Glücksmomente

nach meiner gruseligen nicht-schlaf-nacht hatte ich heute ganz schön in der arbeit zu kämpfen. konzentrationsprobleme, hohe fehlerquote und das gefühl, einer rapiden verblödung zum opfer gefallen zu sein. joschi war heute mit im büro. er kriegt zum frühstück nie mehr schwarzwälder schinken als leckerli. hat mir nämlich ins büro gekotzt, der schnuckel. nachdem ich meinen arbeitstag trotz aller widrigkeiten zu ende gebracht hatte, fuhr ich mit joschi zum pferdchen.

lola stand auf der koppel und sah aus wie ein dreckschwein. ich denke jedesmal, sie kann es nicht mehr toppen. sie kann. eigentlich ist lola dunkelbbraun. heute war sie durchgehend lehmbraun. mit dem unterscheid, dass es tatsächlich auch lehm war, der sie vollständig bedeckte. pferd in lehmkruste. sie hatte sogar in den ohren lehm und in den wimpern. eigentlich war das einzige, das nicht von einer lehmschicht bedeckt war, ihre augäpfel, aus denen sie mich verliebt anschaute. klimper klimper. eigentlich müsste lola im schweine- und nicht im reitstall stehen.

ich brauchte etwa 30 minuten, bis ich die lehmkruste von ihr abgekratzt hatte. als sie sauber war, war ich von kopf bis fuß mit feinem lehmstaub bedeckt. joschi auch. heute war der erste tag nach dem hunde-pferd-drama von letzter woche, an dem ich joschi wieder ins gelände mitnahm. ich nahm ihn zunächst an eine lange longe und führte ihn so vom pferd aus. joschi trabte wie ein zirkushund neben uns her. nach einer weile beschloss ich, ihn abzuleinen. ich stieg ab und joschi warf sich theatralisch in den graben. der hund hat echtes schauspieltalent. als ob ich vom pferd steigen würde, nur um ihn zu vermöbeln. ich leinte ihn ab und stieg wieder auf. ich war echt neugierig, ob joschi irgendwelche konsequenzen aus seinem erlebnis letzte woche gezogen hatte. er hat. mit einem maximalabstand von 2 metern lief er vor. neben oder hinter uns. sobald der abstand größer wurde, kam er angerast wie ein geschoss. zum kreischen. er hatte definitiv keine lust auf eine weitere folge von hund-verläuft-sich-beim-ausritt-im-wald-und-ist-eine-stunde-verloren.

wir ritten über felder. die sonne schien. mehr goldener oktober geht nicht. ich schaute weit über die felder. lola schritt bester laune munter daher. joschi trabte wie auf sprungfedern mit. auf einmal war mir alles egal. die miese nacht. die probleme auf der arbeit. mein brustkrebs. einfach alles. alles war gut. wenn ich meine tiere nicht hätte.

Klebehund

ich habe seit ein paar tagen einen klebehund zuhause. joschi klebt wie gummi. lebt auf dem schoß, auf dem arm, auf dem sofa, im bett und klebt. vorgestern im reitstall saß er auf meinem schoß, was für ihn in der öffentlichkeit, wo er lieber den macker demonstriert, eher ungewöhnlich ist. das mag aber auch an dem auf dem hof neuen rüden samson, einem grauen hütehundkrawalinski, gelegen haben. zwischen den beiden geht noch was. heute morgen saß er wieder auf meinem schoß, ach was, er lag mir mehr oder weniger um den hals. braucht offenbar eine extraportion zuwendung, der schwarze wuschel. so werde ich mit ihm heute einen extraschönen ausritt mit pferd machen und danach gibt es ein paar leckerlis. mal schauen, vielleicht kratz ich ihm auch die pfoten aus und schmiere sie mit huffett ein, das mag er ja besonders gern 😉

Bohnen in den Ohren

joschi hat derzeit bohnen in den ohren. hört mäßig bis gar nicht. ob er immer noch den tierarztbesuch und den verlust einiger zähne übel nimmt? zuzutrauen wäre es ihm. jegliche joschi-rufe werden ignoriert und erst etwa nach dem fünften mal schließlich auch honoriert. er dreht einem dann den kopf zu. kommen tut er nicht. nur manchmal *seufz*.

