4. Brustkrebsnachsorge – 1 Jahr geschafft!

dieser post wird für viele meiner leser nicht so spannend sein, umso mehr aber für die leserinnen unter euch, die selbst betroffen sind, und ich weiß, dass das viele sind. wer sich dennoch einfach „nur so“ informieren will, nur zu 😆

ich habe heute meine 4. brustkrebsnachsorge gehabt. genau genommen vergangene woche donnerstag und eben heute. vorneweg: alle ergebnisse sind in ordnung. ich bin gesund. 😆

dennoch wäre es gelogen zu sagen, dass ich jetzt vor freude jauchzend in der gegend rumspringe. die untersuchungen waren anstrengend, physisch und psychisch. das muss sich jetzt erstmal setzen. die freude und erleichterung kommt, wie ich denke und wie es bislang auch immer war, zeitverzögert hinterher.

der punkt ist der: man weiß einfach zu genau, dass es sich nur um eine zwischenentwarnung handelt. und auch wenn man sich noch so oft verinnerlicht, dass man eine gute prognose hat, so ganz traut man dem braten nie. hinzu kommt, dass die nachsorgeuntersuchungen einen daran erinnern, was die tatsächliche ursache für diese untersuchungen ist. eine tatsache, die man zwischendurch gerne mal „vergisst“. zum beispiel dann, wenn man, so wie ich vergangene woche, einen so immensen energieschub hat und denkt: „pfft, mir geht es ja super. was soll da noch kommen???“

zum beispiel eine nachsorgeuntersuchung. dann wird man ein bisschen kleinlaut und denkt sich: „hm, ja, also, wie ätzend.“ und temporär kommt dann die ganze soße hoch. aber das geht auch wieder vorbei und ich bin an solchen tagen wie diesem sehr froh, dass ich nach wie vor zu meinem psychoonkologen gehe. heute etwa. dem ich dann von kopf bis fuß meine ängste offenlege. und der dann etwas kluges sagt, das die ängste wieder relativiert. ich nehme mal an, dass ich nach der heutigen sitzung realisiere, dass auch diese nachsorgeuntersuchung mit gutem ergebnis abgelaufen ist und ich grund zur freude habe.

was genau wird in einer 4. nachsorgeuntersuchung gemacht? ich kann hier nur von meinem befund ausgehen, der da wäre: G2, größe des tumors, der entfernt wurde: 1,4 cm, kein lymphknotenbefall, positive hormonrezeptoren, therapie: brusterhaltende operation, bestrahlung, antihormontherapie mit tamoxifen (5 jahre), zoladex (3 jahre) und zusätzlich zometa (2 jahre). keine chemo.

nach der operation finden bei mir die ersten 2 jahre im abstand von 3 monaten nachsorgeuntersuchungen statt, später dann nur noch alle 6 monate. nach ablauf der therapie, in meinem fall nach 5 jahren, reduziert sich dieser abstand erneut. in der regel geht man davon aus, dass das rückfallrisiko innerhalb der ersten 2 jahre nach auftreten der ersterkrankung am höchsten ist. danach reduziert es sich. nach 5 jahren gilt man in vielen fällen als geheilt. das hängt vom befund, von der therapie und prognose ab. meine prognose und therapie sieht das so vor. ich werde nach 5 jahren als geheilt eingestuft. ich lasse zusätzlich alle 3 monate meine augen untersuchen, da das tamoxifen zu veränderungen der netzhaut führen kann.

