Joschi grast

lola wurde heute geimpft und darf nun ein paar tage nicht geritten werden. also beschloss ich, sie heute in ruhe „angrasen“ zu lassen. „angrasen“ bedeutet, dass man ein pferd einige wochen, bevor es auf die weide geht, täglich eine zeitlang saftiges, junges gras fressen lässt. das hat was ungemein beruhigendes. man hat sein pferchen an einem langen strick, steht gemütlich in der sonne herum, schaut seinem überaus glücklichen pferdchen mein grasrupfen zu, und ab und zu geht man ein paar schritte.

das war für mich heute genau das richtige.

für joschi auch.

ein weilchen sah er lola zu und beschloss dann, ebenfalls zu grasen. ich habe es fast schon erwartet, nach allem, was in den vergangenen monaten vorgefallen war.  wie ein schwarzes tibet-schaf graste er direkt neben ihr und fraß nicht eben unerhebliche mengen frischen klees.

jetzt liegt er hier neben mir auf dem sofa und guckt triefäugig. ich warte ein wenig darauf, dass er mir heute noch die bude vollkotzt.

Joschi im Baumarkt

armer joschi. armer, amer joschi. so ein elendshund. nein, diesmal keine stubenfliegen. diesmal baumarkt. unser haus am see ist nun fertiggebaut und wir sind auf besorgungsfahrten unterwegs. gestern stand bad+WC auf dem plan. da wir sehr lange unterwegs waren, nahmen wir joschi mit. im jeep. joschi hasst den jeep. wir wissen nicht warum, vermuten, dass man ihn vielleicht mit einem jeep ins tierheim gebracht hat. damals. keine ahnung. jedenfalls hasst er ihn. weigert sich einzusteigen. muss reingehoben werden. sitzt dann elendig und am ganzen leibe zitternd im fußraum und nutzt jede gelegenheit, abzuhauen und sich irgendwo zu verstecken. dabei ist er sehr geschickt. gestern zum beispiel hat er sich im garten genau hinter einen busch gesetzt und wir haben den ganzen garten abgesucht, bis wir ihn dort gefunden haben. etwa 5 cm groß war er und unsichtbar. dachte er jedenfalls.

das einzige gute am jeepfahren ist, dass am ende einer fahrt meist ein spaziergang steht. gestern aber nicht. gestern war das ende der reise ein baumarkt. da der parkplatz von der sonne völlig aufgeheizt war, nahmen wir ihn mit rein. anbinden kann man joschi draußen nicht. nach dem einen oder anderen versuch fanden wir joschi jeweils von einer beachtlichen (uns feindlich anblickenden) menschenmenge umgeben im hundekoma vor und verzichteten künftig darauf. gestern wurden wir gleich am eingang von einer freundlichen baumarktmitarbeiterin abgefangen, die uns mitteilte, hunde dürften nicht rein. wir erklärten ihr kurz die situation und sie erlaubte uns freundlicherweise, joschi mitzunehmen. auf dem arm oder im einkaufswagen. joschi ist, wie gesagt, mittelgroß und nicht sooo leicht, arm fiel also aus. blieb nur noch einkaufswagen. mein mann holte einen schönen, silbernen baumarkt-einkaufswagen und wir hoben joschi hinein.

😯

so etwas hatte joschi noch nie erlebt. panisch hechtete er wieder heraus und ergriff die flucht. insgesamt 5x. durch gutes und energisches zureden unsererseits und seitens mehrerer besorgter baumarktmitarbeiter kapierte joschi, dass er keine chance hatte und blieb sitzen. wir schoben ihn durch den baumarkt und joschi schaffte es allein kraft seines gesichtsausdrucks, dass alle, ich meine wirklich alle, die ihn sahen, in extremes mitleid verfielen und ihn hätschelten. wir ließen ihn ein ganz kurzes weilchen alleine im wagen und als wir zurückkamen, stand ein kräftiger mann mit walkietalkie neben ihm und schaute ihn nachdenklich an. er entpuppte sich als security-mann und sagte uns, dass das eigentlich nicht ginge, weil man keine ausnahmen machen wolle und wo käme man denn dahin, wenn nun jeder seinen hund mitbringen würde, vor allem seinen großen hund. vor seinem gesitigen auge sah er heerscharen von doggen und rottweilern, die in einkaufswagen durch den baumarkt geschoben würden. joschi warf ihm einen dergestalt elenden blick zu, dass er jedoch von einer auf die andere sekunde ein mitleidsgesicht aufsetzte, kutschu-kutschu-geräusche machte und anfing, joschi zu kraulen.

