An Tagen wie diesen…

…sollte man einfach zu hause bleiben, im bett, in sicherheit und warten, bis diese tage vorüber gehen. internet, glotze und kaffeemaschine gehen wieder, aber die schwarze wolke hat sich noch nicht ganz verzogen. gestern habe ich zwei hiobsbotschaften erhalten, die mich heute nacht wach hielten. meine mama ist gestern abend erkrankt, irgendein fieser infekt, von dem man noch nicht weiß, was für einer. ich bin beunruhigt. joschi, der gerade mal wieder oma- und opawoche macht, hat einen schutztrieb-schub bekommen, als die ärztin heute mittag auf hausbesuch kam und wollte sie nicht ans bett lassen. als mein vater versuchte, ihn vom bett zu ziehen, hat joschi ihn in die hand gebissen. schöne scheiße. die zweite hiobsbotschaft kam gestern morgen von einer freundin, deren kleine tochter plötzlich und sehr schwer erkrankt ist, die untersuchungen im krankenhaus sind in vollem gange, noch ist nicht klar, was sie hat, ihr zustand ist ernst. der blanke horror. was ist nur los?

als ich heute von der arbeit nach hause fuhr, hatte ich eine begegnung, die mir, trotz allem, ein lächeln ins gesicht zauberte. zur rechten zeit, sozusagen! ich stand an einer ampel, als mir im schneckentempo ein fahrender schrotthändler entgegentuckerte, die hand um eine große bimmel geschlossen, die laut bimmelnd aus dem fenster geschwenkt wurde *bimmel bammel*. das gefährt war ein uralter pickup, rostig und wacklig, auf der ladefläche türmte sich undefinierbarer metallschrott. im führerhaus erblickte ich drei, halt, vier gestalten: schrottpapa, schrottmama, halbwüchsiges schrottkind, schrotthund. alle vier hässlich wie die nacht. einer mehr als der andere. schrottpapa sah aus wie ein waldschrat, der schon seit sehr, sehr langer zeit im wald in einer laubhütte lebt. schrottmama zeigte ein imposantes mopsgesicht unter einer gewagten, weißblond toupierten nestfrisur, in der vogelmietnomaden gehaust haben mussten. in schrottkinds gesicht funkelten zahnspange, brille und pickel um die wette. schrotthund, eine abenteuerlich struppige promenadenmischung, rundete das gesamtbild harmonisch ab.

wisst ihr, was mir das lächeln ins gesicht zauberte? das glück, das mir aus diesem auto entgegenstrahlte. vater, mutter und kind strahlten um die wette und sahen einfach nur fröhlich, glücklich und zufrieden aus. der hund hechelte mit grinsegesicht von einem zum andern. schön. einfach nur schön!

an der nächsten ampel, ich hatte das bild immer noch vor meinem inneren auge, stand ich neben einem riesigen, schwarzmetallic glänzenden porsche. am steuer ein alter, graumelierter sack mit grimmigem gesicht. auf dem beifahrersitz ein halb so altes klon-blondie mit frustgesicht. so kanns gehen. ich musste noch mehr grinsen 😉

Halloween und eine verwirrte Katerwolf

„süßes oder saures!“

tönt es alle paar minuten von der haustür her. vermummte gespenster stehen mit riesigen säcken vor derselben und fordern ihren halloween-beitrag. da ich, wie jedes jahr, völlig vergessen habe, dass halloween ist, kann ich nur mit scharfen nüssen dienen, die ich irgendwo noch in der schublade gebunkert hatte. die kommen aber sensationell gut an. hätte ich nicht gedacht. vermutlich haben die gespenster schon einen süßigkeiten-overkill.

gerade eben stand ein völlig verzücktes gespenst vor meiner tür und drückte selig eine packung „schwarzer-pfeffer-nüsse extra scharf“ an seine brust und schwärmte voller theatralik:

“ ja, oh ja, endlich nüsse, scharfe nüsse, ja, ja, oh, vielen dank, scharfe nüsse, wie wunderbar!“

ich tippe auf 6. klasse, theater-AG 😉

ansonsten habe ich einen irgendwie verwirrten tag zu verzeichnen. werde ich alt, weil mir die zeitumstellung zu schaffen macht? heute war ich in der mittagspause kurz in der stadt (reiseführer indien kaufen) und fragte mich, ob wir nun sommerzeit oder winterzeit haben. bei gefühlten 20 grad und strahlender sonne hatten alle cafés in der altstadt ihre tische und stühle draußen, menschen saßen mit sonnenbrillen und t-shirts in der sonne, die eiscafés waren knackevoll. als kontrastprogramm boten ein paar markthändler nebendran ihre adventskränze an und ab und an sah man in der menschenmenge die eine oder andere gestalt mit wintermütze und fellmanntel. ganz nach dem motto: die uhren werden umgestellt, also rein in die winterklamotten. irgendwie verwirrend, das ganze.