in den nachsorgeuntersuchungen wird alle 3 monate untersucht: tastbefund brust, sonographie brust, gynäkologische untersuchung, blut- und urinentnahme, ausführliches gespräch. alle 6 monate wird eine umfassendere untersuchung gemacht. nach den ersten 6 monaten nach der operation kam bei mir zusätzlich eine mammographie beider brüste hinzu. nach weiteren 6 monaten, also diesmal, umfasste die nachsorge folgende untersuchungen:

mein behandelnder gynäkologe, der die zusatzqualifikation onkologischer gynäkologe (das ist ein gynäkologe, der auf krebserkrankungen spezialisiert ist, vornehmlich krebserkrankungen der brust und des unterleibs) hat, deckt folgendes ab: ausführliches gespräch. blutwerte (leber, tumormarker, etc.), urinwerte. gynäkologische untersuchung inklusive abstrich und sonographie (das macht man hauptsächlich wegen der etwaigen nebenwirkungen von tamoxifen). tastbefund der brust. sonographie beider brüste. sonographie der leber.

darüber hinaus wurde ich zu einem radiologen überwiesen, der ergänzend folgende untersuchungen durchgeführt hat: röntgen thorax, lunge. mammographie der operierten brust. und nur der. eine sehr genaue sonographie der operierten brust, genannt mammasonographie.

auf ein knochenszintigramm und kernspin wird in meinem fall verzichtet, da die strahlenbelastung im verhältnis zu meinem rückfallrisiko als zu hoch eingestuft wird. das wird nur in dem fall gemacht, wenn die anderen untersuchungen grund zur sorge geben.

und wie sind diese untersuchungen so? ich mag sie nicht. das heißt, die untersuchungen bei meinem gynäkologen finde ich ok. er ist menschlich total ok und sagt mir jedesmal, dass ich gesund bleiben werde und ich glaube ihm das. die radiologische untersuchung ist grässlich. zum einen, weil es weh tut wie sau, wenn die operierte brust auf diese röntgenplatte gepresst wird. vor allem, wenn man so kleine brüste hat wie ich. mir ist heute vor schmerz der kreislauf in den keller gesackt. die praxis, in der ich das machen lasse, ist äußerst kompetent und in unserer region die beste. allerdings fordert einem die nüchtern-sachliche atmosphäre dort einiges an innerer stärke ab. vor allem, wenn auf persönliche statements wie etwa: „ich glaube, bei mir kommt das nicht wieder zurück!“ so gar kein feedback kommt. nur stille. aber das was zählt, ist letztendlich das ergebnis. meine erste mammographie-untersuchung, nachdem ich den knoten entdeckt hatte, wurde in einer anderen radiologischen praxis vorgenommen. die waren sehr nett – den knoten haben sie in der mammographie allerdings übersehen. erst als ich auf anraten meiner damaligen gynäkologin in besagte 2., und nun für mich aktuelle, praxis ging, um eine 2. meinung einzuholen, wurde der tumor als solcher entdeckt.

jetzt ist erstmal wieder ruhe. die nächste zoladexspritze ist erst in 4 wochen, die nächste zometa-infusion anfang märz und die nächste nachsorge ende april. ich gehe jetzt mal zu meinem psychoonkel, wie ich ihn nenne ,und dann werde ich mich mal entspannen.

Werbeanzeigen

2. Nachsorge: Tag der Folter

heute war bislang ein tag der folter 🙄

6 monate nach der operation steht die 2. nachsorge an. meine 1. nachsorge vor 3 monaten, also 3 monate nach der op, umfasste eine gründliche sonographie, tastbefund, blutentnahme und ausführliches arztgespräch und ergab keinen anlass zur sorge. nach 6 monaten steht in der regel die 1. mammographie an. und natürlich auch wieder sonographie, blutentnahme und gespräch. das wird in der regel aufgeteilt und der mammographie-termin vorgeschoben, so dass diese ergebnisse zum arztgespräch und weiteren nachsorgeuntersuchung vorliegen. dieser termin ist in 10 tagen. heute stand die mammographie auf dem plan.

wisst ihr, das war so eine sache mit der mammographie heute. sie fand in der praxis statt, in der anfang januar, nachdem ich den knoten entdeckt hatte, die sonographische untersuchung stattgefunden hat. heute stand ich also wieder in dem gleichen raum, neben der liege, auf der ich vor knapp 6 1/2 monaten lag, voller angst und das angespannte, besorgte gesicht der ärztin sah, während sie auf den bildschirm des ultraschallgerätes schaute, nein: starrte. und schließlich der alles verändernde satz:

„ich sehe hier einen tumor. ich bin sicher, dass er bösartig ist.“

und dann der boden, der sich mit diesem satz unter mir auftat und mich verschluckte. für lange zeit.

ein halbes jahr ist das her. als ich heute neben dieser liege stand, sah ich sie mir genau an und hatte die damalige szene so deutlich vor augen, wie es nur geht. im zeitraffer liefen die 6 monate vor meinem inneren auge ab. wahnsinn, was ich da durchgemacht habe. was bin ich für ein ungemein tapferes menschenkind.

die mammographie war gauenhaft, tat echt weh. ich habe nicht allzu große brüste und meine operierte brust ist immer noch sehr empfindlich. als sie dann in das gerät reingepresst wurde, blieb mir echt die luft weg und ich musste massiv die zähne zusammenbeißen. boah, wenn dies hier zufällig ein hobby-folterknecht liest: sehr wirksame methode!

die ärztin erinnerte sich noch an mich und erkundigte sich, wie es mir geht. wie immer bei arztgesprächen, verbreitete sie gedämpfte zuversicht und hielt sich bedeckt. das ist immer so. man geht zum arzt rein und erhofft sich nichts sehnlicher als zu hören:

„wow, super. sie sind geheilt. für immer. gratuliere.“

diesen satz hört man nach einer krebserkrankung in der regel nicht. vielleicht so nach 6, 7 oder 10 jahren, wenn man sie ohne auffällige befunde überstanden hat. dann wird vermutlich vorsichtiger optimismus verbreitet. aber man lernt, zwischen den zeilen zu hören und aussagen wie:

„das sieht gut aus. ich bin sehr zufrieden mit ihnen. aller voraussicht nach wird ihr kopf auf den schultern bleiben.“

realistisch einzuschätzen und seinen glauben an das eigene überleben immer weiter zu stärken. es wird zum wichtigsten im leben.

die heutige mammographie und sonographie ergab nichts verdächtiges und die radiologin war sowohl vom kosmetischen aspekt als auch vom heilungsprozess meiner brust begeistert 😆

danach stand die nächste teiluntersuchung bei meinem gynäkologen an und ich tappte halb erleichtert, aber auch angespannt in richtung parkhaus. auf dem weg dorthin musste ich mir zur beruhigung meiner nerven 2 paar schuhe kaufen. ging ganz schnell 😆 1 paar behielt ich gleich an. außerdem belohnte ich mich mit einem buch, was ich in solchen situationen sehr gerne mache. im wartezimmer hatte ich in einer zeitschrift einen buchtipp gelesen: Linda Tucker, die Löwenfrau. die autobiografische geschichte einer jungen frau, die in südafrika aufgewachsen ist und bei einer safari von einem rudel weißer löwen angegriffen wurde. eine afrikanische schamanin rettete ihr leben. die autorin schmiss daraufhin ihren job in einer werbeagentur hin und ließ sich zur schamanin ausbilden. jetzt kämpft sie um den erhalt der weißen löwen und der natur.

das hört sich nach einer geschichte an, die ich unbedingt lesen will. ich liebe solche lebensgeschichten.

als ich bem arzt ankam, hatte ich mir in dem neuen schuh eine gigantische blase gelaufen und das, obwohl ich ihn nur etwa 200 meter am fuß hatte :mrgreen:

beim gynäkologen angekommen, kam der folter 2. teil: blutentnahme aus meiner guten alten vene, die nicht immer blut geben will und heute erstmal gar nicht und dann auch nur in zeitlupe. irgendwie will sie nicht mehr. ist immer noch geschockt und beleidigt, dass SIE jetzt blut geben muss und nicht mehr die am linken arm, die nicht mehr darf. zicke. und, als krönender abschluss, gab es als zugabe noch eine zoladexspritze, die auch für heute terminiert war. super, meine lieblings-horror-spritze. während sie in meinen bauch eindrang, starrte ich auf meine schuhtüte und das neue buch.