joschi überlebte das ganze irgendwie, auch die rückfahrt im jeep, aber er sprach den rest des tages nicht mehr mit uns.

ich weiß, es ist gemein, mensch oder tier in seinem elend zu fotografieren, wir konnten es uns aber  nicht verkneifen, asche auf unser haupt 😉

 

 

Der Joschi: bekommt man von Fliegen Verstopfung?

des einen freud ist des andern leid. so zum beispiel der frühling. wir alle können es kaum erwarten. mittelgroße, schwarze tibet terrier mit einer ausgewachsenen stubenfliegenphobie hingegen sehen das ganz anders.

seit ein paar tagen geht es langsam wieder los: die eine oder andere stubenfliege findet ihren weg in unsere stube und brummt zaghaft herum. noch. denn die stubenfliegen werden nun systematisch wachsen und immer lauter. bis auf gefühlte kampfhubschraubergröße und -frequenz. und die größten und stärksten von ihnen kommen zu uns. in unsere stube. mit nur einem ziel: joschi zu terrorisieren.

sie fliegen ihn nämlich an. mitten ins fell. und joschi stirbt vor angst. und verbringt den halben sommer hinter dem sofa, hinter der stechpalme oder unter dem esstisch. und zittert. und leidet. schrecklich ist das. so viele von den brummern kann man gar nicht killen.

jedenfalls geht es wieder los. und joschis persönlicher horrorfilm beginnt. vor 2 tagen kam er gemütlich ins wohnzimmer getrottet, als er plötzlich wie vom blitz getroffen erstarrte, das gesicht kraus zog, mit einem leicht irren gesichstausdruck an die decke starrte, augenblicklich auf eine miniaturausgabe seiner selbst schrumpfte, ohren und schwanz einklappte und verschwand. oh.mein.gott.

heute morgen ging ich vor der arbeit mit ihm gassi. er trabte munter vor mir her, als ihm plötzlich und ohne vorwarnung eine fliege ins maul flog. ich sah sie noch kommen und dachte: „nö, die wird doch wohl nicht…“ sie hat. flog rein und ward nicht mehr gesehen. ich vermute, joschi hat sie verschluckt. denn er machte sofort laute würgegeräusche, hustete und warf sich zu boden. ich bin vielleicht erschrocken. und fragte mich, ob ich joschi eventuell gleich wiederbeleben musste. okay, das wars dann mit dem spaziergang. ich drehte um und brachte einen völlig paranoiden tibet terrier nach hause.

warum, lieber hundegott, warum nur schickst du ausgerechnet dem größten fliegen-schisshasen eine morgendliche fliege? hm, sag mal? und? klar, kommt wieder mal nichts…typisch.

jedenfalls hat joschi seitdem verstopfung. kriegt man von verschluckten fliegen verstopfung?

Joschi im Sexrausch und die Folgen

da ihr euch ja so lieb sorgen macht um joschis befinden nach der erfolgreichen befruchtung von emma, will ich euch nicht im ungewissen lassen:

gestern war ganz, ganz schlimm. joschi lag den halben tag depressiv hinter dem sofa. wir haben einen schönen, sonnigen spaziergang mit ihm gemacht und er trabte, naja, sagen wir mal, er trabte mit. hatte immer noch dramatische verstopfung und lief ein drittel des weges buckelig und drückend herum, der arme kerl. kam nix. zuhause nahmen wir ihn dann aufs sofa, um ihn zu hätscheln. nach kurzer zeit breitete sich ein bestialischer gestank im raum aus. nachdem mein mann und ich uns gegenseitig verdächtigten, käsefüße und ähnliches zu haben, einigten wir uns darauf, dass der hund so stinkt. er wurde genaustens untersucht und berochen, stank wie die pest, wir fanden die ursache aber nicht. haben ihn sicherheitshalber gebadet. heute morgen entdeckte ich dann die ursache. überall auf dem sofaüberwurf und den sofakissen waren kackspuren. meine waren es nicht. die meines mannes auch nicht. bleibt ja wohl nur einer übrig. habe alles abgezogen und in die waschmaschine gesteckt. und mich daran erinnert, dass heute morgen, bevor ich das desaster entdeckte, besuch da war und genau auf diesem sofa gesessen hat :mrgreen:

eben war ich mit joschi beim pferd, ich glaube, das hat ihn aufgeheitert. er war aber an den anderen hunden null interessiert, was ungewöhnlich ist. klebte an lola und wollte pferdeleckerli essen, sonst nichts. armer joschel, wenn er doch könnte, wie er wollte. dann würde er mit emma in einer flotten penthouse-hundehütte leben, rehrücken futtern und sex haben, wann immer er will. hunde haben es nicht leicht.

