Mäusebussard-Babys

schaut mal, ist das nicht toll? die drei hier wohnen in einem nest auf der gegenüberliegenden waldseite des gartens meiner eltern. mein vater lebt derzeit mit dem fernglas in der hand. man sieht sie auch mit bloßem auge, das nest hoch oben im baum ist etwa 50 meter entfernt. ein richtiges, kleines wunder. heute gelangen einem guten freund diese wunderbaren fotos.

 

 

 

Husky-Safari in Finnland: Über allen Gipfeln ist Ruh…

am nächsten, mittlerweile zweiten morgen in der wildnis, waren wir mit der morgendlichen routine schon gut vertraut. zügig waren die öfen angeheizt und während die anderen das hundefrühstück austeilten, briet ich in der hütte rühreier mit speck. ein wenig später, als wir alle hungrig um den tisch saßen, staunte ich einmal mehr darüber, welch große mengen wir uns einverleibten. wildnis macht hungrig, sag ich nur. ohne zu bummeln packten wir, räumten auf, hackten noch ein bisschen holz für die mittagspause und auf gings zum hundeanschirren und anspannen. ich liebte das. wir alle liebten das. es macht einfach großen spaß, morgens zu den hunden rauszukommen und sich mit ihren ganz speziellen eigenheiten beim geschirranlegen auseinanderzusetzen. macarena machte sich auch am zweiten tag strack wie ein brett und pekkah warf sich mit solch einer inbrust auf die anzuschirrenden pfoten, dass ich mir fast einen bruch an ihm hob 😉 yucca schlängelte sich wie gewohnt geschmeidig in sein geschirr und hessu ließ es sich, ebenfalls wie immer, mit misstrauischem blick anlegen. ich war immer ziemlich schnell fertig und konnte dann noch ein wenig zuschauen, wer noch am knoddeln war, das machte auch immer spaß.

 

und schon ging es los, auf unsere nunmehr dritte tagesetappe. die sonne hatte sich erstmal verzogen und das wetter war eher trübe. das tat unserer freude am fahren aber keinen abbruch. natürlich ist die landschaft wunderschön, wenn die sonne scheint, aber sie ist auch schön, wenn sie nicht schneit und man hat nicht minder spaß beim fahren. es ist erstaunlich, wie sich die umgebung dort verändert, wenn die sonne hinter einer dicken wolkenschicht verborgen ist. plötzlich ist alles um einen herum weiß, oben, unten, drumherum.

 

 

mir kam in den sinn, dass man ohne die nötige erfahrung und den ebenso nötigen wildnisführer binnen minuten komplett die orientierung verlieren würde. wir aber hatten das glück, dass unser versierter wildnisführer peter zielstrebig vor uns herfuhr und wir voller vertrauen hinterher. ich merkte, dass ich mich am dritten tag auf dem schlitten sicherer fühlte. ich hatte deutlich mehr gefühl für die balance, vor allem in den kurven. wir hatten am vormittag ein paar ordentliche steigungen zu bewältigen, bei denen wir kräftig nachschieben mussten und entsprechend anspruchsvolle talfahrten. ich war nicht mehr so schisserig wie die 2 tage zuvor und bremste vor der letzten kurve nicht mehr sooo stark, so dass mein schlitten samt hunden mit schmackes in die ebene einfuhr. meine hunde flitzten wie pfeile, ein wunderbares gefühl. bis zur mittagspause hatten wir etwa 20 km zurückgelegt, und peter zauberte auf dem wildnisfeuer einen sehr schmackhaften finnischen eintopf.

 

 

zufrieden mampfend ruhten wir unsere müden glieder aus, mensch wie hund.