jetzt hab ich es aber hinter mir und bin endlich zu hause, erschlagen zwar, aber durch mit dem programm. in 10 tagen kommt dann der letzte teil der nachsorge, der ist dann aber komplett spritz- und folterfrei. mein hundimausispatz hypnotisiert mich seit geraumer zeit und ich werde jetzt mit ihm eine schöne, große waldrunde drehen. machts gut, bis morgen! ach ja, die schuhe habe ich auf dem rückweg umgetauscht 😉

Kurs zur Brustselbstuntersuchung

ich habe gestern einen kurs zur brustselbstuntersuchung gemacht. da ich ein sehr dichtes drüsengewebe habe, gehe ich seit vielen jahren regelmäßig zur vorsorge (alle 6 monate, abtasten durch gynäkologin, ultraschall, alle 2 jahre mammographie). trotzdem habe ich anfang des jahres selbst und zufällig einen  knoten in meiner brust entdeckt, der sich als bösartig erwiesen hat. als ich den knoten entdeckt habe, war er 1, 4 cm groß. das ist nicht allzu groß, aber doch über 1 cm. mein tumor ist über viele jahre sehr langsam gewachsen, d.h. bei meiner letzten vorsorge, 4 monate zuvor, war er bereits in etwa so groß. weder der tastbefund noch der ultraschall haben ihn gefunden. solche dinge passieren, tagtäglich, 1000-fach. etwa jede 10. frau erkrankt an brustkrebs. unabhängig von alter, lebensführung und familiärer vorbelastung. es kann jede treffen. das blöde ist, dass man selbst immer denkt: mich nicht! das ist ein irrtum. ich kenne in meinem umfeld zahlreiche frauen, die deshalb mit der vorsorge schluren. oder aber, weil sie angst haben, dass bei der vorsorge etwas gefunden wird.

auch ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich nie brustkrebs oder krebs generell bekomme. vielleicht mal einen herzinfarkt, aber krebs? ne, definitiv nicht. ich rauche nicht, ernähre mich gesund, mache regelmäßig sport, in der familie gibt es über generationen keinen krebs und ich bin unter 50, noch nicht in den wechseljahren. als sich in meinem körper eine zelle entschloss, zum tumor zu mutieren, war ich gerade mal knapp 40.  woher ich das so genau weiß? ein tumor wird nach der op sehr genau untersucht und gibt detaillierte aufschlüsse über seine eigenschaften. etwa, wie langsam bzw. schnell er gewachsen ist, wie aggressiv er ist, etc. meiner hat sich etwa 7 jahre zeit gelassen. man könnte jetzt sagen, ich sei so gar nicht der krebstyp. aber das ist leider eine böse falle, denn den krebstyp gibt es nicht. es kann, wie gesagt, jeden treffen.

dass ich trotz meiner peniblen vorsorge den knoten selbst entdeckt habe, hat mich erschüttert. andererseits war es auch mein glück, hätte ich gewartet, bis er bei einer der nächsten vorsorgen entdeckt bzw. wieder übersehen worden wäre, wäre es möglicherweise zu spät gewesen. für eine gute prognose und überhaupt. in dem kurs gestern habe ich unter anderem gelernt, dass eine gründliche brustselbstuntersuchung 1x pro monat etwa 45-60 minuten dauert. mal ehrlich, welcher arzt hat die möglichkeit, sich diese zeit zu nehmen? aber man hat die zeit selbst, jaaaaaaa, die stunde 1x im monat hat man! sicher gibt einem diese technik keine garantie dafür, dass man einen vorhandenen knoten immer zuverlässig entdeckt. das nicht. aber sie gibt einem die chance und das ist sehr viel!