 

Joschi im Sexrausch

anders kann ich es nicht nennen. nachdem er am sonntag beim 2. anlauf erfolgreich seine dauerfreundin emma gedeckt hat, zum dritten mal nun in 6 jahren, und da kann man durchaus von was „festem“ reden, ist er im rausch. völlig durch den wind, der jonny. während ich auf fortbildung war, war er 2 tage bei meinen eltern, da männe ihn nicht zur arbeit mitnehmen kann, und meine eltern, die ihn wirklich lieben, brachten ihn gestern abend entnervt zurück. nachdem er die ganze nacht direkt neben dem kopfkissen meiner mutter saß und jaulte. mein vater murmelte zwar etwas von „ich habe dafür verständnis, der arme hund“, war insgesamt aber doch froh, ihn gestern hier entsorgen zu können.

nun ist er also wieder im trauten heim. und jault nicht mehr. vielmehr scheint er jetzt in einer depressiven phase zu sein. liegt, sitzt oder steht mit trübem blick in der gegend herum und leidet. frisst nicht. hat verstopfung. spielt nicht. hört nicht mehr auf seinen namen.

ich hätte jetzt gerne ein bild hier eingefügt, aber wordpress hat heute einen problemtag und will das jetzt nicht. ergänze ich später.

jedenfalls war ich mit joschi heute mittag lange im wald und hatte das gefühl, mit einem komplett irren unterwegs zu sein. von der leine lassen war heute nicht, da er uns 2 tage nach der letzten deck-aktion vor 2 jahren abhaute, mit dem tierrettungsmobil ins tierheim gebracht wurde und wir ihn wegen schließungszeiten am wochenende erst 2 tage später wieder abholen konnten. er saß in einem zwinger und war schätzungsweise nur noch 5 cm groß vor gram und furcht, denn in den nachbarzwingern saßen ausnehmlich dino-große kampfhunde, die ihn ghetto-mäßig durch die gitter anstarrten.

daher heute ein spaziergang an der leine. kein spaß war das, ne, ne, ne. er zog so stark, dass ich problemlos hätte wasserski fahren können hinter ihm. außerdem steckte er jedem hund seine nase ins hinterteil und wollte ihn poppen. ich glaube, er hätte auch einen gulideckel poppen wollen, wenn fell drauf gewesen wäre. echt anstrengend war das. und peinlich. musste allen möglichen hundehaltern erklären, warum sich mein hund so strange verhält. und mir männerfeindliche kommentare anhören. „ja, so sind sie die männer, komplett triebgesteuert.“ nach dem 10. mal habe ich fragen diesbezüglich mit einem knappen: „hat gepoppt am sonntag“ beantwortet.

armer kerl, ich hoffe, es geht ihm bald besser. wird noch ganz dünn, wenn er nichts isst :mrgreen:

Joschi und ein Eifersuchtsdrama erster Klasse!

ich muss sagen, joschi hat derzeit einen guten run. wenn da nicht die anderen tiere wären. so insgesamt. weltweit. nach seiner erniedrigenden luchs-episode am donnerstag könnte man meinen, es wäre gut. aber mitnichten. es scheint, als hätte joschi in den letzten tagen eine art tier-karma abzuarbeiten. ihr alle wisst, dass joschi so ein eifersuchtsding mit meinem pferd lola am laufen hat. wer es nicht weiß, der schaut einfach mal in meiner kategorie unter hunde und pferde nach und wird fündig. jedenfalls ist joschi sehr eifersüchtig auf lola. das führte in der vergangenheit dazu, dass sich joschi, der es hasst, wenn man ihn bürsten will, vor allem die pfoten (er behandelt einen dann wie seinen endgegner und läuft aus diesem grund überwiegend ungebürstet und struppig herum), im reitstall bürsten lässt. weil – sonst könnte man ja auf die idee kommen, das pferd zu bürsten. er bewacht den putzkasten und springt sofort an der bürste hoch, sobald ich sie herausnehme. dann bürste ich ihn ausgiebig und dann erst darf ich lola bürsten.

