagen, es war wohl so eine art jahrhundertpups. die mutter aller pupse sozusagen. die erde bebte und die blätter fielen von den bäumen. nicht, dass ihr jetzt denkt, dass ich immer und überall rumpupse, aber ich konnte einfach nicht anders. ich schwör! kaum hatte ich diesen dinosaurierpups entlassen, tauchte wie aus dem nichts direkt hinter mir eine fahrradfahrein auf 😯

oh.mein.gott. wo kam die denn auf einmal her? gut, die hatte sicher nichts gehört. doch, hatte sei. sie fuhr neben mich, bremste ab, schaute mich an und fragte:

„sagen sie mal, hat ihr hund eben so laut gepupst?“

ich fiel nicht tot um, nein, auch der boden tat sich nicht unter mir auf. ich war aber völlig geschockt. bloss nichts anmerken lassen.

„ja, der pupst beim joggen immer so.“

antwortete ich mit clint eastwood-miene und lief unbeirrt weiter.

die zeugin eines der mit abstand peinlichsten erlebnisse meines lebens überhaupt schenkte mir daraufhin ein kurzes augenzwinkern und fuhr ihres weges.

ich schäme mich immer noch und danke dem lieben herr gott dafür, dass hunde nicht sprechen können.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

das ist übrigens ein lebensmotto von mir.

und wie ich erst gestern wieder erfahren habe – zu recht. nein, ich habe diesmal nicht versucht, vom budapester hauptbahnhof zum flughafen zu gelangen. ich war joggen. und habe eine neue laufstrecke ausprobiert. so intuitiv so. an sich habe ich meine 3-4 strecken, die ich je nach verfügbarer zeit laufe, gerne laufe und die auch noch ausbaufähig sind. seit ein paar wochen liebäugle ich aber mit einem laufgebiet auf der anderen seite unseres stadtwaldes. alle jogger, die ich in der nachbarschaft kenne, schwärmen davon. da man dort angeblich kilometerlang auf ebenem waldboden laufen kann und es fantastische rundwege gibt.

gestern war es dann so weit. ich schlüpfte nach der arbeit in meine laufklamotten, band mir joschi um die hüfte und wir 2 trabten los. hochmotiviert, da wir beide wegen meiner rückengeschichte 3 wochen pausiert hatten. wir starteten auf einem schönen, breiten hauptweg und liefen munter drauflos. nach etwa 2 km hatte ich die möglichkeit, entweder geradeaus weiterzulaufen und dann irgendwann einfach umzudrehen, da ich nicht weiß, wo der weg hinführt. oder einen der 4 wege zu nehmen, die wieder zurückführten und so ganz nach den gepriesenen, ebenen rundwegen aussahen. ich machte einmal mental ene mene meck und entschied mich für den mittleren.  nach kürzester zeit führte er brutal bergab und meine knie beschwerten sich. linkerhand sah ich eine wunderbar verlockende abzweigung, die ich kurzentschlossen nahm. so ganz intuitiv so. ich wusste, dass ich mich von der richtung her immer schön nach rechts orientieren musste. nach etwa 1 km führte der weg in einer beeindruckenden linkskurve scharf nach, ja, links. was jetzt, umdrehen, weiterlaufen? weiterlaufen und hoffen. der weg führte nach der kurve steil bergauf und, oben angelangt, wieder nach links. arschloch. ich aktivierte meinen survival-instinkt und besprach mit joschi, der bislang motiviert mitgetrabt war, die böschung rechts runterzukraxeln um auf den unten liegenden weg zu gelangen. die böschung war glitschig, ich fiel 3x auf den hintern, 1x davon auf den hund und wir kamen zerrupft und eingesaut unten an. und jetzt? links oder rechts? hm, links, ne, moment mal, rechts. wir liefen weiter und weiter und weiter und weiter. irgendwo muss doch der parkplatz kommen, von dem wir losgelaufen sind. war der vielleicht doch links? der weg indes schlängelte sich wieder steil bergauf. superarschloch. joschi hing mittlerweile wie ein mühlstein an meinem bauchgurt. ich entschied, umzudrehen und in die andere richtung zurückzulaufen. nach 1 stunde laufzeit und einem hund, der sich nunmehr mitschleifen ließ, ging ich zum gehen über. und nach etwa 10 minuten erreichten wir tatsächlich den parkplatz. ich zugeschlammt, der hund mit hängender zunge. eine gruppe junger mütter mit kleinkindern, die auf der bank saßen, beäugten uns misstrauisch. ich glaube, sie hatten angst, wir hätten die tollwut. vermutlich sollte ich das nächste mal ein wald-tomtom mitnehmen oder einfach meine gewohnte strecke laufen. ich habe schließlich meinen stolz.