da joschi ansonsten ein sehr lieber hund ist, lassen wir es ihm grad ein bisschen durchgehen. aber nur ein bisschen. vorgestern wurde beim waldspaziergang aufgrund eines totalen hörverlustes eine kleine hundetrainings-einheit fällig. sozusagen ein hunde-kurz-boot-camp.

und es wurde uns einmal mehr klar, wie klug tibet terrier sind. sobald das ihm bekannte signal ertönte: „joschi, steh!stand er auch schon wie eine eins. und spulte das komplette trainingsprogramm: steh! sitz! platz! voraus! bei fuß! bleib!“ völlig gelassen ab. mit sichtlich gelangweiltem gesichtsausdruck. beim befehl „platz“ schlug er sogar die vorderpfoten übereinander.

er wusste auch genau, wann die trainingseinheit vorüber war. sofort war der stopfen wieder in den ohren.

 

„joschi, sitz!“

Joschi vor neuen Herausforderungen

was soll ich sagen. auch ein hundeleben ist ständigen veränderungen unterworfen. so sah sich mein joschi, allgemein bekannt als mittelgroßer, wuscheliger, schwarzer hütehund, im vergangenen jahr von einem tag auf den anderen mit einem neuen familienzugang konfrontiert: lola, marke oldenburger stute. und mit lola gleichzeitig auch mit einer neuen lebenssituation: reitbegleithund, pferdehütehund, eifersüchtiger pferdehütehund, der darauf besteht, sich striegeln und die pfoten auskratzen zu lassen.

als waschechter tibet terrier hatte joschi zunächst die irrige vorstellung, chef aller anwesenden hofhunde zu sein. kurze zeit und diverse hunderaufereien später musste er sich von dieser vorstellung verabschieden und fand sich als unterste sprosse einer langen leiter der rangordnung wieder. so kanns gehen 😉

und nun, nur 1 jahr später, steht er vor einer neuen herausforderung. ich habe vor 2 wochen den reitstall gewechselt. große aufregung, kann ich nur sagen. lola, die sich nach 14 jahren in eine neue umgebung, und vor allem in eine neue herde, einleben muss, tat sich zunächst sehr schwer. wenn man beobachtet, wie eine stute versucht, ihren platz in einer neuen herde zu finden, versteht man den begriff stutenbissigkeit sehr genau. mir hat das herz geblutet, als ich über tage mit ansehen musste, wie sie gemobbt wurde und sich vergeblich darum bemühte, die gunst der leitstute zu gewinnen. wer einmal erlebt hat, wie sein pferd einsam und todunglücklich, weitab von der herde, unter einem apfelbaum steht und sehnsüchtig zur herde schaut, die ihr konsequent den hintern zudreht, der versteht, was wahres leid ist. aber, meine lieben, mein liebes pferdchen hat es seit vorgestern tatsächlich geschafft und ist jetzt offizielle freundin der leitstute. ich habe im leben noch kein glücklicheres pferd gesehen *korken knall*.

joschi indes hat gänzlich andere probleme: viele, neue stallhunde. es gibt derer wirklich sehr viele. große, kleine, mini, lieb, böse. die meisten hat er bereits getroffen und es ging ohne blessuren vonstatten. ich bin fast ein wenig erstaunt. entweder joschi wird langsam älter und ruhiger oder er hat dazugelernt.

da wäre egon, der hofhund und chef. der pate unter den hofhunden sozusagen. unkastrierter rüde, groß, schwarz, mächtig, imposant, dominant und 100% souverän. mir rutschte das herz noch tiefer in die hose als joschi, als ich egon sah. die hofbesitzer sagten mir, egon sei brav, es sei aber wichtig, dass joschi ihm nicht in sein revier käme und ihn als chef akzeptiere. darin ist joschi in der regel nicht so gut, knurrt er doch mit vorliebe größere, und vor allem schwarze hunde an. aber siehe da, es genügte eines beeindruckenden aufblitzens des schneeweißen gebisses, was bei einem pechschwarzen hund besonders beeindruckend ist und eines langen, tiefen blickes, und joschi verstand die botschaft: „piss nicht in mein revier, du tibetischer zottel, sonst zieh ich dir deine rastalocken glatt.“ puh. ich hoffe, es bleibt dabei.