 

 

nach der erholsamen mittagsrast ging es weiter. ich muss zugeben, dass ich diesen nachmittag ganz schön meine knochen merkte, ist ja nicht so, dass so eine tour nicht auch anstrengend ist. auf den see-etappen entlastete ich abwechselnd beine und arme und entdeckte so, dass man sich während der fahrt auch entspannen kann. am nachmittag kamen wir ohne weitere verluste an unserer dritten hütte an. wieder ein wunderschöner ort, wie man ihn sich idyllischer kaum vorstellen kann. es gab eine wunderbar geräumige, gemütliche hütte und ein extra saunahaus mit integrierter, kleiner schlafkammer. die ich mir gleich als ego-single-platz klar machte.

 

gemeinschaftshütte

 

katerwolf-ego-hütte

 

ich musste mir wegen meiner ego-hütte zwar fortan das eine oder andere einzelkind-gespräch anhören, aber das war mir egal. besser ausgeschlafenes ego-einzelkind, als unausgeschlafener, übellauniger katerwolf. die huskys kümmerte das ohnehin nicht, sie warteten ungeduldig auf ihr nachtessen, über dass sie sodann hungrig herfielen.

 

 

wir menschenkinder bekamen währenddessen ein schönes himmelsgeschenk: die wolken rissen auf, die sonne brach durch und bescherte uns magische ausblicke. wir blieben noch lange draußen, an diesem nachmittag und sahen zu, wie der tag langsam dem abend wich.

 

 

ich nutzte die zeit auch für eine ausgiebige hunde-kraulrunde und ließ mir besonders mit dem scheuen hessu viel zeit. nach anfänglichem zögern lehnte er seinen warmen hundeleib an mich und ließ sich gründlich durchkuscheln. mein süßer hessu.

 

 

abends saßen wir nach getaner arbeit und einem ausgiebigen saunagang zufrieden und müde in der hütte beisammen, ließen die erlebnisse des tages revue passieren und erzählten uns geschichten. es gab immer etwas zu erzählen, unsere gruppe harmonierte sehr gut, es herrschte eine entspannte, ruhige stimmung. keiner hatte den drang, sich besonders hervortun zu müssen, worüber ich sehr froh war. es gab immer viel zu lachen, ich erinnere mich zum beispiel daran, dass peter uns erzählte seine dicke fellmütze sei aus marderhund-pelz gefertigt. ich verstand ihn falsch und fortan hieß das tier bei uns nur noch mörderhund. annika erfreute uns eines abends mit einer spontanen buchinterpretation, die bühnenreif war. sie entdeckte in eben dieser hütte ein finnisches buch über hundeerziehung. es gab auch ein paar bilder mit sprechblasen darin. diese vorlage genügte ihr, uns den inhalt des buches näherzubringen. so vertiefte sie sich in eine bebilderte seite und teilte uns fröhlich mit: „wenn dein hund böse ist, nenne ihn ole und sperr ihn in den kofferraum.“ wir kringelten uns ausgiebig über ihre spontane showeinlage. zu einigem grinsen und kopfschütteln führte auch meine ausgeprägte tendenz, dinge zu verlegen, zu verlieren und ausgiebig zu suchen. in der gruppe fiel das besonders auf. am zweiten abend fing ich an, auch dinge von den anderen zu verlegen. zum beispiel annikas hose. und am dritten tag hatte ich annika angesteckt und sie suchte genauso wie ich. gut, war ich nicht mehr alleine!

als ich vor müdigkeit kaum noch die augen offen halten konnte, machte ich mich, nicht vollständig muffe-frei, in meine ego-hütte auf. hm, die lag ja doch ganz schön einsam. ich wollte dann aber auch nicht kneifen und als obermuffti dastehen, also tappte ich pfeifend los, und als ich dann in der kleinen hütte stand, schlüpfte ich ganz schnell in meinen schlafsack. die hütte war durch den saunagang noch wohlig aufgewärmt, so dass ich nur ganz kurz zeit hatte, über finnische frauenmeuchelmörder und mörderhunde nachzudenken, bevor ich in tiefen schlaf fiel. ich musste einmal nachts raus, was echt gruselig war. ich schlief aber wieder ein. als ich in der früh aufwachte, war es in der hütte so kalt, dass ich mich gar nicht aus dem schlafsack raustraute. ich vergrub mich noch eine gute stunde bis zum scheitel in seine tiefen und kletterte erst raus, als peter an die tür klopfte. ein neuer tag stand vor der tür!

