Valentin ♥

wahre liebe kennt keine grenzen. ist unabhängig von geschlecht, größe und herkunft. und erfordert mut und die bereitschaft, notfalls auch stacheldrahtzaun zu überwinden.

Muffige Männer-Alarm

kann es sein, dass männer grundsätzlich öfter muffig sind als frauen? und, wichtige frage: wird das im alter noch schlimmer? bild ich mir das nur ein?

wer nicht weiß, was muffig ist, hier ein paar hilfreiche synonyme:

miesepetrig

stinkstiefelig

schlecht gelaunt.

6 Monate in Indien: Die Geschichte einer großen Liebe

ein paar geschichten aus meiner zeit in indien habe ich noch…

ich denke heute noch darüber nach, was mich dazu bewogen hat, 6 monate am gleichen ort zu bleiben, in rishikesh, anstatt, wie geplant, das land zu bereisen. vermutlich ist die antwort darauf gar nicht schwer. denn gleich an meinem ersten tag in rishikesh traf ich dort einen menschen, der es mir unmöglich machte, diesen ort zu verlassen. verrückt, ich weiß. aber so ist sie, die liebe. sie schlug in mich ein wie der blitz und fesselte mich mit einer intensität, die ich so vorher noch nicht erlebt hatte. und so wurde aus meiner geplanten pilgerreise zur quelle des ganges eine reise zu meiner inneren quelle, nennt es schicksal!

ich habe die geschichte noch nicht oft erzählt, vielleicht 3, 4 mal, habe sie immer gehütet wie ein geheimnis, aber manche geheimnisse sind dazu da, sie zu lüften, anstatt sie mit ins grab zu nehmen. vor allem geschichten von der großen liebe 😆

kurz vor meiner abreise nach indien habe ich meinen damaligen freund und späteren ehemann, mittlerweile ex-ehemann, kennengelernt. die beziehung war noch nicht weit fortgeschritten, so dass mein entschluss, die reise anzutreten, nicht in frage stand. wir sagten uns tschüss und zumindest mir war nicht klar, ob wir uns wiedersehen. das abenteuer rief mich! ich war zu dieser zeit schon lange intensiv mit indien, seiner philopsophie, religion, musik, kultur und geographie verbandelt. ich studierte ethnologie, religionsgeschichte und südasienkunde. seit vielen jahren praktizierte ich yoga und ließ mich nur zu gerne zu veranstaltungen locken, bei denen ferne, buddhistische mönche sprachen und den blick auf etwas öffneten, das mir gleichermaßen geheinnisvoll wie erstrebenswert erschien. indien hatte schon immer, seit meiner jugend, einen reiz auf mich ausgeübt. ich war immer auch bodenständig, lebte mein leben in vollen zügen aus und ging für mein leben gerne aus und schlug mir die nächte um die ohren, aber dennoch, irgendwo im fernen himalaya bimmelte ein kleines glöckchen, das ich nicht überhören konnte. irgendwann stand für mich fest: ich musste dahin.

ein paar tage vor meiner abreise hatte ich einen traum, der mich völlig durcheinanderwirbelte: ich stand in einer wüstenlandschaft, alleine. plötzlich hörte ich in der ferne das donnern von hufen und sah eine sich rasch nähernde sandwolke auf mich zurasen, die ich beim näherkommen als 7 reiter erkannte. sie waren in weiße gewänder gehüllt, ihre gesichter hinter einem tuch verborgen. abrupt blieben sie vor mir stehen. ich war sehr aufgeregt und hatte auch angst und bat sie, sich mir zu zeigen. der mittlere reiter enthüllte daraufhin sein gesicht und zum vorschein kam ein markantes, dunkles antlitz mit einem schwarzen bart und dichten, schwarzen haaren. die dunklen augen glühten wie kohlen. das bild war so stark, dass ich davon völlig verwirrt und erregt aufwachte. es ließ mich nicht mehr los.

warum ich das erzähle? deshalb: an meinem 1. tag in rishikesh ließ ich mich durch die gassen treiben, tauchte in das bunte leben auf der straße ein und setzte mich schließlich zur rast auf eine kleine mauer an der straße. ich ließ meinen blick über den ganges schweifen, als mich mit einemmal eine intensive unruhe ergriff, ich wurde immer nervöser. aus der menge tauchte ein mann auf, der sich dicht neben mich stellte und auf mich heruntersah. ich sah zunächst nur seine weiße kleidung, die auf einen heiligen mann schließen ließ. in rishikesh lief jeder 2. so herum, das ist dort ein gewohntes straßenbild. dann aber blickte ich hoch und sah: den mann aus meinem traum.

