Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

ihr lieben, vielen dank für eure lieben kommentare zu meinem letzten post. das nachdenken hat sich gelohnt. es schadet grundsätzlich nie, regelmäßig innezuhalten und ein wenig innenschau zu pflegen. manchmal bekommt man nur einen kleinen schreck. und das ist gut so. danach geht es wieder erfrischt und etwas umsichtiger weiter.

gestern kam mein lieber mann bei beeindruckendem sylter sturmwetter hier an und ich habe ihn gleich ins nächste restaurant geschleppt und mich vollgefuttert 😆 heute scheint die sonne, verrücktes nordseewetter! freue mich, dass mein schnuckel da ist, hat gute laune mitgebracht. heute morgen war ich bei sonnenschein 1 stunde am strand walken, füße und stöcke in der brandung, sonne über mir. durchatmen.

jetzt gibt es gleich mittagessen, gemüseklößchen. ich weiß schon genau, wie die dinger aussehen und schmecken werden. gurgel. heute abend geht es wieder auswärts zum futtern 😉

macht es gut, ihr lieben, ich schick euch ein paar sonnenstrahlen und eine steife brise, eure walking-queen

Rehageflüster: Das Seepferdchen

ich bin ein seepferdchen.

ich bin ein sehr zufriedenes seepferdchen.

hat sich doch gelohnt, dass ich gestern den beschwerbär gegeben habe und heute einen erfüllten reha-tag genießen darf. gestern abend habe ich mich noch ein bisschen als schwimm- und saunawolf verwirklicht und habe mich um 21 uhr zuerst ins schwimmbad gestürzt, bin eine halbe stunde geschwommen, und anschließend quetschte ich mich in eine überfüllte, von männern belagerte sauna, wo ich einen kleinen terroranschlag verübte. reingekommen, aufguss gemacht, höllenhitze verursacht und nach 3 minuten verkündet: „boah, ist das heiß hier, ich geh wieder raus!“ sowas nennt man dann wohl mistkrötenwolf :mrgreen:

heute lief ich um 7 uhr in der früh mit einer dynamischen gruppe zum frühsport an den strand. wow. wie wunder-, wunderschön die nordsee in der früh war. die sonne blitzte zwischen dicken, weißen wolken vom blauen himmel herab, die nordsee glitzerte silbern, der lange, weiße sandstrand schimmerte – ein traum! 20 motivierte turner streckten und dehnten sich, liefen im kreis und ruderten mit den armen, atmeten in der brandungszone und waren schnell aufgewärmt. dann kam der spaßige teil. in 2 gruppen aufgeteilt sollten wir bälle über den kopf und ringe zwischen den beinen von vorne nach hinten durchgeben. das ganze als wettkampf. natürlich hatten wir den trottel in der gruppe. wie immer. der ball fiel hin, der ring auch *seufz*. dennoch gewannen wir 1 von 3 runden. danach sollten wir einen großen kreis bilden und immer drei leute sollten im uhrzeigersinn slalom um die anderen laufen, bis sie wieder an ihrem platz angelangt waren. sehr lustig. vor allem, weil eine schwäbische spaßbombe aus der gruppe den anderen wie ein wildes monster hinterherlief und laute waaahhh waaahhhh geräusche machte, worauf ihre vordermänner liefen wie speedy gonzales. ich hätt mich ausschütten können vor lachen. es gibt einfach von natur aus so spaßige menschen. der trottel schaffte es übrigens als einziger, anders herum zu laufen und stellte für die entgegenkommenden läufer eine große gefahr dar 😆

danach ging es zum aquajogging. als technischer hinweis sollten wir uns einfach vorstellen, wir seien seepferdchen. gut. wir waren also 5 seepferdchen: 2 männliche, bärtige seepferdchen. 1 seepferdchen mit arthrose. 1 ganz winziges seepferdchen. ein extrem voluminöses seepferdchen. und ein riesen-seepferdchen (ich).  sehr spaßig das ganze. das arthrose-seepferdchen kommt aus stuttgart und schwadronierte im wasser herum, dass ihr, als süddeutsche, der ganze fischkopp-kram hier oben sehr befremdlich ist. sie gebrauchte tatsächlich das wort fischkopp. in einem becken voller fischköppe. die sich spontan in kampf-seepferdchen verwandelten. war nicht sehr schlau vom schwäbischen arthrose-seepferdchen.