einen höhepunkt erreichte dieses putz-anbiedern an einem herbsttag letzten jahres, als joschi beschloss, ich müsse ihm nun vor lola alle 4 pfoten mit dem hufkratzer auskratzen. ich könnte für diese nummer mittlerweile eintritt nehmen, so viele menschen aus dem freundeskreis und aus dem reitstall haben sich das mittlerweile schon angesehen. begleitet von gemurmelten, ungläubigen sätzen wie: „es ist tatsächlich wahr!“

witterungsbedingt hatte ich joschi in den letzten wochen nicht zum pferd mitgenommen. erst vergangene woche wieder. irgendwie war er völlig überfordert, weil er mehr oder weniger auf einmal versuchte, lola zu hüten (oder besser zu terrorisieren), gebürstet zu werden, den boden nach pferdeleckerli abzusuchen, den umkreis von 100 metern zu markieren und mit allen hunden im stall streit anzufangen. sobald ich am samstag die pferdebox aufmachte und lola auch nur 1x mit den augen zwinkerte, fing joschi an zu kläffen und lola einzuschüchtern, indem er vor ihrer nase auf und ab sprang und bellte wie verrückt. lola ist ein sehr geduldiges tier. sie mag hunde. auch joschi. aber irgendwann hat auch mal eine lola die schnauze voll. so am donnerstag, als sie erstmalig die kläffattacke konterte. ich sah nur, wie sie mit einem mal schmale augen bekam und wie eine muräne mit dem kopf nach unten schoss und nach ihm schnappte. daneben. joschi erstarrte in der bewegung wie ein comic-hund und sprang entsetzt nach hinten. mit weitaufgerissenen augen und offener schnauze. ein bild für die götter 😉

auf dem weg zur stallgasse raufte er ein wenig mit idefix, einem raufkumpel aus dem stall, um irgendwas auf dem boden (ich glaube, ein strohhalm) und ließ sich dann neben dem putzkasten nieder. wobei er lola hypnotisch anstarrte. sobald ich den hufkratzer rausnahm, sprang er behende hoch und schnappte ihn mir aus der hand. ein irrer, sag ich nur. ich kratzte ihm unter den giggelnden blicken einiger teenie-mädchen die pfoten aus und versuchte dabei auszusehen, als wäre das völlig normal.  als ich lola nach dem putzen ein großes stück trockenes brot gab, fiel ihr etwas davon aus dem maul auf den boden. blitzschnell schnappte sich joschi das stück und fraß es wie ein schiffbrüchiger. dabei bekam er sich mit idefix, der eine futterneid-attacke bekam, ein zweites mal in die wolle.

das war der samstag.

am sonntag waren wir bei freunden zum brunch eingeladen. die wohnen auf dem land und haben ein riesiges grundstück. mit schafen. heidschnucken. das sind so eine art monsterschafe, sehr groß und mit hörnern. joschi liebt es, dorthin zu fahren. dann kann er nämlich seine hütehund-natur ausleben. auch gestern wieder rannte er beherzt auf die wiese, ortete die schafe und scheuchte sie ein bisschen umher. rauf und runter und wieder bisschen links und dann wieder rechts. bis der widder sich sagte:

hm, habe ich in echt bock drauf, mich von diesem mittelgroßen, schwarzen tibet terrier umherscheuchen zu lassen? VOR meinen mädels? nö!“

joschi kann noch schneller rennen als ich dachte 😉 und wir machen jetzt mal eine schöne, tierfreie woche mit joschi!

können luchse hunde in einen hinterhalt jagen? ja, joschi schon.

lange nichts mehr von joschi gehört? das wird sich jetzt ändern. dass ich so lange nichts mehr über joschi, den allseits bekannten und beliebten, mittelgroßen, schwarzen tibet terrier, heißt mitnichten, dass es nichts über ihn zu erzählen gibt. joschi tappst wie eh und je von einem abenteuer zum nächsten.

zum beispiel vorgestern.