jaja, die spinnt, denkt ihr jetzt, klassischer fall von spiritueller verblendung. aber es war so. er sah genauso aus, wie der mann aus meinem traum. ich starrte ihn an wie eine erscheinung und war völlig fassungslos. wie eine debile irre stotterte ich: „this can´t be true. you look like someone, I know from a dream.“ I know„, sagte er einfach, streckte mir seine hand hin, nahm meine hand und nahm mich gleich ganz mit. während ich hinter ihm hertappte, dachte ich: „ich hab nen totalen knall. jetzt bin ich 1 tag in indien und latsche im dunkeln einem völlig fremden hinterher, von dem ich auch noch glaube, dass er mir vorher erschienen ist. wenn DAS meine eltern wüssten.“ trotzdem ging ich weiter. er hatte im ort einen kleinen ashram und dorthin gingen wir. er kochte tee, wir setzten uns auf eine matte und fingen an zu reden. wir redeten die ganze nacht. danach war klar, dass ich nicht zur ganges-quelle pilgern würde. außerdem war klar, dass ich vollständig und unerklärlich mein herz verloren hatte. so etwas war mir in dieser form noch nie passiert. so verlor ich also an meinem 1. tag in indien mein herz und gewann es in den nächsten 6 monaten wieder zurück, gereinigt und glücklich und voller wunder.

ich verbrachte die zeit in rishikesh auf vielfältige weise. ich machte eine ausbildung zur yogalehrerin, lernte sitar und tabla und klassischen indischen gesang, machte ausflüge in die nähere umgebung, verbrachte viel zeit im großen shivananda-ashram, suchte in mir nach allem, was mir wichtig erschien und fand vieles davon auch. ich lernte die unterschiedlichsten menschen kennen, touristen, einheimische, heilige. ich saß stunden am gangesufer und ließ meine gedanken mit der strömung treiben.

und ich liebte balkrishnan. er hatte viel zu tun in seinem ashram, ich verbrachte aber täglich einige stunden bei ihm und manchmal saß ich einfach nur auf der kleinen bank in seinem sonnigen hof und fühlte mich 100 % wohl. noch nie zuvor und auch nur wenige male seitdem hatte ich dieses gefühl, zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein, mit dem richtigen menschen. ein wunderbares gefühl. ich ließ mich fallen und fiel in den kelch einer lotusblume und dort lag ich, sonnenbeschienen und dachte: “ so ist das paradies.“

hört sich jetzt saukitschig an, ich weiß, ist mir aber egal, es war so und punkt.

es war eine wunderbare zeit, eine der schönsten in meinem leben, eines der wunder meines lebens. wir schmiedeten pläne. ich schmiedete pläne. davon, dass ich wiederkommen und mit ihm den ashram weiterführen würde. er als meditationsmeister, ich als yogalehrerin. ich sah uns im geiste im hohen alter glücklich und zufrieden auf dem sonnigen bänkchen im hof sitzen, ich spielte sitar, sang, vögel ließen sich zu unseren füßen nieder und die welt erstrahlte in ihrem glanz 😆

er war klüger. und sagte mir, dass ich wieder nach hause und in mein normales leben zurückkehren würde und wir uns vermutlich nie mehr wiedersehen würden. das erschien mir unfassbar und ich reagierte entrüstet darauf. er schwieg und genoss die zeit mit mir. zeit, die ich einfach völlig vergaß, so weit, dass ich eines morgens auf der suche nach meinem pass mein flugticket in den händen hielt und bei der gelegenheit feststellte, dass am gleichen abend mein rückflug sein sollte. ich brach in panik aus, war völlig verzweifelt und wollte nicht weg. wieder war er klüger und redete mir zu und brachte mich zum busbahnhof. während ich in totaler aufruhr im bus saß, kam er noch einmal zu mir und flüstert mir ins ohr: „don´t worry. everything will be ok.“ dann fuhr der bus los. und ich in mein normales leben zurück. denn es kam, wie er sagte. anstatt, wie geplant, alles in deutschland aufzulösen und nach indien zurückzukehren, wartete mein freund auf mich am flughafen. ich hatte ihn fast völlig vergessen. er wartete auf mich und schwor mir seine ewige liebe und nach ein paar wochen war ich davon überzeugt, ihn doch auch zu lieben und indien rückte langsam aber sicher in weite ferne. mein mut war, auf heimischen boden zurückgekehrt, auf erbsengröße geschrumpft. ich blieb und wurde sehr schnell schwanger und wir heiraten. hört sich jetzt nach einem happy end an, oder? war es aber leider nicht. vielmehr entpuppte sich mein mann als partysüchtiger, arbeitsscheuer wirrkopf, der mich mit der gefühlten gesamten weiblichen bevölkerung berlins betrog und mich schließlich, nach 7 jahren, mit kind sitzen ließ. vom himmel in die hölle.