eine weitere gefahrenzone ist tarzan, der ungelogen größte kampfhund, den ich je gesehen hab. ein mix aus allem, was groß, böse und kämpferisch ist. und unkastriert. uff. warum haben menschen solche hunde? das gute an tarzan ist, dass er auf dem hof absoluten leinenzwang hat. ihm sind wir bislang 3x begegnet. jedesmal fing er bei joschis anblick an zu sabbern und zu zittern.

das wären vorläufig alle gefahrenzonen, die übrigen hunde sind klein und überwiegend freundlich. obwohl, da wäre noch heinz, der braune pudel. den hat joschi kürzlich den hof einmal rauf- und wieder runtergerauft. ich kann es mir nur so erklären, dass joschi ihn als egon-frust-ventil missbraucht hat. heinz war völlig geschockt deswegen und versteckte sich danach im kuhstall. hat gott-sei-dank keiner mitbekommen.

es gibt auch einige kleine, wunschelige hündinnen, die joschi bekanntlich ja besonders liebt. derzeit verhält er sich aber überraschend zurückhaltend, was ich eindeutig auf egons präsenz zurückführe. vor egon hat joschi die hosen voll. als ich vor einigen tagen mit ein paar anderen reitern bei einer limo zusammen saß, schlich egon um uns herum und terrorisierte joschi aus allen denkbaren winkeln mit abgrundtief bösen blicken. joschi schrumpfte immer weiter in seinem fell zusammen. bis es ihm zu bunt wurde. still und unauffällig verdrückte er sich. als ich ihm hinterherging, sah ich, wie er sich in lolas leere box schlich und sich dort gemütlich und sicher ins heu legte. man muss sich nur zu helfen wissen.

Verfressenes Entenvolk

ein kleines schmankerl von unserem feuchten holland-segeltörn wollte ich noch loswerden. nach meiner bisherigen erfahrung wird man in jedem urlaub mit bettelnden tieren konfrontiert. in der regel vögel, katzen, hunde, esel, fische. ja, fische. wir haben mal in frankreich auf dem golfplatz ein paar brotkrümel an loch 15 in den teich gestreut und binnen sekunden verwandelte sich der teich in ein barrakuda-becken. kois und weiß der geier was, irgendwelche gefleckten fische jedenfalls, sprangen in rudeln aus dem wasser auf die schwarze teichfolie und kämpften um die krümel. großer spaß. wir heizten diesen kampf mit weiteren krümeln an und sofort tauchte ein rudel enten auf, die über die fische liefen und mit kämpften. so etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. mir sind schon spanische esel bis in die hotelhalle nachgelaufen, nachdem ich sie mit brot gefüttert hatte, in südafrika flogen uns perlhühner in den kofferrraum, weil erdnüsse darin verstaut waren. ich war schon mit bettelnden elefanten im afrikanischen nationalpark konfrontiert, teilte mir mein frühstück mit türkischen dinosaurierspatzen, musste eine kleine bananenstaude freigeben, nachdem eine horde wilder affen in mein zimmer in indien eindrang und fütterte in vielen urlauben das eine oder andere herrenlose hunde- oder katzenrudel durch.

die holländische bettelszene ist eindeutig enten-dominiert. kaum läuft man in einem hafen ein, kommen sie. erst 1 bis 2, dann werden es immer mehr. sie kommen und warten. beharrlich. manchmal gesellt sich der eine oder andere schwan dazu. oder auch gerne möven, die vor den enten eindeutig schiss haben. mir waren die enten auch nicht geheuer. sogar der schwan ging vor ihnen in die box. diese holländischen kampfenten sind durchaus in der lage, im konkurrrenzkampf brot aus der luft zu fangen. seht selbst:

dieses ententier erkämpfte sogar unsere bootstreppe:

und hier ein kleine belustigung der mitsegelnden jugend. sohn 1 wollte wissen, ob man enten mit dem lasso fangen kann. mann probierte es aus. keine angst. er fing keine. und es wurde auch keine ente stranguliert.

