Schnuffelnase

diese knuffige, dicke joschischnuffelnase will ich euch nicht vorenthalten. hundenasen sind einfach was wunderbares 😆

 

Schönes, faules Wochenende

ich habe es doch tatsächlich mal geschafft, mich am wochenende zu erholen 😉

als staatlich patentierte daniela düsentrieb ist das bei mir nicht selbstverständlich, da ich mich am wochenende nur zu gerne mit aktivitäten zukleistere. ich bin da echt schrecklich, hab dauernd das gefühl, etwas gaaanz wichtiges zu verpassen, wenn ich mal faul in der ecke liege.

dieses wochenende war ich einfach mal faul. wie gut das tut! gestern war ich ne kleine runde reiten und habe auf lola, mit einem etwas widerspenstigen joschi an der leine, eine kleine regenrunde gedreht. pferd und hund waren danach gleichnass. den rest des tages habe ich auf dem sofa gelegen, tee getrunken, gelesen, meinen mann im strategiespiel 4x geschlagen (YES!), brot gebacken, kekse gefuttert und abends einen film geschaut, den ich bis zum schluss nicht richtig kapiert habe.

heute morgen waren wir zu viert, meine mama, mein mann und joschi, im reitstall und haben lolas box grundsaniert, unmengen altes stroh raus, frisches stroh und heu rein. das hat ziemlich lange gedauert, da wir mit jedem, der an unserer box vorbeikam, ein schwätzchen gehalten haben. und es kamen ziemlich viele vorbei. menschen und hunde. zeitweilig waren 6 hunde auf einmal in der box. junge hunde. joschi war einigermaßen gestresst. als dann noch ludwig kam, ein kleiner, rabiater pudelrüde, kippte die stimmung und joschi und ludwig probten den aufstand der giganten. steifbeiniges sich umkreisen, bedrohliches knurren, etwas verschüchtertes welpenpublikum, noch mehr umkreisen und knurren. und dann machte joschi etwas, für das ich mich zutiefst schäme. zumal es dafür zeugen gibt: 2 welpen, 3 menschen. joschi hob sein bein und pinkelte ludwig an. er hat das tatsächlich gemacht. ich bin völlig fassungslos. joschi ist ein solcher vollassi, ich schäme mich zu tode. danach haben wir ludwig nicht mehr gesehen, er hatte sich irgendwo verkrochen. und vermutlich angefangen, an einer atombombe zu basteln. auf den schreck mussten wir dann alle einen schluck sekt rinken und fanden uns bald in einer geselligen sektrunde wieder. lola stand derweil mit ihrer freundin ella im winter-paddock und wälzte sich vergnügt im schlamm.

den nachmittag habe ich wieder gemütlich mit meinem krimi auf dem sofa verlümmelt. herrlich. mir gehts grad richtig gut. es gibt leute, die müssen faulsein lernen 😉

zu guter letzt möchte ich euch gerne auf einen neuen blog hinweisen. patentsocke heißt ein brandneuer blog, in dem flämmchen ihre kürzlich festgestellte diagnose brustkrebs verarbeitet. sie freut sich sicher über unterstützung und erfahrungsaustausch!

habt noch einen schönen restsonntag und viel spaß beim tatort 😆

 

Joschi hat die Pest

joschis jahr hat nicht so prickelnd angefangen. es gab ein paar blöde zwischenfälle mit viel zu großen hunden und genervten pferden. und ein nicht hundegerechtes gewitter.

wer meine joschigeschichten liest, weiß bestens bescheid über meinen wuscheligen, schwarzen tibet terrier. von mittelgroßer gestalt ist er in seinem herzen eigentlich ein dobermann. mindestens. und hat das herz eines löwen. und den sturkopf einer bretterwand. und ist, sagen wir mal, beratungsresistent, was deutlich größere rüden anbelangt. er hat noch nie gegen einen größeren rüden gewonnen. im gegenteil. aber das hält ihn nicht davon ab, wie vor ein paar tagen, einen irischen wolfshund anzupöbeln. einen angeleinten irischen wolfshund *schwitz*.

seit einigen monaten, genau genommen seit meinem reitstallumzug vergangenen sommer, gibt es in joschis leben eine neue herausforderung: egon. den stall- und hofhund. egon ist groß, schwarz und mächtig. eine durch und durch imposante, souveräne erscheinung. streckenweise humorlos. wäre ich hund, ich würde mich an allen ecken und enden vor ihm auf den rücken werfen und die weiße fahne hochhalten. joschi pöbelt ihn erstaunlicherweise nicht an, zollt ihm aber auch nicht den erwarteten respekt.  von anfang an schaut egon joschi mit hypnotischem killerblick, steifer rute und riesenkamm auf dem rücken an, und signalisiert ihm: „ich häuptling, du indianer.“ egon hört sehr gut, und alle versuche, sich an joschi heranzupirschen und ihm klarzumachen, wer der boss ist, wurden seitens seiner besitzer und mir bisher vereitelt.