und als ich eben zur gewohnten zeit ausreiten war, war ich vollends verwirrt, als auf dem rückweg die sonne begann unterzugehen. häähhh??? war ich unterwegs unbemerkt durch eine zeitmaschine geritten? nö, war einfach nur halb 6. ne, leute, das ist nichts für mich mit der winterzeit. ich glaub, ich verkleide mich jetzt als eiszapfen und ziehe mit joschi, als bösem zottelmonster, randalierend von tür zu tür und brülle:

„süßes oder saures!“ 

Vorfreude

morgen früh gehts für paar tage zum sohnemann nach ungarn. juhuuu, ich freu mich *rumtanz*

vermisse ihn schon sehr, seit er letzten september ausgezogen ist  – und dann noch in die ferne! ich bringe ein paar schöne fotos aus pécs mit. macht es gut und bis die tage *winke*

eure katerwolf

Heldenabenteuer auf der Mosel

das foto in meinem neuen header ist mir zufällig in die hände gekommen. es müsste aus den späten 70ern stammen. mit dem foto öffnet sich eine schatzkiste voller erinnerungen, so zum beispiel die erinnerung an einen von vielen kindersommern, die ich bei einer befreundeten familie an der mosel verbracht habe. 3 dreikäsehochs unterwegs. das heißt eher 2 dreikäsehochs zu beiden seiten und 1 sechskäsehoch in der mitte. das bin ich. ich bin der lulatsch in der mitte. die anderen beiden sind genauso alt wie ich, zumindest das mädchen zu meiner linken. der andere ist der kleine bruder. ich war schon als baby eine lange latte.

mit allerlei gummitieren bewaffnet sind wir auf dem weg zum fluss. damals konnte man problemlos in der mosel schwimmen. heute ist sie giftig. aber vielleicht war sie damals schon giftig und es hat sich keiner drum geschert. genauso wenig wie um solche dinge, wo sich die kinder so herumtrieben den ganzen tag. unerreichbar ohne handy. aber glücklich, wenn sie abends dreckig und hungrig von abenteuern, die man den eltern besser vorenthielt, zurückkehrten.

so wie auf diesem bild.

mit der ausnahme, dass wir hier gerade zu einem abenteuer unterwegs waren. in dem moment, in dem wir hier fotografiert wurden, wussten wir aber noch nichts davon. wir wollten einfach ein bisschen unsere schwimmtiere und -bälle auf der mosel ausprobieren. am ufer trafen wir einen nachbarsjungen. ich erinnere mich noch genau an ihn. er war älter und größer und ein aufschneider. und er hatte ein paar große, aufgeblasene, schwarze autoreifen dabei. genauso groß wie seine klappe. mit der er uns zu der wahnsinnstat überredete, auf den gummireifen über die mosel zu paddeln.

neee, wir waren doch keine angsthasen, die sich das nicht trauten.

so setzten wir uns mit flatternden löwenherzen in die reifen und paddelten mutig drauflos. wenn man so etwas noch nie zuvor gemacht hat, weiß man auch nicht, wie breit so ein fluss in wirklichkeit ist. sehr breit nämlich. unendlich viel breiter, als man sich gedacht hat. und wie stark die strömung ist. zunächst klappte es ganz gut. als wir uns der mitte näherten, nahm uns die strömung ein gutes stück mit dahin, wo der fluss noch breiter wurde. und wo ein frachtschiff unseren weg kreuzte, das uns wild behupte. wir entkamen. allerdings nicht der strömung, die uns noch ein gutes stückchen mitnahm.

das wetter war schon zu dem augenblick nicht so optimal, als wir zum moselufer aufbrachen. es war schwül, drückend, gewittrig. wir wurden angemahnt, nicht zu weit vom haus wegzugehen, damit wir bei dem aufkommenden gewitter schnell schutz suchen konnten. aber wer kümmert sich in dem alter schon um wetter. vor allem, wenn das abenteuer ruft.

ungefähr zu dem zeitpunkt, als wir feststellten, dass die mosel dabei war uns zu bezwingen, anstatt umgekehrt, brach das gewitter los. mit allem, was dazu gehört. schwarzer himmel, donner und blitz, starker wind, platzregen, wilder fluss. und mittendrin 4 abenteurer auf schwarzen autoreifen.

ihr könnt euch vorstellen, wie es uns ging?

ich erinnere mich bis heute an die angst, die uns packte. aber angst verleiht bekanntlich übernatürliche kräfte. so paddelten wir alle mit popeye-armen voran und erreichten das andere ufer, ohne zu ertrinken, vom blitz getroffen zu werden oder vor angst tot umzufallen. dort kauerten wir lange zeit unter ein paar büschen, schlotternd vor angst und kälte, bis das gewitter vorbeizog. ab dem zeitpunkt waren wir helden. unsere geschichte, warum wir so lange wegblieben und warum wir so nass waren, glaubte uns zuhause keiner. auch helden werden drakonisch bestraft. aber wir waren helden. und wenn wir uns heute sehen, was sehr selten vorkommt, erinnern wir uns jedesmal aufs neue an dieses abenteuer. wir sind dann wieder helden.