Joschis Albtraum

gestern war ich bei meiner lieben freundin tara. weiberabend. joschi durfte mit. kaum betraten wir gutgelaunt taras wohnzimmer, sagte sie:

„hm, du hast joschi mitgebracht?“

„ja, warum nicht. gibt es da ein problem?“

„ja, meine katze!“

„kein problem, tara, joschi mag katzen gerne und ist gaaaanz brav mit katzen.“

„aber mein kater hasst hunde und ist NICHT brav mit ihnen. ich habe erst nach einer weile erfahren, dass er eine halbe wildkatze ist. er hat erst kürzlich einen schäferhund völlig verhauen. der hund war eine ¾ stunde nicht mehr auffindbar. sogar der tierarzt hat angst vor ihm. neulich musste ich mit ihm hin, weil er völlig verbissen nach hause kam. ich dachte, es muss ein anderer kater oder hund gewesen sein, die ärztin meinte aber, es sei vermutlich ein kampf mit einem fuchs gewesen.“

ein wenig mulmig schaute ich mich nach joschi um. joschi? verschwunden. suchend drehte ich mich um und fand ihn schließlich. er saß hinter dem schrank. in der ecke. völlig zusammengekauert saß er da, hätte mühelos platz auf einer briefmarke gefunden, kopf eingezogen, pfoten eingezogen, schwanzlos. er bibberte am ganzen leib. so habe ich ihn selten erlebt. eigentlich nur bei akutem stubenfliegenalarm und bei der einen oder anderen luchsbegegnung im wildpark.

wildkatze? luchs? oh nein, armer joschi.

und da stand er auch schon in der offenen terrassentür. joschis wahrgewordener luchs-wildkatzen-albtraum. beeindruckendes exemplar, muss ich sagen. in jedem fall größer als joschi. alleine der kopf war größer als joschis kopf. pechschwarz. mächtig. blickte hypnotisch in joschis richtung und leckte sich das maul. blick und körperhaltung ließen keine missverständnisse aufkommen. gar keine. und joschi? streckte ganz, ganz behutsam seinen hals (ich wusste gar nicht, dass er seinen  hals sooo lang machen kann), bis er hinter dem schrank hervorschauen konnte, drehte ganz, ganz langsam den kopf und schaute dem höllentier ins auge. fassungslos. und sprang mir mit einem großen satz auf den arm. oben angekommen machte er sich mini-klein und versteckte seinen kopf unter meinen haaren. da saß er nun. ganz nach dem motto: „ich seh dich nicht, also siehst du mich auch nicht.“

die dino-katze starrte ihm noch ein weilchen feurig auf den rücken (ich bin mir sicher, der blick hat ihm ein loch ins fell gebrannt), ging dann souveränen schrittes in den garten und verschwand. vermutlich weitere füchse töten. nach etwa 30 minuten löste sich joschis schockstarre und er kam zaghaft in den garten und wagte, akribisch um sich schauend, ein paar schritte. gefahr gebannt. munter plaudernd saßen wir mädels beisammen, als uns auffiel, dass joschi verschwunden war. nicht im garten, nicht im haus war. ich überlegte gerade, wo der schisshase sich versteckt haben könnte, als ich in nicht allzu weiter ferne hundegebell hörte. ss hörte sich in etwa so an:

„wau wau wau wau“ sehr tiefes, donnerndes hundebellen. mehrstimmig. aller voraussicht nach von sehr großen hunden stammend.

dazwischen ein glockenreines wäff wäff wäff“. sehr joschi-artig. alarmiert lief ich um das haus herum auf die straße und es bot sich mir folgende szene:

eine hundeausführgruppe auf der anderen straßenseite. eine schäferhund-ausführgruppe. große schäferhunde. 6 stück. alle an der leine. nur einen steinwurf (aber außerhalb ihrer leinenreichweite) entfernt: joschi. mit hochgestelltem schwanz lief er federnden schrittes bellend vor ihnen auf und ab und bepinkelte ihr revier.

ich weiß nicht, ob diesem hund wirklich zu helfen ist.