solltet ihr euch also entschließen, einen solchen kurs zu machen, investiert ihr in euer leben. hört sich gut an, oder? ich weiß nicht, wie das an eurem wohnort gehandhabt wird, ich kann euch also nur sagen, wie es bei uns ist. bei uns gibt es 2 brustzentren, in 2 verschiedenen kliniken. sie kooperieren miteinander. in meinem brustzentrum haben sich 3 krankenschwestern aus der frauenklinik in dieser technik fortgebildet und bieten nun den kurs an. das ist großartig von ihnen, vielen dank ihr 3!!!! der kurs dauert etwa 3 stunden und kostet 25 euro. die teilnahme ist pro kurs auf 2-3 frauen beschränkt. bei uns jedenfalls.

wir waren gestern 2 frauen und schwester susanne. nach einer kurzen einführung in die anatomie der weilblichen brust wurde zunächst die richtige tasttechnik vermittelt. es gibt 3 verschiedene druckstärken, da die knoten in verschiedenen tiefen des gewebes liegen können: direkt unter haut (eher leichter zu ertasten), in mittlerer tiefe (geht auch noch gerade so) und ganz tief, fast am knochen (sehr schwer zu ertasten). dann haben wir diese technik zunächst an 2 modellen geübt. in den 2 silikonbrüsten waren jeweils in unterschiedlicher tiefe knoten verschiedener beschaffenheit und größe eingearbeitet. am ersten modell waren sie sichtbar und wir sollten einfach ein gespür für sie bekommen. es gibt kleine erbensförmige, klar umrissene, harte knoten, die fest an einer stelle sitzen und sehr leicht als fremdkörper ertastet werden. dann gibt es weiche, traubenartige, nicht klar umrissene, bewegliche knoten. die sind fies, da sie unter den fingern wegflutschen (so einen hatte ich) und dann gibt es noch welche, die ganz tief in der brust sitzen, man kann sie, wenn überhaupt, nur durch starken druck finden. aber man kann! im 2. modell sind sie von außen nicht mehr sichtbar, nur von unten. man legt sich das modell in rückenlage neben die brust und tastet wieder. wenn man einen knoten ertastet, prüft die kursleiterin, ob es auch ein knoten war oder nur drüsen- oder fettgewebe. wir haben die knoten alle ertastet. nach dieser übung tastet man dann die eigene brust ab. zunächst die achselhöhle. dann den ganzen quadranten zwischen achselhöhle, schlüsselbein bis hin zum unteren brustansatz und zum brustbein (so in etwa jedenfalls). zentimeter für zentimeter. zum abschluss werden noch die partien unter- und oberhalb des schlüsselbeins abgetastet. ich bin echt froh, den kurs gemacht zu haben, meine brüste werden künftig 1x im monat von mir ins visier genommen.

vielleicht gibt meine geschichte der einen oder anderen von euch den anstoß, es auch zu tun, ich fände das super!!!

Neues aus dem Brustkrebs-Tagebuch

wird mal wieder zeit für mein brustkrebs-tagebuch. immer nur lustige hundegeschichten, das geht ja auch nicht tstststs 🙄

meine familie ist wieder da. nach 2 wochen florida ohne mich sind sie wieder da und so gut mir die 2 wochen alleine auch getan haben, bin ich doch froh, dass sie heil wieder da sind. und so gut erholt. hat spaß gemacht, mir die reiseerlebnisse anzuhören. allerdings wurde mir auch bewusst, dass, auch wenn ich mit gekonnt hätte, es mir tatsächlich zu anstrengend gewesen wäre. hat der gute alte arzt also recht gehabt.

