Joschi grast

lola wurde heute geimpft und darf nun ein paar tage nicht geritten werden. also beschloss ich, sie heute in ruhe „angrasen“ zu lassen. „angrasen“ bedeutet, dass man ein pferd einige wochen, bevor es auf die weide geht, täglich eine zeitlang saftiges, junges gras fressen lässt. das hat was ungemein beruhigendes. man hat sein pferchen an einem langen strick, steht gemütlich in der sonne herum, schaut seinem überaus glücklichen pferdchen mein grasrupfen zu, und ab und zu geht man ein paar schritte.

das war für mich heute genau das richtige.

für joschi auch.

ein weilchen sah er lola zu und beschloss dann, ebenfalls zu grasen. ich habe es fast schon erwartet, nach allem, was in den vergangenen monaten vorgefallen war.  wie ein schwarzes tibet-schaf graste er direkt neben ihr und fraß nicht eben unerhebliche mengen frischen klees.

jetzt liegt er hier neben mir auf dem sofa und guckt triefäugig. ich warte ein wenig darauf, dass er mir heute noch die bude vollkotzt.

Joschi im Baumarkt

armer joschi. armer, amer joschi. so ein elendshund. nein, diesmal keine stubenfliegen. diesmal baumarkt. unser haus am see ist nun fertiggebaut und wir sind auf besorgungsfahrten unterwegs. gestern stand bad+WC auf dem plan. da wir sehr lange unterwegs waren, nahmen wir joschi mit. im jeep. joschi hasst den jeep. wir wissen nicht warum, vermuten, dass man ihn vielleicht mit einem jeep ins tierheim gebracht hat. damals. keine ahnung. jedenfalls hasst er ihn. weigert sich einzusteigen. muss reingehoben werden. sitzt dann elendig und am ganzen leibe zitternd im fußraum und nutzt jede gelegenheit, abzuhauen und sich irgendwo zu verstecken. dabei ist er sehr geschickt. gestern zum beispiel hat er sich im garten genau hinter einen busch gesetzt und wir haben den ganzen garten abgesucht, bis wir ihn dort gefunden haben. etwa 5 cm groß war er und unsichtbar. dachte er jedenfalls.

das einzige gute am jeepfahren ist, dass am ende einer fahrt meist ein spaziergang steht. gestern aber nicht. gestern war das ende der reise ein baumarkt. da der parkplatz von der sonne völlig aufgeheizt war, nahmen wir ihn mit rein. anbinden kann man joschi draußen nicht. nach dem einen oder anderen versuch fanden wir joschi jeweils von einer beachtlichen (uns feindlich anblickenden) menschenmenge umgeben im hundekoma vor und verzichteten künftig darauf. gestern wurden wir gleich am eingang von einer freundlichen baumarktmitarbeiterin abgefangen, die uns mitteilte, hunde dürften nicht rein. wir erklärten ihr kurz die situation und sie erlaubte uns freundlicherweise, joschi mitzunehmen. auf dem arm oder im einkaufswagen. joschi ist, wie gesagt, mittelgroß und nicht sooo leicht, arm fiel also aus. blieb nur noch einkaufswagen. mein mann holte einen schönen, silbernen baumarkt-einkaufswagen und wir hoben joschi hinein.

😯

so etwas hatte joschi noch nie erlebt. panisch hechtete er wieder heraus und ergriff die flucht. insgesamt 5x. durch gutes und energisches zureden unsererseits und seitens mehrerer besorgter baumarktmitarbeiter kapierte joschi, dass er keine chance hatte und blieb sitzen. wir schoben ihn durch den baumarkt und joschi schaffte es allein kraft seines gesichtsausdrucks, dass alle, ich meine wirklich alle, die ihn sahen, in extremes mitleid verfielen und ihn hätschelten. wir ließen ihn ein ganz kurzes weilchen alleine im wagen und als wir zurückkamen, stand ein kräftiger mann mit walkietalkie neben ihm und schaute ihn nachdenklich an. er entpuppte sich als security-mann und sagte uns, dass das eigentlich nicht ginge, weil man keine ausnahmen machen wolle und wo käme man denn dahin, wenn nun jeder seinen hund mitbringen würde, vor allem seinen großen hund. vor seinem gesitigen auge sah er heerscharen von doggen und rottweilern, die in einkaufswagen durch den baumarkt geschoben würden. joschi warf ihm einen dergestalt elenden blick zu, dass er jedoch von einer auf die andere sekunde ein mitleidsgesicht aufsetzte, kutschu-kutschu-geräusche machte und anfing, joschi zu kraulen.