Joggen mit Hund: Fortschritte von Katerwolf und Joschi

ich habe schon eine weile nichts mehr über mein lauftraining geschrieben, was aber nicht heißen soll, dass ich nicht mehr laufe. vielmehr mache ich richtig gute fortschritte. seit mir meine ärzte geraten haben, mindestens 3x die woche mindestens 40 minuten zu laufen, mache ich das auch, ohne wenn und aber. ich habe nun schon mehrfach von der positiven wirkung von ausdauersport auf den verlauf von brustkrebserkrankungen gehört. man weiß zwar noch nicht genau warum das so ist aber man weiß, dass es so ist. diese aussage habe ich bereits mehrfach gelesen, in der reha und von meinem gynäkologischen onkologen gehört. so soll es sogar eine postive auswirkung auf rezidive (rückfallerkrankung) geben. na, dann wollen wir doch mal, oder?

in den letzten 2 wochen bin ich dazu übergegangen, mich alle 2x etwas mehr zu fordern um die lauferei abwechselnd zu gestalten. so nehme ich immer mal ne längere steigung hinzu, lege gegen ende einen sprint ein oder laufe einfach mal länger. gestern habe ich meine bisherige bestleistung abelegt. nicht nur ich. joschi auch. joschi und ich mussten uns ja bekanntlich erst lauftechnisch zusammenraufen. mittlerweile haben wir aber einen guten kompromiss gefunden und es klappt immer besser. ich habe eine spezielle, elastische hundeleine, die an einem bauchgurt befestigt ist und am ende der leine befindet sich joschi. der das ganze als eine art abenteuer betrachtet. unser kompromiss besteht darin, dass ich zunächst gehe, bis er seine diversen geschäfte erledigt hat (was ziemlich schnell geht) und dann erst loslaufe. wenn es ihn unterwegs allzusehr drückt, bleibe ich stehen und lasse ihn machen, was auch immer er muss. er passt sich jedoch immer besser an und trabt munter mit nur sehr wenigen unterbrechungen mit. in der regel: im 1. drittel vorneweg, im 2. drittel seitlich und im letzten drittel hinterher, mit leichter spannung in der leine 😉

gestern sind wir eine echte mammutrunde gelaufen. ich war selbst völlig beeindruckt von uns. die strecke war ordentlich und die zeit von 50 minuten sagte mir, dass wir wohl ganz schön flott unterwegs waren. immer wenn ich mich im letzten drittel nach joschi umdrehte, musste ich grinsen, da joschi ein wenig mitgenommen aussah. er lief aber brav mit. am ende der strecke angekommen, ließ ich ihn von der leine, damit er noch ein bisschen in ruhe schnuppern konnte. er wollte aber nicht schnuppern, war zu müde. während ich mich an einem mächtigen baumstumpf dehnte, kam er angetrottet und schielte auf den baumstamm hoch. da krabbelte eine fette nackschnecke herum. und eh ich mich versah, sprang er mit einem satz hoch, schnappte sich die nacktschnecke, vertilgte sie hastig und legte sich gemütlich zu einem schläfchen hin. auf dem baumstumpf. aber wir haben es geschafft und heute nacht haben wir beide sehr gut und tief geschlafen.