Hundepuff

mobile puffs.

kennt ihr das, habt ihr sowas schon mal gesehen? das sind wohnwagen oder wohnmobile, in denen damen des leichten gewerbes mobil ihre dienste anbieten. gerne in grenzregionen. kaum fährt man über die grenze, zack, stehen da ein paar bumsmobile. leuchtende herzen oder love-schilder blinken einem rot entgegen, im eingang rekelt sich eine wasserstoffblondierte jenny oder lolly.

sowas gibt es auch für hunde *nick*. haben wir am wochenende gesehen, auf unserer radtour um den see. gleich zweimal *noch mehr nick*.

und das kam so: wir radelten am donnerstag mit einem munter hinter uns hertrabenden joschi durch den wald, nahmen eine falsche abzweigung (idee meines mannes) und schon bald hörte der weg auf einer kleinen lichtung auf und verlor sich im dichten wald. auf der lichtung stand ein VW bus mit offener tür. einsam und verlassen. aus dem wald kamen heftige waldarbeitergeräusche *säg* *herabstürz*. mein gatte beharrte immer noch darauf, dass wir auf dem richtigen weg seien und schleppte sein fahrrad versuchsweise über ein paar gefällte baumstämme in den wald hinein „da vorne geht der weg weiter“.

während ich auf der lichtung wartete, kam aus dem wageninnern ein leises „wuff“. ich dachte schon, ich hätte mich verhört, als in der wagentür eine durchaus mollige, beige labradorhündin erschien. sie schaute heraus, erblickte joschi und sprang wie eine leicht übergewichtige elfe heraus. joschi und sie schauten sich kurz und tief in die augen, worauf sie mit wackelndem po richtung wald davonwatschelte. joschi hinterher. von hinten offenbarte sich die ganze geschichte: bella war heiß. aber sowas von. innerhalb weniger sekunden waren beide heftig zugange und mein mann, der zwischenzeitlich schlammig und verschrammt  aus dem wald zurückgekehrt war, und ich stürzten wie die wilden schreiend dazwischen.

ihr wisst ja, joschi hat gewisse übung darin, das andere geschlecht schnell und effektiv zu begatten.

es dauerte eine ganze weile, bis wir das hundemädel, die uns ständig hinterherlief (ich weiß jetzt, warum es läufig heißt), im transporter verfrachtet, joschi im fahrradkorb verstaut und einige sichere meter zwischen uns zurückgelegt hatten.

am nächsten tag unternahm ich mit einer freundin eine zweite radtour, wieder mit einem überaus munter trabenden joschi. und siehe da, im wald stand wieder ein VW bus. an einer völlig anderen stelle. ich erzählte meiner freundin gerade die episode vom vortag, als sich aus dem wageninnern erneut die willige hündin wälzte und zielsicher auf joschi zusteuerte. nicht zu fassen. diesmal kam aber das herrchen (richtig getippt: ein waldarbeiter) herangestürzt, schnappte sich die heftig wehrende schamlose und schleppte sie mit großer krafteinwirkung in den transporter zurück.

kichernd stellen wir uns auf der weiterfahrt eine neue geschäftsidee vor: ein hundebumsmobil. mit blinkenden leuchtreklamen, roten spitzenvorhängen im fenster und einer molligen labradordame in strapsen. eine echte marktlücke.

Verwechslung ;-)

das joschilein 😉

gestern waren wir eine wunderbare runde ausreiten. lola, joschi und ich, als herrin der tiere. lola war ausgesprochen kernig, das kann sie auch. sie schaut dann überall in der gegend herum und sucht. und sobald es nur *piep* macht oder *raschel* reagiert sie hysterisch. gestern hat sie was richtig gutes zum aufregen gefunden: ein islandpony mit reiter. fragt mich nicht warum, aber sie dreht jedesmal komplett am rad, wenn wir einen isländer mit reiter treffen. islaänder auf der koppel gehen in ordnung. mit reiter drauf geht gar nicht.