joschi überlebte das ganze irgendwie, auch die rückfahrt im jeep, aber er sprach den rest des tages nicht mehr mit uns.

ich weiß, es ist gemein, mensch oder tier in seinem elend zu fotografieren, wir konnten es uns aber  nicht verkneifen, asche auf unser haupt 😉

 

 

Der Joschi: bekommt man von Fliegen Verstopfung?

des einen freud ist des andern leid. so zum beispiel der frühling. wir alle können es kaum erwarten. mittelgroße, schwarze tibet terrier mit einer ausgewachsenen stubenfliegenphobie hingegen sehen das ganz anders.

seit ein paar tagen geht es langsam wieder los: die eine oder andere stubenfliege findet ihren weg in unsere stube und brummt zaghaft herum. noch. denn die stubenfliegen werden nun systematisch wachsen und immer lauter. bis auf gefühlte kampfhubschraubergröße und -frequenz. und die größten und stärksten von ihnen kommen zu uns. in unsere stube. mit nur einem ziel: joschi zu terrorisieren.

sie fliegen ihn nämlich an. mitten ins fell. und joschi stirbt vor angst. und verbringt den halben sommer hinter dem sofa, hinter der stechpalme oder unter dem esstisch. und zittert. und leidet. schrecklich ist das. so viele von den brummern kann man gar nicht killen.

jedenfalls geht es wieder los. und joschis persönlicher horrorfilm beginnt. vor 2 tagen kam er gemütlich ins wohnzimmer getrottet, als er plötzlich wie vom blitz getroffen erstarrte, das gesicht kraus zog, mit einem leicht irren gesichstausdruck an die decke starrte, augenblicklich auf eine miniaturausgabe seiner selbst schrumpfte, ohren und schwanz einklappte und verschwand. oh.mein.gott.

heute morgen ging ich vor der arbeit mit ihm gassi. er trabte munter vor mir her, als ihm plötzlich und ohne vorwarnung eine fliege ins maul flog. ich sah sie noch kommen und dachte: „nö, die wird doch wohl nicht…“ sie hat. flog rein und ward nicht mehr gesehen. ich vermute, joschi hat sie verschluckt. denn er machte sofort laute würgegeräusche, hustete und warf sich zu boden. ich bin vielleicht erschrocken. und fragte mich, ob ich joschi eventuell gleich wiederbeleben musste. okay, das wars dann mit dem spaziergang. ich drehte um und brachte einen völlig paranoiden tibet terrier nach hause.

warum, lieber hundegott, warum nur schickst du ausgerechnet dem größten fliegen-schisshasen eine morgendliche fliege? hm, sag mal? und? klar, kommt wieder mal nichts…typisch.

jedenfalls hat joschi seitdem verstopfung. kriegt man von verschluckten fliegen verstopfung?

Joschi im Sexrausch und die Folgen

da ihr euch ja so lieb sorgen macht um joschis befinden nach der erfolgreichen befruchtung von emma, will ich euch nicht im ungewissen lassen:

gestern war ganz, ganz schlimm. joschi lag den halben tag depressiv hinter dem sofa. wir haben einen schönen, sonnigen spaziergang mit ihm gemacht und er trabte, naja, sagen wir mal, er trabte mit. hatte immer noch dramatische verstopfung und lief ein drittel des weges buckelig und drückend herum, der arme kerl. kam nix. zuhause nahmen wir ihn dann aufs sofa, um ihn zu hätscheln. nach kurzer zeit breitete sich ein bestialischer gestank im raum aus. nachdem mein mann und ich uns gegenseitig verdächtigten, käsefüße und ähnliches zu haben, einigten wir uns darauf, dass der hund so stinkt. er wurde genaustens untersucht und berochen, stank wie die pest, wir fanden die ursache aber nicht. haben ihn sicherheitshalber gebadet. heute morgen entdeckte ich dann die ursache. überall auf dem sofaüberwurf und den sofakissen waren kackspuren. meine waren es nicht. die meines mannes auch nicht. bleibt ja wohl nur einer übrig. habe alles abgezogen und in die waschmaschine gesteckt. und mich daran erinnert, dass heute morgen, bevor ich das desaster entdeckte, besuch da war und genau auf diesem sofa gesessen hat :mrgreen:

eben war ich mit joschi beim pferd, ich glaube, das hat ihn aufgeheitert. er war aber an den anderen hunden null interessiert, was ungewöhnlich ist. klebte an lola und wollte pferdeleckerli essen, sonst nichts. armer joschel, wenn er doch könnte, wie er wollte. dann würde er mit emma in einer flotten penthouse-hundehütte leben, rehrücken futtern und sex haben, wann immer er will. hunde haben es nicht leicht.