Wieder munter, der Katerwolf

na, da hab ich aber glück gehabt, dass ich das richtige regenloch zum joggen ausgesucht habe. kaum bin ich zuhause, schüttet es draußen. mein vorübergehendes tief hat sich wieder aufgelöst wie eine wolke und meine sonne strahlt wieder. nach allem, was ich gehört habe, wird das mit den tiefs wohl noch ein weilchen so weitergehen, aber sie kommen immer seltener und werden immer flacher. bis sie ganz vorbei sind. damit kann ich leben. die medikamente sind halt heftig und somit auch ihre nebenwirkungen. ich hatte ja nun mal keine erkältung, sondern brustkrebs. und tamoxifen und zoladex sind kein aspirin.

ja, juhuuuu, jabbadabbadoohhh, jetzt freu ich mich erstmal, dass es mir wieder gut geht und das leben so schön ist *tralala*

gestern war ich erstmal beim frisör. ich trage meine haare seit jahren überschulterlang, blonder als ich in wirklichkeit bin und mit seitenscheitel. seit gestern sind sie eine nuance dunkler und ich habe einen mittelscheitel. schon seltsam. das mit dem mittelscheitel habe ich schon oft probiert und es hat mir nie gestanden. und gestern auf einmal stellten wir fest, dass er mir jetzt steht. wie kommt das? hat sich mein gesicht verändert? wie auch immer, ich bin mächtig zufrieden mit meinem mittelscheitel 😆

anschließend bin ich mit mittelscheitel und meinem sohn nebst freundin shoppen gegangen. sohnemann braucht einen anzug. ich dachte eigentlich, das wird ein mühevolles unterfangen, da er so lang ist, aber *tadaa* es ging ratzfatz. was soll ich sagen: er sieht umwerfend darin aus. freundin und mama waren sich einig, das der bub sehr gut geraten ist 😉

danach waren wir zusammen beim thai was futtern und anschließend im neuen leo die caprio-film inception. zu spät merkten wir, dass der film 2 1/2 stunden lief und vorab, da vorpremiere, noch eine lasershow stattfinden sollte. uuaahhhh. die erste halbe stunde habe ich rein gar nichts verstanden. was für eine verworrene geschichte. 🙄 sohnemann hat mir dann synchron die handlung erklärt und nach etwa 45 minuten war ich im geschehen. das mit der überlänge ist also notwendig. sonst hat man den film gerade mühsam verstanden und *zack* ist er schon wieder vorbei. wir blieben auch alle 3 wach. ich genieße zur zeit jeden augenblick mit meinem sohn, denn in 3 wochen ist er weg. geht studieren. ins ausland. *schluck* 😯 ich verdräng das jetzt einfach mal noch.

heute morgen bin ich mit kleinen augen ins büro und siehe da, irgendwie lief es heute den 1. tag gut. ich vermute, dass ich heute aus meinem schockzustand, dass ich wieder abeiten gehe, aufgewacht bin. als hätte jemand einen vorhang hochgezogen. in wildem aktionismus habe ich ausgemistet, neu eingordnet, einfach mal grundstruktur geschaffen. außerdem planen wir eine verkuppelungsaktion (kollegin+mitarbeiter), sehr schönes projekt sowas 😆

danach war ich reitsachen kaufen. reithose, neue schuhe, helm. ach, das war wie weihnachten, ich sags euch. ich fahr ja schon bald in meinen reiturlaub und am samstag *jubel* habe ich einen termin in einem reitstall in der nähe um zu schauen, ob sich da was ergibt reitmäßig.

und eben war ich nach 3 tagen pause endlich wieder joggen, eine ordentliche runde. mein vater hat mir etwas tolles geschenkt: einen gürtel mit hundeleine dran. speziell für jogger mit hund. joschi findet das super, wir müssen allerdings noch bisschen üben. da die hundeleine elastisch ist und joschi ab und an abrupt stehenbleibt, katapultiert er mich damit in die büsche. heute hatte ich leckerlis dabei und das klappte ganz gut. am anfang raste er vorneweg wie ein torpedo und ab der hälfte zog ich ihn mittels bauchgurt hinterher. als ich ihn zum schluss von der leine ließ, war er so müde, dass er sofort wieder an die leine wollte. jetzt liegt er komatös auf dem sofa.

macht es gut, bis morgen!