Vollgefuttert und reich beschenkt

na, habt ihr die feiertage alle gut überlebt? ohne magendurchbruch? lag unter dem tannenbaum, was ihr euch gewünscht habt? und seid ihr zufrieden und blickt gelassen dem jahresende entgegen? das hoffe ich sehr 🙂

ich blicke auf ein paar schöne tage zurück. als größte freude von allen kam mein sohn, der im september zum studium in die ferne zog, am donnerstag für 1 woche nach hause und ich versuche, ihn nicht allzusehr zu beglucken. ich habe ihn 3 monate nicht gesehen und in dieser zeit ist er etwa 1 meter breiter geworden. er war schon früh sehr groß und entwickelte sich ab 16 kontinuierlich vom spargeltarzan zu einem breitschultrigen, durchtrainierten, 1,90 m-hünen. und jetzt, mit 19, sieht er aus wie conan, der barbar. wahnsinn. wie hat dieser große mann jemals in meinen bauch gepasst *grübel*. hab ich ihn zu lange gestillt? 😉

es ist schön, ihn hier zu haben und zu sehen, dass es ihm so offensichtlich gut geht und er mit seinem studium in ungarn zufrieden und erfolgreich ist und anfängt, sein eigenes leben zu leben. wenn ich zurückblicke und den weg sehe, den ich mit ihm zurückgelegt habe und wo er jetzt steht, erfüllt mich das nicht nur mit freude sondern auch mit stolz. stolz auf uns beide. bis donnerstag darf ich ihn noch ein bisschen hätscheln und mich freuen 😉

weihnachten im kreis der familie war schön und ich bin dankbar, dass wir alle zusammen feiern konnten. alle waren froh darüber. nach meiner erkrankung hat das schlichte da-sein eine neue qualität bekommen. tatsächlich gab es diesmal auch keine geschenkpannen. nur 3 geschenke müssen umgetauscht werden, da offensichtlich für zwergwüchsige gekauft. *tadaaa* ich bin nun stolze besitzerin einer heiß gewünschten nikon D 7000. wow. was für ein geiles teil. bin mächtig glücklich. allerdings ist die kamera so facettenreich und die bedienungsanleitung so dick, dass ich beschlossen habe, im neuen jahr einen foto-workshop zu besuchen. ich hasse bedienungsanleitungen und verstehe dinge viel besser, wenn sie mir jemand zeigt und habe den ehrgeiz, die kamera in ihrer ganzen bandbreite zu verstehen anstatt letztendlich doch nur im auto-modus stecken zu bleiben.

ich habe ein paar wunderbare reitartikel geschenkt bekommen und fühlte mich dadurch in eine zeit versetzt, als ich 15 war. wie schön *seufz*. eigentlich hat nur noch ein flicka-buch unter dem baum gefehlt 😉

mein sohn hat mir einen film auf DVD geschenkt, den wir zusammen im kino gesehen haben, als er 12 war. ein königreich für ein lama. wie süß! und einen gemeinsamen zoo-besuch. wie supersüß! und noch ein paar andere wunderschöne sachen lagen da für mich unter dem baum. wir haben, wie jedes jahr, viel geschenkt, das geht bei uns nicht anders.

ich habe aber auch merken müssen, dass bei mir der hammer belastungsmäßig doch noch deutlich tiefer hängt, als vermutet. so habe ich an heiligabend schon recht früh schlapp gemacht, so richtig schlapp, was mich etwas geschockt hat. heute habe ich zur feier des tages meine monatliche zoladexspritze bekommen und werde den rest des tages wie gewohnt in der kurve hängen.

eine ganze urlaubswoche liegt nun vor mir und ich freue mich darauf. hach, 1 ganze woche *schwärm*

lasst es euch gut gehen im endspurt 2010!

Moses von der Mosel

meine beste freundin testete kürzlich ihre 15-jährige tochter auf bibelfestigkeit.

„sag mal, anna, kennst du eigentlich moses?“

„ja.“

„und was weißt du über ihn?“

„ich glaube, er wurde in irgendeinem fluß gefunden.“

„und wie hieß der fluß?“

„hmmm, mosel?“

*gröööööööl* „nein, süße, der fluß hieß nicht mosel. es war der nil.“

„aha. und warum heißt der moses dann nicht nils?“

……

„weißt du denn, wie die 3 heiligen könige hießen?“

„?????????“

„ok, ich gebe dir einen tipp. der eine hieß wie ein bekanntes gespenst aus einem film.“ (*caspar*)

„hui buh!!!!“