Hemmungsloser Katerwolf

ahoi, ihr lieben! ich bin in den letzten wochen der verschollwolf, ich weiß 😦 . nach unserem internetdesaster neulich freute ich mich auf eine hemmungslose blogphase, aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt. so steuerte ich stattdessen in eine hemmungslose stressphase. im job: stress in tüten, in eimern, in kanistern und bottichen. ich weiß im moment gar nicht mehr, wo mir der kopf steht. die letzten tage erreichte ich dann einen zustand der verwirrung. und des hemmungslosen suchens. nach unterlagen. e-mails. schlüsseln. handys. brillen. nur soviel: den schlüssel fand mein mann in der mülltonne 😯

wo ist der notausgang?

er steht direkt vor mir. wir fahren übermorgen in die türkei, ich tausche hemmungslosen stress gegen hemmungslosen urlaub und ich mache mal wieder den urlaubswolf. und das ist auch gut so. mal zur ruhe kommen. energie tanken. den kreisel im kopf wieder anhalten. nach zwei abenteuerreisen, indien und huskytour, gönnen wir uns  10 tage hemmungsloses chillen am strand. lesen, gammeln, futtern, cocktails schlürfen.

ein paar schöne dinge habe ich dennoch erlebt die letzte zeit. überwiegend mit meinen tieren. ich habe mein pferdchen mehrfach glücklich mit ihrem neuen freund und boxnachbar bei sonnenuntergang auf der grünen wiese grasen und herumwälzen gesehen. lola schafft es nun, ihren dicken bauch nicht nur zur mitte und zurück sondern von einer auf die andere seite zu wälzen. ich hatte vorgestern einen wunderschönen langen ausritt über blühende rapsfelder. und das joschilein, der kleine schatz, der im moment zusehends grauer wird, mutiert konsequent vom hund zum pferd. nach pfoten auskratzen, grasen und longieren gibt er nun den dressurhund. kürzlich ritt ich mit lola auf dem außenreitplatz dressurlektionen. joschi unbeirrbar hinter uns her. durch die bahn, aus dem zirkel wechseln, volten, und er legte einen 1 A mitteltrab hin, alle achtung.

ihr lieben, wenn ich es morgen nicht mehr schaffe: tschüüühüs und bis nach pfingsten, und seid mir nicht böse, weil ich bei euch zur zeit so sparsam kommentiere, ich schaffe es einfach nicht. hab euch lieb 😆

 

Tieridylle

ich weiß nicht, wie es bei euch so aussieht, aber ich hatte echt mal ne bescheidene woche. und hänge heute entsprechend in den seilen. da hilft nur die flucht in mein kleines, privates paradies. wenn es eine tieridylle gibt, dann sieht sie so aus 😆

ich wünsche euch ein schönes wochenende!

 

 

 

Joschi hat die Pest

joschis jahr hat nicht so prickelnd angefangen. es gab ein paar blöde zwischenfälle mit viel zu großen hunden und genervten pferden. und ein nicht hundegerechtes gewitter.

wer meine joschigeschichten liest, weiß bestens bescheid über meinen wuscheligen, schwarzen tibet terrier. von mittelgroßer gestalt ist er in seinem herzen eigentlich ein dobermann. mindestens. und hat das herz eines löwen. und den sturkopf einer bretterwand. und ist, sagen wir mal, beratungsresistent, was deutlich größere rüden anbelangt. er hat noch nie gegen einen größeren rüden gewonnen. im gegenteil. aber das hält ihn nicht davon ab, wie vor ein paar tagen, einen irischen wolfshund anzupöbeln. einen angeleinten irischen wolfshund *schwitz*.