 

Joschi im Hunde-Boot-Camp

joschi, der hier gut bekannte, schwarze, mittelgroße, wuschelige tibet terrier, ist ein süßer fratz. mitunter ist er aber auch ein sehr ungehorsamer fratz. er wickelt uns perfekt um den kleinen finger und man lässt ihm dann fast alles durchgehen. und irgendwann macht er was er will. das er uns nicht den vogel zeigt, wenn wir ihn im wald rufen, fehlt dann gerade noch. in letzter zeit hatten wir die vermutung, er sei schwerhörig oder gar taub geworden. oder er hätte, ohne es uns mitzuteilen, spontan seinen namen geändert. wie dem auch sei, vor allem die jüngsten ereignisse im reitstall haben dazu geführt, dass wir beschlossen, joschi wieder ein paar erziehungseinheiten zukommen zu lassen. er war ja mal in der hundeschule. und joschi ist ein sehr schlauer hund und lernt alles ganz schnell. und schmeißt es dann zackig wieder über bord.

seit dem wochenende gibt es jeden tag eine erziehungseinheit im hause katerwolf. ein privates joschi-boot-camp. ich muss zugeben, dass es wirklich entzückend ist, ihn zu trainieren. er macht sofort mit, macht alles gleich richtig, ist eifrig und stolz. nur, um dann den richtigen moment abzupassen und sich aus dem staub zu machen. aber es klappt immer besser. er weiß ja, wie es geht. und weiß genauso, was man von ihm will 😉

gestern habe ich dann die erste trainingseinheit im reitstall durchgeführt. denn es geht nicht, dass er lola anspringt, versucht, sie in die nase zu beißen, mir das putzzeug aus der hand reißt, um zuerst geputzt zu werden und allerlei mehr. das ist zwar niedlich und lustig, aber auch gefährlich für hund, pferd und mensch und außerdem soll man dieses dominanzverhalten bei hunden nicht dulden. da joschi ein hütehund ist, hatte ich überlegt, mal einen schäfer zu fragen, was ich machen soll. auf dem weg zum reitstall sehe ich neuerdings immer einen schäfer mit schafherde und 2 hunden. als ich gestern an ihm vorbeifuhr, bremste ich neben ihm. er drehte sich zu mir um. er sah aus wie seine schafe. völlig verdreckt, schwarz im gesicht, lange, buschige haare, filziger bart und kleider, die noch nie eine wäsche gesehen haben. ich glaube, er lebt mit seinen schafen und hunden. das soll sich jetzt nicht gemein anhören! aber ich hatte plötzlich muffe und bin dann weitergefahren.

statt dessen habe ich für joschi nun einen festen regelplan eingeführt. er muss abstand von lola halten. er muss warten. ich schicke ihn in der nähe in sitz und dann muss er warten, bis ich lola fertig geputzt und gesattelt habe. erst dann gehe ich zu ihm, lobe ihn, putze auch ihn (darauf besteht er) und gebe ihm, wie lola zuvor auch, einen kanten hartes brot. er will genau das gleiche fressen wie lola. wie ihr wisst, muss ich ihm ja auch die pfoten auskratzen *flüster*.

ich muss sagen, dass das gestern hervorragend geklappt hat. auch beim ausreiten halte ich nun ständig kontakt zu ihm, rufe ihn, lobe ihn und schimpfe auch mal. wichtig ist, dass er nah beim pferd bleibt. das kommando fuß vom pferd aus ist der knüller. es ist nämlich absolut unter seiner würde, neben lola bei fuß zu gehen. da er gestern aber super brav war, hat er es gemacht. mit todesverachtung. zum wegbrüllen. wenn ich ihn lobe, dreht sich übrigens lola eifersüchtig nach mir um und will auch gelobt werden. es ist schon ein spaß.

und eins muss ich euch noch erzählen: als ich gestern ausgeritten bin, kam ein so dichter nebel auf, dass man kaum die hand vor augen gesehen hat. man hätte wirklich gut ein nebelhorn brauchen können. beide tiere hatten angst. große angst. und angst verbündet. so schlichen sie beide mit großen augen und lola mit aufgeblähten nüstern nebeneinander her und fürchteten sich zu tode. ich weiß nicht, ob ich mich getäuscht habe, aber es schien mir, als hätte die große lola doch tatsächlich beim deutlich kleineren joschi schutz gesucht 😉

Hunde, Dramen, Heldentaten – Joschi strikes back!