Joggen mit Hund Teil II

heute früh um halb 9 im wald: ein sitzender, knurrender, finster dreinblickender tibet terrier und eine ratlose joggerin. dabei hatte ich gar kein stöckchen in der hand. ich habe joschi lediglich von der leine gelassen und ihn motiviert ins voraus geschickt. nix voraus. stattdessen knurrender sitzstreik. da war guter rat teuer. wir haben ein bisschen rumdiskutiert und uns darauf geeinigt, dass joschi an der leine mitjoggt. überraschenderweise fand er das gut. kaum war er an der leine, trabte er vergnügt neben mir her, schnuffelte nicht und wirkte ganz entspannt.

versteht das einer? hat joschi ein voraus-trauma? hat er angst, dass ich ihm ohne leine weglaufe? isch nix verstehn.

jedenfalls trabten wir innig nebeneinander her und freuten uns an dem morgendlichen wald. auf dem rückweg meiner lauf-schleife habe ich joschi von der leine gelassen. sofortiges, intensives schnüffeln begann. ok, ich beschloss, einfach weiterzulaufen, schließlich ist mein hund ja nicht doof und weiß, dass er mir irgendwann auch hinterherlaufen muss, wenn er frühstück haben will. so lief und lief ich, drehte mich regelmäßig um und sah: nichts.

vertau deinem hund, katerwolf und lauf weiter. am waldausgang stoppte ich, wie immer und machte an der schranke ein paar dehnübungen. und siehe da, joschi kam angelaufen. ach, was heißt angelaufen, er schoss um die kurve, flach am boden, stürmte auch mich zu und begrüßte mich wie ein schiffbrüchiger. völlig glücklich.

zum frühstück gab es für joschi eine schüssel hühnersuppe, sein lieblingsgericht. jetzt liegt hier ein extrem zufriedener hund neben mir, der sich genüsslich die schnauze leckt.

das leben ist ein kompromiss, wir schaffen das, yes we can 😆

Joggen mit Hund

seit mir ende april von meinem arzt angeraten wurde, mindestens 3x wöchentlich mindestens 40 minuten joggen zu gehen, mache ich das. ich bin superstolz auf mich, weil ich joggen eigentlich von natur aus hasse. ich bin ein sportlicher mensch, immer gewesen, aber joggen? ne, du. ich habe es auch schon das eine oder andere mal ausprobiert, meist wurde das ambitionierte projekt aber irgendwann wegen schnupfen oder so zunächst unterbrochen und dann glücklich vergessen. vor einigen jahren (ungefähr vor 100) war ich sogar so weit, dass ich 10 km relativ flott geschafft habe. aber so richtig angefreundet habe ich mich bislang nicht damit.

das wird jetzt anders. ich soll laufen, also laufe ich. da gibt es nichts weiter nachzudenken. punkt. ich habe mir vor 4 wochen gute laufschuhe gekauft um das vorhaben zu untermauern und ich muss sagen, dass ich schneller als erwartet in die lauferei reingekommen bin. die ersten 4 male habe ich den empfohlenen wechsel zwischen laufen und schnellem gehen praktiziert und bereits beim 5. versuch konnte ich die strecke durchlaufen. am sonntag bin ich das erste mal 1 volle stunde gelaufen und das bereits nach 4 wochen. befriedigendes ergebnis. sieht fast so aus, als könnte ich mich diesmal doch mit der lauferei anfreunden.