Huskytour in Finnland: Back to the roots

„uiuiuiuiuiui, iiiiist das schnell!!!“ flitzte es mir durch den kopf, als mein schlitten an dritter position losschoss. genau in dem moment, als ich von der bremse trat und mich beidseitig auf die schlittenkufen stellte. „zzzzzzzzzzzt!“ und weg war ich. ein absolut irres gefühl! meine vier huskies schmissen sich ins geschirr, die zugseile spannten sich und die hundis galoppierten los und zogen an wie 4 bullen. verrückt, so etwas hatte ich noch nie erlebt. federleicht sauste mein schlitten über eine schneeweiße decke hinterher. und weiter ging es, um ein paar kurven, raus aus dem camp und gleich hinauf auf den ersten see. finnland besteht überwiegend aus seen, die im winter gefroren sind und per schlitten, snowmobil und langlaufskier überquert werden. eine endlos anmutende, weiße fläche erstreckt sich um einen, am schier grenzenlosen horizont schneebedeckte bäume, alles umspannt von einem tiefblauen, strahlenden himmel. so hatte ich mir das vorgestellt. was für eine pracht! man kommt aus dem staunen nicht mehr heraus!

mein schlitten sauste dem munter dahingaloppierenden hundegespann hinterher, mein blick schweifte über die landschaft und innerhalb von 5 minuten hatte sich ein glücksgefühl in mir ausgebreitet, dass mich die ganze tour hinweg nicht mehr verließ. ich habe in meinem leben bisher nicht viel schöneres getan!

erstaunt und erfreut gleichermaßen stellte ich fest, dass es deutlich einfacher war, auf dem schlitten zu stehen, als ich angenommen hatte. so konnte ich mich ganz auf meine hunde konzentrieren, an denen ich mich gar nicht sattsehen konnte. meine hunde waren hochmotiviert und sehr schnell. bis zum letzten tag, an dem sie gegen ende dann doch müde wurden, waren sie das schnellste gespann. sie legten eine enorme lauffreude an den tag und drehten sich vorwurfsvoll nach mir um, wenn ich sie wieder mal ausbremsen musste. alle vier. vier vorwurfsvolle hundegesichter, die mich dann über die schulter hinweg anschauten: „WAS soll das???“ schienen sie zu fragen. ich dachte immer wieder, wenn ich sie laufen lassen würde, wie sie wollten, würden sie vermutlich bis nach texas laufen. macarena, meine leithündin, galoppierte konstant und motiviert neben yucca, dem zweiten leithund. macarena war die motivationstrainerin meiner viererbande. immer motiviert, immer gut gelaunt, liebes wesen, plan im kopf. sie lief und lief und lief und wenn wir mittags pause machten und abends ausspannten. rollte sie sich sofort in ihre schlafmulde zusammen und schlief. macarena bestand nur aus muskeln, faszinierend! sie war die schmusebacke in meiner truppe und gab pfötchen, beide nacheinander.

macarena

neben macarena lief yucca, der zweite leithund. yucca war noch jung, etwa 1 1/2 jahre und war ein hübscher kerl. auch er lief mit hochdruck vorneweg. yucca war noch ein bisschen verspielt und nach getaner arbeit machte er ab und an anstalten, mit mir spielen zu wollen. was ihm dann doch nicht ganz geheuer war, so dass er lieber mit pekkah spielte.

yucca

yucca und macarena waren ein herz und eine seele. sie waren so herzig miteinander, dass es einem ans herz ging.