aber so ist das leben. himmel, hölle, himmel, hölle, himmel….ich war seitdem noch ein paarmal im himmel und auch ein paarmal in der hölle. dennoch sind es solche wunderbaren erlebnisse, die das polster des glücks im stürmischen auf und ab des lebens bilden. ruhekissen, auf die man immer wieder zurücksinken kann und sich einfach mal darin badet. das leben ist schön 😆

Hausfrauen and the City

vermutlich mache ich mich mit diesem beitrag mega-unbeliebt und stehe damit alleine auf weiter flur, aber: sex and the city II fand ich enttäuschend. da freut man sich wochenlang auf neue abenteuer dieser super witzigen frauen-clique rund um carrie bradshaw und dann bekommt man hausmannskost. irgendwie drehte sich alles nur um ehemänner, kinder, küche. wie öde! wo sind die zeiten hin, als es wirklich noch um sex in the city ging?

carrie ist immer noch so bezaubernd wie eh und je aber will man carrie wirklich als liebende, treue ehefrau sehen, die sich den halben film damit quält, dass sie aden geküsst hat? nein, nicht wirklich. das war doch endlich mal ein spannender moment! und dann mr. big, der sexy typ aller folgen und des 1. teils. welcher neidhammel, bitteschön, hat ihm die rolle des couch-potatoe ins drehbuch geschrieben? halloooo? gehts noch? das könnt ihr doch nicht machen! mr. big muss ein heißer typ bleiben und kein couchpotatoe *brech*. und dann küsst carrie aden, weil sie keinen bock auf couch-potatoe hat und kriegt nen moralischen. typisch amis!

und was ist mit miranda? eigentlich nichts, außer, dass sie kündigt und einen neuen job bekommt. gähn.

charlotte, süß wie immer, hat muffe, dass ihr mann sie mit dem kindermädchen betrügt. hätte er doch mal, vielleicht wäre dann mehr schwung reingekommen. aber nein, das kindermädchen mit den herrlich wippenden brüsten muss natürlich lesbisch sein und alle sind glücklich *pffft*

die einzige, die sich treu bleibt ist samantha. auf die wenigstens ist verlass! ihre wechseljahresbeschwerden sind ne wonne und ihr konsequenter ausraster auf dem marktplatz der kasbah allein ist den film wert *lach*. sowas wünscht man sich doch! aber der rest der mädels schwächelt ganz gewaltig. sogar als am pool diese heißen sportlertypen ihre sixpacks enthüllen, denken die nur an ihre heinz-rüdigers zuhause.

ach ja, carrie, miranda, charlotte, bitte werdet wieder die alten, versprecht ihr mir das? einen dritten teil, in dem carrie einen kochkurs macht und mr. big möglicherweise eine fette wampe davon bekommt, überlebe ich nicht.

aber eins frage ich mich doch: wer war denn dieser mega-heiße typ, den sich samantha da angelt? wow, nie zuvor gesehen, wo habt ihr den denn versteckt bislang? mehr davon 😆

joschi der brut-frosch

seit meine familie gestern in urlaub gefahren ist und mich und joschi als strohwitwe und strohhund zurückgelassen haben, trauert joschi. er trauert und trauert, dass es ein jammer ist. schlief zuerst auf dem kopfkissen meines mannes und wechselte in den frühen morgenstunden aufs kopfkissen meines sohnes. dann der morgendliche spaziergang – ein spießrutenlaufen, da wir ein paar schritte von der schule entfernt wohnen. hoffnungsfroh wurden alle langen, dünnen, blonden jungs angewedelt und angesprungen, ach vergebliches sehnen! auch das erwartungsfrohe anstarren kleiner, roter und großer, grüner autos brachte nicht den gewünschten erfolg, kein herrchen drin, weder das große, noch das kleine. welch grausiges leid!

tja, so sieht es aus mit joschi, dem armen halbwaisen. seinen verlust kompensiert er durch intensives bebrüten von allem, was nicht niet- und nagelfest ist. da wären: meine füße, mein schoß, mein bauch, meine arme. mein stoffhund und joschis stoffrabe. alle schuhe, die hier rumliegen. alles wird begluggt und bebrütet. schauen wir mal, ob er erfolg hat und im laufe des abends noch irgendwo was schlüpft!