joschi sieht das anders. er hasst joggen noch mehr als ich. und er sieht es auch nicht ein. aus prinzip nicht. da muss der joschi nun aber durch, denn ich habe nicht vor, zuerst 1 stunde durch den wald zu traben und mich anschließend noch 1 stunde mit ihm durch den wald zu schleppen. joschi ist im wald ganz und gar ein rüde. das heißt, er läuft mehr oder weniger auf der nase spazieren: mit auf den boden gepresster nase schnüffelt er sich den weg entlang, markiert etwa alle 2 meter den wegesrand und bleibt mit vorliebe mit der dicken schnüffelnase völlig versunken dort hängen, wo es besonders gut riecht. also etwa alle 2 meter. da steht er dann und schnüffelt und schnüffelt und schnüffelt. das führt immer wieder dazu, dass man ihn verliert. vor allem, wenn man sich entweder unterhält oder alleine, seinen gedanken nachhängend, durch den wald trottet. plötzlich merkt man, dass der hund weg ist. und nicht kommt. auch nicht, wenn man ausdauernd pfeift und hysterisch durch den wald kreischt:

„joooooschiiiiiii!“

joschi schnüffelt und wenn er genug geschnüffelt hat, kommt er dann, irgendwann. und das geht beim joggen nun mal nicht. ich habe ihn beim ersten mal gleich innerhalb der ersten 10 minuten mehrfach verloren, musste zurück joggen, ihn anleinen und ihn hinter mir herschleifen. das macht null spaß. das 2. mal dachte ich, ich lasse ihn einfach mal, wer so schnüffeln kann, findet mich auch wieder. denkste. joschi lief mir irgendwann wohl hinterher, nahm aber eine andere abzweigung und trabte verwirrt in eine völlig andere richtung. es hat eine ganze weile gedauert, bis ich ihn wiedergefunden habe. tja, da musste dann eine andere methode her. angeleint joggen macht uns beiden gar keinen spaß. ich habe das gefühl, dass ich beim joggen einen weißen hai aus dem wasser ziehe und joschi ist bei der aktion extrem missgelaunt und zerrt mich hin und her. auf leckerli reagiert er im wald nicht. leckerli fallen als lockmittel also auch aus.

vor 2 wochen hatte ich dann eine idee. ich brach mir im wald ein feines, dünnes, elastisches stöckchen ab und trieb joschi damit vor mir her. keine angst, ich hab ihn nicht damit gehauen, aber ich wedelte damit hinter seinem hintern hin und her, so dass es zischende ffft fffft geräusche machte. begleitet von joschis lieblingskommando VORAUS! zeigte diese methode sofort wirkung. joschi schoss voraus wie ein flitzebogen und trabte mit angelegten ohren, entsetzte blicke über die schulter nach hinten werfend, vor mir her. sobald er anfing zu trödeln oder unauffällig versuchte, seitlich im wald zu verschwinden, machte ich mit dem stöckchen ffft fffft oder schob ihn damit ein bisschen vorwärts. ich kam mir zwar vor wie der jogging-hitler in person, aber das klappte ganz gut. bis sonntag. ich brach mir gerade ein geeignetes stöckchen ab, als sich joschi nach mir umdrehte, sehr humorlos knurrte, nach dem stöckchen schnappte, es mir aus der hand riss, es in 1000 stücke zerbiss und sich mit finsterstem tibet-terrier-gesicht vor mich setzte (tibet terrier können extrem finster gucken).

ooookaaaaay, message understood. das mit dem stöckchen war eine sch***idee, ich sehe es ein, joschi.

hoch erhobenen hauptes trabte joschi vor mir her und zeigte mir, wie das richtig geht mit dem joggen. 2, 3 mal blieb er irgendwo schnüffelnd hängen, er kam aber auf zurufen nach. nach einer weile jedenfalls. ein paar mal trabte er sogar neben mir her und schaute mich dabei merkwürdig an. ich konnte den blick nicht genau deuten. so eine mischung zwischen: „weißt du eigentlich, wie bescheuert du aussiehst beim joggen?“ und „joggen im wald ist wunderschön, ich liebe dich und fühle mich federleicht wie eine fee!“

nun gut, wir werden sehen, wie sich das alles so weiterentwickelt mit der lauferei. ich werde euch auf dem laufenden halten.