ich glaube, die haben mich vermisst, mein mann hätschelt mich und mein 19-jähriger sohn knuddelt mich, was er seit einer weile eigentlich nicht mehr so macht. jetzt wird geknuddelt, was das zeug hält 😛

heute nacht hatte ich einen traum. ich habe geträumt, dass ich mit meinem türkischen metzger zusammen mit anderen menschen am tisch sitze und esse und rede. nach dem essen gehe ich zur toilette und als ich wieder zurück komme, ist da nur noch eine große windschiefe bretterscheune. alle sind weg. ich öffne mühsam und rüttelnd die scheunentür, die sperrig in den angeln hängt und trete hinaus. und bin mitten in einer mir fremden stadt. die stadt ist eine mischung aus marrakesch und new york, eine orientalische und doch moderne stadt. die gassen sind sonnenhell und voller menschen. ich stehe eine weile unsicher und orientierungslos und auch fassungslos da und frage mich, wo meine mir bekannte welt geblieben ist und wo ich überhaupt bin. dann treibt mich die neugier voran und ich tauche in die sonnigen gassen mitten in die menge ein und denke mir: „wow, ich wusste gar nicht, dass new york soo toll ist. ich ziehe hierher.“

und, ihr traumdeuter unter den bloggern, wie interpretiert ihr den traum? würde mich interessieren!

in den letzten tagen merke ich, dass mein bewusstsein nicht mehr so aktiv mit brustkrebs beschäftigt ist. irgendwie ist es tiefer gerutscht und arbeitet dort weiter. weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. heute morgen dachte ich mir, dass es vielleicht nicht gut ist und ich daher nachlässig werde. aber mit was eigentlich? als hätte ich angst, dass der krebs zurück kommt, nur, weil ich nicht dauernd auf ihn achte. als könnte ich einen rückfall aufhalten, indem ich mich ständig darauf konzentriere. als würde man einen fixen punkt anschauen. und wenn man wegschaut, verschwindet der punkt unauffindbar. dabei kann ich das doch gar nicht kontrollieren. ich kann nicht kontrollieren, ob ich einen rückfall bekomme oder nicht. ich kann nur mein möglichstes tun, um mein immunsystem, meine seele, meinen geist und körper zu stärken.

ich habe das gefühl, dass sich meine wahrnehmung verschiebt. 3 monate ist es jetzt her, seit der diagnose, 2 seit der operation. es ist fast so, als würde ich schichtweise wieder auftauchen aus diesem alptraum. heute empfinde ich ganz deutlich, dass ich wieder anfange, meine nasenspitze und den kopf ins leben rauszustrecken.  schnupper schnupper. ich sag euch, ihr glaubt nicht, was man da mental und emotional so mitmacht! was für eine reise. während ich hier so meinen gedanken freien lauf lasse, fange ich an, meinen traum zu verstehen.

mein mann hat mir gestern den stern mitgebracht. den mit dem leitartikel über die an brustkrebs erkrankte Sylvie van der Vaart. ich habe den artikel gestern sehr aufmerksam gelesen. dabei ging mir folgendes durch den kopf. tja, liebe sylvie, ich kann genau verstehen, wie du das, was du sagt, meinst. so traurig es auch ist, wenn egal wer an krebs erkrankt, so hat es doch was gutes, wenn es ein promi ist. denn dann wird etwas öffentlich, was gerne verschwiegen wird. viele frauen gehen aus angst davor, dass etwas entdeckt werden könnte, nicht regelmäßig zur gründlichen vorsorge. ich kenne einige davon.

hey, ihr da, die das lest: lasst euch regelmäßig untersuchen. lasst euch zeigen, wie ihr eure brust selbst untersuchen könnt und macht es. verlasst euch nicht rein auf die mammographie. meinen tumor hat sie übersehen. macht regelmäßig eine gründliche mammasonographie. wenn eure kasse das nicht zahlt, fragt nach, was die untersuchung kostet und zahlt ggf. selbst. in meinem fall hat sie unter 100  gekostet. lasst sie von einem kundigen arzt machen. holt euch im zweifelsfall eine zweite meinung ein 😆