Ereignisreiche Tage: Endlich im neuen Stall

was für ereignisreiche tage! kaum aus der reha zurück, stand der umzug in den neuen reitstall bevor. offen gestanden war ich mehr als aufgeregt in den tagen zuvor und am umzugstag – vor 4 tagen. zu meinem pferd lola bin ich märz diesen jahres ja ein bisschen wie die jungfrau zum kinde gekommen. und dass ich bereits kurze zeit später mit so einer schwerwiegenden entscheidung wie dem umzug in einen neuen stall konfrontiert sein würde, damit habe ich nicht gerechnet. aber ihr wisst ja wie es ist im leben: es kommt meist ganz anders als man denkt.

am freitag war es soweit. der neue hof ist nicht weit entfernt und ich beschloss, lola einfach rüberzureiten. 1 stunde erschien mir machbar. das ganze gestaltete sich jedoch schwieriger als ich dachte. ich weiß nicht, ob lola, die 13 jahre lang in ihrem alten stall zuhause war, den braten roch oder einfach nur meine eigene nervosität spürte, jedenfalls blieb sie an einem bestimmten punkt stehen und, nun ja, stand. mitunter auch senkrecht wie eine kerze auf ihren hinterbeinen. und wollte nicht weiter. ich musste absteigen und sie eine ganze strecke führen. 3 reiter aus dem neuen stall hatten sich netterweise bereit erklärt, mich auf halber strecke abzuholen. als lola die 3 auf sich zukommen sah, war die aufregung komplett. ein glück saß ich mittlerweile wieder im sattel, denn lola beschloss kurzerhand quer über das stoppelfeld durchzugehen (und sie kann sehr, sehr schnell werden) und machte gleich einen sehr guten eindruck auf die andern 😉 .

in der neuen umgebung angekommen, machte sie riesenaugen und als sie kurze zeit später mächtig aufgeregt in ihrer neuen box stand, schien sie nur noch aus nüstern und augen zu bestehen. ihr nachbar, ein prächtiger, junger, schwarzer araber machte ihr sofort glühende avancen über die trennwand hinweg und bekam gleich mal eine auf den frack. ich bin sehr froh mit der auswahl der box, es ist eine außenbox und lola kann alles sehen, was auf dem hof passiert. und da passiert viel. es ist deutlich lebendiger als in ihrer alten umgebung. es gibt mehr menschen, mehr pferde, mehr hunde und: kühe. ganz neue erfahrung.

die große prüfung stand am samstag bevor, als lola zu ihrer neuen herde auf die koppel sollte. 5 stuten. die koppel ist riesig, mit vielen obstbäumen und ausreichend abwechslung und schattenplätzen. mein pferd ordnet sich in der regel unter, von daher befürchteten wir keine größeren auseinandersetzungen. als wir sie auf die weide ließen, rutschte mir dann doch das herz in die hose. die herde ignorierte lola, die herumraste wie eine wilde, zunächst. nach etwa 1 stunde kam es zu einem ersten, kurzen kontakt, in dessen verlauf interessanterweise nicht die leitstute, sondern die rangzweite stute lola von der herde fernhielt. und das sehr bestimmt. es gab zwar keine keilerei und beißerei aber eine klare ausgrenzung. ich stand am koppelzaun und litt. am nachmittag führten wir ein etwas unglückliches und sichtlich müdes pferd in die box zurück. gestern nahm sich eine ältere stute lolas an. sie begleitete sie auf schritt und tritt und grenzte sie gegen den rest der herde ab. bis auf die rangzweite stute, die lola nach wie vor mobbte, kamen nach und nach die anderen auf eine stippvisite zu ihr. und wurden dann sofort von der rangzweiten stute weggejagt. sie drehte echt am rädchen.

und heute, am dritten tag? als lola auf die weide kam, warteten die anderen ladies bereits auf sie und begrüßten sie. wie wunderbar! als ich heute mit meinen eltern auf den hof fuhr, stand lola friedlich grasend mitten in in der herde. ihrer herde. alles ist gut. gott-sei-dank!

es gibt übrigens noch jemanden, der glücklich ist: joschi. auf dem neuen hof gibt es unzählige hunde. aber dazu komme ich ein anderes mal 😉