oh.mein.gott. wer denkt, joschis drama-phase sei vorüber, wird heute eines besseren belehrt.

ich bin mir nicht sicher, ob joschi vielleicht nicht doch realisiert hat, dass lola nun mein pferd ist. vielleicht spürt er das und sieht seine position als first-dog gefährdet. wer weiß, jedenfalls hat er gestern sein eifersuchtsdrama von sonntag letzter woche noch getoppt.

als ich gestern die pferdebox öffnete, raste joschi schon wie ein werwolf rein und sprang kläffend durch die gegend. ich bin wirklich sehr froh, dass lola so gutmütig und hundelieb ist. jedes andere pferd hätte ihn mit den zähnen aus der box geschmissen. soweit so gut. in der stallgasse angekommen, riss mir joschi den hufkratzer aus der hand und streckte mir seine vorderpfote entgegen. das kennen wir ja schon. und wer nicht und das nicht glaubt, möge es bitte hier nachlesen. ich kratzte joschi also die pfoten aus, striegelte ihn, wohlgemerkt bevor ich diese handlungen an lola ausführen konnte und musste ihm diesmal versuchsweise die geländegamaschen um den fuß schnallen, nur damit er merkt, dass er hier definitiv nichts verpasst. geländegamaschen? ja, richtig gehört. ich bin gestern bei den eisigen temperaturen nämlich völlig schmerzfrei ausgeritten. nach meiner bislang eher bescheidenen woche habe ich das dringende bedürfnis verspürt, das zu tun.

ich also raus und joschi munter vorneweg. das kennt und liebt er ja schon seit nunmehr 6 monaten. nach einem weilchen jedoch drehte er sich um, lief neben uns her und fing an, mir sehnsüchtige blicke zuzuwerfen. noch ein kleines weilchen später fing er an, seitlich an lola hochzuspringen. er wollte eindeutig auf das pferd. einen kurzen augenblick überlegte ich, ob ich ihn einfach mal hochnehmen soll, stufte es dann insgesamt aber als zu gefährlich ein und schickte ihn ins voraus!“ mit dem resultat, dass joschi zurückfiel und nun hinter lola herschlich. was lola wiederum nervös machte und dazu führte, dass sie sich permanent nach ihm umdrehte und anfing zu rutschen. ich schickte ihn erneut und diesmal mit diktator-stimme ins „voraus!“. und joschi lief beleidigten blickes an uns vorbei und lief nun mit märtyrergesicht vor uns her.

nun ist lola auch ein kleiner schisshase und machte aus dem stellenweise gefrorenen weg ganz großes kino. trippel hierhin, trappel dorthin, schnauf, pruuust. an einer stelle brach sie mit dem huf ein winziges stückchen ein und schoss sogleich wie von der tarantel gestochen nach vorne. wo joschi beleidigt vor sich hin trabte. joschi schoss ebenfalls mit einem riesensatz voran, jaulte einmal laut und setzte den rest des weges mit zu tode beleidigtem mördergesicht fort. 10 meter hinter uns. sobald ich mich nach ihm umdrehte, blieb er stehen und sah aus wie jesus am kreuz. *seufz*

der ausritt war kalt aber dennoch schön aber mir scheint, ich war die einzige, die ihn so richtig genoss. pferd und hund waren offensichtlich erleichtert, als wir wieder im stall waren. ich versorgte lola und packte sie – unter extrem missgünstigen blicken seitens joschi – in ihre winterdecke und gab ihr aus der pferdetüte ein paar kanten trockenes brot. das liebt sie.

und nun geschah etwas, das mich doch schockte. lola kaute zufrieden auf ihrer brotkante herum, wobei eine hälfte der brotscheibe aus ihrem maul schaute. und was macht joschi? springt hoch wie ein tasmanischer teufel und reißt ihr das brot aus dem maul. um es anschließend vor ihren augen wie ein werwolf zu verschlingen. lola nahm in daraufhin mit schmalen augen ins visier. das ist mir sehr wohl aufgefallen. nicht so joschi. als ich lola nämlich in die box zurückführte, war joschi ganz plötzlich und zufällig für einen kurzen moment unter ihrem fuß. nichts dramatisches aber es gab ein entrüstetes jaulen seitens joschi und einen völlig unbeteiligten blick seitens lola, die weitertrottete, als wäre nichts passiert.

ich muss morgen mal eine friedenspfeife mit den beiden rauchen 😉

Joschi und ein Eifersuchtsdrama erster Klasse!