seit einigen monaten, genau genommen seit meinem reitstallumzug vergangenen sommer, gibt es in joschis leben eine neue herausforderung: egon. den stall- und hofhund. egon ist groß, schwarz und mächtig. eine durch und durch imposante, souveräne erscheinung. streckenweise humorlos. wäre ich hund, ich würde mich an allen ecken und enden vor ihm auf den rücken werfen und die weiße fahne hochhalten. joschi pöbelt ihn erstaunlicherweise nicht an, zollt ihm aber auch nicht den erwarteten respekt.  von anfang an schaut egon joschi mit hypnotischem killerblick, steifer rute und riesenkamm auf dem rücken an, und signalisiert ihm: „ich häuptling, du indianer.“ egon hört sehr gut, und alle versuche, sich an joschi heranzupirschen und ihm klarzumachen, wer der boss ist, wurden seitens seiner besitzer und mir bisher vereitelt.

bis vor ein paar tagen. ich war grad am ausmisten, als joschi mutterseelenallein über den hof trabte. und am hinterteil von luna, egons hauptfrau, schnüffelte. blöde idee war das. das getöse, dass egon und joschi veranstalteten, war beeindruckend, und als ich aus der box stürzte, sah ich ein wildes geraufe. wir trennten die hunde, es floss kein blut, und wir einigten uns darauf, dass das einfach mal geklärt werden musste, zwischen den beiden rüden.

seit 2 tagen läuft joschi nun mit einer verschorften nase herum. kampfspuren. kriegerhund. chingachgook. als ich heute mit ihm zu lola, meinem pferd fuhr, wurden wir unterwegs von andrea überrascht. andrea, dem sturmtief!!!! so etwas habe ich noch nie im auto erlebt. der wahnsinn. ich war mitten auf der autobahn, als es anfing, wie aus kübeln zu regnen, zu hageln, überall schlugen die blitze ein und der wind schüttelte so an meinem auto, dass ich dachte, mich fegt es von der straße. unglaublich. ich dachte, ich bin in irgendeinem horrorfilm. sichtweite gleich null. straße spiegelglatt. ich mordsschiss. uff. ich wusste mir nicht anders zu helfen, als unter einer brücke auf dem standstreifen zu halten und die warnblinkanlage anzumachen. joschi hatte solche angst und zitterte so stark, dass er mit den zähnen klapperte wie ein irrer. ließ sich auch nicht beruhigen. irgendwann beruhigte sich gott-sei-dank das unwetter zumindest so weit, dass ich weiterfahren konnte. als ich im stall ankam, war andrea dort gerade vorbeigezogen und es sah aus wie nach einer naturkatastrophe. der regen stürzte in sturzbächen die straße herab, ein ganz unwirkliches szenario.

joschi stürzte aus dem auto wie eine rakete und wollte in lolas box. da geht er furchtbar gerne rein, weil da so viele, kleine mäuschen sind, die er jagen kann. außerdem gewittert es da nicht. lola kennt joschi schon lange und ist immer sehr lieb zu ihm. das heißt, sie beißt und tritt ihn nicht 😉 heute allerdings wollte sie ihn nicht so richtig in der box haben. sie legte ein paarmal die ohren an und senkte ihren kopf in seine richtung. und was macht joschi? springt hoch wie der tasmanische teufel und versucht sie in die nase zu zwicken. etwa 10 x. das reicht auch dem liebsten pferd. mit einem satz senkte sie ihren kopf und zwickte ihn in den rücken. das geschrei und den tödlichst beleidigten hundeblick könnt ihr euch vorstellen?

zum krönenden abschluss habe ich joschi in der sattelkammer noch zwangsgebürstet, da er aussah wie ein dreckschwein. joschi hasst bürsten. zuerst versuchte er mich zu beißen, und, nach einem klaps, warf er sich theatralisch auf den boden und lag da wie ein sterbender schwan.

helmut, ein lieber mitreiter, sah sich das elend ein weilchen an und meinte. „egonrauferei, lolazwicken, zwangsbürsten. der joschi hat im moment echt die pest.“

jetzt liegt er hier neben mir, hat ein großes leckerli bekommen und streicheleinheiten. langsam wirds wieder. kann nur besser werden für joschi.