die spreu trennt sich vom weizen

ich bin heute nachdenklich. gut drauf, keine angst! aber seit heute morgen mache ich mir so meine gedanken über den brustkrebs an sich. klar, ich bin ohnehin noch in der phase, in der ich fast ständig darüber nachdenke, aber ich merke, dass sich die qualität der gedanken ändert. ich glaube, ich habe ein bisschen distanz gewonnen.

ich war in meinem leben schon häufig krank, auch mal ernsthafter. jetzt erlebe ich, dass es ein riesenunterschied ist, ob man an etwas erkrankt, von dem man weiß, dass es nach einer bestimmten zeit geheilt ist oder an etwas, von dem man letztendlich nie weiß und wissen wird, ob es geheilt ist oder nicht. das ist schon ganz schön bedrohlich. kein wunder, dass ich nachdenklich bin! während man seine therapie macht, zur bestrahlung geht (ich glückspilz muss ja nicht zur chemo), tamoxifen nimmt und was man sonst noch so macht, leistet die psyche eine mordsarbeit indem sie versucht, sich an eine situation anzupassen, mit der man grundsätzlich erstmal völlig überfordert ist. tod. sterben. mit sicherheit die 2 top-themen, mit denen man sich nicht auseinandersetzen will. höchstens vielleicht, wenn man 99 1/2 jahre alt ist und auf ein erfülltes leben zurückblicken kann.

und plötzlich musst du dich damit auseinandersetzen. ich bin zutiefst beeindruckt und fasziniert, wie stark die psyche,wie groß der lebenswille und wie mächtig das bedürfnis, glücklich zu sein, ist. meine diagnose ist jetzt 3, die operation erst 2 monate her, was für eine kurze zeitspanne. vor 3 monaten noch dachte ich, mein leben sei zu ende und jetzt, 3 monate später, spüre ich immer öfter wieder hoffnung und zuversicht, doch noch mit 99 1/2 jahren auf ein erfülltes leben zurückblicken zu können.  trotz des ständig im untergrund tuckernden angstmotors. ich nehme ihn wahr, aber er jagt mir nicht mehr so ein grauen ein. der psychoonkologe, bei dem ich war, hat mir eine knacknuss mit auf den weg gegeben: „niemand weiß, wann er stirbt. sie, genausowenig wie ich, der im moment vermeintlich gesund ist. nehmen wir mal an, sie bekommen in 13 jahren einen rückfall. wie wollen sie die zeit von jetzt bis dahin verbringen: voller angst davor oder voller freude? sie können sich entscheiden!“ das hört sich gar nicht so schwer an, wenn man gesund ist und keine krebsdiagnose hat. aber er hat recht. im moment muss ich diese entscheidung jeden tag aufs neue treffen. dafür braucht es viel mut, kraft, zuversicht, hoffnung und glaube.

mein leben hat seit der diagnose eindeutig eine neue qualität bekommen. ich nehme viele dinge bewusster wahr und weiß gerade die kleinen dinge wieder viel mehr zu schätzen. gestern war ein sonniger, warmer tag. mein mann kam früher von der arbeit und schlug einen gang in die stadt vor. so spazierten wir mit einem überglücklichen joschi in die stadt, setzten uns auf 2 sonnige stühle in der altstadt und tranken 1 glas wein. ich saß in der sonne, ließ mir die sonne auf den pelz scheinen, schlürfte an meinem rotwein und dachte: „wie schön, dass ich lebe.

dann ist es so, dass mir so manches, was mir früher super wichtig war, plötzlich schnurz ist. ich gebe im moment lieber 300 € für akupunktur aus als für klamotten. was bringt schon ein schlapper, kranker, vernachlässigter körper im teuren fummel? nicht viel. also investiere ich jetzt lieber in meine gesundheit.

ich habe heute post bekommen. es gibt da einen besonderen freund von mir. er ist inder, jesuitenpater und lehrt in rom an der gregorianischen universität. ich habe ihn vor ca. 15 jahren auf einer konferenz in genf kennengelernt, seitdem sind wir in kontakt geblieben. ich mag ihn sehr gerne. vor ca. 3 wochen habe ich ihm geschrieben, da mir wichtig war, dass er weiß, was mit mir ist. heute kam die antwort. hier ein paar asuzüge aus seinem brief: „ich begreife deine gefühle und stimmung…du musst großen mut und vertrauen haben. mit hoffnung kann man viel gewinnen….ich werde dich in meine gebete einschließen.“ nachdem ich den brief fertiggelesen hatte, dachte ich an die bekannte, die mir kürzlich sagte: „naja, wenigstens war es dafür gut, dass ich jetzt zur vorsorge gegangen bin.“

was ich mit all dem sagen will: das leben ist ein geheimnis, das gelebt und kein problem, das gelöst werden muss. la vie est belle!