ich muss sagen, joschi hat derzeit einen guten run. wenn da nicht die anderen tiere wären. so insgesamt. weltweit. nach seiner erniedrigenden luchs-episode am donnerstag könnte man meinen, es wäre gut. aber mitnichten. es scheint, als hätte joschi in den letzten tagen eine art tier-karma abzuarbeiten. ihr alle wisst, dass joschi so ein eifersuchtsding mit meinem pferd lola am laufen hat. wer es nicht weiß, der schaut einfach mal in meiner kategorie unter hunde und pferde nach und wird fündig. jedenfalls ist joschi sehr eifersüchtig auf lola. das führte in der vergangenheit dazu, dass sich joschi, der es hasst, wenn man ihn bürsten will, vor allem die pfoten (er behandelt einen dann wie seinen endgegner und läuft aus diesem grund überwiegend ungebürstet und struppig herum), im reitstall bürsten lässt. weil – sonst könnte man ja auf die idee kommen, das pferd zu bürsten. er bewacht den putzkasten und springt sofort an der bürste hoch, sobald ich sie herausnehme. dann bürste ich ihn ausgiebig und dann erst darf ich lola bürsten.

einen höhepunkt erreichte dieses putz-anbiedern an einem herbsttag letzten jahres, als joschi beschloss, ich müsse ihm nun vor lola alle 4 pfoten mit dem hufkratzer auskratzen. ich könnte für diese nummer mittlerweile eintritt nehmen, so viele menschen aus dem freundeskreis und aus dem reitstall haben sich das mittlerweile schon angesehen. begleitet von gemurmelten, ungläubigen sätzen wie: „es ist tatsächlich wahr!“

witterungsbedingt hatte ich joschi in den letzten wochen nicht zum pferd mitgenommen. erst vergangene woche wieder. irgendwie war er völlig überfordert, weil er mehr oder weniger auf einmal versuchte, lola zu hüten (oder besser zu terrorisieren), gebürstet zu werden, den boden nach pferdeleckerli abzusuchen, den umkreis von 100 metern zu markieren und mit allen hunden im stall streit anzufangen. sobald ich am samstag die pferdebox aufmachte und lola auch nur 1x mit den augen zwinkerte, fing joschi an zu kläffen und lola einzuschüchtern, indem er vor ihrer nase auf und ab sprang und bellte wie verrückt. lola ist ein sehr geduldiges tier. sie mag hunde. auch joschi. aber irgendwann hat auch mal eine lola die schnauze voll. so am donnerstag, als sie erstmalig die kläffattacke konterte. ich sah nur, wie sie mit einem mal schmale augen bekam und wie eine muräne mit dem kopf nach unten schoss und nach ihm schnappte. daneben. joschi erstarrte in der bewegung wie ein comic-hund und sprang entsetzt nach hinten. mit weitaufgerissenen augen und offener schnauze. ein bild für die götter 😉

auf dem weg zur stallgasse raufte er ein wenig mit idefix, einem raufkumpel aus dem stall, um irgendwas auf dem boden (ich glaube, ein strohhalm) und ließ sich dann neben dem putzkasten nieder. wobei er lola hypnotisch anstarrte. sobald ich den hufkratzer rausnahm, sprang er behende hoch und schnappte ihn mir aus der hand. ein irrer, sag ich nur. ich kratzte ihm unter den giggelnden blicken einiger teenie-mädchen die pfoten aus und versuchte dabei auszusehen, als wäre das völlig normal.  als ich lola nach dem putzen ein großes stück trockenes brot gab, fiel ihr etwas davon aus dem maul auf den boden. blitzschnell schnappte sich joschi das stück und fraß es wie ein schiffbrüchiger. dabei bekam er sich mit idefix, der eine futterneid-attacke bekam, ein zweites mal in die wolle.

das war der samstag.

am sonntag waren wir bei freunden zum brunch eingeladen. die wohnen auf dem land und haben ein riesiges grundstück. mit schafen. heidschnucken. das sind so eine art monsterschafe, sehr groß und mit hörnern. joschi liebt es, dorthin zu fahren. dann kann er nämlich seine hütehund-natur ausleben. auch gestern wieder rannte er beherzt auf die wiese, ortete die schafe und scheuchte sie ein bisschen umher. rauf und runter und wieder bisschen links und dann wieder rechts. bis der widder sich sagte:

hm, habe ich in echt bock drauf, mich von diesem mittelgroßen, schwarzen tibet terrier umherscheuchen zu lassen? VOR meinen mädels? nö!“

joschi kann noch schneller rennen als ich dachte 😉 und wir machen jetzt mal eine schöne, tierfreie woche mit joschi!