Joschi, der Pferdedominator

das verhältnis von joschi (meinem hund) und lola (meinem pferd) ist euch ja hinreichend bekannt. so ist joschis beziehung zu lola von glühender eifersucht geprägt, die sich in mitunter seltsamen auswüchsen äußert: so etwa joschis beharren, direkt nach lola ebenfalls gestriegelt zu werden, die pfoten ausgekratzt zu bekommen und anschließend, gleich lola, mit einem harten brotkanten belohnt zu werden. es ist auch bekannt, dass joschi zu hause beim bloßen anblick einer bürste sofort daran geht, die familie ausrotten zu wollen und beim anblick eines harten brotkanten seine siebensachen packen und zum nachbarn ziehen würde. es ist aber nicht nur eifersucht, die ihn umtreibt. mit der gleichen leidenschaft begleitet er frauchen und pferd ins gelände und wirft sich mächtig ins zeug, um im trab mitzuhalten und im galopp abkürzungen zu finden, um vor uns am ziel zu sein. gelegentlich geht er uns dabei verloren und muss im anschluss ausdauernd im gelände gesucht werden. nicht immer zu lolas vergnügen, die, einmal auf dem weg zurück in den stall und zum futter in ihrer box, keinerlei interesse hat, umzukehren und einen mittelgroßen, schwarzen, wuscheligen hütehund zu suchen.

lolas beziehung zu joschi ist ebenfalls nicht frei von eifersucht. diese tritt vor allem dann zu tage, wenn joschi gestriegelt und mit brot gefüttert wird. dann wird heftig mit den hufen geschabt und geschnaubt. ansonsten begnügt sich lola damit, joschi zu beäugen. und ihn manchmal von hinten unerwartet mit der schnauze anzumuffen. joschi verwandelt sich dann zuverlässig in einen tasmanischen teufel und ich könnte schwören, dass lola bei diesem anblick grinst. gelegentlich versucht lola, die nicht die mutigste ist, sich hinter joschi zu verstecken. im nebel zum beispiel. oder ihn als mutigen ritter vorausgehen zu lassen. gestern zum beispiel. nachdem ich 10 geschlagene minuten versucht habe, lola an einer rot-weiß-gestreiften schranke vorbeizureiten und lola fest davon überzeugt war, von der schranke mit absoluter gewissheit getötet zu werden. joschi, der sich diesen anfall von hysterie eine weile verdutzt und anschließend gelangweilt anschaute, drehte sich irgendwann einfach um und trabte an der bösen schranke vorbei. und was machte lola? trabte hinterher.

gestern aber habe ich eine völlig neue komponente in joschis verhältnis zu lola entdeckt: stolz. der stolz eines reitbegleithundes. vielleicht auch eines pferdedominators (möglicherweise joschis wahrnehmung). jedenfalls ritten wir auf dem heimweg über einen schönen, langen feldweg, als uns eine fahrradfahrerin mit einem großen, schwarzen labradorrüden entgegenkam. ich wurde etwas unruhig, da joschi und große rüden, belgische schäferhunde und schwarze labradorrüden insbesondere, ein kapitel für sich sind. in der regel geht joschi mit solchen begegnungen recht offensiv um und anschließend müssen 2 hunde unter gebrüll der besitzer voneinander getrennt und ein wehklagender joschi auf bissstellen untersucht werden.

nicht so gestern.

da ich schlichtweg zu faul war, abzusteigen und joschi anzuleinen und lola, von bremsen verfolgt, kurz davor war, abzuhauen, ließ ich ihn laufen. seinem schicksal entgegen. und was passierte?

joschi trabte hoch erhobenen hauptes neben lola am labrador vorbei. nicht, ohne ihm einen todesverächtlichen blick von der seite zuzuwerfen. der blick eines pferdedominators auf einen simplen drahtesel-begleithund.

hach leute, was ist das schön, wieder zuhause zu sein. hab die beiden zottels echt vermisst.