bis vor ein paar tagen. ich war grad am ausmisten, als joschi mutterseelenallein über den hof trabte. und am hinterteil von luna, egons hauptfrau, schnüffelte. blöde idee war das. das getöse, dass egon und joschi veranstalteten, war beeindruckend, und als ich aus der box stürzte, sah ich ein wildes geraufe. wir trennten die hunde, es floss kein blut, und wir einigten uns darauf, dass das einfach mal geklärt werden musste, zwischen den beiden rüden.

seit 2 tagen läuft joschi nun mit einer verschorften nase herum. kampfspuren. kriegerhund. chingachgook. als ich heute mit ihm zu lola, meinem pferd fuhr, wurden wir unterwegs von andrea überrascht. andrea, dem sturmtief!!!! so etwas habe ich noch nie im auto erlebt. der wahnsinn. ich war mitten auf der autobahn, als es anfing, wie aus kübeln zu regnen, zu hageln, überall schlugen die blitze ein und der wind schüttelte so an meinem auto, dass ich dachte, mich fegt es von der straße. unglaublich. ich dachte, ich bin in irgendeinem horrorfilm. sichtweite gleich null. straße spiegelglatt. ich mordsschiss. uff. ich wusste mir nicht anders zu helfen, als unter einer brücke auf dem standstreifen zu halten und die warnblinkanlage anzumachen. joschi hatte solche angst und zitterte so stark, dass er mit den zähnen klapperte wie ein irrer. ließ sich auch nicht beruhigen. irgendwann beruhigte sich gott-sei-dank das unwetter zumindest so weit, dass ich weiterfahren konnte. als ich im stall ankam, war andrea dort gerade vorbeigezogen und es sah aus wie nach einer naturkatastrophe. der regen stürzte in sturzbächen die straße herab, ein ganz unwirkliches szenario.

joschi stürzte aus dem auto wie eine rakete und wollte in lolas box. da geht er furchtbar gerne rein, weil da so viele, kleine mäuschen sind, die er jagen kann. außerdem gewittert es da nicht. lola kennt joschi schon lange und ist immer sehr lieb zu ihm. das heißt, sie beißt und tritt ihn nicht 😉 heute allerdings wollte sie ihn nicht so richtig in der box haben. sie legte ein paarmal die ohren an und senkte ihren kopf in seine richtung. und was macht joschi? springt hoch wie der tasmanische teufel und versucht sie in die nase zu zwicken. etwa 10 x. das reicht auch dem liebsten pferd. mit einem satz senkte sie ihren kopf und zwickte ihn in den rücken. das geschrei und den tödlichst beleidigten hundeblick könnt ihr euch vorstellen?

zum krönenden abschluss habe ich joschi in der sattelkammer noch zwangsgebürstet, da er aussah wie ein dreckschwein. joschi hasst bürsten. zuerst versuchte er mich zu beißen, und, nach einem klaps, warf er sich theatralisch auf den boden und lag da wie ein sterbender schwan.

helmut, ein lieber mitreiter, sah sich das elend ein weilchen an und meinte. „egonrauferei, lolazwicken, zwangsbürsten. der joschi hat im moment echt die pest.“

jetzt liegt er hier neben mir, hat ein großes leckerli bekommen und streicheleinheiten. langsam wirds wieder. kann nur besser werden für joschi.

Glücksmomente

nach meiner gruseligen nicht-schlaf-nacht hatte ich heute ganz schön in der arbeit zu kämpfen. konzentrationsprobleme, hohe fehlerquote und das gefühl, einer rapiden verblödung zum opfer gefallen zu sein. joschi war heute mit im büro. er kriegt zum frühstück nie mehr schwarzwälder schinken als leckerli. hat mir nämlich ins büro gekotzt, der schnuckel. nachdem ich meinen arbeitstag trotz aller widrigkeiten zu ende gebracht hatte, fuhr ich mit joschi zum pferdchen.

lola stand auf der koppel und sah aus wie ein dreckschwein. ich denke jedesmal, sie kann es nicht mehr toppen. sie kann. eigentlich ist lola dunkelbbraun. heute war sie durchgehend lehmbraun. mit dem unterscheid, dass es tatsächlich auch lehm war, der sie vollständig bedeckte. pferd in lehmkruste. sie hatte sogar in den ohren lehm und in den wimpern. eigentlich war das einzige, das nicht von einer lehmschicht bedeckt war, ihre augäpfel, aus denen sie mich verliebt anschaute. klimper klimper. eigentlich müsste lola im schweine- und nicht im reitstall stehen.