hinter den beiden liefen nebeneinander hessu und pekkha, 2 kräftige rüden. die beiden waren eine echte bank. pekkha war ein bulle von hund. er war derjenige im gespann, der niemals galoppierte, sondern nur trabte. wie eine dampfmaschine trabte und zog er, was ging. vom charakter her war pekkha der kumpeltyp. man kann ihn sich gut mit paar kumpels im irish pub vorstellen, ein guiness vor sich, ein mädel auf dem schoß, bester laune. anfassen ließ sich pekkha nicht so gerne. er wich mir aus und ließ sich nur im duld-modus streicheln. ein bildschöner kerl ist er, der pekkha.

pekkha

der vierte im bund war hessu. der wolf. hessu war derjenige, an den ich komplett mein herz verlor. er war der wölfischste von allen, bildschön und vom wesen her eine herausforderung. die ersten 2 tage ließ er sich außer beim an- und ausschirren nicht anfassen, wich vor mir zurück. am dritten tag wurde er langsam zutraulich und ließ sich streicheln. am vierten tag begrüßte er mich in der früh zaghaft wedelnd und freundlich guckend. von da an ließ er sich knuddeln, zurückhaltend zwar, aber gerne. am letzten tag bekam ich zur belohnung dann seine pfote. gleich mehrfach. hessu hätte ich am liebsten in meinen koffer gepackt. ich vermisse ihn heftig.

hessu

und hier nochmal alle vier

hatte ich eben geschrieben, schlittenfahren sei einfach? das gilt nur für die geraden, flachen teilabschnitte auf den seen. sobald man in den wald hineinfährt, ändert sich das schlagartig. das gelände ist nämlich ganz schön anspruchsvoll. es geht bergauf, bergab, alles voller kurven, hubbeln, und überall lauert beidseitig des schmalen weges tiefschnee und bäume. und das ganze bei hohem tempo. ganz schön kniffelig! es erfordert eine gute balance, konstante konzentration und auch kraft. man fährt lange abschnitte nur mit einem bein auf der kufe, das andere bremst. auch muss man den körper abwechselnd nach links und rechts lehnen, je nachdem, welche richtung die nächste kurve nimmt. die kombination abwärts-hubbelig-kurve verlangt einem ganz schön was ab, mein lieber mann! der schlitten fängt immer wieder an, gefährlich in seitwärtslage zu gehen, man droht das gleichgewicht zu verlieren und sieht sich schon vom schlitten fliegen. schnell hat man den schlitten im tiefschnee geparkt oder macht einen unfreiwilligen abgang.

„idealerweise nie den schlitten loslassen!“ hatte uns peter bei der einweisung eingeschärft. „wenn ihr fallt, bei hintermann aufspringen und mitfahren. wenn euer hintermann fällt, versucht den schlitten hinter euch einzufangen, indem ihr mit einem fuß auf die bremse des fliehenden schlittens geht oder greift ins hundegeschirr! und nie mit eurem schlitten den vordermann überholen. das mögen die hunde nicht. das gibt krach.“ aha. in den fünf tagen passierte von allem etwas. wir lernten: ein moment der unachtsamkeit, des konzentrationsverlustes und schon hatte man den salat. aber dazu später. zunächst meisterten wir unsere erste tagesetappe bis zur mittagspause bravourös. keiner fiel vom schlitten, keiner überholte den anderen, kein hundegespann brannte durch. wir lernten, bergab zu bremsen und machten die wunderbare erfahrung, dass sich die hunde bei jeder steigung nach dir umdrehen, eindeutig vorwurfsvoll und dir signalisieren: „los, schieb!“ dann bleibt man mit einem fuß auf der kufe und der andere schiebt mit, wie beim rollerfahren. wenn es zu steil wird, muss man auch mal absteigen und kräftig nachschieben.