jedenfalls hat sie sich so aufgespult, dass ich den isländer kurzentschlossn flott überholte, um ihn nicht mehr vor mir zu haben. das hat joschi zugegebenermaßen iriitiert. im gelände andere pferde überholen, das hatten wir in dieser konstellation bislang noch nicht. lola indes buckelte zwar nicht mehr, verhielt sich aber wie eine art dampfmaschine mit ganz, ganz viel dampf drin. da ich ohnehin auf unsere lieblings-galoppstrecke einbog, gab ich ihr die zügel und mehr war auch nicht nötig. wie ein rennpferd raste sie den langen hang hoch. keine chance für joschi, mitzukommen.

nun ist es so, dass joschi ein sehr schlauer hund ist, wie ihr wisst. diese galoppstrecke führt bergan, endet in einer  fast rechtwinkligen rechtskurve und mündet in einen weg, der auf einer anhöhe parallel zu der galoppstrecke verläuft. von oben kann man den gerade bezwungenen weg einsehen. es hat nicht lange gedauert und joschi hatte entdeckt, dass er uns den weg abschneiden konnte, indem er auf halber strecke einfach nach rechts den steilen abhang hochrasen und oben auf uns warten konnte. und das macht er nun seit einer weile schon so. wenn wir um die ecke kommen, sitzt er schon. wie der hase und der igel.

so machte ich mir auch gestern keine sorgen und dachte mir, dass er uns sicher schon erwartete. kein joschi. ich wartete ein weilchen. kein joschi. hm. wo steckte er? ich lenkte die endlich müde lola in richtung abhang um zu sehen, wo joschi abgeblieben war. und was sah ich?

weit unter uns den isländer, der samt reiterin gemütlich den weg hochtrabte. und hinter ihm: joschi. der hocherhobenen kopfes und schwanzes hinterhertrabte.

ein bild für die götter. ich rief ihn. der blick, den er uns zuwarf, den vergess ich nie. pure fassungslosigkeit. blick zu uns, blick nach vorne auf den isländer, blick zu uns. zum brüllen. dann schimmerte ihm, dass nicht alles, was 4 beine hat und so aussieht wie ein pferd, auch lola ist. wie der blitz kam er den hang hochgeschossen und begrüßte uns wie der verlorene sohn.

was für ein süßer fratz 😆

Joschis Tagebuch

joschis heutiger tag, eine zusammenfassung:

  • frauchen schon um 6 uhr früh geweckt. durch aktives bebrüten auf ihrer brust und intensives anstarren aus 5 cm abstand.
  • draußen um kurz nach 6 NICHT gekackt, sondern ausgiebig geschnuffelt. man, riecht das gut nach den heißen mädels aus dem viertel.
  • trotz gemeckere seitens frauchen 2 stück frühstückswurst abgestaubt.
  • bis 9 uhr intensiv frauchen genervt. hat spaß gemacht.
  • mit frauchen auf den golfplatz gefahren. 1 stunde im schatten im auto gewartet. durch lautes bellen auf mich aufmerksam gemacht. mich darüber gefreut, dass frauchen nach ihrer rückkehr von den menschen, die bei ihrer rückkehr um das auto herumstanden, wie eine kettensägemörderin angestarrt wurde.
  • mit frauchen in den reitstall gefahren.
  • lola fast in die nase geschnappt. mehrfach.
  • mit ausgeritten und lola gezeigt wo der hammer hängt. im galopp mitgehalten, etwas zurückgefallen und durch eine abkürzung wieder die führung übernommen.
  • während des ausritts 2 hunde dominiert.
  • danach diverse leckerli abgestaubt.
  • jimmy, den hofhund, angeknurrt.
  • jimmy nochmal angeknurrt.
  • von jimmy über den ganzen hof gerollt, gerupft, geschüttelt und gequetscht worden.
  • jimmy ist ein arschloch. aber leider ein stärkeres arschloch als ich es bin. wieso ist der plötzlich so stark? war doch eben erst ein welpe. *pffft*
  • mich eine weile hinter dem baum versteckt.
  • jetzt endlich zuhause und ich will nur noch schlafen, schlafen, schlafen.