danach lag ich 30 minuten im bademantel bewegungslos auf meinem bett und starrte an die decke, bevor ich soeben, kurz vor dem mittagessen, noch ein bisschen wassertreten durfte, kneipp-mäßig. gemeinsam mit dem zwerg-seepferdchen vom aquajogging. ein quietschfideler mann im bademantel steckte seinen kopf n den behandlungsraum und unterhielt uns spontan mit diversen anekdoten as seinem leben. so ist das hier, in der reha. man bekommt die eine oder andere lebensgeschichte zu hören. manche sind sehr traurig. manche sind sehr interessant. jeder hat seine geschichte, warum er hier ist. und manchmal bekommt man was wirklich bewundernswertes zu hören. so wie ich eben, von meinem tischnachbarn lungen-egon. bin immer noch beeindruckt. wenn man die bewegende lebensgeschichte eines über 80-jährigen hört, so lebendig vorgetragen wie eben, dann offenbart sich einem einmal mehr, wie mysteriös und faszinierend das leben ist. und wie absolut lebenswert.

so, meine lieben, ich geh dann mal meinen bestreikten rindergulasch ohne gemüse und salat (beilagen unterliegen nämlich dem streik) essen und seh euch später.

euer seepferdchenwolf 😆

Rehageflüster: Glückliche Katerwolf

hier, als kleiner nachtrag, das jungbrunnen-foto. aufgenommen, bevor ich wie eine nixe darin eingetaucht und rumgeplantscht bin. im hintergrund zu sehen: linkerhand amrum, rechterhand sylt.

 

Rehageflüster: Jungbrunnen

ich war endlich drin. in der nordsee. das habe ich in den letzten fast 4 wochen nicht geschafft, da es entweder geregnet hat oder super-ebbe war. aber gestern hat es endlich geklappt. als ich morgens zum strand runterging, in der absicht einen langen, morgendlichen spaziergang zu tätigen, blieb ich wie angewurzelt stehen. so etwas hatte ich noch nicht gesehen. spiegelglatt lag sie da, die nordsee, fast unwirklich. amrum und sylt schienen zum greifen nah und es sah aus, als würden die inseln im wasser schweben. wie eine fata morgana. das wasser schimmerte magisch, der himmel und ein paar weiße wölkchen spiegelten sich darin und über allem lag eine perfekte stille. ich glaube, mir fiel der unterkiefer runter. so viel schönheit am frühen morgen. überirdisch schön.

allein am strand, zog ich mich schnell aus und ging ins wasser. das kühle nass umspülte mich kalt und frisch. ohne über die temperatur weiter nachzudenken, ließ ich mich in das wasser gleiten, dass mich sogleich schützend umschloss. ich schwamm eine weile, ließ mich treiben, schaute in den himmel, auf amrum und sylt und die glatte wasseroberfläche und plötzlich fiel alles von mir ab: das gefühl, alt zu sein, das mich vor der reha immer wieder beschlich. die erinnerung an die erschöpfung und überforderung der letzten monate. ich fühlte mich einfach nur jung, kraftvoll, strahlend und schön.

das muss ein jungbrunnen gewesen sein. bin heute gleich nochmal rein. morgen gehe ich in die kinderbetreuung 😉

Reha bewilligt!!!

juhuuuuu, habe heute den lang ersehnten bescheid mit der bewilligung meiner reha erhalten. ich fahre nach sylt. freue mich total, dass das geklappt hat. und aufgeregt bin ich auch. ich war mir nicht sicher, ob ich die nordsee bewilligt bekomme, da in der regel eine reha nur im umkreis von 300 km genehmigt wird. alles andere ist glückssache. dann habe ich jetzt also mal glück gehabt 😆 freue mich auf 3 wochen an der nordsee!!!! bin ja schwer in versuchung, meinen laptop mitzunehmen und von dort aus ein wenig über die reha zu bloggen. so ein paar nette geschichten über katerwolf im töpferkurs, beim aqua-jogging und beim sonntäglichen singkreis klingen doch verlockend, oder? 😉 naja, hab ja noch paar wochen zeit, es mir zu überlegen. so lange werde ich vermutlich auch brauchen, um die ganzen formulare auszufüllen, weiterzuleiten und wegzuschicken.

ich freue mich 😆 😆 😆 😆 😆