unsere erste mittagspause in der wildnis. nun weiß ich, warum es wildnisführer und nicht reiseleiter heißt. die guides machen tatsächlich eine ausbildung zum wildnisführer. dort lernst du alles, was du dazu brauchst. zum beispiel, mit nichts als feuerholz im freien eine leckere mahlzeit zuzubereiten. wir lernten, dass alle mithelfen. bei allem. beim feuermachen, beim sachen schleppen, beim hundefüttern in der pause. das am baumfestmachen übernahm peter, sicher ist sicher, und auch das kochen war seine sache. und davon verstand er was. am ersten mittag gab es dünne rentiersteaks, mit käse und rentierschinken überbacken, im fladenbrot und heißen tee. leckerschmecker.

derart gestärkt ging es weiter des weges. ich muss schon sagen: das ist eine großartige sache, mit einem hundegespann durch diese grandiose landschaft zu sausen, um dich die stille, über dir der blaue himmel, fantastisch ist das. am nachmittag gegen 3 trafen wir an unserer ersten hütte ein. wie wunderschön! ich kam mir vor, wie in einem märchen. so hatte ich mir das vorgestellt, eine urige holzhütte am see.

peter machte uns mit dem ablauf bekannt, den wir in den nächsten tagen beibehalten sollten und der, trotz der ungewohnten, körperlichen anstrengung, zufriedenheit und ruhe gibt: hunde abschirren und am schlafplatz anketten. schlitten sichern. entladen, alles ins haus und den schuppen schleppen. in der hütte den kamin, den ofen und in der sauna den saunaofen und den wasserofen anheizen. vorher holz hacken. wasser aus dem see holen, wasserofen füllen, damit man wasser für die hundesuppe und zum waschen und abspülen hat. tiefgefrorenes hundefutterfleisch in stücke hacken. jaaaaa, ihr lieben, so geht das. nix fließend wasser und strom. selbermachen. und gekackt und gepipit wird im plumpsklo um die ecke. auch nachts bei minus 20 grad. back to the roots!

schlafplatz der hunde

hundefleisch hacken 

hundesuppe

wasser holen

nachdem alle öfen brannten, das holz, auch für den die mittagspause am nächsten tag und das fleisch für die hundesuppe und hundehauptmahlzeit gehackt war und das wasser im wasserofen vor sich hin erhitzte, gab es tee und kuchen für die fleißigen schlittenfahrer. direkt im anschluss bekommen die hunde ihre hundesuppe. das hundefüttern macht riesigen spaß, da standen immer alle gewehr bei fuß, das ließ sich keiner nehmen. nach der ersten hundefütterung machte sich peter ans abendessen, während wir uns n der sauna die müden knochen wärmten und uns wuschen und danach bekamen die hunde ihre zweite mahlzeit, die hauptmahlzeit. erst dann gab es für uns abendessen. peter war ein sehr guter koch. majmmo, was der uns so alles auf den tisch zauberte. und wir aßen wie die scheunendrescher. ich habe es tatsächlich geschafft, 2 kilo zuzunehmen, trotz der ackerei.

so war er, der erste tag. wunderbar, wunderbar. als wir alle mit gut gefülltem bauch bei kerzenschein in der mollig warmen hütte vor knisterndem kaminfeuer saßen, draußen stille, unterbrochen vom jaulen der hunde, breitete sich wohlige zufriedenheit in uns aus. und große müdigkeit. die hütten waren in der regel mit gemeinschafts-schlafplätzen ausgestattet. alle mann im gleichen raum. bei 4 schnarchenden männern in der gruppe war das die wahre herausforderung der tour. bis auf einmal schafften wir frauen es aber, auszuweichen, in irgendwelche kammern, saunen usw. in dieser, ersten nacht kam ich in den luxus einer separaten, wenn auch ungeheizten schlafkammer, in die ich mich schon früh mit meinem antarktis-schlafsack verdrückte. was soll ich sagen! ich kuschelte mich wie eine mumie hinein, lauschte noch kurz dem geheul der hunde und glitt in einen tiefen schlaf. den tiefsten seit 2 jahren. ist das zu glauben?