Von Lattenrosten und Hundefreundschaften

eine seltsam anmutende überschrift, ich gebs ja zu 😉

ABER so könnte man die bilanz meines gestrigen tages am besten wiedergeben. uns hat nämlich der fertigstellungs-eifer unseres häuschens am see gepackt. so sind wir gestern nach der arbeit kurzentschlossen zum ort des geschehens gefahren, fest entschlossen, zusammenzuschrauben, was zusammengeschraubt werden muss. als da noch wären: ein bett, 2 lattenroste, ein schrank und ein sofa eines großen skandinvischen möbelherstellers.

am häuschen angekommen, kam zunächst große freude auf. es siehst wirklich schon richtig gut aus, und die frisch eingepflanzten rosen und sträucher machen viel her. vor ort fiel die entscheidung auf die 2 lattenroste. hihi. sehr unterhaltsam, so eine aktion. und das gesicht der verkäuferin, als sie uns zuflüsterte, man müsse diese lattenroste selbst aufbauen *ähem* *öhm* *räusper*, was ein wenig zeit in anspruch nehmen könnte *ähem* räusper*, war eine sich bewahrheitende warnung.

3 stunden. jawoll.

aber wir haben es geschafft. chaka. und haben hochmotiviert noch den kleinen schrank zusammengebaut, was erfreulich schnell ging. wir haben uns nicht verletzt, nicht zerstritten und sind stolz auf uns.

und was hat das ganze mit hundefreundschaften zu tun?

natürlich war das joschilein mit von der partie. lustigerweise nimmt joschi jedesmal, wenn wir dort mit der arbeit anfangen, eine tiefenentspannte position ein, fläzt sich auf der wiese rum und schaut uns heiteren gemüts an. unter der woche ist es am see sehr ruhig und eher menschenleer. nur ein paar vereinzelte glückliche genießen die ruhe und idylle. so war auch gestern kaum jemand da. umso mehr wunderte es mich, als plötzlich ein extrem motivierter yorckshire terrier auf unser grundstück raste, 3 high-speed-runden um joschi drehte und wieder verschwand. joschi war so von den socken, dass er gar nicht erst aufsprang, sondern nur mit seitlich abstehenden ohren in die richtung starrte, in die der kleine hund verschwand. in die falsche richtung. denn speedy gonzales kam überraschend aus der anderen richtung, von hinten, erneut angeschossen. im doppelpack. mit seinem klon. beide rasten nun um joschi herum wie 2 flummis und machten ihn (und uns) völlig wuschig. joschi schoss hinterher und auf einmal *zauber* waren alle 3 weg. herrlich, da kamen diese 2 kleinen wusel-hunde von irgendwo her und holten joschi zum spielen ab. nach einer weile kam joschi völlig glücklich wieder zurück. joschi hat freunde gefunden 😆

ein weilchen später, als wir in der wirtschaft vor ort eine kleinigkeit essen waren, fand joschi freund nummer 3. besser gesagt freundin. kaum saßen wir, kam ein riesiger schäferhund auf uns zu. schleichend, wie schäferhunde das so tun. mir gefror zunächst das blut in den adern. weil joschi und große hunde und vor allem schäferhunde, naja, das ist russisch roulette. wobei joschi in der regel gerne den terminator raushängen lässt. dieser schäferhund jedenfalls kam konzentrierten blickes auf joschi zu, kein mensch weit und breit, stieß dem völlig erstarrten joschi seine schnauze ins gesicht und – wedelte. uff. wedelnde hunde sind lieb, das weiß man. und wedelte und wedelte und wedelte und war von joschi völlig hin und weg. und joschi von ihr. es war nämlich ein mädel. liebe auf den ersten blick. völlig verliebt trabten sie von dannen und joschi kam nach 20 minuten sehr zufrieden zu uns zurück.

nein, nicht was ihr denkt 😉 die schäferhündin entpuppte sich als gastronomiehund und kurze zeit später erfuhren wir vom wirt, beide hunde hätten bettelnd vor der küchentür gesessen. ich sag nur: liebe geht durch den magen 😆