nach einem arbeitsintensiven tag verließ ich das büro bei strahlend blauem himmel, sonne und einfach prachtvollem winterwetter. ich hatte zeit, es war noch früh und so beschloss ich, mit joschi eine ausgiebige und große runde durch den wald zu drehen. es gibt hier gleich in der nähe einen wunderschönen rundweg, der, wenn man flott voranmarschiert, ziemlich genau 2 stunden dauert. er führt ein gutes stück durch einen wildpark. als ich die bei joschi heiß begehrte abzweigung zum rundweg einschlug, freute er sich ein loch in den bauch. hunde kennen ihre spazierwege ganz genau! kaum waren wir auf dem waldweg, kam uns eine größere gruppe von hundehaltern mit ihren hunden entgegen. wenn man seit jahren im gleichen revier spazieren geht, kennt man sie mit der zeit alle. weiß, welchen hunden man am besten aus dem weg geht und welche freundlich sind. weiß, welchen hundebesitzern man am besten aus dem weg geht und mit welchen man ein schwätzchen halten kann. man hat für alle einen geheimen spitznamen. diese gruppe nenne ich: club der alten schachteln mit ihren kläffkötern. jaja, ich weiß, nicht sehr nett, bin ja de facto auch schon keine so junge schachtel mehr, aber so ist das nun mal. eine war neu, d.h. ein hund war neu. ein großer, muskulöser, brauner boxerhund, voll im saft stehend.

da mein joschi eine krawallbüchse ersten grades ist und vor größeren, stärkeren rüden jeglichen respekt missen lässt, frage ich von weitem gerne: „ist das ein rüde?“ bei positiver antwort einigt man sich dann schnell darauf, die hunde besser an die leine zu nehmen. so auch in diesem fall. joschi, der an der leine in solchen fällen gerne den werwolf macht, war verdächtig still. der boxerhund, genannt samson, fixierte ihn intensiv. ich glaube, so schaut man etwas an, dass man lieber tot sehen möchte.

„meiner macht nichts, ist gaaaanz brav“ ließ die blonde schachtel verlauten, „wir lassen sie am besten laufen, dann gibt es auch beim nächsten mal keinen streit.“

na gut. wir ließen die hunde frei und samson kam sofort und ungespitzt mit gesträubtem nackenfell wie ein torpedo angeschossen, schnappte sich joschi und fing an mit ihm den waldboden zu putzen. na super. ich hasse sowas. die schachtel stand paralysiert daneben und glotzte doof. ich bin dann dazwischen gegangen und habe den boxer angebrüllt, der joschi daraufhin ausspuckte. puhh, glück gehabt, so etwas kann auch anders ausgehen. ich warf der schachtel einen ganz langen, intensiven, bösen blick zu und ging mit joschi, der sich heftig schüttelte aber ansonsten munter wirkte, weiter. samson warf ihm noch einen zombieblick zu und spuckte ein büschel schwarzer haare aus. arschgeige.

im weiteren verlauf trafen wir noch einen angeleinten beagle-hund („meiner ist ein bisschen dominant, nehmen sie ihren lieber an die leine!“ danke für die info), ein rudel wuscheliger hündinnen, von denen mindestens 1, ein geflecktes süßes ding, heiß war („neeiiiin, die ist nicht heiß. die riecht nur gut“. aha.). sie roch offenbar so gut, dass joschi 5 minuten, nachdem wir weitergegangen waren, abhaute und wie der blitz in ihre richtung zurücklief. seine flucht wurde gestoppt, als er merkte, dass der gefleckte hund weit hinter uns nicht die hündin war, sondern der dominante beagle 😉

ab da verlief unser spaziergang völlig stressfrei – bis. bis wir ans luchsgehege kamen. hier gab es schon den einen oder anderen zwischenfall, der dazu führte, dass joschi luchse nicht mag. vor einiger zeit las ich in der zeitung, es gäbe jetzt noch einen zweiten luchs, da man sich auf diese art nachwuchs erhoffe. 2 luchse also. in der regel sieht man die luchse so gut wie nie, da sie sehr scheu sind und in dem großen gehege zahlreiche verstecke haben, die sie vor neugierigen augen schützen. offenbar hatten sie vorgestern ihren scheu-losen tag, denn beide luchse standen direkt hinter dem zaun. was für ein glück, diese prachtvollen tiere so aus der nähe zu sehen, dachte ich, als hinter mir ein bedrohliches knurren erklang. joschi. der finsteren blickes in das gehege starrte. 2 luchse starrten nicht minder finster zurück. joschi fing an zu bellen und steigerte sich in eine perfekte rage hinein. die luchse liefen immer im paar aufgeregt am zaun entlang, hin und her, immer wieder und starrten joschi sehr hungrig an. ich fand das sehr spannend zu sehen, wie sie ihren beutetrieb auslebten.