Spinnenalarm

unser erster sommer im neuen haus am see liegt hinter uns. ein wunderschöner sommer. wir haben gestrichen, gewerkelt, blühende büsche gepflanzt, sind mit dem segelboot über das sonnige wasser gebraust und haben abends bei einer flasche wein und knusprigem grillgut zufrieden den sonnenuntergang bewundert. fernab von städten, inmitten einer wunderbar ursprünglichen natur haben wir auch die bekanntschaft mit so ziemlich allem, was fliegt und viele beine hat, gemacht. bienen, wespen, hornissen, hubschraubergroße libellen und eine fülle von unbekannten flugobjekten. gerüchte über tellergroße spinnen, die ihr unwesen treiben, habe ich als staatlich geprüfte spinnenphobikerin ausgeblendet. ganz nach dem prinzip: „was ich nicht sehe, gibt es auch nicht.“ punkt. das hat auch hervorragend geklappt. nicht eine müde spinne ist mir diesen sommer über den weg gelaufen. nur das eine oder andere verlassene spinnennetz.

bis gestern.

gestern wollten mein mann und ich eine spätsommerliche segel-abschiedstour auf dem see unternehmen. bevor das boot aus dem wasser kommt.

„mach schon mal den festmacher los!“ rief mir mein schatz gut gelaunt nach backbord rüber. ich schnappte mir den festmacher, hob ihn hoch und dort, wo er eben noch lag, entfaltete sich eine monsterspinne *flapp* . der große bruder von king kong. mit fettem körper und haarigen beinen. *KREEEEEIIIISCH* 

hysterisch schreiend hechtete ich nach steuerbord in richtung meines mannes, der gerade das großsegel enfaltete und mich verwundert anschaute. bevor ich ihm erklären konnte, warum ich so schrie, sah ich, wie sich aus dem segel heraus eine godzilla-große spinne abseilte. seelenruhig. *KREEEEEIIIISCH*  hyperventilierte ich und raste wie eine besessene nach hinten. so ging es ein weilchen hin und her. mein mann wagte es nicht, auch nur eine blöde bemerkung zu machen und verfrachtete beide spinnen heldenhaft über bord.

erst dann beruhigte ich mich so weit, dass ich nicht mehr von bord wollte und einwilligte, doch mitzusegeln. was soll ich sagen. kaum waren wir so weit vom steg weg, dass ich hätte draufspringen können, nahm das schicksal seinen lauf: so ziemlich aus allen ecken und enden kamen gefühlte heerscharen von spinnen herausgegekrochen und herabgeseilt. der wahr gewordene albtraum jedes spinnenphobikers. die viecher hatten sich nun, wo die tage und nächte kühler werden, gemütlich und warm auf dem schiff eingerichtet und waren nun aus ihrer müden ruhe gebracht. ich rastete fimreif aus. wie von satan besessen raste ich kreischend auf dem boot hin und her, fuchtelte mit den armen und schrie wie eine irre. zur großen belustigung zahlreicher, männlicher segler, die ihre boote zum segeln herrichteten und amüsiert dieses schauspiel beobachteten. arschgeigen. wie durch ein wunder ging ich nicht über bord. das hätte noch gefehlt!

dafür lösten sich meine ansonsten tierliebenden, tierschützenden instinkte von jetzt auf sofort in luft auf.

„töte sie. mach sie alle!“ schrie ich meinem mann zu, der innerhalb weniger sekunden eine ganze spinnenpopulation auslöschte. sorry, liebe spinnenfreunde unter euch, es gab defintiv keine möglichkeit, auf diesem engen raum, mit wind in den segeln, mit einem glas und einem blatt papier bewaffnet auf tiergerechte spinnenjagd zu gehen. außerdem hätte man bei der größe dieser monsterviecher einen eimer gebraucht.

mein puls und herzschlag beruhigten sich nach etwa 30 minuten so weit, dass ich, auf eine briefmarkengroße fläche, ganz vorne auf dem rumpf, gekauert, langsam wieder durchatmen konnte. der rest des segelausflugs ging spinnenfrei über die bühne. ich weiß nicht, ob alle ausgerottet oder aber zu eingeschüchtert waren, um auch nur ein spinnenbein aus der ritze zu strecken. jedenfalls bin ich froh, dass die segelsaison zu ende ist. und das haus am see nun in die winterpause geht. denn einer tatsache muss ich ins auge sehen: auch im holzhäuschen ist es nun spinnengercht warm und gemütlich. *brrrr*.