ich brauchte etwa 30 minuten, bis ich die lehmkruste von ihr abgekratzt hatte. als sie sauber war, war ich von kopf bis fuß mit feinem lehmstaub bedeckt. joschi auch. heute war der erste tag nach dem hunde-pferd-drama von letzter woche, an dem ich joschi wieder ins gelände mitnahm. ich nahm ihn zunächst an eine lange longe und führte ihn so vom pferd aus. joschi trabte wie ein zirkushund neben uns her. nach einer weile beschloss ich, ihn abzuleinen. ich stieg ab und joschi warf sich theatralisch in den graben. der hund hat echtes schauspieltalent. als ob ich vom pferd steigen würde, nur um ihn zu vermöbeln. ich leinte ihn ab und stieg wieder auf. ich war echt neugierig, ob joschi irgendwelche konsequenzen aus seinem erlebnis letzte woche gezogen hatte. er hat. mit einem maximalabstand von 2 metern lief er vor. neben oder hinter uns. sobald der abstand größer wurde, kam er angerast wie ein geschoss. zum kreischen. er hatte definitiv keine lust auf eine weitere folge von hund-verläuft-sich-beim-ausritt-im-wald-und-ist-eine-stunde-verloren.

wir ritten über felder. die sonne schien. mehr goldener oktober geht nicht. ich schaute weit über die felder. lola schritt bester laune munter daher. joschi trabte wie auf sprungfedern mit. auf einmal war mir alles egal. die miese nacht. die probleme auf der arbeit. mein brustkrebs. einfach alles. alles war gut. wenn ich meine tiere nicht hätte.

Klebehund

ich habe seit ein paar tagen einen klebehund zuhause. joschi klebt wie gummi. lebt auf dem schoß, auf dem arm, auf dem sofa, im bett und klebt. vorgestern im reitstall saß er auf meinem schoß, was für ihn in der öffentlichkeit, wo er lieber den macker demonstriert, eher ungewöhnlich ist. das mag aber auch an dem auf dem hof neuen rüden samson, einem grauen hütehundkrawalinski, gelegen haben. zwischen den beiden geht noch was. heute morgen saß er wieder auf meinem schoß, ach was, er lag mir mehr oder weniger um den hals. braucht offenbar eine extraportion zuwendung, der schwarze wuschel. so werde ich mit ihm heute einen extraschönen ausritt mit pferd machen und danach gibt es ein paar leckerlis. mal schauen, vielleicht kratz ich ihm auch die pfoten aus und schmiere sie mit huffett ein, das mag er ja besonders gern 😉

Bohnen in den Ohren

joschi hat derzeit bohnen in den ohren. hört mäßig bis gar nicht. ob er immer noch den tierarztbesuch und den verlust einiger zähne übel nimmt? zuzutrauen wäre es ihm. jegliche joschi-rufe werden ignoriert und erst etwa nach dem fünften mal schließlich auch honoriert. er dreht einem dann den kopf zu. kommen tut er nicht. nur manchmal *seufz*.

da joschi ansonsten ein sehr lieber hund ist, lassen wir es ihm grad ein bisschen durchgehen. aber nur ein bisschen. vorgestern wurde beim waldspaziergang aufgrund eines totalen hörverlustes eine kleine hundetrainings-einheit fällig. sozusagen ein hunde-kurz-boot-camp.

und es wurde uns einmal mehr klar, wie klug tibet terrier sind. sobald das ihm bekannte signal ertönte: „joschi, steh!stand er auch schon wie eine eins. und spulte das komplette trainingsprogramm: steh! sitz! platz! voraus! bei fuß! bleib!“ völlig gelassen ab. mit sichtlich gelangweiltem gesichtsausdruck. beim befehl „platz“ schlug er sogar die vorderpfoten übereinander.

er wusste auch genau, wann die trainingseinheit vorüber war. sofort war der stopfen wieder in den ohren.