joschi war mit seiner beute-rolle jedoch ganz und gar nicht einverstanden und lief tollwütig bellend ebenfalls am zaun hin und her und machte den dicken. „ätsch bätsch blöde miezekatze mit albernen puscheln an den ohren. fang mich doch du eierloch.“

irgendwann fiel mir auf, dass nur noch ein luchs mitlief. joschi lief noch 2, 3 mal mit und verlor dann das interesse. um noch ein letztes mal seine dominanz zu demonstrieren, stolzierte er zur äußeren ecke des zauns und hob dort das bein. was er nicht sah: flach am boden gepresst lauerte dort der zweite luchs. ich konnte sein schadenfrohes gesicht förmlich grinsen sehen. blitzschnell sprang er hoch und schlug mit 2 tatzen mit karacho an genau die stelle, wo joschi sein bein hob.

ich weiß nicht, ob sich hunde zu tode erschrecken können, aber ich meine sagen zu können, dass joschi nahe dran war. seine wuscheligen ohren standen senkrecht vom kopf weg, als er in einem perfekten salto nach hinten schoss und völlig fertig stehen blieb. der luchs stand hinter dem zaun und leckte sich die pfote. leckte sich die pfote und schaute joschi genüsslich an. und joschi? stand einfach da und starrte den luchs an. ich bin mir  nicht sicher, was er ihm sagte, aber ich meine gehört zu haben:

arschgeige 2.

es war jetzt das zweite mal, dass ihm das passierte, sowas kratzt schon am selbstbewusstein. er war für den rest des tages trotz vieler trösteinheiten und leckerlis ganz unverkennbar schlecht gelaunt und ging früh schlafen.


Das Kack-desaster

wer geschichten über hundekot NICHT mag, sollte HIER aufhören zu lesen.

für alle anderen geht es hier weiter:

wenn es tatsächlich glück bringt, in sch***** zu treten und ähnliches, dann werden mein mann und ich dieses jahr so viel glück haben, dass wir es im ruderboot spazieren fahren können. und das kommt so:

wir waren gestern bei freunden zum sonntags-nachmittag-kuchen eingeladen. bei strahlend blauem himmel beschlossen wir zu fuß zu gehen und den weg mit einem hundespaziergang zu verbinden. ihr kennt unseren tibetterier  joschi ja aus diversen hundegeschichten auf meinem blog und wisst, zu was er fähig ist. oha. kaum waren wir 15 minuten unterwegs, lief joschi verräterisch mit rundem rücken im kreis herum und suchte sich eine geeignete stelle, um sein geschäft zu verrichten. auf einer leichten anhöhung fand er die stelle seines begehrens und legte sich ins zeug. lange. und noch länger. vergebens. unglücklich schaute er buckelig zu uns hoch und schlich schließlich mit elendsgesicht den weg weiter. als ich ihn so von hinten beobachtete, merkte ich, dass das ergebnis seines bemühens gar nicht so vergebens war sondern im fell hing.

„fällt ab!“ war unser zuversichtlicher kommentar.

mitnichten.

so beschloss ich nachzuhelfen. beherzt griff ich in den schnee am wegesrand und versuchte joschis hintern zu säubern. während mein mann würgelaute von sich gebend daneben stand. ich wischte und schubberte am armen hund herum. mit dem ergebnis, dass ich das desaster vollständig und großflächig auf dem gesamten hinterteil des hundes verteilte. sah aus wie ein abstraktes gemälde. ich griff nach der hundeleine und drückte sie meinem mann in die hand.

„waaahhh. bäähhhh.“ stieß dieser augenblicklich aus und starrte auf seine hand. auf seine unbehandschuhte hand. sie war braun 😆 . wir starrten beide seine hand an und dann die hundeleine, meine behandschuhte hand und schließlich joschi und erfassten das ganze ausmaß dieser tragödie. das hatte sich gelohnt.

„ganz schön besch*****“ sagte ich und wir brachen in schallendes gelächter aus. kichern legten wir den rest des weges zurück, mit weit von uns gestreckten händen, bis wir vor der tür unserer freunde standen. haha, in so einem zustand hatte ich noch nie jemanden besucht.

in letzter sekunde konnte ich unsere freundin daran hindern, uns umarmend ein frohes neues jahr zu wünschen.

„halt! wir haben da ein problem, wir müssten erstmal ins bad, den hund duschen und uns an diversen stellen waschen.“

der kuchen hat uns dennoch geschmeckt. und ich gehe davon aus, dass das ein glücksjahr wird.