Rehageflüster: Glückliche Katerwolf

hier, als kleiner nachtrag, das jungbrunnen-foto. aufgenommen, bevor ich wie eine nixe darin eingetaucht und rumgeplantscht bin. im hintergrund zu sehen: linkerhand amrum, rechterhand sylt.

 

Das Paradies um die Ecke

ich habe in meinem leben schon das eine oder andere paradies entdeckt – meist völlig unerwartet und zufällig. ein paradies befindet sich bei mir um die ecke und ich habe es gestern gefunden.

bei strahlend blauem himmel und sonnenschein  marschierte ich gestern auf meinem bestens gelaunten pferd lola in den lichten wald. Ich hatte zeit, gute laune und ein wenig abenteuerblut in den adern. also verließ ich nach einer weile den weg und ritt querfeldein, was uns beiden immer großen spaß macht. nach einem weilchen sah ich vor mir die waldgrenze und dahinter helles, warmes sonnenlicht. neugierig ritten wir darauf zu und zwängten uns durch ein paar bäume aus dem wald heraus auf eine wiese.

und da war es. das paradies. direkt vor uns.

vor unserem auge erstreckte sich ein tal, wie ich es mir schöner nicht denken kann. satt grüne wiesen und felder, wohin das auge reicht. wunderbar gemustert mit gelben, weißen und blauen blumen, wie ein fantasieteppich aus einem märchen. das tal erstreckt sich nach vorne bis zum horizont und der blick gleitet über wunderschöne, kleine hügel und täler. nach einer seite wird es durch den wald begrenzt und nach der anderen seite durch 1-2 kleine dörfchen mit kirchtürmen, die friedlich in dem tal schlummern.  es gibt einige höfe in dem tal und auf den wiesen sieht man viele pferde, die in gruppen grasen oder in der sonne dösen. über allem liegt ein tiefer friede. was für eine idylle!

staunend blieb ich mit lola ein weilchen am waldrand stehen, blickte ins tal, ließ den anblick auf mich wirken und spürte, wie sich eine große welle des glücks in mir ausbreitete. lola wurde irgendwann unruhig und ich lenkte sie über einen schmalem feldweg talabwärts, an pferdeweiden und neugierig blickenden pferden vorbei, hindurch durch die blühenden wiesen, bis ganz hinab ins tal. der weg führte über eine schmale schotterstraße in richtung wald und ich hielt mich rechts, da ich wusste, dass irgendwo oben der reitstall liegen musste. ich ritt durch ein kleines waldstück und musste wieder staunen. mitten in diesem idyll stand ganz abgelegen ein kleines, schönes häuschen und auf der angrenzenden wald-weide 4 prächtige pferde. hier hat sich jemand sein persönliches, kleines paradies geschaffen, was für ein glücklicher mensch muss das sein!

der weg schlängelte sich aus dem waldstück auf einen breiten, roten feldweg, der ein gutes stück lang den berg hinaufführte. lola tänzelte aufgeregt und schnaubte und gab mir zu verstehen, dass das die perfekte galloppstrecke sei. ein kleines schnalzen mit der zunge genügte und schon jagten wir den berg hinauf wie der blitz. war das schön! Ich weiß nicht, ob pferde grinsen können, aber ich meine, lola könnte ein grinsen im gesicht gehabt haben. ich jedenfalls hatte eins. und was für eins. wie festgetackert .

auf dem nachhauseweg begegneten uns noch ein fuchs, 4 rehe und ein baumstamm – den wir in einem übermütigen sprung nahmen.

war das ein perfekter tag? das leben ist so schön.