 

„joschi, sitz!“

Joschi vor neuen Herausforderungen

was soll ich sagen. auch ein hundeleben ist ständigen veränderungen unterworfen. so sah sich mein joschi, allgemein bekannt als mittelgroßer, wuscheliger, schwarzer hütehund, im vergangenen jahr von einem tag auf den anderen mit einem neuen familienzugang konfrontiert: lola, marke oldenburger stute. und mit lola gleichzeitig auch mit einer neuen lebenssituation: reitbegleithund, pferdehütehund, eifersüchtiger pferdehütehund, der darauf besteht, sich striegeln und die pfoten auskratzen zu lassen.

als waschechter tibet terrier hatte joschi zunächst die irrige vorstellung, chef aller anwesenden hofhunde zu sein. kurze zeit und diverse hunderaufereien später musste er sich von dieser vorstellung verabschieden und fand sich als unterste sprosse einer langen leiter der rangordnung wieder. so kanns gehen 😉

und nun, nur 1 jahr später, steht er vor einer neuen herausforderung. ich habe vor 2 wochen den reitstall gewechselt. große aufregung, kann ich nur sagen. lola, die sich nach 14 jahren in eine neue umgebung, und vor allem in eine neue herde, einleben muss, tat sich zunächst sehr schwer. wenn man beobachtet, wie eine stute versucht, ihren platz in einer neuen herde zu finden, versteht man den begriff stutenbissigkeit sehr genau. mir hat das herz geblutet, als ich über tage mit ansehen musste, wie sie gemobbt wurde und sich vergeblich darum bemühte, die gunst der leitstute zu gewinnen. wer einmal erlebt hat, wie sein pferd einsam und todunglücklich, weitab von der herde, unter einem apfelbaum steht und sehnsüchtig zur herde schaut, die ihr konsequent den hintern zudreht, der versteht, was wahres leid ist. aber, meine lieben, mein liebes pferdchen hat es seit vorgestern tatsächlich geschafft und ist jetzt offizielle freundin der leitstute. ich habe im leben noch kein glücklicheres pferd gesehen *korken knall*.

joschi indes hat gänzlich andere probleme: viele, neue stallhunde. es gibt derer wirklich sehr viele. große, kleine, mini, lieb, böse. die meisten hat er bereits getroffen und es ging ohne blessuren vonstatten. ich bin fast ein wenig erstaunt. entweder joschi wird langsam älter und ruhiger oder er hat dazugelernt.

da wäre egon, der hofhund und chef. der pate unter den hofhunden sozusagen. unkastrierter rüde, groß, schwarz, mächtig, imposant, dominant und 100% souverän. mir rutschte das herz noch tiefer in die hose als joschi, als ich egon sah. die hofbesitzer sagten mir, egon sei brav, es sei aber wichtig, dass joschi ihm nicht in sein revier käme und ihn als chef akzeptiere. darin ist joschi in der regel nicht so gut, knurrt er doch mit vorliebe größere, und vor allem schwarze hunde an. aber siehe da, es genügte eines beeindruckenden aufblitzens des schneeweißen gebisses, was bei einem pechschwarzen hund besonders beeindruckend ist und eines langen, tiefen blickes, und joschi verstand die botschaft: „piss nicht in mein revier, du tibetischer zottel, sonst zieh ich dir deine rastalocken glatt.“ puh. ich hoffe, es bleibt dabei.

eine weitere gefahrenzone ist tarzan, der ungelogen größte kampfhund, den ich je gesehen hab. ein mix aus allem, was groß, böse und kämpferisch ist. und unkastriert. uff. warum haben menschen solche hunde? das gute an tarzan ist, dass er auf dem hof absoluten leinenzwang hat. ihm sind wir bislang 3x begegnet. jedesmal fing er bei joschis anblick an zu sabbern und zu zittern.

das wären vorläufig alle gefahrenzonen, die übrigen hunde sind klein und überwiegend freundlich. obwohl, da wäre noch heinz, der braune pudel. den hat joschi kürzlich den hof einmal rauf- und wieder runtergerauft. ich kann es mir nur so erklären, dass joschi ihn als egon-frust-ventil missbraucht hat. heinz war völlig geschockt deswegen und versteckte sich danach im kuhstall. hat gott-sei-dank keiner mitbekommen.

es gibt auch einige kleine, wunschelige hündinnen, die joschi bekanntlich ja besonders liebt. derzeit verhält er sich aber überraschend zurückhaltend, was ich eindeutig auf egons präsenz zurückführe. vor egon hat joschi die hosen voll. als ich vor einigen tagen mit ein paar anderen reitern bei einer limo zusammen saß, schlich egon um uns herum und terrorisierte joschi aus allen denkbaren winkeln mit abgrundtief bösen blicken. joschi schrumpfte immer weiter in seinem fell zusammen. bis es ihm zu bunt wurde. still und unauffällig verdrückte er sich. als ich ihm hinterherging, sah ich, wie er sich in lolas leere box schlich und sich dort gemütlich und sicher ins heu legte. man muss sich nur zu helfen wissen.